Hopp, hopp, raus aus den gemütlichen Federn und ohne Frühstück zum Treffpunkt eilen. 6:30 Uhr laufen wir los, da ist die leckere Frühstücksküche im Hotel noch geschlossen. Aber, sie haben uns gestern noch leckeres Müsli und Croissants mit allerlei drum und dran in den Kühlschrank gestellt. Also, die Versorgung für heute früh war gesichert 😁. Jetzt stehen wir am vereinbarten Abholpunkt, und da kommt auch schon unser Guide Andy und Fahrer in Personalunion. Mehrere Paare und ein Solo-Amerikaner steigen noch dazu und ab geht’s durch die Mitte und hin zur Fähre. Ja, Bruny Island ist eine Insel. Dies bewies vor knapp 200 Jahren der Seefahrer Joseph Bruni d’Entrecasteaux. Und so wurde das Island mal eben nach ihm benannt. Dieses noch ein Stückchen weiter südlich liegende Stück Land besteht eigentlich aus 2 Stücken Land, die nur durch einen schmalen “Nacken”, “The Neck” verbunden sind.

Wir setzen über, und weiter geht’s im Programm. Mal kurz zur Einschätzung, keine 1.000 Leute leben auf Bruny Island. Von der Fläche her ist die Insel gut 35 mal größer als Altrip. Und das 35 mal kleinere Altrip hat 8 mal mehr Einwohner als Bruny, nämlich knapp 8.000.


Zweiter Stopp beim Honigmacher. Viele verschiedene Honig- und Honigsenfsorten dürfen probiert werden.


Weiter im Text…


Da blitzen schon wieder etliche braungelbe Landflächen hervor. Andy erklärt, dass Bruny ein eher trockenes Land mit vielen Buschbränden ist. Aha, und ich dachte, alles auf Tasmanien strotzt nur so vor lauter Grün und wilder Natur. Falsch gedacht.



Wir bekommen frei lebende Wallabys gezeigt. Sind die wirklich frei oder ausgestopft und da hingestellt? Oder narkotisiert?

Nun ja, sie leben schon noch und sind auch einigermaßen frei. Bloß die Straße ist abgezäunt. Sie werden wissen warum! Wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


Während dieser Wildtierbesichtigung sitzen wir im Bus und fahren an den Hüpfern vorbei. Hmm…. 🤔. Vorbei und weiter zum Two Tree Point.

Der “Zwei Bäume Punkt” ist nun ein gaaanz wichtiger, historischer Punkt dieser Insel. 🙂↔️

Denn diese 2 Eukalyptusbäume standen schon hier, als Kapitän Furneaux mit der Adventure vor Anker ging, Kapitän Cook, der eh überall war und Kapitän Blight, kurz bevor es zur Meuterei auf seiner Bounty kam. Viele folgten und zwar alle, um Wasser zu holen. Ein Fluss ergießt sich hier ins Meer und die zwei Eukalyptusbäume galten als Erkennungszeichen und Wegweiser. Die Bucht wurde kurzerhand Adventure Bay nach Furneauxs Schiff benannt und dieser Punkt zum Wasserholen eben Two Tree Point. Fertig ☑️ . Jau, und das ist dann eben hier die wichtige, historische Geschichte. Ach, ich vergaß, dass James Cook 1777 hier seine Initialen in einen Baum ritzte. Das wurde natürlich ein echter Hingucker und Anziehungspunkt. Leider brannte ausgerechnet dieser Baum 1905 bei einem Buschfeuer ab. 😥

So, hier dürfen wir jetzt aussteigen und rumlaufen, während Andy das Käsetasting und die Austern für uns vorbereitet. Champus hat er nicht mit dabei. ☺️

Dann laufen wir mal rum… 🤭.







Diese riesig fetten Algenstreifen fühlen sich wie Gummistiefel an. Die sind dann wohl definitiv nicht zum Essen geeignet.



Ihr Kinderlein kommet … Andy ist fertig und ruft zu Tisch.

