Politur? Nun ja… 🫤

Montag, 24.11., 4 Tage bis Abflug.
Heute soll poliert werden, aber niemand kommt. Mein Hals wird schon dick, und Klaus macht sich mal wieder auf die Suche nach den Leuten. Er trifft auf Mike, den Chef und ewigen Sunny Boy, der jetzt aber meint, es dauere noch several hours, bis von seinem Trupp jemand käme. Aber bis Mittwochmittag sei alles geschafft. Alles??? Sein Wort in wessen Ohr auch immer! Gegen Mittag kommt dann auch ein junger Māori, der sich langsam, sehr langsam an der linken Außenseite voran arbeitet. Um 16:00 Uhr wird die Poliermaschine fallengelassen und er marschiert zielstrebiger, als er poliert hat, in den Feierabend. Er hat nur 3/4 der linken Rumpfaußenseite geschafft. Zwischenzeitlich wir unser durchgecheckter Dinghymotor zurückgebracht, nachdem wir aber erst noch die gepfefferte Rechnung der Yanmar-Motorenleute begleichen mussten. Kein Geld, kein Motor… Ansonsten ist nicht sehr viel passiert, an diesem perfekten, sonnigen Tag. Morgen soll es Regen geben… ☹️.

Dienstag, 25.11., 3 Tage vor Abflug

Noch vor 9:00 Uhr sind die Polierer vor Ort. Ja, zwei Leute tauchen heute auf, und es geht deutlich fixer zur Sache. Die Regenwolken halten noch dicht. Schauen wir mal, wie weit sie heute kommen werden. Große Enttäuschung, denn unter dem Boot werden sie nicht polieren. 😳 Zu stark eingefressen sind die Salzkrusten, und mit scharfem Reiniger können sie nun, nach dem Antifouling, nicht mehr arbeiten. Na suuuper, das ist ja doof!!! Und um alles so wegzupolieren, dafür reicht die Zeit nun nicht mehr. Da kann der tolle Mike wohl nicht sein Wort halten. Und Chad hat ne saubere Fehlplanung hingelegt. Es hätte eben doch zuerst gereinigt und poliert und dann das Antifouling aufgetragen werden müssen. Meine Meinung ist, das hätte alles nicht sein müssen! Zeit war da, das Wetter hat gepasst und den Auftrag hat Mike schon vor Wochen angenommen. Und jetzt hat er keine Lust seine Leute die Schweinearbeit unter Yuti über Kopf machen zu lassen. Toll! 😠 Somit wird die Arbeit unfertig zurückgelassen und wir sitzen da. So ne Scheiße! Und da, wo die Klebebänder abgerissen wurden, ist das neue Antifouling auch gleich mit verschwunden. Grrrr 😖. Unser running Gag lautet ab jetzt, das lassen wir dann alles in Malaysia machen… Wir sind heute nicht happy und gehen murrend ins Bett.

Mittwoch, 26.11., 2 Tage vor Abflug

Das mit dem nicht polierten Bauch nervt uns kolossal. Wir machen uns kurzerhand selber noch schnell dran. Heute Mittag ist das Haul in. Mit Cutter und Polish…

Wenigstens den Power Cut Compound hat sich Klaus von Mike abgestaubt. Der sollte ja eh ein schlechtes Gewissen haben, der Sunny Boy!

schrubben wir zumindest mal die Hulls von innen etwas sauber und die Leisten und den Wassertank. Dann reicht es auch uns. Nun ja, ganz richtig machen wir dann alles in Malaysia, gell? Grins! Aber so ganz übel ist die Politur ja nicht geworden, zumindest im äußeren, sichtbaren Bereich.

Sogar die Wölkchen spiegeln sich wieder im glänzenden Coat.
Und hier das Nachbarboot.

Um 11:00 Uhr kommt der Rotschopf und lässt Yuti etwas anheben.

So kann nun auch unter den Minikiels das Antifouling gemalert werden. Auch die abgerissenen Stellen vom Kreppband werden noch ausgebessert. Dann geht es wieder rein ins Wasser, der Splash naht, die Spannung steigt! Halten die beiden neuen Kugelhähne dicht? Laufen die Motoren an, und ziehen die Motoren das zur Kühlung benötigte Seewasser an? Sie dürfen uns nicht zu schnell von der Hebebühne lassen, bevor wir nicht alles getestet und gecheckt haben. Okay!

Yuti ist im Wasser, wir springen an Bord, hüpfen zu den Motoren und schauen mit Argusaugen zu den neuen Kugelhähnen. Sie halten dicht, zumindest jetzt. Dann flitzen wir hoch, Klaus startet die Motoren, meiner zieht kein Wasser. Aus, aus…! Wir müssen Wasser nachfüllen, um die Luft aus der Zuleitung zu bekommen. Okay, jetzt geht’s. Wir lösen uns von der Hebebühne und legen seitlich an. Der Rotschopf hilft prima und überreicht uns noch stolz eine selbst angefertigte Skizze, wo die Anhebepunkte bei den Seawinds 1260 sind. Sie hatten schon so einige hier, grins. Wir könnten so lange wir wollen am Steg bleiben, bis wir wieder in unsere Box fahren. Danke, danke. 🙏 Aber, wir machen gar nicht mehr lange rum, legen ab und fahren zur Tanke.

