Paddeln mit Kathrin, Fähre nach Waiheke Island und tschüss

Nach dem frühen Frühstück geht’s zum nächsten Event. Kayaking + Wanderung + Lunch.
Wir treffen uns vor der Stadt mit Kathrin, unserer Guide, zum Kayaking & Co.. Wir sind tatsächlich die einzigen Tourenteilnehmer und bereiten uns nun für die Paddelstrecke zur Vulkaninsel namens Brown’s Island vor. Unter den Māori heißt sie Motukorea, Austernfischerinsel. Mittlerweile sind wir ja nicht mehr vollständig unwissend, was das Kayaking betrifft. Und so kann es recht schnell losgehen. Leider ist Kathrin, eine junge, waschechte Neuseeländerin, absolut spaßbefreit. In Westfalen würde man sagen, die ist aber dröge. 😏 Was soll’s, da müssen wir uns den Spaß halt selber machen ☺️. Es ist sehr windig, fast stürmisch. Aber zur Vulkaninsel haben wir den Wind noch mit uns. Zurück wird’s ne andere Geschichte. Dann paddeln wir mal los… Etwa eine Stunde muss geackert werden, dann erreichen wir die Insel.

Blick auf die wilde, unbewohnte, unter Naturschutz stehende Vulkaninsel.

Vor hunderten von Jahren, es können auch 20.000 Jahre gewesen sein, keiner weiß das so genau, entstand dieses Island durch einen heftigen Vulkanausbruch. Der Vulkan schläft bis heute, ist aber einer der am besten erhaltenen Vulkane des Auckland Volcanic Field. Heute ist die Insel unbewohnt, doch das war nicht immer so. Lange siedelten dort verschiedene Māori Stämme. Die Insel hatte insbesondere strategische Bedeutung und war immer wieder heiß umkämpft. Später kamen die Europäer. Es waren die Herren Brown & Campbell, irische Kaufleute, die 1840 das Island von Māori Häuptlingen erwarben, um Schweine zu züchten. Damit sollte die Region um die bald entstehende Stadt Auckland mit Lebensmitteln versorgt werden. Brown und Campbell gelten als zwei der ersten europäischen Siedler um Auckland und als Mitbegründer der später aufstrebenden Stadt. In Erinnerung an Mr. Brown wurde die Insel “Brown’s Island” genannt. Mr. Campbell wurde später sogar der erste Bürgermeister Aucklands. Doch die Besitzverhältnisse wechselten munter weiter, bis einer der Eigentümer das Island den Bürgern Aucklands schenkte. Befreit von allem invasiven Getier, vor allem den Schweinen, ist sie heute ein geschütztes Refugium für einheimische Flora und Fauna.
Wir wechseln mal das Schuhwerk, um uns für die einstündige Wanderung zu präparieren.

Auch gibt’s zuvor noch von Kathrin einen Becher Kaffee und je ein Stückchen Brownie. Das passt, Brownie auf Brown’s Island. 😄

Da mach ich mir nen Schlitz in‘ Stein und finde es wunderbar!

Gestärkt und ausgeruht geht es jetzt „on top“ der Insel.

Die ersten Höhenmeter sind geschafft.
Sie wartet……
Er wartet… Auf wen???
Auf mich??? 🥵 Das kann ja gar nicht sein! Ich muss fotografieren! 😉
Seht ihr!!! 📸
Oben sind wir schon mal, das wäre geschafft. Aber ehrlich, es windet sooo stark, dass es mich richtig friert!
Da schau an, noch 2 weitere Kajaks sind gelandet.
Ja, es windet, der Zopf tanzt. 💃🏽
Fernblick…
auf Auckland.
Der Krater! Er ist tabu! Das heißt, er soll nicht betreten werden. Aber nicht weil es gefährlich sein könnte, sondern weil er auch wieder etwas Heiliges verkörpert, im Glauben der Māori.
Zu komisch, dass dann aber gezüchtete Schweine freie Laufbahn hatten. Öff, öff…
Ach, da sind ja noch Reste der Brownschen Schweinefarm!!
Die Insel ist sooo schön❣️In den Niederungen weht der Wind nicht mehr so stark. Und viel wärmer ist es auch. 😎

