Tasmanien

Wieso denken so viele, auch ich bis vor Kurzem, bei Tasmanien an Dracula? 🧛‍♂️ Weil wir die große, südlichste Insel Australiens mit Transylvanien, einer Region in Rumänien, verwechseln. Das ist es! Also gibt es auf Tasmanien, oder liebevoll von den Australiern „Tassie“ genannt, keinen Dracula? Richtig! Aber, es gibt den Tasmanischen Teufel! Im Zoo von Sydney haben wir den ja schon in Aktion kennengelernt. Wieder zurück in Newcastle nahmen wir uns den Wetterbericht vor und entschieden drei Tage später nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens, zu fliegen. Klaus hatte ne tolle, flotte Flugverbindung von Newcastle nach Hobart gefunden und sogleich gebucht. Die gibt’s nämlich nur dienstags hin und donnerstags zurück! Ein Leihwagen steht dort auch schon für uns bereit, und die ersten 3 Unterkünfte sind ebenfalls unter Dach und Fach. Den Rest werden wir sukzessive dazubuchen. Allerhopp, und so sind wir Rubbel die Katz in Hobart gelandet.

Dieses Tierchen saß noch in Newcastle auf dem Gepäckwagen. Flog dann aber nach dem Fotoshooting flugs davon.
Ähnlichkeiten vor dem Check-In sind rein zufällig und nicht beabsichtigt! 😉

Der Flug war prima,

Wasserdampf gegen trockene Luft.

unkompliziert und schnell.

Dicke Sanddünen,…
Austernzuchtanlagen 🦪
Tasmanische Landwirtschaft

Fast kam es uns vor, als würden wir in einen Schnellbus steigen und knappe 2 Stunden später wieder aussteigen. Bloß ist vor unserem Flug ein Militär-Flug-Fighter nach dem andern lautstark abgehoben.

Waren das 15, 20, oder noch mehr? Es hörte gefühlt gar nicht mehr auf und klang auch etwas bedrohlich. Ich glaube, da könnte Deutschland nicht mithalten. 🫩
So, wir sind da, übernehmen unseren Leihwagen für die kommenden 16 Tage und fahren zu unserer ersten Unterkunft in Hobart.

Vom Flughafen in die City.

Hobart, die gechillteste Großstadt Tasmaniens, ach was sage ich, Australiens, so behaupten die Leute.

250.000 Einwohner hat diese Stadt, das ist schon fast die Hälfte der tasmanischen Gesamtbevölkerung. 575.000 Bewohner hat die gesamte Insel, die in etwa so groß ist wie Bayern. Bloß, dass sich im Bundesstaat Bayern circa 13 Millionen Einwohner um den Platz im Land kabbeln. Das Raum-/ Menschverhältnis ist da in Tassie definitiv entspannter!

Viele leben mehr oder weniger am Wasser, und nicht wenige haben ein Boot.
Viele Straßen gehen steil bergauf, die Gegend ist hügelig. Dadurch bekommt man oft einen schönen Blick geboten, der den höchsten Stadtberg, Mount Wellington, oft mit einbezieht. Das ist der mit der Antennenspitze.
Da sind wir. Hier muss es sein, unsere erste Bleibe für 2 Nächte.

Was sofort ins Auge sticht, sind die vielen hübschen Holzornamente, mit denen Balkone, Veranden und Dacheinfassungen geschmückt sind. Das ist eindeutig viktorianische Architektur des 19. Jahrhunderts. Also alles aus der Zeit Königin Viktorias und somit britisch. Schauen wir mal, wie unser Appartement ausschaut. 👀 👀

Ohhh, wow, Pop-Art lässt grüßen. Die 60er, 70er Jahre kommen hier drinnen zum Zuge. Das ist ja auch mal eine schöne Überraschung!

Kamin, Koi und Kunst❣️
Eine Terrasse und ein Gemüsegarten gehören noch dazu. Sehr schön! Auch die Artischocken recken ihre Köpfe empor.
Klaus ist mit seiner Wahl überaus zufrieden. 😁