Erst seit September ‘25 gibt es hier diese moderne Selbstbedienungstankstelle. Also, alles brand new sozusagen, aber für uns sehr ungewohnt. Sonst half immer jemand beim Anlegen und Tanken… Allerhopp! Erst einmal gibt’s Probleme beim Ansteuern. Der Winkel stimmt immer nicht, die Strömung ist zu stark und drückt uns schief. Beim dritten Versuch klappt’s.
Ich springe rüber, ziehe uns nochmal fest, studiere den Bezahlvorgang, wickele den Schlauch mit Füllstutzen ab und übergebe ihn an Klaus. Jetzt wird bezahlt und der Tankvorgang startet. Aber bitte Diesel und nicht Petrol! Mit Hochdruck pumpt die Zapfsäule den Dieselsaft in unseren Tank. Ich klettere zurück an Bord und teile Klaus den Tankstand per Blick auf den sich füllenden Tank mit. Fertig. Jetzt geht’s wieder an Land, der Füllstutzen muss bis rüber auf die andere Seite. Da reißt Klaus der Tankdeckel von der Sicherungskette, ein Schreckmoment! Zum Glück fliegt der nicht ins Wasser und kann weiterverwendet werden, den Tankverschluss meine ich. Bloß jetzt noch vorsichtiger, da er nicht mehr durch das Kettchen gesichert ist. Tankvorgang zwei startet und kann erfolgreich abgeschlossen werden. Gut, hat ja gar nicht wehgetan, war ja nur aus Marzipan. Hahaha 😉. Wir legen ab und tuckern zu unserer Box I 003. Klaus hat Muffe, ich bin ziemlich angespannt.
Diesmal fahren wir rückwärts in die Box, und beim zweiten Anlauf klappt es prima. Wer hilft? Mareike❣️Ja genau, die Mareike aus Hamburg, Segellehrerin, Buchautorin, Journalistin und seit Ewigkeiten auf den Weltmeeren zu finden. Wir trafen sie ja gaaanz kurz auf den Marquesas, aber nur so im Vorbeigehen. Jetzt können wir mal richtig Hallo sagen. 😊 Mareike hilft uns beim Festmachen, und wir positionieren Leinen und Fender so, dass wir Yuti auch guten Gewissens die nächsten Wochen alleine lassen können. Dann gehen wir schnell bei der manchmal vor Ort stehenden Futterbude vorbei, um etwas zu essen und helfen nun Mareike den Außenborder an ihr Dinghy zu heben. Sie hat nen echt dickes Ding, aber mit vereinten Kräften gelingt der Balanceakt. Der Dinghymotor sitzt. Sie bekommt gleich noch drei Freundinnen aufs Boot und legt dann auch schon wieder ab.
Busy, busy, diese hübsche, nette und beeindruckende Frau❣️

Mareike Guhr

Wir gehen wieder an Bord unseres Bootes, überprüfen den Stand des Saildrive Öls und kontrollieren die Kugelhähne ein weiteres Mal. Passt alles 👍. Dann kann ich ja den gesamten Krempel von meinem Bett wieder rüber räumen. Danach bin ich ziemlich erledigt, Klaus aber auch. Das war jetzt irgendwie alles anstrengend und nervenaufreibend. Auch die Zeit auf dem Hardstand hat Nerven gekostet. Die ständige Sorge um Wetter, Organisation und Umsetzung hatte es in sich. 🥵 Jetzt verabschieden wir noch Mareike und ihre Damencrew, schenken unsere letzten Jazz Äpfel her, denn morgen ist unser letzter Tag vor Abflug. Dann fallen wir erschossen aufs Sofa.

Donnerstag, 27.11., 1 Tag vor Abreise

Jetzt haben wir genau noch diesen einen Tag, um alle noch notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Erst einmal wird Yuti gewaschen. Der ganze Staub vom Hardstand muss weg. Dann geht’s im Boot weiter. Entstauben, auch hier, Bäder putzen, saugen, wischen, alles Verderbliche entsorgen, Wassermacher spülen, Landstrom anschalten, Charger umschalten und Reisetaschen packen. Viel nehmen wir ja eh nicht mit, nur die dicksten Pullover. Die brauchen wir hier dann nicht mehr. In Australien wird’s warm, in Indonesien auch und in Singapur und Malaysia sowieso. Unser Auto muss in Kerikeri abgegeben werden und mit Janek verabreden wir uns fürs Abholen in Frankfurt. Haben wir etwas vergessen? 🧐Ich hoffe nicht! Wir gehen in eine letzte, unruhige Nacht an Bord. Die kommenden langen Flüge sitzen uns jetzt schon in den Knochen 🦴, Holzklasse 🫩, Zwischenlandung in den USA 🥴, in San Francisco durch die Immigration 🫣 und, und, und….
Gute Nacht, Decke übern Kopf, Sendepause…. 😶

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