Tolle Strecke, blökende Schafe, famose Lodge, mähähäää…

Das letzte Frühstück bei Daniel wird verschmatzt, die anderen Gäste sind schon weg, und wir unterhalten uns lange mit unserem Gastgeber. Wir haben Zeit, da heute nur die Fahrt zur nächsten Lodge ansteht. Also, was ist los bei Daniel Schlumpf? Zusammengefasst, seine Freundin hat ihn vor einem Jahr verlassen, er hat den Kanal voll, will seine Lodge verkaufen und Neuseeland, so schnell es geht, verlassen. Huch, das ist ja der Hammer! Ist Neuseeland doch nicht das Land aller Träume? Man muss wissen, Daniel ist Schweizer und hat ganz klare Vorstellungen, wie alles in seinem Leben zu laufen hat. Er geht ganz schnell hoch, wenn es dann eben mal anders läuft. Zum Beispiel ist er hochgradig genervt von der neuseeländischen Arbeitsmoral. Er sieht nicht ein, warum er besonders nett und verständnisvoll zu Angestellten sein sollte, damit sie bei ihm bleiben und ihren Job machen. Sie sollen ihren Job machen und fertig. Sie sollen ihren Job so machen, wie er es erwartet und fertig! Eine Partnerin, die ordentlich mit anpackt und ansonsten die Klappe hält, findet er hier auch nicht. 🫣 Dann ist Daniel nicht nur ein Duracellmännchen, sondern hat auch noch eine sehr kurze Zündschnur und geht schnell an die Decke, wird patzig. Sein ganzes Anwesen macht unheimlich viel Arbeit, und er hat die Faxen dicke. Investoren waren bereits bei ihm, aber ob er den Preis bekommen kann, den er unbedingt haben möchte, das steht noch in den Sternen. Wer will sich heute noch als junger Mensch sooo viel Arbeit aufhalsen? 🤷 Daniel ist knapp unter 60 und will mehr fun in the sun. Vielleicht in Spanien, oder Italien, oder, oder…. Da wäre ich doch gerne Mäuschen, um zu beobachten was bei ihm passiert. Nun ja, wir verabschieden uns nun von ihm und freuen uns über einen grandiosen Blick ohne Wolken auf den Vulkanberg.

So ein unverhüllter Blick ist ganz selten, und ein Gewölk ist bereits im Anzug.
Da ist es schon. 🌤️
Der schwarze Hubbel da hinten ist ein weiterer aktiver Vulkan dieser Region.
So ein schönes Wetterchen❣️

Mit Sonnenschein sieht natürlich alles besonders gut aus. Und jetzt passieren wir endlose Ginsterfelder, kilometerlang.

Wie schön ist das denn! 🤩 Das ist der größte und wohl auch schönste See des Landes. Der Lake Taupo ist ein vor 26.500 Jahren entstandener Vulkansee, als der dazugehörige Vulkan erlosch und kollabierte. Heute ist er ein Touristenmagnet, ein Naturschatz, ein Freizeiteldorado, ein Ort an dem man gerne lebt und, einfach nur schön❣️

Eine fast mystische Landschaft.

Weniger mystisch, eher hemdsärmelig-zünftig kommt diese feiernde Männergruppe daher. Alles astreine Kiwis!

Wir haben noch gut Zeit, bis wir bei unseren neuen Gastgebern aufschlagen können und beschließen eine kleine Wanderung einzuschieben. Klaus hat auch gleich eine in Petto.

Aber eins ist komisch. Die Straße zum Wanderweg ist abgesperrt, das Tor lässt sich dennoch öffnen.

Dahinter geht’s weiter, doch sehr viele Schafe haben hier ihr zu Hause. Sie werden zunehmend nervös und der Weg ist immer weniger ein Weg. Zumindest fürs Auto.

Wir lassen es stehen.
Sie glotzen uns an, aber nur kurz.

Dann laufen sie hin und her und blöken. Neugierig sind sie schon, aber sehr ängstlich und scheu.

Die Lämmer sind schon groß und knuffig.
Huhuuu 👋

Wir schlendern des Weges und staunen über den Lärm der Schafe, Blöken in allen Tonlagen und den wieder einmal schönen Landstrich mit Blick auf den Lake Taupo.

Und jetzt die Aussicht. 🤩
Lake Taupo.
Der Weg zurück zum Auto.
Und jetzt geht’s zur Lodge.

Die wunderschöne Whakaipo Lodge mit Angie und Garth empfängt uns herzlichst. Ach Gott, ist das hier wieder schööön❣️

Ein wahrer Blütentraum verzaubert uns, doch bis ich mir den super schönen Garten genauer anschauen kann, werden wir zum Nachmittagstee gebeten.

Wie bei ganz lieben Freunden zu Hause❣️
Die Erdbeer-Käsekuchen-Muffins sind selbstgemacht und einfach nur köstlich. Die ganze Zeremonie erinnert mich an eine vollendete englische Teatime.

Angie verpflegt uns super toll, und ich fühle mich sauwohl bei ihr und ihrem Mann. Wir verstehen uns alle prächtig und im Anschluss mache ich einen Gartenspaziergang. Angie ist eine waschechte Britin. Im Alter von 10 Jahren kam sie zusammen mit ihren Eltern nach Neuseeland und blieb. Garth ist ein waschechter Kiwi. Beide zusammen sind ein tolles, sympathisches Paar. Schön, dass wir bei ihnen sein dürfen. 🥰

Die Terrasse vor unserem Zimmer. Nur noch ein weiteres Zimmer gibt es. Alles ist sehr privat. 🥰
Der parkähnliche Garten mit verschiedenen Sitzgelegenheiten.

Auch vier Schafe gehören zur Lodge.

Kann ich nicht zählen?? Das sind doch sechs!!
Komm Gerth, wir zählen nochmal gemeinsam. 😉

Zu den Schafen gehört noch weiteres Land, neben dem großen Garten. Das und die Schafe sollen verkauft werden. Sie wollen in Zukunft einen Gang zurückschalten, sie sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Auch Elisabeth, die griechische Italienerin und ihr Mann wollen nicht mehr sooo lange ihre Lodge betreiben. Ebenfalls drückt das Alter. Hm…, das erinnert mich an Deutschland, wo die Babyboomer, die Schaffer, auch langsam in den Sack hauen. Und was kommt dann??? Gar nischt? 🤔
Ich mache jedenfalls jetzt einen Gartenspaziergang.

So mancher Blumenschatz ist hier zu finden❣️

Das Waldglöckchen mit bezaubernder Innenkelchzeichnung.
Wie dunkel-orange der Pollen ausschaut.

Es duftet, es summt, zwitschert und brummt. 🐝 🦋 🐦‍⬛ Was ist das für ein wunderbares Fleckchen Erde❣️

Um 17:30 Uhr gibt’s Kanapees im Garten. Serviert wird sauleckeres Lamm auf knusprigem Baguette, mit einem Klecks selbstgemachtem Preiselbeergelee. Ein Traum!!! Dazu werden Süßkartoffelpommes mit Joghurt Dip gereicht. Da legst dich nieder!!! 🤤 Radler, oder hier Shandy genannt, löscht den Durst. Manno, was geht es uns wieder gut! Der Tag neigt sich seinem Ende, nette Gespräche verklingen, die Sonne geht unter, und wir schlüpfen ins gemütliche Kingsize Bett, herrlich. Dann schnorchel mal schön, mein Kapitän, morgen wird’s wieder sportlich. 🚴 🚴‍♀️💨

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