Wir sind da, wir sind daaaaaa 🤗

Montag, 09.02.26

Das Wetter ist wie vorhergesagt, wolkig und regnerisch. Doch bevor die ersten Tropfen fallen, haben wir Yuti zum Anlegen in der Marina vorbereitet. Alle Festmacherleinen sind verteilt. In allen vier Ecken sollen Leinen drinstecken… ☺️. Die Fender sind aufgepumpt und an beiden Längsseiten verteilt. Unsere Marriage Saver liegen einsatzbereit auf dem Tisch, damit wir uns nicht anschreien müssen. Für die Biosecurity ist sämtlicher Müll gesammelt, zusammengeschnürt und in der Bilge der 3. Kabine verstaut. Alle Papiere liegen bereit für Immigration und Zoll. Fehlt noch was? Ich hoffe nicht. Kurz vor halb neun legt Klaus noch einen Endspurt ein und gibt Gas, damit wir auch ja pünktlich um 10:00 Uhr die Marina erreichen. Die Nervenanspannung steigt exponentiell. Dann fahren wir ins Hafengelände ein, in den größten Kohleexporthafen der Welt!

Klaus funkt Port Control an, bekommt aber erstmal keine Antwort. Später heißt es plötzlich und rauschend aus dem Nichts, dass wir zu Kanal 09 wechseln sollen. Okay. Huch, aber es geht nicht. Why??? Klaus wird nervös. Er kann auf dem Display nichts mehr erkennen und drückt hektisch auf dem Gerät herum. Ich soll schnell das Ersatzfunkgerät holen. Wo, wo? 🫨 Ach da….. Jepp, das geht, aber verzerrt die Stimme und schnarrt. Verstehen können wir nur, dass uns da gleich ein großer Frachter entgegen kommen wird. Aber was wir tun sollen? Keine Ahnung! Wir schippern weiter, immer schön rechts an den grünen Bojen entlang. Da tutet es auch schon, einmal lang und laut. Ja, wir sehen dich! Muss denn da gerade jetzt einer, nee 5 Schiffe rausfahren, murrt Klaus. Es sieht auf dem Plotter so aus, als kämen just 5 Schiffe auf uns zu. Vorher war gar nichts los, und jetzt das… 😳.

Boah, der ist lang!

Aha, 4 Tug-Boote begleiten diesen Langen, deshalb dachten wir, es kämen gleich mehrere Frachter angerauscht. Aber dann gibt’s ein Getute….

Oh Schreck, was bedeutet das denn??? Wir haben es mal gelernt, aber vergessen. Schnell mal Chat GPT fragen. Ohhh, 5 mal kurz bedeutet, dass der Lange unser Manöver nicht versteht, sich nicht sicher ist, ob wir auch nach den geltenden Schifffahrtsregeln fahren. Häää? Wir fahren langsam, ganz rechts, haben die grüne Boje an der rechten Seite, die rote ganz links. Was ist daran nicht zu verstehen? Verstehe ich nicht! Wir fahren langsam weiter…

Geht doch! Wir sind problemlos aneinander vorbei. 😮‍💨 Mittlerweile funktioniert auch unsere Hauptfunke wieder. Sie war aus Versehen auf Nachtmodus verstellt. Nun biegen wir nach links ab, um zur Marina zu gelangen und nicht in den weltgrößten Kohlehafen zu rutschen. 😅

Na, das sieht ja schon mal voll nach großer, schöner Stadt aus, mit Kirchen, Hochhäusern und Dom. Nicht schlecht❣️Kein weiterer Frachter stört uns, oder wir ihn, und Klaus ruft unsere Marina an. Jepp, in 5 Minuten ist jemand vor Ort und hilft uns beim Anlegen in Box Nummer C 013. All good. Ein Marino und ein Nachbar vom gegenüberliegenden Boot helfen uns prima. All good. 😁 Klaus fährt tadellos in die Box hinein. Kein Wind, keine Strömung stört, auch der feine Nieselregen ist kein Hindernis. Wir sind vertäut, die Motoren werde ausgestellt. All good! 😁🤗🥳
Jau, all good ist der geflügelte Spruch sowohl in Neuseeland als auch hier. Finde ich echt gut und beruhigend. 😊
Halleluja, wir haben es geschafft❣️ Wir haben die Tasmanische See durchquert, ein fettes Sturmtief überstanden, die schwierige Warterei auf Montag gemanaged und, und, und… Unfassbar!!! Und jetzt sind wir in Australien. 🇦🇺

Und gut und sicher in der Marina vertäut. Fast können wir nun schon unserem Ausgangspunkt dieser unglaublichen Reise, Vietnam, zuwinken. 👋

