Das ist hier die Frage! Eigentlich könnten wir gut mal für 2 bis 3 Tage raus aus unserer Liegebox und die Bay of Islands erkunden. Soll ein wirklich schönes Segelgebiet sein… Wir könnten auch nach Russell segeln, da hatte es uns ja sooo toll gefallen. Gut, wir warten mal auf den Gezeitenwechsel und schauen dann. Oh, oh, oh, das wird jetzt aber windig! 🌬️
Es stürmt geradezu, da bleiben wir wohl doch besser in unserer Box. Wir wollen nicht ein zweites Mal an die Pfähle gedrückt werden und Yuti Schaden zufügen! Da sind wir jetzt schon gebrannte Kinder, aber echt! Gut, dann machen wir uns eben zu Fuß vom Acker. Wir laufen heute mal genau in die entgegengesetzte Richtung. Also nicht nach Paihia, sondern ein Stück der 87 km langen Bahntrasse entlang. Die, die man auch mit E-Bikes über mehrere Tage bezwingen kann. Auf die Idee sind wir natürlich auch schon gekommen, wenn das Ausleihen der Räder nur nicht so unverschämt, halsabschneiderisch und wuchermäßig teuer wäre!!! So laufen wir doch besser zu Fuß, da unser Geld eh schon für Yuti’s Segelgarderobe davongeflattert ist. Ohhh ha 🙃.

Wir wollen mal bis zu dem Punkt laufen, wo man dann tatsächlich in die Bahn einsteigen müsste, um ein unpassierbares Stück des Weges überwinden zu können. Allerhopp.




Mangroven säumen links und rechts den Bahndamm,…


und Blumen und Gräser schmücken den Weg.







Nee, der kommt doch noch gar nicht! Über den stolpern wir erst auf der morgigen Wanderung! Einer ganz anstrengenden, langen und herausfordernden Wanderung…. 🥵.

Ach Mensch, 🫣 der war doch schon längst! Die Haruru Falls haben wir auf dem Weg zu Woolworth „mitgenommen“. Ich komm schon ganz durch den Tüddel. 😝 Schöne Natur ist hier wirklich an jeder Ecke zu finden❣️



Jetzt aber bitte wieder zurück auf unseren heutigen Weg! Ach guck an, da sind wir ja schon am Endpunkt oder Beginn der befahrbaren Bahnstrecke angelangt.


Wir laufen jetzt besser wieder zurück. Ein Stündchen hin, ein Stündchen zurück, das sollte reichen. Doch ein abzweigender Weg nuff, den Hügel ruff, reizt uns schon. Nur mal eben für den guten Ausblick, also let‘s go. Aber nach wenigen 100 Metern stellt sich uns ein Māori in den Weg. Wir sollten jetzt besser nicht mehr weiterlaufen, denn der Weg sei privat, und mit den Bewohner oben auf dem Hügel sei nicht gut Kirschen essen. Die würden eher auf uns schießen, als mit uns zu diskutieren. What? Jepp! 😱 Ich kann es ja kaum glauben, aber ausprobieren wollen wir es dann doch nicht. Okay, okay, wir kehren um.


Vorbei geht’s an hohen Bäumen, Kauris sind keine dabei, bis wir wieder die Marina erreichen und über die Werft und den Hardstand zurück zum Steg spazieren.



Gut, dieser Ausflug ist abgeschlossen, wir werden noch Zeuge, wie ein Monohull mit Motorschaden von der Coastguard abgeschleppt und in eine Liegebox bugsiert wird. Interessant!



Der ist wahnsinnig wendig mit seinen Bug- und Heckstrahlern. Tolle Sache! Aber brauchen möchte ich ihn dann doch lieber nicht. Voll müde liegen wir nun auf den Sofas und ratzen den Schlaf der Gerechten. 😴😴 (Am Nachmittag 🙂↕️.)
Wanderung nach Russell
Wirklich? Sooo weit?? Ja, wenn wir schon nicht hinsegeln, dann laufen wir halt zu Fuß. Das ist dann wirklich eine Challenge für uns. Na gut, packen wir es an.

Das ist der Plan: Von unserem Liegeplatz in der Opua Marina laufen wir zur Fähre, setzen über nach Okiato, laufen bis Russell, fahren mit der Passagierfähre nach Paihia und von dort mit nem Taxi wieder zur Opua Marina zurück. Fertig!😅
8:50 Uhr, wir laufen los.
9:00 Uhr, mit einem beherzten Sprung erreichen wir noch im allerletzten Moment die ablegende Fähre und seilen uns über die Klappe auf die Plattform ab. 😉

Alles mit Zustimmung der Fährkontrolleurin, versteht sich. Geschafft!
9:10 Uhr, wir erreichen Okiato und verlassen auf normalem Wege das Gefährt.
JETZT beginnt die 3,5 stündige Wanderung nach Russell. Doch schon zu Beginn machen wir einen kleinen Schlenker zum ersten, von Europäern gegründeten Ort, Okiato. Ja, wie? Ich denke Russell wäre der erste….


