Sintflut 🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️

Nach diesen drei vollgepackten Erlebnistagen wird heute mal gechillt. Wobei, Klaus holt ein Paket nach dem anderen aus dem Marina Office ab. Ja ist denn schon wieder Weihnachten? 🎄 🎁
Es sind dabei:
– neue portable Solarpanels
– ein neuer Thermostat
– ein Hub
Ein Hub? Was ist denn das? Ein Netzwerk-Hub {hap} ist ein Knotenpunktgerät, das mehrere Computer verbindet und Daten an alle angeschlossenen Geräte weitergibt. Aber nicht wie ein normaler Router, nein, unser Hub hat auch noch KI❗️Irre, der hat sozusagen ein Gehirn 🧠. Der leitet nicht einfach nur blöd die Daten weiter, sondern analysiert, optimiert, schützt und kann auch noch dazulernen. WOW 😃! Er wird also immer besser, je mehr Daten er über Yuti erhält. Tolle Sache! Da sind wir also ab jetzt nicht mehr zu zweit, sondern zu dritt. Klaus, Andrea und „Kihub“, oder „Hubik”? 😄 Alle die, die uns auch über unseren Track begleiten, wenn wir auf einer Passage sind, können nun noch mehr Informationen erhalten und das in Echtzeit. 👏
Also, so ganz stimmt das dann nicht mit dem gechillten Tag, zumindest nicht für Klaus. Er montiert, tüftelt, repariert und verbindet, bis alles funktioniert, auch wieder der Tauchsieder für warmes Wasser. 🤗

Nächster Tag

So wie das aussieht, haben wir heute erstmal den letzten sonnigen Tag, bevor uns ein kräftiges Sturmtief erreicht. Das wollen wir noch einmal für etwas Bewegung unserer Knochen, Sehnen und Muskeln nutzen. Wir wandern mal wieder nach Paihia, essen lecker in einem Strandcafé zu Mittag und lassen uns nicht mit dem Taxi zurückfahren, sondern laufen zurück. Insgesamt sind wir 4 Stunden per Pedes unterwegs und machen 23.897 Schritte. Sauber! Unsere Fitness hat sich deutlich verbessert, und so bleiben wir gut unter der für diese Strecke angegebenen Zeit. 👏

Das Sturmtief ist da ⛈️

Es hat uns schon in der vergangenen Nacht erreicht und zeigte sich mit Blitz, Donner und kräftigen Regengüssen. Jetzt am Morgen fegt es mit über 30 Knoten über uns hinweg und weitere Regengüsse prasseln auf uns nieder. Echt ungemütlich!

19./20./21. Januar 2026

Hilfe, wir ersaufen! 😲 Ohne Pause regnet und stürmt es. Bei 3 Fenstern haben wir Wassereintritt. 💦 Bei zweien bekommen wir es in den Griff, beim dritten, dem seitlichen Fenster der „Gästekabine“ nicht. Es läuft oben am Fenster rein, innen entlang und fließt, nicht tropft, die Gelcoatwand runter, bis aufs Sitzpolster. Erst legen wir Handtücher hin, dann noch ein Auffangschüsselchen, aber das reicht alles nicht. Die Fensterscheibe liegt oben nicht genug an, die Dichtung ist spröde und dünn geworden. Da kommt uns eine Idee. Wir haben Saugnäpfe, die wir oben ansetzen und mit Leine und Ratsche Zug darauf bringen könnten. Jepp, das probieren wir aus!

Und? Was soll ich sagen? Es funktioniert! Ein Dauerzustand ist das nicht, aber für‘s erste langt’s. Nun können wir uns wieder aufs Sofa fletzen und dem Bindfadenregen zuschauen.

Alles ist klamm, feucht oder gar nass im Boot, und besonders warm ist es auch nicht. Die Handtücher saugen die hohe Luftfeuchtigkeit geradezu auf. Bähhh. 😕 Auch das Bettzeug ist klamm und muss regelrecht mit der eigenen Körperwärme trocken geschlafen werden. Uhhh. 😖
Es hört nicht ein einziges Mal auf zu regnen, auch nicht in der Nacht.

… und die Scheiben beschlagen.
Tropfen überall,…
und unser Außentisch wird zum See.

Wir verlassen nur im Notfall unser Boot. Nur fürs große Geschäft 💩, Pippi geht erstmal in die Pinkelflasche. 🤭
Statt besser, wird’s schlimmer! Auch am 3. Tag schüttet es ohne Unterlass, und starke Böen reißen an unseren Tauen.