Wie lief das denn damals während der Kolonialisierung hier so auf Tassie? War Tasmanien überhaupt für die Briten interessant? Gilt die Insel doch generell als rau und die Westküste als überaus stürmisch. Auch die Temperaturen sind um einige Grade geringer als auf dem australischen Festland und im Winter durchaus nasskalt und sehr unangenehm! Als Nächstes kommt dann nur noch die Antarktis. 🥶 Aber ja, Tasmanien wurde ebenso besiedelt wie das Festland. Nahe dem heutigen Hobart entstand 1803 die erste britische Siedlung. Tasmanien wurde zu einer großen Strafkolonie für Abertausende von britischen und irischen Häftlingen. Meine Güte!!! Wieviele böse Buben hatte denn das Empire bloß??? Unglaublich❗️Doch vor den Briten waren auch hier schon seit Jahrtausenden die tasmanischen Aborigines. Vor circa 40.000 Jahren kamen sie über eine Landbrücke vom heutigen Festland rüberspaziert. Stimmt ja, der Meeresspiegel war um viele Meter niedriger zu dieser Zeit. Vor etwa 12.000 Jahren stieg der Wasserspiegel wieder deutlich an und trennte Tasmanien vom Festland ab. Die Rüberspazierten, heute Palawas genannt, waren damit komplett isoliert. Sie gelten als eine der am längsten isolierten Kultur der Welt. Was sie aber auch nicht vor ihrem Untergang bewahren konnte. Erst erreichte 1642 der niederländische Seefahrer Abel Tasman die Insel. Witzig, der war ja wohl auch fast überall, so auch auf Neuseeland. Er nannte das Land “Van Diemen’s Land” zu Ehren seines Gouverneurs für holländische Kolonien. Später, 1856 wurde das Land offiziell in Tasmanien umbenannt, um den kolonialen Namen zu tilgen und Abel Tasman zu ehren. Aha, so war das also mit der Namensgebung. Nach Abel kamen die Briten, unerbittlich. Und zwischen 1820 und 1832 kam es zu sehr blutigen Auseinandersetzungen zwischen Kolonialisten und Aboriginal People. 12 Jahre ging das Gemetzel, welches später als “Black War” in die Geschichtsbücher einging. Von 4.000 bis geschätzten 10.000 Ureinwohnern wurden nahezu alle ausgerottet. Was eingeschleppte Krankheiten und Gewalt nicht schon geschafft hatten, schafften dann die Soldaten. In 1.000 Meter langen Reihen aufgestellt, durchkämmten sie das ganze Land und töteten alles, was nach Aborigines aussah. Grauenhaft❗️Für diesen Horror war Truganini eine über die Grenzen Tasmanien bekanntes Symbol. Sie galt zu ihren Lebzeiten als „letzte reinblütige Tasmanierin“. 1812 auf Bruny Island geboren, dieses Inselchen besuchen wir übermorgen, wurde ihre Mutter im Black War von europäischen Seeleuten ermordet, ihre Schwester entführt und ihr Verlobter getötet. Ihr Volk verlor fast vollständig sein angestammtes Land. Trotz allem arbeitete sie als Vermittlerin zwischen Briten und Urbevölkerung, denn als Gegenzug versprach man ihr Schutz für ihr Volk. Pustekuchen, viele Aborigines wurden auf ganz einsame Inselchen verfrachtet, wo sie verhungerten, an Krankheiten litten oder depressiv zu Grunde gingen. Truganini überlebte als eine der ganz wenigen ihrer Generation. Sie starb am 8. Mai 1878. Ihr letzter Wunsch war es, im Meer bestattet zu werden. Sie wollte unbedingt verhindern, von europäischen Wissenschaftlern auf den Seziertisch gelegt und als interessantes Forschungsobjekt auseinandergenommen zu werden. Und was passierte? Genau das! Erst 1976, fast 100 Jahre nach ihrem Tod, wurden ihre sterblichen Überreste dem Meer übergeben. Was für eine traurige Geschichte. 🥹 Dennoch gibt es bis heute Nachfahren der Palawas. Einige überlebten, andere führten gemischte Familienlinien fort. 30.000 bis 35.000 Menschen identifizieren sich heute als Tasmanian Aboriginal People. Daneben gibt es viele Nachfahren einstiger Häftlinge und die von Wärtern und Soldaten. Ich bin mal gespannt, ob ich bestimmte, dominante Linien der Genetik bei den Menschen erkennen werde? 🧐. Jetzt aber erstmal gut‘s Nächtle. 😴😴

Am nächsten Morgen

Zu unserem tollen Etablissement gehört tatsächlich auch noch ein Frühstück im Nachbarhaus, dem eigentlichen Hotel. Wir spazieren mal rüber.

Wow, wie ehrwürdig geht’s denn hier zu? 😳 Betreten wir gerade ein edles Privathaus in Großbritannien?

