Es ist entschieden, wir leihen uns ein Auto. Wir bekommen einen Hybridwagen, einen Honda Jazz. Bei der Vorlage von Klaus‘ grünvergilbten Führerschein, stutzt der Verleiher. Ist Klaus vielleicht ein getarnter Gängster? Auch sein Foto hat so gar nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun. Ja meint Klaus, er sei der berühmt berüchtigte Rental Car Crasher… 🥸. Hahahahaaaaa 😂🤣😂. Wir kriegen den Wagen trotzdem, für ganze drei Tage, und es geht auch sofort los. Ich hab da was von den Hokianga Dünen gehört, und dass man dort mit Plastikbrettern bäuchlings runterdüsen könnte. Jepp, da will ich hin.







Die Häuser werden seltener, stehen alleine und werden höchstwahrscheinlich von Farmern bewohnt. Wobei, größere Anbaugebiete von Feldfrüchten sehen wir nicht. Es gibt auch gar keine großen, ebenen Flächen dafür, oder der Boden gibt so eine Nutzung nicht her. Oft ist die Humusschicht sehr dünn, dann kommt schon Gestein oder Sand. Daher sehen wir fast ausschließlich Weideland für Viehwirtschaft, mit Schwerpunkt Rinder und Milchvieh.








Nirgendwo geht‘s rüber, das steht schon mal fest. Wir haben nachgefragt. Peter Clark hat‘s immer gemacht. Hat einen mit seinem Bötchen rübergebracht und das Equipment fürs Runterrutschen gleich mit. Aber, auch Peter Clark hat in den Sack gehauen, ist verduftet und hat keinen Nachfolger. 😎 Das Neuseeland-Problem? Niemand bringt uns rüber, außer wir schwimmen… 🏊♂️ Das sollten wir aber sein lassen, rät man uns, die Strömung sei heute sehr stark und schwupps wären wir ins weite Meer geströmt.

Das sind irgendwelche Privatleutchen von hier. Vielleicht finden wir ja wen, der uns… Nein, wir gehen jetzt essen. 🍽️


Was den Piepmätzen reichlich egal ist!

Und der Glücksritterin auch!



Diese Zotteln sind Luftwurzeln, der Baum, ein mehrere hundert Jahre alter Weihnachtsbaum. Die an der Küste stehenden Bäume entwickeln solche Luftwurzeln, um sich besser gegen Windböen abzustützen und im sandigen Boden festzuhalten, denn normal wachsen sie bis zum Boden und wurzeln dort ein. Dann, wenn der Boden nährstoffarm ist, nehmen die zarten Fasern der Luftwurzeln zusätzlich Feuchtigkeit und Nährstoffe auf. Hier sind sie vielleicht mal abgeschnitten worden, um Platz für den Rastplatz darunter schaffen zu können. Aber eigentlich sollte man die Wurzeln nicht schneiden. 😏



Wir steigen jetzt wieder in unser Auto und fahren weiter, bis zu einem Viewpoint, einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Dünenlandschaft.

Noch schnell ein Foto eines Zuhauses mit Zusatzbelüftung,…

dann sind wir auch schon da. Ein kleiner Wanderweg lädt uns ein.











Die Pflanzenwelt gefällt mir suuuper guuut❣️









Wenn ich’s mir recht überlege, ist Neuseeland eine Insel in zwei Teilen, irgendwo im Südpazifik. Abgeschnitten vom Rest der Welt, 1.300 Seemeilen vom großen Australien entfernt und ziemlich unerbittlich den Naturgewalten ausgesetzt. Vulkane und Meereskräfte formen auch heute noch dieses beeindruckende, schöne Stück Land. An so einem Ort wird es mir wieder einmal deutlich. Aber es schreckt mich nicht, im Gegenteil!



Solche Orte lösen bei mir den starken Wunsch aus zu bleiben, mich ins Gras zu legen und in den Himmel zu blicken. Das ist für mich Glück. Wir laufen jetzt aber zurück und stoppen noch mal kurz an, von 3 Hähnen bewachten, Informationstafeln.

Eine der Infotafeln gefällt mir am besten, wo es um dauerhafte Liebe geht. Liebe zwischen zwei Menschen, aus ganz und gar unterschiedlichen Welten.

Als 1827, Kiriora, eine junge, hübsche, hochrangige Māori in die Fluten sprang, um das Schiff von Gouverneur John Martin sicher in den Hafen zu geleiten. Es war nicht leicht mit heiler Haut an Land zu gelangen, mehrere Schiffe zerschellten bereits. Es entspann sich eine feste und innige Beziehung zwischen den beiden. Sie verbrachten ihr gesamtes Leben gemeinsam, bekamen 3 Kinder und bauten eine Signalstation auf dieser Seite der Küste. Andere Segler wurden nun sicher durch das hier so wilde Wasser geleitet. Schöööön 🫠❣️
Wir fahren nun weiter.

Denn nicht mehr allzu weit entfernt steht der größte Kauri des Landes, der Gott des Waldes. Und den wollen wir nun auch noch besuchen und bewundern. Es geht durch wilden, saftig grünen Regenwald, der die Straße rechts und links fest umschließt.




Und schwupps sind wir auch schon da.







Vor diesem Giganten stehen im Halbrund Bänke zum Verweilen. Dieser Ort hat etwas sakrales, und jeder Besucher nimmt unweigerlich Platz, wird ganz ruhig und leise. Wir auch, und die Ehrfurcht und das Erstaunen ist fast mit Händen zu greifen. Da steht er nun, der Tāne Mahuta, seit über 2.000 Jahren, vielleicht sogar schon seit 2.500 Jahren. Was ist in dieser Zeit nicht alles passiert?! Und er ist einfach nur gewachsen und gewachsen und noch mehr gewachsen, bis zu einer Höhe von 51 Metern und einem Stammesumfang von knapp 16 Metern. Seine Krone ist ein wahrer Kosmos für sich und bietet Platz und Raum für allerlei Pflanzen und Tiere.



Es gab aber durchaus noch um einiges größere Kauris, mit 60 Metern Höhe und 18 Metern Umfang. Leider gibt es diese Bäume nicht mehr. Sie wurden gefällt und zu Zäunen, Balken und Möbeln verarbeitet. 😔 Nach einer Zeit der Einkehr gehen wir langsam wieder zurück.


Wir werden noch ein paar Bäume weiterpilgern, um im benachbarten Kauri-Wald, den zweitgrößten Kauri zu bestaunen. Der steht nämlich dann doch nicht im Wald nahe der Opua Marina, sondern hier, im Waipoua Forrest.
Auch dort desinfizieren und putzen wir wieder unser Schuhwerk und stiefeln los.


Auch hier empfängt uns unbändiges Grün und dann aber ganz viele Kauri Bäume. Auch Tote sind unter ihnen. 🥲







Dann sind wir da und stehen oder sitzen vor dem Vater des Waldes.





😔

Nun ist es Zeit wieder den Heimweg anzutreten. Es geht zurück, wieder an der Dünenlandschaft vorbei ….




und an Kuhweiden. Erschöpft aber glücklich schlagen wir wieder bei Yuti auf und sind sehr zufrieden über diesen gelungenen und wunderbaren Ausflugstag. Morgen geht’s weiter, zu neuen Zielen… Ich freue mich schon. 👋
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