Um 8:00 Uhr werden alle Leinen gelöst,… ⛵️

die Fender hochgezogen und dem NCYC, dem Newcastle Cruising Yacht Club zum Abschied leise Servus gesagt. Unsere Bootsnachbarn helfen und winken. 👋 🥺

Nun geht es den Weg wieder hinaus aus dem Hafenbereich und zurück ins Tasmanische Meer. Vorbei an den Orten, an denen wir vorbeigelaufen und hingelaufen sind, wo wir gegessen und die Sonne genossen haben.

Übrigens, by the way, in diesen Silos wird Weizen gespeichert. In den letzten 2 Tagen bekamen wir keinen Kakadu-Besuch, nothing. Was war passiert? Die waren alle bei den Weizensilos. Denn der Weizen wurde auf Schiffe verladen und das eine oder andere Korn fiel wohl daneben, zur großen Freude der Kakadus❣️Also die werden wir sicher nicht vermissen!

Vorbei geht’s am Leuchtturm und der Mole. Auch heute Morgen, am Ostersamstag, ein beliebter und gern besuchter Spazierweg. Auch Angler sind bereits schwer aktiv, beziehungsweise stehen still und warten…

Ein Tugboat begegnet uns.

Es fährt raus, um den nächsten Frachter in Empfang zu nehmen. Hoffentlich hupt der uns dann nicht wieder so an, wie bei unserer Einfahrt vor etlichen Wochen. Ah, wir sehen ihn schon, kommen aber vor ihm noch raus ins offene Gewässer. Gut.

Die See ist kabbelig, wie sollte es auch anders sein? Weit haben wir es zum Glück nicht, denn mir ist schon wieder leicht übel, der Kopf schmerzt und ich friere. Erste Gegenmaßnahmen sind Tablette, Wasser trinken und wärmer anziehen. Wir haben das Jib draußen und ziehen jetzt noch das Groß bis zum 3. Reff hoch. Um die 30 Seemeilen wollen wir schaffen, um Port Stephens zu erreichen. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir den Eingang zum Marine Park und müssen durch einen schmalen Kanal in dieses verzweigte Wasserwegenetz hineinfahren. Da geht uns aber die Düse, denn die Wellen schlagen hinten hoch und schwappen sogar zum ersten Mal bis in den Steuerstand hinein.

Klaus gibt Gas, um vor den Wellen zu bleiben, muss aber gleichzeitig auf viele verstreute Untiefen durch Steine achten! Stress!!!

Endlich drinnen, biegen wir gleich links ab und schauen in der ersten Bucht nach einer freien Boje. No, alle Bojen sind belegt, dann wird halt geankert. Es ist Ostern und Ferienzeit, dementsprechend ist einiges an Booten unterwegs. Okay, das Ankern klappt, der Himmel ist bedeckt und trübe, wir verkriechen uns im Salon. Morgen schippern wir ein paar Seemeilen weiter in den Marine Park hinein und wollen eine ganz ruhige, lauschige Bucht besuchen und vielleicht dort eine freie Boje ergattern.

Eine lauschige Bucht,…

aber keine freie Boje. Hm…, es gibt ja auch bloß fünf. Da wird halt wieder geankert.

Der Weg dorthin, 7 Seemeilen, ist kein Pappenstiel. Viele Untiefen von manchmal nur 4 Metern Tiefe, gilt es zu umsegeln. Ständige Windrichtungsänderungen zwingen mich, das Vorsegel alle paar Minuten anzupassen.

Das Wetter wird besser, die Sonne lacht, von einem fast wolkenlosen, blauen Himmel. ☀️

Nach 2 Stunden erreichen wir die Fame Cove.

Die Ruhmeshöhle? Nein Cove, nicht Cave! Tja, das sind dann die Folgen wenn man nach der 10. Klasse Englisch abgewählt hat. 🫣 Jung ist man doch oftmals ganz schön dumm! Also, “Cove” ist die Bucht und “Fame” geht zurück auf ein Versorgungs- und Handelsschiff, welches hier in den 1820er und 1830er Jahren oft geankert hatte. Also ankern wir jetzt in einer sehr beliebten Bucht des alten Handelsschiffes Fame. Okidoki.

Wir haben nun Ostersonntag und die kleinere Winsch ist kaputt, sie ließ sich nicht mehr drehen und der Segelsack ist vorne gerissen, eine Seitenlatte schaut heraus. Da brauchen wir ja überhaupt nicht erst ans Eiersuchen denken, da wird repariert und assistiert.

