Wetterkapriolen mit Bootsdreher

Am Nachmittag wechselt die übliche Windrichtung aus Norden komplett. Plötzlich weht es aus Süden und nicht zu knapp! Da kommt echt ordentlich was auf uns zu. 😱

Die Ruhe vor dem Sturm?

Es wird von Minute zu Minute ungemütlicher. Der Wind nimmt kräftig zu und pfeift uns bald mit mehr als 35 Knoten um die Ohren. Yuti dreht um 180 Grad, und die Kette schrammt geräuschvoll über was? Ja über was eigentlich, wir haben doch den dicken Fenderball an der Kette befestigt? Aber es klingt eindeutig nach Steinen und Korallen. Es klingt gar nicht gut!!! Und Yuti dreht weiter… Wir sitzen kerzengerade und stocksteif am Tisch und warten auf den Moment, wo der Anker rausreißt und wir blitzschnell die Motoren anschmeißen müssen, um die Drift abfangen zu können. Aber, dieser Moment kommt nicht, der Anker hält, zum Glück! 🍀 Nach und nach nehmen die Wellen zu, fast wie auf offener See.

Doch irgendwann ist das Sturm- und Regengebiet über uns hinweggezogen, es wird ganz ruhig, und später weht der Wind wieder aus nördlicher Richtung. Yuti dreht sich zurück und steht da, wo sie vor dem Unwetter stand.

Und was ist nun mit der Ankerkette passiert?

Am nächsten Morgen geht Klaus erstmal ins Wasser, um nachzuschauen. Ach du liebe Zeit, Schwester, was machen wir denn da? Die Kette ist komplett um einen Korallenkopf geknödelt. Das kann so nicht bleiben! Es wird ein längeres Unterfangen. Klaus ist im Wasser, ich flitze zwischen Steuerstand und Ankerwinsch hin und her, um auch seine Kommandos besser hören zu können. Kette rauf, Kette runter, Boot vor, dann wieder zurück. Klaus kommt an Bord, ich gehe vor zum Anker, Klaus manövriert, ich betätige die Ankerwinsch per Fußtaster, dann ist Klaus wieder im Wasser und ich am Steuerstand, und so weiter, und so fort. Nun ja, irgendwann haben wir die Kette wieder frei und den Anker im Sand vergraben. Doch nun sind wir deutlich näher am Riff, als je zuvor. Auch die Wellen nehmen erstaunlicherweise wieder zu und wir stehen seitlich zu ihnen. Das bedeutet, wir wackeln blöde hin und her. Nicht so schön! Und dann entscheiden wir uns zurück auf Start zu “gehen”. Wir wollen zurück zu unserem Ausgangspunkt an der Ein- und Ausgangspassage.

Das nicht gleichschenklige Dreieck ist vollzogen. 😉

Die Überfahrt verläuft ohne weitere Vorkommnisse, und als wir in Sichtweite kommen, zählen wir 8 Boote.

Mann, damit haben wir nicht gerechnet. Wir wählen einen Ankerplatz weiter weg von den Achten, recht nah an der kleinen Passage. Geschafft❣️ Schöner Platz, ruhiger Platz, klasse. 😁

Hinter der Ein-Palmen-Insel verläuft die kleine Passage. Morgen werden wir uns die nochmals schnorchelnder Weise zu Gemüte führen.

Kurz vor der einsetzenden Abenddämmerung kommt noch ein französisches Boot angetuckert und parkt rechts neben uns.

Dann geht auch dieser schöne Tag zu Ende.

Ankerlichter am Sternenhimmel.

Still ruht der See

Und wieder geht die Sonne auf und kaum ein Lüftchen bewegt das stille Wasser. Das ist schon wirklich schön und sehr zu genießen. Gemütlich machen wir uns fertig, um das Schnorchelabenteuer zu beginnen. Diesmal schwimmen wir direkt vom Boot los, auch wenn das ein ganz ordentliches Stück sein wird. Aber Bewegung schadet uns nun wirklich nicht! Los geht’s…
Das erste Inselriff ist erreicht und schon hier begegnen uns viele hübsche, fischige Bewohner. Schööön❣️

Schau mal, “Leopardenlilly”, wenn das mal nicht ein wirklich schöner Fisch ist! 🤩

Obwohl wir eigentlich einlaufendes Wasser haben sollten, werden wir sanft und gleichmäßig zum Kanal gezogen.

Wir schweben ganz ohne eigene Anstrengung auch über das Durchgangsriff hinweg und filmen und fotografieren. Herrlich❣️

Eine Trompete will sich unbedingt von einem Papageifisch Huckepack nehmen lassen.

Und dann spielen zwei Falterfische Ringelrein.

Weiter geht’s, immer Richtung Passage.

Ein hübscher Schwarzspitzen-Riffhai darf natürlich auch nicht fehlen!
Super tolle Schnappschüsse von Klaus, dem Unterwasserfotografen❣️
Besonders schöne Korallenformationen.
Diese kleinen schwarz-weiß Gestreiften finde ich richtig süß! 🥰 Sie erinnern mich an Zebras, und sind gar nicht ängstlich und schwimmen ganz dicht an mich heran.
Auf einem kleinen Korallenplateau grasen emsig die verschiedensten Fische dicht nebeneinander.

Dann sind wir auch schon im Passagekanal drinnen und merken, wie der Sog immer kräftiger an uns zieht. Huch… Umkehren sollten wir, aber schleunigst! Wenn das doch nur einfach so ginge… Mensch ist das jetzt eine fette Gegenströmung. 😳 Kurz denke ich so bei mir, das schaffe ich jetzt nicht. Dann klemme ich mir die Kamera und das Notfallmesser in meinen Neoprenausschnitt, damit ich beide Hände frei habe und strampele und schwimme, als wäre der Teufel hinter mir her. Und,… langsam aber sicher komme ich voran. Ich keuche lautstark durch den Schnorchel. 🥵 Auch Klaus hat zu tun und schaut kurz zurück zu mir, ob ich ihm auch folge… Nach dem ersten Riff wird es etwas leichter. Dennoch packen einzelne Strömungsfelder nochmals kräftig zu und fordern uns heraus. 😬Dann, am zweiten Riff ist es überstanden. Hier hat die Strömung jetzt verspielt, und wir schnorcheln wieder durch ruhigeres Gewässer. Puhhh😮‍💨, das war anstrengend! Langsam schwimmen wir zurück zu Yuti. Aber trotzdem, unser Schnorchelausflug war spitzenmäßig und hat sich voll gelohnt❣️Glücklich klettern wir an Bord und freuen uns zu Hause zu sein. 😊
Und was machen wir morgen? Schauen wir mal…

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