Die 4 verschiedenen Käsesorten auf Baguette sind sehr lecker und schnell verputzt. Die Austern sind nicht für jedermann das Richtige und somit bleiben für alle die sie mögen mehr. Klaus entpuppt sich regelrecht als Austernliebhaber. 😁


Hammnammnamm, eine nach der anderen verschwindet in seinem Mund. Ja, ich esse auch 3 Stück, denn sie schmecken nicht schlecht. Gar nicht salzig und mit ein bisschen Zitronensaft sehr erfrischend. Nur die etwas glibberige, weiche Konsistenz macht mir zu schaffen. Da muss ich schnell noch ein Stück Baguette mit Käse hinterher verschmatzen. Dazu gibt’s englischen Tee mit Milch und Kaffee und heiße Schokolade. ☕️


Jetzt geht es wieder in den Bus und wir fahren zum Inselleuchtturm. Übrigens ist der einer der ältesten Leuchttürme ganz Australiens. Der zweitälteste, um genau zu sein. Doch vorher zeigt uns Andy noch das nette Brotverkaufssystem der Insel.


Die Uhr zeigt die Zeit der Lieferung an,…

und auf der Innenseite des einen Schranks stehen die Zahlungsbedingungen, fertig. Nett, sehr nett❣️Und jetzt der Leuchtturm.













Von 1838 bis 1996 war dieses Schätzchen im Einsatz. Es war erst der 4. Leuchtturm Australiens. Und wer hat’s gebaut? Die Sträflinge natürlich! Nach mehreren schlimmen Schiffsunglücken vor der Küste war klar, hier musste ein Leuchtturm her. Zwei Jahre wurde gebaut, dann ging er in Betrieb und blieb es 158 Jahre, ununterbrochen. Die Plakette oben im Bild bezieht sich auf das 150-jährige Jubiläum. Und damit war er der am längsten, menschlich betriebene Leuchtturm Australiens.

Anfänglich brannten 15 Lampen mit Walöl. 0,5 bis 1 Liter wurde in der Stunde verbrannt. Das bedeutete gehörigen Stress für die Wärter. Zwei bis drei Männer kümmerten sich um den Turm und sein nächtliches Leuchten. Einer war der Hauptturmwärter, die anderen seine Gehilfen. Sie arbeiteten nicht im heutigen Schichtdienst, sondern waren alle im permanenten Dauereinsatz. Jeder hatte so seinen Aufgabenbereich, und nachts wechselten sie sich alle 2-4 Stunden ab. Das Öl musste permanent nachgefüllt werden. Das war kompliziert und gefährlich, die Drehtechnik musste händisch alle paar Stunden aufgezogen und das Glas vom Ruß gereinigt werden. Für ausreichend Vorräte für den dauerhaften Betrieb musste gesorgt und sämtliche Reparaturen eigenständig durchgeführt werden können. Der Aufenthalt oben im Leuchtturm war hart. Starke Winde, Kälte und wenig Schlaf schlauchte die Männer. Auch die Verantwortung für die Seefahrt vor ihrer Küste wog schwer. Und die „Buchhaltung“ musste auch noch erledigt werden. ✍️

Ihre Familien lebten in Turmes nähe, und auch für sie war das raue, abgeschiedene Leben eine echte Herausforderung. Es gab kaum medizinische Versorgung, keine Schule für die Kinder, keine regelmäßige Versorgung mit Lebensmitteln. Sie waren komplett auf sich gestellt, am Arsch der Welt sozusagen. Heute brennt ein Ersatzturm mit automatischem Licht. Menschen vor Ort braucht‘s nicht mehr.


Wir dürfen jetzt auf den umlaufenden „Balkon“ und genießen einen super tollen Weitblick bei ordentlich viel Wind. 🌬️



Sind wir denn nun am südlichsten Punkt Australiens? Fast. Da hinten sieht man noch eine Bucht mit Landspitze. Mist! Jetzt dachte ich, wir wären am südlichsten Zipfel und nun doch wieder nicht. Und die Antarktis kann ich auch nicht sehen… 😕. Ha, ha, haaaaa ….






Eigentlich könnte ich hier jetzt bestimmt ne halbe Stunde stehen, mich durchpusten lassen und gucken, gucken, gucken… Aber, wir müssen runter, die nächste Gruppe kommt.



An dieser Stelle wurde einst das Haus des ersten Leuchturmwärters errichtet.



