Werfttag Numéro quatre und tschüss

Um 5:45 Uhr klingelt mein Wecker. 🥱 Wir wollen uns heute frühzeitig an die Bootswäsche machen, die Unterbodenwäsche, sozusagen. Möglichst noch bevor die Leute hier zur Arbeit erscheinen. Also gibt’s für mich nur ne Katzenwäsche, der Rest kommt dann unterm Boot… 🫧💦
Klaus schäumt ein und schrubbt, bis ihm der Arm abfällt und ich spritze ab, bis ich klitsche nass bin und durch meine Brille nix mehr sehe. Das Putzen unterm Boot, zwischen den beiden Hulls ist immer etwas schwierig, aber besser als jetzt, kommen wir nicht mehr dran. Es sei denn, wir sausen wieder mit dem Dinghy drunter her… 🤣. Das wär dann mal erledigt, jetzt noch flott die beiden Außenseiten, bis zur Stoßleiste. Alles darüber machen wir dann in Ruhe in der Marina. Das ist mir sowieso noch nicht klar, wie wir den schwarzen Abrieb wegbekommen wollen, der sich überall niedergeschlagen hat?! Aber gut, ich will noch schnell die Rostspuren von den Wasserauslässen beseitigen, die ersten Mitarbeiter kommen, und verwende einen Rostumwandler, der die Rostspuren prima vom Gelcoat beseitigt, aber auch etwas vom neuen Antifouling verschwinden lässt. 😟 Obwohl ich höllisch aufpasse und mit nem Lappen schnell weg tupfe. Also, eines ist klar, wir brauchen den Rest vom Antifouling, um nachzuarbeiten. Unter den Minikiels muss ja eh noch komplett gestrichen und die Bereiche um die Saildrives ausgebessert werden. Ich sag’s schonmal den Leuten. Ja, ich fühle mich gehetzt, denn ich möchte, dass die Arbeiten so rechtzeitig abgeschlossen werden, dass sie noch trocknen können, bevor wir zu Wasser gelassen werden. Während der vorherigen Haul outs wurden die Minikiels immer erst gepinselt, während wir mit dem Trailer schon Richtung Wasser geschoben wurden. Ups, da wird auch schon der Trailer unter Yuti drunter gefahren. Der Mann, der hier dafür sorgt, dass die Hebeauflagen an den richtigen Stellen ansetzen, ein Hektiker vorm Herrn, meint zu mir, ich solle mal low machen… Zzzz 😆 Da wird Yuti auch schon wieder runter gelassen. Mensch, ich wollte doch die Seepocken unter den Kiels wegkratzen. Lauf hin, Lauf her, da bekommt der alte Trailerjongleur meine Not mit und fährt Yuti wieder etwas hoch. Prima 👌, dann kann ich arbeiten. Oder auch nicht, denn ein Mitarbeiter, ein Singhalese, nimmt mir die Arbeit ab, schabt, reinigt und rollert das Antifouling drauf, auch um die Saildrives herum. 😅 Dennoch schnappe ich mir seine Rolle, da kann er gar nicht so schnell gucken, und rollere über meine Putzspuren rüber. Ich will’s jetzt perfekt haben. Punkt. So, wir haben es nun halb zehn und gegen 12:00/13:00 Uhr geht’s ins Wasser. Wegen der zunehmenden Flut, passt dann der Pegel, und die Trocknungszeit passt auch. 👍 Der Druck nimmt ab, ich mach mal ein paar Fotos.

Saildrive ist nun wieder weiß !
Die Pflanze spiegelt sich im geputzten Gelcoat.
Das neue Antifouling schimmert sogar.
Fertig