Der Eingangsbereich.
Treppenaufgang zu den Zimmern und dolle Lichtschalter!!!
Das Herrenzimmer, hier das Arbeitszimmer der Chefin. Wofür braucht’s die riesige Menge an Alkoholika? 🤔
So ein Prunk, aber edel und ausgesucht bis ins letzte Detail.
Die Frühstücksveranda, auch sehr liebevoll und altbritisch gestaltet❣️

Und das Frühstück ist ein wahrer Gaumenschmaus. 😋 Leckere Eierspeisen, gutes Sauerteigbrot und fantastischer, naturtrüber, inseleigener Apfelmost. Dazu guter, englischer Tee, was will man mehr?! Hiernach geht’s wieder zurück zu unserer Wohnung, wir wollen uns so einiges in Hobart und Umgebung anschauen, müssen aber zuvor noch unbedingt den traumhaften, kleinen Park des Hotels bewundern.

Die Engländer sind ja berühmt für ihre exzellente Gartenkultur. Was wir jetzt hier zu sehen bekommen, ist der Hammer. Da muss es extra Gärtner geben, die sich um dieses Gartenschätzchen kümmern!

Einblicke und Durchblicke.
Lilien
Hortensien
Dahlien

Ich glaube, hier würde das Herz meiner Schwiegermama sicher hochhüpfen. 💓

Artischocke

Und jetzt kommen die Rosen. Rosenbögen, Rosenbeete und Rabatten. Klar, die dürfen in einem englischen Garten nicht fehlen. Genauso wie Buchsbaumhecken und Figuren…

Also, so klein ist dieser parkähnliche Garten gar nicht! Im Hintergrund liegt das Hotel.
Klaus muss diese Pracht erstmal verarbeiten, ich stöbere weiter, bis die Buchsbaumschneider kommen. ✂️.
Ist das da ein Chamäleon? Oder eher der Tasmanische Teufel?
Und das? Eichhörnchen oder doch Wallabys?
Das soll doch bestimmt eine Möwe darstellen?!
Und das ist eine Säule, ganz eindeutig!
So, diese hübschen „Schneeweißchen“ leuchten uns den Weg zurück in unsere Wohnung. Wir müssen nochmal aufs Klo, bevor wir uns den Mount Wellington vornehmen.

Aber ich muss sagen, dass dieses Fleckchen Erde und das Hotel eine ganz, ganz tolle Energie ausstrahlen. Das geht mir jetzt immer häufiger so, dass ich an Orten gar nichts empfinde, oder mich ganz besonders wohl fühle und eigentlich endlos verweilen möchte. 😌
Aber wir brechen auf, verlassen erstmal die Stadt und fahren hoch zum Hausberg.

Wir schrauben uns höher und höher, die ersten Weitblicke erscheinen.

Bis auf 1.271 Meter sind wir jetzt die Serpentinen hinaufgefahren. Es ist gut windig und deutlich kühler. Einige Parkbereiche sind bereits voll, aber der Hauptansturm ist noch nicht oben.

Silbergrau ist alles was ich habe…. 🎶, silbergrau la la lalalalaaaa 🎵…
Tolle Optik!
Witzige Steinformationen!
Schön Polsterstauden.
Und jetzt ganz oben!

Wie sagt Tante Margrit immer so schön zu Onkel Dieter, ihrem Mann? Wo du bist ist oben! ☝️ Genau!
Aber Achtung,…

ich komme jetzt auch❗️

Von hier oben gibt es den besten Blick über Hobart und über das Land. 🤩

Wir kraxeln mal wieder etwas runter, machen Platz auf der Spitze und laufen mal zu dem Ausblickhäuschen dahinten.
Auch dieser Blick ist schön. Die Brücke sind wir gefahren, um Hobart zu erreichen.
Hier sieht man schön die verschiedenen Buchten mit ihren sichelförmigen, weißen Stränden.
Blick in die andere Richtung.

So, jetzt haben wir die Blicke von verschiedenen Höhenlagen aus ausgiebig genossen und machen uns auf den Weg nach unten. Jetzt aber mit verschiedenen Stopps. Ich möchte die roten und rosa Beeren fotografieren.

Diese vielen Doleritsäulen sind ein Zeugnis von sich langsam abkühlenden Magmas.
Die Beeren…
Blicke aus einer Serpentine ins Tal hinunter.
Guck mal, der Baum hat schon Runzelfalten…
Ein großes Geröllfeld.
Wieder unten.

Obwohl wir für heute noch längst nicht fertig sind und noch einige Orte besuchen werden, wie Hafen, Salamanca Place, Kelly’s Steps, Battery Point und Tasmanian Botanical Garden, ist meine Hand vom Halten des Handys und Tippen lahm, und ich haue in den Sack. Ich schreibe bald weiter, keine Frage. Bis dann, all good, man sieht sich…. ✌️.

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