Da kommt auch schon Immigration und Zoll, in Form einer uniformierten Frau und eines uniformierten Mannes. Beide sind sehr nett, in keinster Weise militärisch streng, und alles flutscht problemlos. Sie fragen nicht nach unserem etwas merkwürdigen Track, nicht nach unseren dezidierten Plänen für Australien. Das Prozedere ist einfacher als in Neuseeland. Wir müssen uns nur einmal nach 3 Monaten melden, wo wir dann gerade sind und danach das Land für einen kurzen Moment verlassen, in ein anderes einreisen, und danach können wir wieder für die nächsten 3 Monate zurückkommen. Das ist alles. Okay, das wussten wir ja schon. All good.
Dann folgt Biosecurity. Auch wieder besetzt mit einer Frau und einem Mann. Auch hier gibt es keinerlei Probleme. Wir brauchen keine Timberuntersuchung wegen des verbauten Holzes. Es ist noch relativ neu und auch zum Teil laminiert, also, all good. 😄 Den gesammelten Müll kann ich komplett selber entsorgen, nichts muss kostspielig spezialentsorgt werden. Der Prüfer sah noch nie so leere und saubere Kühlelemente, wie bei uns. ☺️ Alles sei gut sortiert und organisiert. Well done! 👍 Wir haben mal wieder volle Punktzahl. 😃 Streber!!! Für die Rümpfe interessieren sie sich null Komma null, die Angabe von Klaus, in Neuseeland ein neues Antifouling bekommen zu haben, ist ausreichend. Kein Blick auf die Pocken, keine Fragen zum Antifouling Protokoll der letzten 3 1/2 Jahre, welches wir ja auch gar nicht haben! Da schau her! Die Prüfung ist weniger aufwändig und penibel als die in Neuseeland. Wir zahlen noch die fälligen 400,- australischen Dollar und alles ist paletti. Freu❣️Jetzt sind wir auch offiziell eingereist, mit Mann und Maus! What? Nein, Mäuse sind nicht mit an Bord. All good! Zum Schluss bekommen wir noch ein paar Tipps für‘s Erkunden der Region. Die Blue Mountains, in der Nähe von Sydney, seien der Knaller und eine Exkursion wert. Gut, merken! Dann begrüßen uns Traver und Russell, Vater und Sohn aus Sydney, von der Angler-Jacht gegenüber. Ein nettes Gespann! Sofort leihen sie uns ihr Stromkabel, so dass wir uns an die Elektrizität anschließen können. Unser vorhandenes Stromequipment passt nicht. Ist das nett von den beiden? Jau, super nett❣️ Dann erklären sie uns noch, wo es den frischesten Fisch gibt, wo der näheste Supermarkt liegt, übrigens gibt es hier ne ganze Menge Aldis, aber etwas weiter weg, und wo wir gut essen gehen könnten… Russell und Traver sind wirklich zwei ganz nette Kerle❣️

Blick vom Boot aus. Das Rolex Boot ist nicht das von Traver und Russell! 🤭

Jetzt hört es auf zu regnen und wir setzen unsere beschuhten Füße das erste Mal auf australischen Boden. Wow 🤩! Eine schöne Promenade verläuft direkt hinter unserem Steg. Wir laufen mal vor zum Marina Office und treffen erstmal auf diese 4 großen Öschis.

Herr oder Frau Pelikan, ihre Augen sind so blau, nein lustig und ihr Schnabel erst. 😃
Gute Ballance!

Dann schauen wir kurz ins Marina Restaurant Nautica rein. Die italienische Führung ist unverkennbar, ein eigener Limoncello Stand lädt zum Probieren ein.

Ich denke, in Gedanken bei meiner Mutti, sollten wir auch mal einen testen, Hicks. Dann schauen wir noch im Marinabüro vorbei und fragen, wo wir so ein typisches, australisches Stromkabel für unser Boot bekommen könnten und laufen dann auch kurzentschlossen dort hin.

Immer gerade aus und dann auf der linken Seite.

Der Elektromarkt ist gut sortiert und das Kabel schnell gefunden. In der Lampenabteilung finde ich sogar eine Ersatzlampe für meine zerdetschte, aufladbare Tischlampe. Und, wir führen eine richtig lange, nette Konversation mit zwei dort angestellten Frauen. Sie geben uns begeistert Tipps, was wir in und um Newcastle so alles machen können. Von 2 Naturschwimmbädern, einem Nationalpark und einem Rockpool ist die Rede. Alles lohne sich wirklich, und uns werden auch parallel die Bilder zu den Orten am Computer gezeigt. Die Begeisterung zu ihrem Land, und insbesondere zu Newcastle, kommt voll rüber❣️Eines weiß ich jetzt schon, den Rockpool namens Bogey Hole muss ich definitiv sehen und erleben! Baden im Meerwasser, mit geiler Brandung, aber ohne Haie, das wär’s doch!
Auf dem Rückweg kreisen unzählige weiße Kakadus über uns hinweg. Meine Güte, was die für einen Lärm machen, sagenhaft!!! Australien ist ihr Land. Bis zu 14 Arten dieser lauten und geselligen Vögel leben hier. Die mittlerweile auch bei uns heimisch gewordenen Halsbandsittiche fliegen hier auch zu Hauf herum. Wir holen uns noch ein paar Lebensmittel aus dem nahegelegenen, kleinen Supermarkt und erreichen erschöpft aber sehr glücklich unser Boot.

Das Fazit vom Ankunftstag:

Die uns bisher begegneten Menschen sind der Hammer! Sowas von freundlich, offen und zugewandt, dass man schier überwältigt ist. Ich muss sagen, sie gefallen mir noch besser, als die manchmal doch etwas britisch-steifen Neuseeländer. Die Sonne lacht, nach anfänglichem Nieselregen und die Temperaturen sind sehr angenehm und etwas wärmer als in Neuseeland. Und mit Newcastle hat Klaus den absoluten Glücksgriff getätigt❣️ Diese moderne, junge, aufstrebende Stadt bietet alles, was man sich nur wünschen könnte. Und in der Marina liegen wir komfortabel und ruhig. Das mit Abstand lauteste sind die ungestümen aber auch witzigen Kakadus! Ich fühle mich auf Anhieb angekommen und sehr willkommen. 🥰 Gleich schlüpft ein jeder in sein Bettchen und darf schlafen, so laaaaaange er will.
HERRLICH ❣️❣️❣️

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