Adventure zum dritten…

Was wollen wir denn heute erkunden? Heute fangen wir mal mit dem Verschmatzen von Fish & Chips an. 😳What? Ja, richtig gelesen! Heute fahren wir zum berühmten Fish Shop über dem Wasser, nach Mangonui. Ein kleines verträumtes Küstenstädtchen mit Hafen, der früher einmal bedeutend für den Walfang und die Kauri-Holzindustrie war. Darüber hinaus ist dies ein Gebiet mit vielen, ehemaligen, geschichtsträchtigen Māori Siedlungen. Auch, wenn es die meisten davon nicht mehr gibt und nur durch Tafeln an die Orte erinnert wird. Dennoch ist auch heute noch das Nordland, das Ende der Nordinsel, überwiegend in Māori Hand.
Bis dorthin sind wir gut und gerne 1 1/2 Stunden unterwegs. 🚙💨

Dort unten liegt Mangonui.

Diese Küstenregion zeichnet sich überdies durch viele, schöne Buchten aus, die mit langen Sandstränden zum Spazierengehen einladen. Das ist dann nach dem Essen auch unser Ziel. ☺️

Der weltberühmte Mangonui Fish Shop. 😄

Wir sind da, und augenblicklich mutiert mein Mann zu einem muskelbepackten Fischerei-Popey.

Herr Müller, ein bisschen mehr Enthusiasmus, bitte!

Okay, okay, wir haben ja noch nichts gegessen. 😆 Ob die wohl auch Spinat im Angebot haben?

Ich glaube, wir sitzen selber als Fang im Netz! 🤭

Klaus ist hin und weg von diesem Laden. Sauber und adrett werden verschiedenste Fischspezialitäten hinter Glastheken angeboten, und verschiedene Gerichte können bestellt werden. Das tun wir dann auch sofort. Alles schmeckt prima, und schön finde ich’s, dass in fast allen Restaurants stilles Wasser kostenlos angeboten wird. So gestärkt marschieren wir nun einen Hügel hinauf, der in alter Vorzeit mal so eine Māori Wohnstatt war.

Oben 👆

Über einen Rundweg erklimmen wir diesen Hügel, wo der heutige Weg in der Vergangenheit die terassierten Felder für den Anbau verschiedener Feldfrüchte darstellt. Das kann man sich auch heute noch gut vorstellen. Weiter oben befanden sich die Hütten. Durch die Höhe war der Überblick gegeben, um rechtzeitig vor anrückenden Feinden gewarnt zu sein.

Der Chef dieser Māori Gruppe kam einst mit seinem Kanu in die flachen Gewässer dieser Bucht und wurde von einem großen Hai sicher an Land geleitet. Ihm zu Ehren nannte er diese Gegend seit diesem Tag, Mangonui. (Mango = Hai, nui = lang, groß) Der Hai stand ab sofort unter seinem persönlichen Schutz, und so war das Drama groß, als einige Jahre später sein Sohn zusammen mit dessen Freunden, den Hai tötete. Zur Strafe wurden sie aus ihrer Heimat, Mangonui, verbannt. Sie wanderten bis zum nördlichsten Ende des heutigen Coopers Beach und ließen sich dort nieder. Später wanderte auch noch der Enkelsohn mit einigen Kumpanen eine Bucht weiter, und so wurde die ganze Region nach und nach von Māori besiedelt.
Von hier oben haben wir einen schönen Blick über den Ort, den Hafen und die weiteren Buchten.

Der Blick schweift gegen den Uhrzeigersinn.
Dort reiht sich Bucht an Bucht, jeweils mit schönen, laaangen und längeren Sandstränden. 🏖️

Hier oben sitzend, diskutieren wir hin und her und her und hin, was wir jetzt noch machen wollen. Hmmm 🤔… Eigentlich wollten wir ja an einem der laaangen Strände entlang spazieren. Aber Klaus, als auch jetzt Bernd Wagenführer waren so begeistert vom Cape Reinga, der nördlichsten Landesspitze Neuseelands, dass wir echt überlegen doch noch dorthin zu fahren. Es sind halt nochmal 1 1/2 Stunden und zurück dann mehr als 3 Stunden Autofahrt. Puhhh… Doch dann lässt Klaus im Nebensatz fallen, dass kurz vorm Kap mehrere Sanddünen herumliegen. Sanddünen? Dann will ich da hin, sofort 👉! Allerhopp, wir satteln unser hybrides Huhn und auf geht’s.

