Yuti, wie ist es dir ergangen?

Gibt es eine böse Überraschung? Wir sind schon gespannt und etwas nervös.
Unser Rückflug geht aber erst abends, und so können wir auf dem Weg zum Flughafen in Hobart…

Der Weg: Landwirtschaft und Meer.

noch einmal kleine Stopps einlegen. So wollen wir uns zum Beispiel die Piratenbucht anschauen. Soll es doch dort ganz besondere Steinformationen geben. Also hopp, quietsch und brems, da sind wir auch schon.

Ahhh, schööön, ich sehe schon worum es geht.
Steinquader wie mit der Kreissäge geschnitten.
Genau, da müssen wir noch runterlaufen.
Nicht hoch, runter… 👇
Wow❣️Das sieht doch wirklich aus wie handgemacht.
Wie unterschiedlich das Gestein ausschaut. Einmal die dicken, wulstigen, braunen Quader, und dann die lila, flacheren Steine, getrennt durch scharf gezogene Rillen.
Hier füllen Tausende von Miesmuscheln die Fugen.
Wie schön doch Seepocken aussehen, wenn sie nicht an unserem Boot kleben.

Wir laufen diesen außergewöhnlichen Steinstrand weiter entlang und bestaunen die Schönheiten der Natur.

Wobei, Klaus spielt erst noch ein bisschen mit den Algen.
Von denen gibt es quietsche Gelbe und kräftig Orangene.
Denk nach… Wie entstehen nur solche Steingebilde?

Vor 160 bis 60 Millionen Jahren wurde Schluff, feines Sediment, durch andere Schichten bedeckt und unter Druck gesetzt. Es entstand Siltstein oder im Deutschen Schluffstein. Schluffstein ist feiner als Sandstein aber grober als Ton. Das unter Druck geratene flachliegende Siltgestein wurde dann durch Spannungen in der Erdkruste geknackt. In drei verschiedene Richtungen verlaufen die Risse. Einmal in Nord-Nordost, Ost-Nordost und Nord-Nordwest Richtung. Diese Risse wurden durch Erosion verstärkt und so entstanden die heute so auffälligen „Fliesen“.

Hier ist noch nicht so viel Oberflächenmaterial abgetragen.

Jetzt geht’s weiter und immer weiter den Strand entlang und am Kliff vorbei.

Das ist aber schön hier❣️
Da steht aber so einiges…
ganz schön…
auf…
der Kippe! 🧐
Das sieht aus, wie dicke Butterstücke. Nur die Farbe stimmt nicht.

Als Kind half ich mit, aus einem riesigen Butterklotz mehrere kleinere Butterklötze zu schneiden. Geschnitten wurde mit einem dickeren Draht, der an beiden Enden einen Holzgriff hatte. Das fand ich damals richtig gut, und diese Siltsteinklötze rufen genau jene schönen Erinnerungen in mir wach. 🤗

Wie ein güldenes Schmuckstück leuchtet sie im Sand. Dabei ist es „nur“ eine gummistiefeldicke Alge.
Das ist mal eine richtig dicke Möwe mit einem starken und kräftigen Schnabel!
Normalerweise sehen wir immer nur die zarteren Arten.

Hier gibt’s noch einmal „Fliesen“ zu bestaunen, dann drehen wir um und laufen zurück, mit Meeresrauschen im Ohr.

Diese schönen Eindrücke nehmen wir auf jeden Fall mit. Apropos mitnehmen…. Da fällt mir just noch eine bizarre Geschichte zu Port Arthur ein. Es kam wohl nicht allzu selten vor, dass der eine oder andere Besucher etwas hat mitgehen lassen. Anscheinend bekam ihnen das aber so ganz und gar nicht gut. Krankheiten, Jobverluste, private Tragödien, Geldverluste und, und, und… brachen über sie herein. Um dieses furchtbare Pech wieder loszuwerden, schickten sie die stibitzten Dinge mit Reue zurück. Eine ganze Vitrine ist voll mit Rücksendungen und Briefen. Irre! Ob das das Unglück beenden konnte? Wer weiß…???

Nun aber. Wir geben unser Auto zurück, besteigen den Flieger, düsen zurück nach Newcastle und nehmen ein Taxi zur Marina.
Yuti, da sind wir wieder. 🤗 Alles scheint in Ordnung zu sein, alles ist paletti. Da freuen wir uns aber und fallen todmüde in unsere Kojen.