Ich blühe auf wie die Wiesenblumen❣️ In der Natur, mit Sonne, Wasser und Wind fühle ich mich richtig gut. Das stressige Stadtleben bleibt dahinter zurück. 😊

Wir wandern einmal rund um die Insel.
Blümchen am Wegesrand.
Millionen Kleeblüten säumen Wiesen und Wege. 😊
Ein Klo,…
juhu, ein Plumpsklo wo die Tür nicht schließt. Wir drehen uns um und schauen besser weg. 😝
Zum Beispiel auf diese Blumen,…
den Vogel…
und diesen Mann. Huch, da isser ja wieder. 🤗

Jetzt muss Kathrin aufs Klo. Uiuiui, ob das ne gute Idee ist??? 🤭

Danach geht’s weiter über blühende Wiesen, bis zu einem idyllischen See.

Erst unendlich viel Klee, dann gelbe Blumen, soweit das Auge reicht.

Und dann ist da plötzlich dieser Betonklotz. Warum? Wieso? Weshalb? Kathrin sagt, dadrunter liegen Saurierknochen, die vor diebischen Ausgräbern geschützt würden. Hmm… Kann ich das denn glauben??? 🤔 Später werde ich ChatGPT befragen, und es kommt eine ganz andere Wahrheit heraus. Für Saurierknochen sei die Insel zu jung. Es gibt aber noch militärische Relikte aus dem 2. Weltkrieg. Die Insel wurde zur Verteidigung genutzt und Fundamente für eine militärische Beobachtungsstation angelegt. Dieser Klotz könnte so ein Fundament sein, oder eventuell einen unterirdischen Treibstofftank verschließen. Tja, das ist dann doch realistischer, würde ich sagen. Da hat Kathrin wohl geflunkert. Tzzzzz 😏.

Es geht wieder runter zum Strand, zurück zu unseren Kajaks.
Die kennen wir doch schon. Für mich sind’s mit Luft gefüllte Knallerbsen. 😉
Dicke Fruchttauben schauen uns zu.
Muscheln, fest verbacken mit dem Lavagestein.
Und dann hat doch tatsächlich Mutter Natur ein Muschelherz für uns kreiert. 🥰

Wir dürfen jetzt ein wenig frei herumlaufen 😄, denn Kathrin bereitet nun das Mittagessen für uns vor.

Die Steilküste von Motukorea.
Das Wurzelwerk krallt sich fest.

Doch wo ist der angekündigte Kartoffelsalat? Der, an dem auf dem Festland schon 3 Hunde nacheinander geschnuppert haben? Er ist im Sand gelandet. Echt jetzt? Jepp! 🫣

Kathrin teilt es uns völlig trocken mit und brät jetzt das Fleisch. Tzzzzz!
Aber was für ein Aufwand!!!

Zum Fleisch gibt’s noch Baguette und Krautsalat. Passt doch 👍. Dummerweise legt der Wind kräftig zu, es schauert kurz, dann werden wir regelrecht sandgestrahlt. Auch in die Ohren, auch in den Mund dringt der feine Sand, es knirscht… 🥴.
So gestärkt geht es auf den Rückweg. Dieser stellt nun jedoch eine echte Herausforderung dar. Der Wind haut uns kräftig aufs Maul! Wellen und Gischt platschen mir ins Gesicht, die Augen brennen fürchterlich. Ich sitze ja auch vorne. 🫣 Wir kämpfen uns voran, Zentimeter für Zentimeter, ein Kraftakt! Sehen kann ich nicht mehr viel. Das Wasser schäumt und brodelt. Ein Hexenkessel? Jepp, ein Hexenkessel und wir mittendrin. 😬 Irgendwann will Kathrin von uns wissen, ob wir eine kleine Abkürzung nehmen wollen und dafür etwas besser zum Wind stehen? Tja, das sollte sie eigentlich entscheiden. Sie kennt alle Strecken und sieht was wir schaffen… Okay, dann entscheiden wir’s und nehmen die kleine Abkürzung. Der Unterschied hat‘s eigentlich fast nicht gebracht, nur das ihr Kumpel uns an einer anderen Stelle in Empfang nehmen muss. Später werde ich nochmal die Tourenbeschreibung lesen und erstaunt feststellen, dass wir da ganz schön was gemacht haben, bei eher ungünstigen Bedingungen. 😅 „Die Tour benötigt gute Wetterbedingungen und eine entsprechende Vorbereitung.“ Nun, wir haben es ja überlebt. 😮‍💨