Achtung….⚠️
abwärts, jippie…
😎
und in die Steilkurve, quietsch 💨
uuuund…
Abflug…. 😳
Ohhh, ahhh, die Dünen…. 😍
wir fahren vorbei, vorbei, neiiin!!!
Ohhhh, ahhh, Captain Klaus will zuerst ans Land’s End!!!!!
Aber bitte nicht drüber hinauuuussss!!! 💦
Daaaaa, wir sind daaa!!’

Da, wo der Leuchtturm vom Cape Reinga/Te Rerenga Wairua steht, ist DER Ort, an dem die Geister verstorbener Māori in den Himmel gelangen. Dieses Kap ist der spirituell wichtigste Ort für alle Māori von ganz Neuseeland. Wer hat’s gewusst? Mensch, wenn wir jetzt hier nicht mehr hingefahren wären? Da wäre uns aber ein sehr wichtiger Ort durch die Lappen gegangen!
Was genau spielt sich also hier ab, wenn Māori sterben? Erst einmal wandern ihre Seelen entlang der Küste hierher. Sie steigen hinab in die Unterwelt, indem sie sich an einer Baumwurzel ins Wasser gleiten lassen. Reinga, der Name des Kaps, bedeutet passender Weise übersetzt, Unterwelt. Unter Wasser reisen die Geister weiter, zu einer 55 Kilometer nordwestlich entfernt liegenden Inselgruppe, namens “Drei-Königs-Inseln”. Dort erklimmen sie den höchsten Punkt einer der Inseln und verabschieden sich ein letztes Mal, bevor sie dann ins Land ihrer Vorfahren, nach Hawaiiki-A-Nui, zurückkehren. Wenn das keine schöne Vorstellung ist?! 🥹 Doch nun will ich noch wissen, was denn Hawaiiki-A-Nui für ein Land sein könnte? Tja, die heutigen Māori sind ja bekanntlich Nachfahren der eingewanderten Polynesier. Kupe, der als großer Seefahrer galt, wohl auch den Norden Neuseelands entdeckte, kommt hier immer wieder mit ins Spiel. Also muss ihre Heimat irgendwo in Polynesien zu verorten sein. Eigentlich ist Hawaiiki-A-Nui kein realer Ort, sondern ein mystisches, großes Ursprungsland in der polynesischen Tradition, in das die Seelen aller Verstorbenen zurückkehren. Wissenschaftlich betrachtet vermutet man das Heimatland auf Inseln in zentral Polynesien. So zum Beispiel Raiatea, eine große Insel der Gesellschaftsinseln, wo wir ausklariert haben und weiter nach Samoa gesegelt sind. Dann Samoa, wo wir ja hingesegelt sind und die Cookinseln, wo wir allerdings nicht waren. Mann, so etwas finde ich sooo spannend und freue mich sehr an diesen Orten gewesen zu sein und sein zu dürfen.

Wie groß ist denn nun dieser Leuchtturm?
Was, so klein? Kaum größer als Klaus’ Apfelstietz?

Wir laufen da gleich mal runter, nachdem ich mir den wunderschönen Rundumblick reingezogen und abgespeichert habe.

Guck mal, wie dieser einsame Baum dort am Felsen wächst!
Ob jetzt im Moment, wo wir uns hier aufhalten, Māori Seelen nach Hause fliegen? 😇
Beweisfoto, dass wir hier waren.
Leuchtturminternas

Jetzt laufen wir mal wieder hoch und besuchen die Dünen. 😎

Da sind sie ja schon! Toll!! 👏
Ja was sehen denn da meine geröteten Augen?