Dann kann ja auch bezahlt werden. Christoph hat die Rechnung schon gemacht. Ups, da haben wir im Eifer des Gefechts ja zweimal das Antifouling bezahlt… Schon bei der Bestellung hatten wir die Farbe gelöhnt. Christoph ist schon wieder weg aber per WhatsApp sagt er zu, uns den zu viel gezahlten Betrag bar zurückzugeben. Okay.
Es ist soweit, 12:30 Uhr, der Pegel passt, alle Fender sind draußen, zwei Mitarbeiter halten die Leinen, Christoph reicht uns noch das Geld hoch, der Trailerfahrer hebt Yuti an und langsam, mit viel Gefühl, werden wir zu Wasser gelassen. Stopp ✋! Noch nicht loslassen, bitte! Klaus hatte den Transducer, samt Logge ausgetauscht und muss kontrollieren, ob jetzt auch alles wieder schön dicht ist. Jepp, kein Wassereintritt, gut gearbeitet Herr Müller! Weitermachen bitte, Motoren an und vorsichtig rückwärtsfahren. Vielen Dank an alle, wildes Gewinke und tschüss. 👋👋👋👋👋👋👋👋👋👋 Wir haben Wind von hinten, Welle von hinten, Strömung von hinten, beide Motoren sind an, wir brauchen Strom, und wir sausen in einer halben Stunde zurück zur Marina. Wir melden uns an, bräuchten Hilfe beim Anlegen, aber keiner reagiert. Tolle Marina. 🙄 Und das nennt sich 24 Stunden Service… Wir tuckern vor zum Steg, kein Mensch weit und breit. Mist! Da zieht auch noch ein Regenband durch und hüllt alles in tristes Grau. Starker Wind von vorne rechts drückt uns Richtung Steg. Klaus muss ständig gegen halten, anstrengend! Wir rufen und winken, niemand reagiert. Können wir nicht auch alleine anlegen, meine vorsichtige Frage? Ja, aber die Fender müssen genau passend zum Steg sein, ich müsste die Vorleine über die Klampe werfen und sofort an Bord festmachen. Wir haben nur einen Versuch, meint Klaus, wenn der nichts ist, war’s das. Ohh, schon wieder? Ich bin fürs Versuchen. Sitzen die Fender? Bist du dir sicher??? Wenn’s nicht passt, ich kann dann nichts mehr machen. Meine Güte, ich denke die Fender passen. 🙄 Klaus fährt nahe an den Steg, die Fender passen und ich treffe die Klampe und mache fest, laufe nach hinten, springe mit Leine auf den Steg und mache uns am Poller fest. Geschafft. Bloß sind wir zu weit hinten am Steg, wir müssten noch eine Klampe weiter vor. Ich würde jetzt gerne das Boot mit Motorunterstützung vorziehen, aber Klaus meint, das schaffe ich nicht… Hm 🤔. Da kommen Tim und Gwang aus ihrer Tipsy Tuner gekrabbelt. Haben die nen Mittagsschläfchen gehalten? Klaus hatte nämlich noch versucht sie zu erreichen… Aber jetzt sind sie da, und mit vereinten Kräften wird Yuti an der richtigen Stelle, ordentlich vertäut. Dankeschön 👍. Fertig. 😅 Von wegen! Jetzt bitte den Schlauch ans Wasser anschließen und der große Boatswash beginnt. Tim und Gwang verabschieden sich blitzartig. 😉 Wir waschen, schrubben, spülen, schrubben, spülen, waschen, spülen, waschen, schrubben und haben mal gerade die Fußspuren weg, da tauchen, wie von Zauberhand, neue Drecksspritzer auf. 😩 Es ist zum Mäusemelken! Wir drehen uns im Kreise. Unser eigentlich weißes Riffeldeck macht uns noch wahnsinnig. Wir fangen immer wieder von vorne an und probieren ein Reinigungsmittel nach dem anderen aus. Auch alle Festmacherleinen sind sehr schmutzig und sauen das Boot immer wieder neu ein… Irgendwann, es schummert schon, sind wir einigermaßen zufrieden. Morgen ist ja auch noch ein Tag, wenn auch Sonntag.
Schnell die Finger waschen, T-Shirt wechseln und ab zum Boardwalk, wir haben Hunger und Durst! Wir saufen beide ne Mass Radler, hier Shandy genannt und futtern ordentlich. 😋 Dann hole ich mir noch zwei Stückchen Käsekuchen zum Mitnehmen und todmüde fallen wir in unsere Kojen. 😴

P.S.: Selbstverständlich habe ich beide Kuchenstücke noch verschmatzt. 😛

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