Fertig ✅

Wieder an Land, müssen wir erst einmal im Klohäuschen unsere Brillen entsalzen, um wieder besser durchschauen zu können 🤓, dann fläzen wir uns in ein Café und lassen es uns schmecken.

seins
meins

Die vielen Christmas Trees blühen schon um die Wette. Ob die wissen, dass es dafür noch etwas zu früh ist? Aber was sind dahinten am Strand für viele schwarze Schwäne? Da muss ich hin!

Wow, was sind das für wunderschöne Tiere❣️

Endemisch sind die nicht, vermutlich wurden sie schon um 1860 aus Australien mitgebracht. Um Aucklands Gewässer sind sie wohl recht häufig. Mensch, was sind diese Schwäne hübsch, mit ihren rotweißen Schnäbeln, dem schwarzbraunen, glänzenden Gefieder und den schneeweißen Flügelspitzen. 🤩

Sattgesehen habe ich mich auch an ihnen noch nicht, aber jetzt geht’s zurück zum Hotel, ins Großstadtgetümmel.

Unter so einem Traumbaum parkte unser Auto. Überall hier draußen gibt es Parkstreifen seitlich der Hauptstraße. Toll! Parken ist überhaupt gar kein Problem und alles für umme. 👍

Zurück im Hotel läuft bei uns nicht mehr viel. Wir krabbeln ins Bett und schlafen früh. Denn auch morgen heißt es wieder früh aus den Federn zu steigen. Die letzte Aktivität unserer Reise steht an. Erst die Überfahrt mit der Schnellfähre nach Waiheke Island und dort dann der letzte Propellerflug über die Region inklusive Auckland.
Gute Nacht du Paddler, gute Nacht du Paddlerin. 🥱😴

Waiheke Island

40 Minuten dauert die Überfahrt mit Fullers Fähre. Fullers hat hier so ziemlich alles in der Hand, was Fährbetrieb und Ausflugsschifffahrt betrifft.
Auf der Insel steigen wir in einen Explorer Bus und fahren bis zu Stopp 13, bis zum Weingut Batch Vineyard.

Diese Insel hat sich ganz und gar dem Weinbau und dem Tourismus verschrieben.
Viele Neuseeländer und Neuseeländerinnen stürmen die Insel für Familienfeste, Junggesellenabschiede und Hochzeiten.

Um auf Waiheke heiraten zu können, braucht’s einen Vorlauf von derzeit 2 1/2 Jahren. Goodness!!

Vom Weingut geht es die letzten Meter zum Flugplatz von Waiheke Wings. Es fängt an zu regnen und alles ist plötzlich grau in grau. Nicht gut für einen Scenic Flight!
Wir betreten den Verschlag und sitzen erstmal ein Weilchen im winzigen Büro der Fluggesellschaft. Wir warten und warten, der Pilot ist gerade futsch und es pladdert. Als der Pilot endlich kommt, hat er schon das entsprechende Gesicht. Er meint aber, den Regenguss noch abwarten zu wollen und dann noch einmal die Lage zu peilen. Nach einer weiteren 3/4 Stunde wird’s besser und es hellt ein wenig auf. Er läuft zur Start- und Landebahn, kommt aber dann mit einem noch ernsteren Gesicht zurück. Okay, die Bahn ist sehr matschig, der Wind unstet, er sagt uns den Flug ab. Padautz! ☹️ Doch die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Wir fallen nicht auf die Knie und ziehen flehend an seinen Hosenbeinen. 😂 Irgendwie ist die Luft ein wenig raus bei uns. Die Sicht wäre eh schlecht gewesen und nach all den erlebten Flügen ist diese Absage zu verschmerzen. Er fährt uns zurück zur Batch, dem Ferienhaus, dem Weingut und wir versuchen für das Mittagessen einen Tisch zu ergattern. Für genau 1 Stunde können wir einen 2er Tisch bekommen. Okay, jetzt aber hurtig! Das Weingut ist extrem beliebt und eigentlich immer ausgebucht.