Auf dem Rückweg zum Bus zeigt uns Andy eine besonders große Ameise. Sie krabbelt auf unserem Weg entlang. Ich denke mir nichts dabei, sehe nur, dass sie richtig groß ist.

Und die hat es tatsächlich in sich!!! Sie springt ihr ausgespähtes Opfer an, 10 Zentimeter in die Höhe schafft sie locker, dann sticht sie mit ihrem Hinterleibstachel zu und injiziert ihr Gift. Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft sondern auch für Allergiker gefährlich. Von Ausschlag bis Zuschwellen des Halses und Kreislaufkollaps ist alles möglich. Ihren Stachel kann sie mehrfach benutzen und angreifen tut dieses schnell aggressive Tierchen auch, wenn es sich bedroht fühlt oder man seinem am Boden befindlichen Nest zu nahe kommt. Besonders oft kommen sie im Süden Australiens vor, am meisten in Tasmanien. Na hervorragend! 🐜🐜🐜🐜🐜🐜🐜🐜 Komischer Weise sehe ich ab jetzt andauernd so einen kleinen, großen Agrohopser. Zum Glück sind sie Einzelgänger und tauchen nicht im Rudel auf.




Nun geht es aber wirklich zurück, wir fahren zu einem Lokal zum Mittagessen. Alles ist genauestens durchgetaktet. 🍽️ Im Hotel Bruny finden wir ein gutes Essen, aus lokalen Produkten, in lockerer Pub Atmosphäre. Andy hatte uns zu Beginn gefragt, was wir denn gedenken essen zu wollen, gab uns mehrere Auswahlmöglichkeiten und gab die Bestellung dann auch schon weiter.
Kaum sitzen wir an unserem reservierten Tisch, wird auch schon aufgetragen.


Kurz gerülpst 🤭, dann geht’s auch schon weiter. Mist, ich kann gar nicht rülpsen, ich kann nur gurksen… Dafür aber umso länger. 😄 Irgendwie haben einige und ICH noch Appetit auf etwas Süßes. Und so steuert Andy schnell noch mit uns die inseleigene Schokoladenfabrik an. Und oh staun und freu, er macht ein Fudge tasting mit uns. Fudge in unendlichen Varianten gibt es in Australien sehr häufig. Es ist eine gängige und beliebte Süßigkeit. Alle greifen begeistert zu, und im Anschluss wird natürlich auch noch eingekauft. Es erinnert mich gerade ein Stückweit an eine “Butterfahrt”. 😝 Mit Taschen voller Schokolade, fahren wir jetzt zum Inselnacken. Dem Stückchen Land, welches beide Inselhaufen miteinander verbindet und zusammenhält.






Ach nein!!! Das soll Truganini sein, die letzte, tasmanische Aborigines.

So bekommt diese Frau, deren dramatische Geschichte ich bereits festgehalten habe, ein Gesicht. Ja, sie soll hier auf Bruny Island geboren worden sein. Ich möchte fast meinen, das Ungeheuerliche, was ihr und ihrem Volk widerfuhr, in ihren Augen erkennen zu können.
Die Inselerkundung ist nun zu Ende. Wir steigen alle wieder ein, fahren zur Fähre, setzen über und werden an unseren Einstiegsplätzen von heute Morgen wieder abgesetzt. Das war‘s. Wir laufen noch hoch zu unserer wunderbaren Unterkunft und fallen sehr schnell ein letztes Mal in die weichen Betten. Fazit: Schön war’s, auch wenn hier und da der sehr standardisierte Ablauf wenig Spontanität zuließ, und ich mir manches Mal vorkam, wie eine Rentnerin auf eben dieser “Butterfahrt”. Obwohl, eigentlich war bis auf die Getränke alles im Preis mit inbegriffen. Und wenn man trotzdem etwas kaufen wollte, war man ja selber “Schuld”. Auch hätte ruhig etwas mehr Zeit für Wanderungen sein dürfen. Ein langer Strandspaziergang wäre noch schön gewesen. Aber gut, ich drifte langsam ab und falle in einen tiefen und süßen Schlaf. Morgen müssen wir dieses schöne Hausss verlassennn….. 😴💤💤
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