Das Problem ist erkannt, das Problem ist gebannt, mit dem Segelsack lassen wir uns noch ein bisschen Zeit. Nur die Latte schiebt Klaus schon mal wieder zurück, so gut das halt geht. Dann wird gekocht und schnabuliert, den Anglern zugeschaut…

… es sind Kinder. 🎣

und die Pelikane beobachtet.

Die Viererbande.😎
Bis die imposanten Vögel davonflattern.

Dann widme ich mich dem Sonnenuntergang, der jetzt immer früher beginnt, denn mittlerweile ist es Herbst geworden in Australien, und die Tage werden merklich kürzer.

Ostermontag 🐣

Eigentlich spielen solche Feiertage bei uns schon gar keine Rolle mehr. Bloß Lindt Schokoladenhasen hatten wir uns gekauft, sie aber schon weit vor den Feiertagen aufgegessen. 🙊 So bin ich halt, und Klaus macht mir alles nach. 🙈
Und was machen wir dann heute so? Klaus möchte das Kayak zu Wasser lassen und in den einmündenden Fluss durch Mangrovenwälder paddeln. Eigentlich habe ich gar keine rechte Lust dazu. Denn das Paddeln mit Klaus ist meistens doof. Ich paddel nicht gerade, wackel zu viel, ziehe nicht kräftig genug durch, bla, bla, bla…
Unter uns, ICH finde, ER paddelt nicht gerade, obwohl ER ja hinten sitzt und überhaupt… Aber Klaus verspricht nicht zu meckern, und somit lasse ich mich noch einmal erweichen. 🫠

Heute ist der Himmel bedeckter, aber es regnet nicht.

Klaus ist happy, ich überlege noch… 😉 Fröhliche Ostern❣️

Der Flussarm wird peu à peu enger und auch flacher.

Der Himmel sieht aus wie eine löchrige Daunendecke. Irgendwann wird die Sonne bestimmt kräftiger.
Es würde mich ja gar nicht wundern, wenn hier plötzlich ein Krokodil ins Wasser gleiten würde. Von der Umgebung her würde das schon passen. Aber zum Glück gibt es hier KEINE Krokodile! 😮‍💨

Wir paddeln denn mal weiter… 🛶……

… solange es noch weiter geht.
Nee, hier ist Schluss. Wir stecken schon fast im Schlamm fest.

Der Flussarm schlängelt sich noch weiter, aber für uns ist jetzt tuck. Wir drehen um.

Landschaftlich ist es sehr schön und das Paddeln macht auch Spaß. Man höre und staune. 😅 Nur begegnen uns keine Tiere, keine Vögel, nicht mal Insekten. Sind die alle auf Osterbesuch, oder was?

Das Flussbett wird wieder weiter, gleich erreichen wir unsere Ankerbucht.
Und da steht unsere Yuti, unser Zuhause, na wunderbar.

Klaus findet es geradezu irre, dass wir hier, auf der anderen Seite der Welt, mit unserem kleinen, orangenen Kayak einen Fluss hoch und runter paddeln, zu unserem Segelkat zurückkehren und eine wunderbare, idyllische Bucht genießen dürfen❣️Wer hätte sich das bloß alles vor ungefähr vier Jahren vorstellen können?!

Vorbei geht’s noch an diesem Schedderkahn, der da an einer der fünf Bojen hängt. Sauerei! Eigentlich soll man nach 24 Stunden die Boje verlassen. Der hängt da bestimmt schon Jahre dran. Egal, wir ankern ja jetzt ganz prima.

Dann ist auch Deutschland aufgewacht, und es werden Ostergrüße versendet, viel gechattet, telefoniert, gewhatsappt, Videocalls abgehalten, recherchiert und Tagebuch geschrieben.
Klaus versucht einen möglichen Weg nach Brisbane zu finden. Das gelingt ihm aber erst, nachdem er die Navigationskarte auf den aktuellen Stand gebracht hat. Jo, das letzte Stück nach Brisbane wird wieder eine echte Herausforderung werden. Aber bis dahin ist noch ein Monat Zeit.
Bei meinem Blog bin ich oder sind wir noch auf Tasmanien. Und ich bin wieder einmal überrascht, wieviel wir erlebt und gesehen haben. Beim Niederschreiben durchlebe ich alles nochmal von Neuem, und genau das finde ich so cool! Manchmal ist’s sogar fast noch intensiver, da ich meistens verschiedene Dinge und Sachverhalte nachlese, um sie besser zu durchdringen und zu verstehen.
Dann möchte Klaus wieder unsere Zusatzpanels rausholen, um etwas mehr Sonnenstrom zu generieren. Soweit so gut, doch unsere eierlegende Wollmilchsau,…