Also, die Handtücher werden so nie trocken! 🙈

Das Boot neben uns, von einem australischen, älteren Eignerpaar, hat Besuch. Die Tochter, der Schwiegersohn und 3 Enkelkinder sind an Bord und können weder raus, noch auf den geplanten Segelturn gehen. Oh, oh, oh, da möchte ich jetzt nicht Mäuschen sein!

Alles…
steht unter Wasser!

Zum Abend hin wird es nochmal schlimmer. Der Regen donnert auf uns nieder, man versteht kaum noch sein eigenes Wort. Da bekommen wir eine Notfallwarnung aufs Handy.

Ist das jetzt der Weltuntergang? Oder die zweite Sintflut? Also von jeder Tierart ein Paar bekommen wir nicht mit! Da ist nichts zu wollen. 🦒🦒🐘🐘🦍🦍🦬🦬 …, aber die gibt es hier doch gar nicht. Hier gibt’s eigentlich nur kleines Getier und Schafe und Rindvieh… 🐄🐂🐑🐑🦜🦜🐓🐓🦗🦗🕷️🕷️🪳🪳🐜🐜🐛🐛…, wird trotzdem zu viel! Aber ehrlich, es dürfte schon langsam mal aufhören!!! Es hört aber nicht auf und wird nochmals schlimmer… 🙉🙈

Am nächsten Morgen

Eben ist Schluss mit Regen, zumindest vorläufig. 🙏 Die Wassermassen hier bei uns auf der Nordinsel haben sogar Eingang in die deutschen Nachrichten gefunden.

Und hier vor Ort gibt es schlimme Nachrichten. Hänge sind abgerutscht,…

Flüsse traten über die Ufer und ein Campingplatz wurde verschüttet, siehe oben. Nach und nach wird das Grauen bekannt. Neun Tote hat das Unwetter gefordert, darunter auch Kinder. Schrecklich!

Das Schlimmste hat sich in der Bay of Plenty ereignet, einer großen Bucht südlich von uns. Dort liegt ein beliebtes Urlaubsgebiet, und wir sind hier gerade mitten in den großen Ferien.

Regenmengen von 2 1/2 Monaten kamen praktisch in 3 Tagen herunter. Und wir waren dabei… Jetzt wird erstmal alles getrocknet und eine Fuhre Wäsche gemacht, bevor hier alles anfängt zu schimmeln! Dann wird das undichte Fenster bearbeitet. Einmal zum Entspannen der Dichtung wird das Fenster für länger geöffnet und die Dichtung geschmiert. Zur Nacht gibt es erneut Regen, aber das Fenster hält dicht. 👍 Übrigens, wir beschließen am Montag nach Australien zu segeln. Padamm… 😬. Die Behörden sind informiert, Customs und Immigration kommen am Montag um 10:00 Uhr an Bord, und dann muss das Land unverzüglich verlassen werden. Heute ist Donnerstag, da haben wir noch genau 3 Tage um alles dafür vorzubereiten. So ist zumindest mal unser Plan. Das Wetterfenster, welches sich endlich aufgetan hat, wird natürlich mit Argusaugen weiter beobachtet.

Die letzten 3 Tage vor…

Abreise? Ich hoffe es! Was gibt es zu tun? Wir reservieren uns das Courtesy Car für Samstagnachmittag, um bei Woolworth den finalen Großeinkauf zu machen. Dafür sichte ich mal unsere Vorräte. Ohhh, 🙊 was stinkt das fürchterlich in meiner Vorratsbilge? Ein Sack Kartoffeln sifft und stinkt ganz grauenhaft!!! 🙊🙊🙊 Alles muss raus, einiges muss weggeschmissen werden, anderes gereinigt, und die Bilge geputzt werden. Wo jetzt gerade alles leer ist, macht sich Klaus an unseren Tiefen- und Geschwindigkeitsmesser ran. Mann was ist das Teil vermockt! Algen, Glibbertierchen, Seepocken, alles ist dabei. Oh ha, ich möchte nicht wissen, wie unser Boot von unten aussieht! Kann ich auch gar nicht, denn das Wasser ist ockerbraun. Der Fluss, der bis in die Marina reinreicht, hat nach dem vielen Regen alles mögliche mitgebracht. Erde, Pflanzen, Zweige und Baumstämme sammeln sich in unserer Liegebox. Pfui!