Tatsächlich! Das glaub ich ja nicht! Da wird hier das Sandsladgen angeboten. 🤗 Und der Verleih hat sogar noch offen, obwohl es schon nach 16:00 Uhr ist. 👏 Nix wie hin. Upsi, die Māori Dame nimmt nur Bares. Wir haben aber kein Bares mehr. 💸 Wir können nur mit Kreditkarte oder US-Dollar dienen. Beides lehnt sie rigoros ab. Ein Kartensystem hat hier keinen Empfang, am Ende der Welt, und mit US-Dollar kann sie nichts anfangen. Von wegen, wir sollten immer US-Dollar bei uns haben, die würden auf der ganzen Welt angenommen werden. Ich glaube, das ist vorbei. Mittlerweile will niemand mehr diese Lappen haben. 🥴 Das darf doch wohl nicht wahr sein!!! Wir können uns jetzt kein Board ausleihen, um die Düne herunterzubrettern ??? Ach, ist das schaaade!!! 😔 Kann man nichts machen für… Jetzt laufen wir mal zur Düne hin und schauen wenigstens den anderen zu.

Von dort sind wir losgestiefelt, auch durch das flache Flusswasser.
Coolio 😎
Ich liebe Sanddünen❣️Sagte ich das schon mal? 😂
Da kann man sogar den Sand fliegen sehen, wenn man das Foto groß zieht.
Und jetzt fliegen gleich die Körper. 🏄‍♀️
🤣

Nur das Zusehen macht schon richtig Fetz! Dann ziehen dunklere Wolken auf und erste Tröpfchen fallen.

Da will’s noch einer wissen.

Wieder am Fuße der Dünenlandschaft angekommen, kann man die Wandertätigkeit des Sandes gut beobachten. Sie nimmt sich mehr und mehr Raum.

Nun fahren wir mal langsam zurück, sind ja nur um die 3 1/2 Stunden…. 😮‍💨.

Wieder vorbei an dem toten Baum…

und weiteren toten Bäumen….

und noch mehr toten Bäumen…

und Totholzhaufen zwischen toten Bäumen…

und weiteren Scheiterhaufen. War hier ein Holzbock zugange oder diese üble Wurzelfäule? Ich weiß es nicht. Mittlerweile regnet es durchgängig und die kurvigen Straßen werden rutschig. Wir fahren angepasst, werden aber oft von einheimischen Fahrern überholt. Nicht ungefährlich! Nach über 2 1/2 Stunden Fahrt dann das:

Vollsperrung
Heli fliegt ein 🚁
Der verunfallte Wagen 🚨

Wir stehen ganz vorne und beobachten das Geschehen. Die Zeit verstreicht, eine Schlange von Wartenden hat sich gebildet. Alle verhalten sich sehr ruhig und brav abwartend. Niemand hupt, niemand verlässt seinen Wagen.

Nach einer Halben- oder Dreiviertelstunde kommt eine Feuerwehrfrau zu uns hochgelaufen und erklärt uns eine Möglichkeit, die Sperrung zu umfahren. Da wir nicht von hier sind, könnten wir einfach den anderen Fahrern hinterher fahren. Okay, das machen wir natürlich. Jetzt geht’s auf die Schotterpiste. Eben war unser Leihwagen noch relativ sauber, jetzt ist Schluss damit. Wir holpern ein gutes Stück über Stock und Stein, der Regen spritzt und hüllt unseren Wagen in staubbraunen Dreck. Dann biegen alle wieder auf die Hauptstraße ein, die Blockade ist umfahren. Jetzt noch das letzte Stück, dann sind wir zurück in unserer Opua Marina, zurück bei Yuti. Das war jetzt aber echt ein laaanger Tag. Der Sand wird noch aus den Schuhen geschüttelt, ein Küsschen gegeben und ab in die Kojen gehüpft. Gute Nacht mein hervorragender Langzeitfahrer, gute Nacht meine nicht eingenickerte Beifahrerin. 💋
………………………..😘 😴……………………………

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