die Powerstation muckt ganz plötzlich. Der geladene Strom lässt sich nur noch in kleinsten Minihäppchen in unsere Hausbatterie übertragen. Und sie piept nicht mehr. Das ist ja blöd! In der Marina haben wir die Panels und die Kraftstation nicht gebraucht, da hatten wir Landstrom. Jetzt offshore bräuchten wir das Zusatzsystem wieder, und prompt funktioniert’s nicht mehr. Eierkack! 🫢 Wahrscheinlich brauchen wir eine neue “Sau”. Aber, so ist das Bootsleben halt.
So what. 🫤
Und wieder beschließt ein wunderschöner Sonnenuntergang diesen Tag.

Zurück und weiter

Um 9:00 Uhr heben wir den Anker. Von wegen! Schlickie Micky macht uns einen fetten Strich durch die zeitliche Rechnung. Die Ankerkette ist wie in Mud gebacken. Mit dem Schrubber versuche ich Zentimeter für Zentimeter die Kette mit Salzwasser wieder zum Vorschein zu bringen. So verschlickt darf sie keines Falls in den Ankerkasten hinein! Was für eine Sauerei. Besen eintauchen ins Meerwasser, hochziehen, Kettenstück abschrubben, Besen wieder runter ins Wasser, ausspülen, hochziehen, Kettenstück abschrubben….. Oh men, der Modder spritzt, das ist voll anstrengend!! Nee Klaus, ich brauche Frischwasser aus unserem Schlauch, sonst wird das heute nichts mehr. Jetzt geht’s besser und schneller, und das verspritzte Boot muss ich auch gleich noch abwaschen. Stopp, stopp, wir haben bald kein Frischwasser mehr!!! Okay. 😵‍💫
Nun juckeln wir mit 1,9 Knoten, bei fast vollständiger Windstille die Port Stephens Bay wieder zurück, durch den Ausgang (unproblematisch) und ein kleines Stückchen weiter, bis zu Broughton Island. Laut Noforeignland soll es sich hier um die Fliegeninsel 🪰 handeln. Upsi….

Das hat Noforeignland hier und da schon des öfteren behauptet, und es stimmte eigentlich nie. Diesmal scheint es zu stimmen. Schon bevor der Anker fällt umkreisen uns etliche Fliegen.

Hier sitzen sie schon auf unserer Segeltasche… 🪰

Schnell alle Fenster und Türen zu oder Fliegengitter aktivieren. Eye, eye Kapitano. 🫡
Aber den Anker können wir stecken lassen, wir gehen an eine freie Boje. Yeah!

Das Wasser ist super klar, der Campingplatz na ja und die Fliegen halt…

Broughten Island ist auch eine Camper Insel. Aber die “Gebäude” sehen sehr einfach und wellblechig aus. Vor 200 Jahren waren es bloß kleine und schiefe Holzhüttchen… Der Unterschied ist so groß nicht.

“Gehen” wir noch an Land? Nee, lieber nicht, die Fliegen… 🪰🪰🪰 🪰🪰
Dafür gehen wir in eine unruhige Nacht. Klaus vertraut der einen Leine hin zur Boje nicht, beziehungsweise dem einen Knoten und verlegt in der Nacht noch eine zweite Sicherungsleine. Ich wache später durch ein Dong, Dong, Dong gegen meinen Rumpf auf und tapere mit Taschenlampe vor zum Deck. Ahhh, es ist die Boje, die gegen den Rumpf schlägt. Nicht schön aber auch keine Katastrophe. Weiterschlafen! 😴😴
Morgen wollen wir ganz früh aufstehen und weitersegeln, denn das nächste Stück wird länger. So um die 50 Seemeilen sind‘s bis zum nächsten Halt, und wir wollen nicht durch die Nacht oder bei Dunkelheit irgendwo eintreffen. Also Podcast an und wegdösen…
Fortsetzung folgt.

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