Oh Schreck, ein neuer Wirbelsturm zieht auf unserer Route auf. Der könnte uns die Sache noch vermasseln. Wir bereiten dennoch alles Weitere vor. Schnappen uns heute das Leihauto der Marina und starten den Großeinkauf bei Woolworth, bei immer wieder einsetzenden Regenschauern. Das Wetter erinnert mich stark an deutsches Aprilwetter. 🌦️
Das Boot uns gegenüber hat sich zum Partyboot entwickelt. Ein älterer Vater macht wohl Urlaub mit seinem 5-jährigen Sohn. Sowohl der Sohn nervt mich, mit seiner unangenehmen, hohen Piepsstimme, als auch Daddy mit seinem blöden Gebabbel. Oh mein Charly Boy, mein Charly Monkey, Monkey hier und Charly Boy dort… 😠. Dann kommt’s noch schlimmer, ein jüngeres Pärchen gesellt sich dazu. Vielleicht sind’s auch die großen Kinder aus erster Ehe?! Jedenfalls wird’s jetzt laut! Musik wird aufgedreht, Alkohol getrunken, anzüglich getanzt. Und immer der kleine Schreihals, Charly Boy, dazwischen. 🙊🙉🙈 Mann, nervt mich das!!! So laute und rücksichtslose Nachbarn in einer Marina hatten wir noch nie und nirgends. Schließlich machen wir unsere Schotten dicht, um wenigsten unser eigenes Wort und das des Fernsehprogramms noch verstehen zu können. Es wird Zeit, das Weite zu suchen! Doch eines ist klar, sollten wir wirklich Montag fahren, wird es so oder so ein Ritt auf der Rasierklinge! Alle 6 Stunden studiert Klaus die neu reinkommende Wettervorhersage.

Was bleibt mir noch zu tun? Ich muss die vielen Risse und Löcher im Sailbag übernähen. Gestopft hatte ich die meisten schon, damit die Risse nicht weiter reißen und die Löcher nicht größer werden. Nun möchte ich noch Schutzflicken aus dem Material, das uns Roger geschenkt hatte, darüber nähen. Ein echter Scheißjob! Die Nadel geht nur sehr schwer durchs Material, bricht 4 mal ab, pikst mich mehrfach blutig, und der Faden rutscht andauernd aus dem Nadelöhr. Böen behindern mich, Regenschauer zwingen immer wieder zur Unterbrechung. 😡 Ganz vorne am Mast ist eine Stelle, da komme ich so überhaupt nicht dran. Dafür muss mich Klaus im Bootsmannstuhl ein Stück hochziehen. Dabei schlafen mir dann die Beine ein, der Rücken bricht gefühlt, und meine Sehkraft ist weder mit, noch ohne Brille ausreichend. Grrrrr… 😣. Und die Sonne blendet mich noch dazu.
Dann isch fertig ☑️ 🥵

So, ein letztes Mal bringe ich Wäsche in den Waschsalon. Ich möchte sowohl Bettbezüge, als auch das Bettzeug selbst einmal gründlich durchwaschen. Ich muss immer lachen, wenn ich daran denke, dass einige Menschen zu Hause, jede Woche ihr Bett frisch beziehen. Sowas ist an Bord überhaupt nicht denkbar. 🤭 Nun gut, ich brauche 2 von den ganz großen, 28 Kilo Trommeln, den extra heißen Waschgang und dann sehr viel Trocknerzeit. Nach Stunden flitze ich zwischen zwei Regengüssen mit der getrockneten Wäsche zurück an Bord. Upsi, das Bettinnere ist doch nicht ganz und überall trocken geworden. Wie war das noch? Ach ja, trocken schlafen. 😴 Klaus hat papierkrammäßig die Hucke voll zu tun. Ach Gott was will Australien nicht wieder alles vorne weg haben! So zum Beispiel einen Unterwasser-Schiffsplan, der dezidiert Auskunft gibt, wie, wann, wo und wer das Unterwasserschiff gereinigt hat, und wann das Antifouling, mit welchem Material erneuert wurde und so weiter… Das übrigens vom ersten Tag des Bootlebens an! Ich glaube, die haben sie nicht mehr alle!!! Sowas haben wir nicht, machen wir nicht, wie auch? Klaus kreuzt NEIN an.
Dann füllen wir noch den Wassertank auf, reinigen die versifften Enden der im Wasser hängenden Fender und Leinen, spritzen das Boot ein letztes Mal sauber, montieren das Screecher und melden uns beim Marinabüro ab, nachdem die letzte Rechnung beglichen ist.
Klaus vergaß, dass er auch noch der australischen Coastguard unser Kommen melden muss, was er jetzt hiermit tut. Ob die uns dann auch wieder mit nem Flugzeug entgegenfliegen werden, so wie die Neuseeländer?
Alle 6 Stunden wird der Wetterbericht studiert, die Route geplant und verschiedene Strecken überdacht. Fahren wir wieder eine Banane? Konvex oder konkav? Und das Wichtigste, fahren wir überhaupt❔Was machen die Taifune❔

Lassen wir uns überraschen❕Morgen ist MONTAG, der

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