Hat dieser kecke Pieper den ganzen Tisch reserviert?

Blicke aus dem Lokal heraus. Die Landschaft beeindruckt.

Und wer sitzt noch so im Lokal, außer dem frechen Finken?

Eine illustre Herrenrunde.

Ein Räumchen weiter sitzt eine große Damenriege, und wir bekommen jetzt unser Essen.

Sieht ja gut aus, aber meine Lammrippchen sind schweinescharf 😮‍💨. Zum Glück schmeckt der Nachtisch super und dämpft meinen Brand 🔥. Dann ist die Stunde auch schon rum, und wir verlassen das nette “Ferienhaus”. Auf den Bus wartend sind wir uns einig. Uns ist das hier zu touristisch, zu durchgetaktet, zu hektisch. Ein entspanntes Urlaubsfeeling kommt nicht auf. Die letzte Fähre geht um 15:30 Uhr, wir nehmen die um 14:00 Uhr.

Die Skyline vom Wasser aus.

Ermattet schlurfen wir ins Hotel und ruhen uns erstmal aus.
Soll es das jetzt gewesen sein mit Auckland? Nee! Wir rappeln uns gegen 18:00 Uhr doch noch einmal auf und wandern zu 2 Parks.

Zuerst geht’s wieder durch Hochhausschluchten und dem Schaufenster von Peter Alexander Moden vorbei . 😃

Dann flanieren wir an der Universität entlang, die einen sehr gepflegten und modernen Eindruck bei uns hinterlässt.

Als wir Park Numero 1 erreichen, wummert uns schon laute Musik entgegen. Der größte Teil des Parks ist für ein Konzert abgesperrt.

Dann pilgern wir besser weiter, zu Park Numero 2

Wir erreichen einen weitläufigen Hügel mit dem beeindruckenden War Memorial Museum, dem Kriegerdenkmal Museum Aucklands.

Hier ist Platz ohne Ende. Die Menschen spielen Cricket, richtig in Teams und mit Trikots. Auch die Blicke von hier oben sind toll. So dicht an der Millionenmetropole hat man das große Gefühl von Freiheit und noch dazu im besonders schönen Licht des Sonnenuntergangs.

Hier hocken 2 Ziegensittiche im grünen Gras.

Der Rückweg ist echt was fürs Auge❣️So hübsch ist alles angelegt.

Da haben wir den Ausgang vom Park und den Eingang zur Stadt wieder erreicht.

Ein klein wenig wie die Straßen von San Francisco. 😉
Schau an, SAP ist auch hier.

So, jetzt aber! Wir sind zurück im Hotel, fallen in unser Bett und schnorcheln die letzte Nacht im Fable Auckland. Morgen früh geht unsere Abenteuerreise “Neuseeland” zu Ende und wir fahren die circa 200 Kilometer zurück zur Bay of Islands, zurück zu Yuti. Was uns dort wohl wieder alles erwartet??? Viel Zeit zum Ankommen gibt es nicht, denn schon am darauffolgenden Tag kommt Yuti raus. Das Haul Out steht auf dem Programm. Hoffentlich werden die in unserer Abwesenheit fertig gecheckten Motoren laufen!?!? Ohne Motorantrieb kein Haul Out. Was bedeutet das?? Na klar, es bleibt spannend wie immer. 😅 See you… 👋

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