Am nächsten Morgen

Ach Gott, bei Tageslicht sieht die Situation an Bord aber etwas anders aus. Das Boot ist mit Kohlenstaub überzogen und dreckig. Die Antenne oben am Mast, für AIS und Funk ist waagerecht verbogen und klemmt unter dem Windsensor. Wie ist das denn passiert? 😳 So wird die keinesfalls mehr funktionieren… Der Windsensor, auf dem die wilden Kakadus gerne Karussell fahren, hat auch nen Schlag und der Windfinder bestimmt ebenfalls. Na, das wird ja ein Abenteuer für Klaus da ganz oben, noch über den Mast hinaus, die Dinge wieder zu richten… 😨. Heute geht da aber gar nichts, es regnet.

Nächster Tag

Das Wetter ist fein, Klaus macht sich einen Schlachtplan für den Harakiriaufstieg über den Mast hinaus. Das heißt, er wird, um an die Antenne greifen und den Windgeber abschrauben zu können, so hochgezogen werden müssen, dass er den Mast nicht mehr zum Festhalten vor sich haben wird. Übel!!! Wohlgemerkt, Klaus ist nicht schwindelfrei. So, der Schlachtplan ist geschrieben, alle Vorbereitungen getroffen, nun ziehe ich ihn mal rauf. 😓
Das Unterfangen ist heikel, ich fotografiere nicht! Wir tragen unsere Marriagesaver und brauchen somit nicht schreien. 😅 Das schwarze Fall vom Groß knatscht und knackt, die Winsch ächzt. Ich bin angespannt! Klaus schlägt sich wacker, bindet sich oben noch einmal extra fest, biegt die Antenne wieder senkrecht und montiert den Windsensor ab. Dann hole ich ihn runter. Mit etwas wackeligen Beinen landet Klaus wieder an Deck. 😮‍💨

Dieser nette Windsensor, schlappe 650,- Euro wert, wird jetzt auseinandergenommen und dann das Kugellager erneuert. Jetzt dreht das Rädchen wieder locker und einwandfrei. Dann geht’s auch schon wieder nach oben. Der Sensor wird wieder montiert und beim Runterfahren werden noch die Verbindungen der Wanten geschmiert und kontrolliert. Auch die von Klaus einst montierte Kamera auf einer Seite des Spreaders ist von ihrer Befestigung her irgendwie zerrupft. Die wird noch schnell erneuert, und dann darf Klaus endgültig zurück auf den Boden und dort auch bleiben. Puhhh, das war jetzt echt ein anstrengendes Unterfangen, auch tatsächlich für mich. Habe ich doch bei solchen Aktionen immer ein Stückweit Kläusi’s Leben in meinen Händen.
Woher, oder von wem diese Schäden herrühren, ist uns schnell klar. Die Kakadus warn‘s.

Schon am darauffolgenden Tag…

kann ich das zerstörerische Tun der frechen und nervigen Vögel dokumentierten. Vorweg, das ist nicht unser Mast! Das ist der Mast des Nachbarbootes!

Da kann einem nur schlecht werden, wenn man das sieht‼️Und laut sind die Gesellen!!! Fürchterlich!!! Ein Krächzen, ein Schreien, und wenn man sie durch Rütteln am Mast über die Wanten verjagt, schimpfen sie ohrenbetäubend. 🙉🙈🙊 Trotzdem verjagen wir sie, wo wir nur können! Wir kennen ja mittlerweile ihre „Spielzeiten“ bei uns an den Booten. Einmal kommen sie morgens und das zweite Mal am späten Nachmittag. Morgens fliegen sie weiter zum Grasen und nachmittags zurück zu ihren Schlafbäumen.

Diese beiden sind ein Paar, vielleicht schon ein älteres? Ein paar genervte Töne fallen zwischen ihnen. 😝 Ansonsten liebkosen sich die Paare gerne, oben auf den Spreadern der Boote.

Heute ist überhaupt ein lauter Tag. Sagte ich mal etwas von ruhiger Marina? Nee, das trifft gerade gar nicht zu! Neben den nervenden Kakadus, hämmert irgendwo ein Presslufthammer, ein Heli knattert über uns hinweg und der Verkehrslärm der nahen Straße weht heute zu uns rüber. Ich glaube, wir müssen nochmal das Boot verlassen und endlich mal den Aldi besuchen.

Das hebt definitiv die Stimmung und weckt Heimatgefühle. 😃 Es ist so lustig! Die Gestaltung und auch die Waren ähneln stark den Aldis in Old Germany. Mit leckeren Sachen im Rucksack, lässt sich dann auch der morgige Regentag gut überstehen. Gucken wir mal, wie es danach weitergeht, denn lossegeln können wir definitiv noch nicht! ⛵️ 🚫

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