Na ja, Leutnant Hobson wurde Leutnant Gouverneur von Neuseeland im Jahre 1839 und Gouverneur in 1840. Er etablierte in dieser Zeit Okiato als einen der ersten Orte der Einwanderer und hatte auf einem herrlichen Stück Erde sein Haus, mit fantastischem Weitblick über die herrliche Bucht. Wir wollen mal nachsehen, ob es das Haus noch gibt?!

Nö, das Haus gibt es nicht mehr, aber den grandiosen Blick und eine bemooste Bank. Na dann können wir ja jetzt den direkten Weg nach Russell einschlagen. Klaus, aufstehen… Augenblicklich geht es ins grüne Dickicht, …




Schnell wird es recht hügelig und unwegsam. Hunderte von eingeschlagenen Stufen geht es rauf und wieder runter und wieder rauf und…. Sie sind nicht für kurze Beine konstruiert. Anstrengend! 🥵 Große Farne, lange Baumheide, sogar ein paar kleinere Kauris, Bäume mit allerlei Aufsitzerpflanzen und viel, viel Grün, lassen uns nur langsam vorankommen.

Wirklich Strecke machen wir nicht. Zumal ich ja auch noch fotografieren will. 📸

Es geht teils steil bergauf, dann ebenso wieder bergab, bis wir aus dem Wald heraustreten und kurz inne halten.

Es wird eine kleine Schotterstraße überquert, dann geht es wieder rein ins Gemüse. Jetzt aber am Wasser entlang, über einen sehr langen Holzbohlenweg.





Ich laufe mal über einen privaten Steg bis vor. Es pupst und knackst. Ich muss sofort an Alva denken. 🤭





Hier laufen wir jetzt über flaches Land und machen Strecke. Was sind das bloß für weiße Tupfen im Gebüsch? Halt! Fotostopp! 📸


Interessant! Mit diesem seidigen Gewebe, schützen die Spinnenmamas ihren Eiernachwuchs.





Ohhh, wir passieren eine Kläranlage! Herrje, das stinkt aber!!! Nase zuhalten!!! Jetzt verlassen wir die Ebene und es geht erneut deutlich bergauf und bergab.

Während ich ein paar Buzeln und Männerbärte fotografiere, legt sich Klaus erschöpft auf den Rasen.



Es geht schweinesteil hoch, ich kann gleich nicht mehr!


Nur noch dieser Anstieg, beschwört mich Klaus, nur noch bis zur Antenne.….
Ich kann aber nicht mehr!!! Die Beine sind wie Beton, mir ist schlecht, ich muss mich gleich übergeben… 🤮.



Und schmeiße mich in den Dreck. Ich muss nicht brechen, bin aber fast tot. 🥵



Dann kommt noch die Klatsche! Diesen Mörderanstieg hätten wir überhaupt gar nicht machen müssen!!! Wir sind total weit von unserem ursprünglichen Weg abgekommen, erklärt mein Mann so ganz nebenbei. 😧 Ach Mensch und jetzt? Jetzt müssen wir hier irgendwie wieder runterkommen. Das ist gar nicht so leicht, wie es gesagt ist. Wir straucheln durchs Unterholz, quengeln uns an der Antenne vorbei, rutschen zum Anschlusshäuschen ab, quetschen uns an einer Mauer entlang und entdecken eine Straße.



Und genau da kommt jetzt der Puffhoden ins Spiel.

Aber Puffhoden heißt die Strauchfrucht nicht wirklich. 😉 Sondern Fruchtkapsel des Ballonpflanzen- Milchstrauchs. Platzt sie nach Reifung auf, entlässt sie viele, viele Samen mit seidigen Haaren, daher auch ihr zweiter Name, Frucht der Seidenpflanze. Puffhoden finde ich trotzdem passender! 😁 Jetzt müssen wir nur noch die richtige Straße runter ans Wasser finden.


Aber auch das gelingt uns irgendwie, und nach langem, steilen Abstieg sind wir endlich unten an der Promenade angekommen. Zuerst stürmen wir den Supermarkt, um etwas zu trinken. Wir hatten zwar was mit, aber viel zu wenig, für diese anstrengende Tour. Auf einer Bank zusammengesunken beobachten wir die Sommergäste. Hier und jetzt ist viiiiel mehr los, als das während unseres ersten Besuchs der Fall war. Schluss ist’s mit der idyllischen und ruhigen Entspanntheit. Kinderspaß und Halli Galli sind angesagt.



Jetzt wollen wir etwas essen und steuern das Hotel-Restaurant „The Duce of Marlborough“ an. Ob wir überhaupt einen Platz bekommen, wird sich erst noch an der Rezeption entscheiden. Jepp, wir haben Glück und werden auf der Veranda zu einem Zweiertisch geführt.

Jetzt bloß nicht zu stark anlehnen und den ganzen Schwitzeschweiß in die Rückenlehne schmieren. 😅

Es schmeckt nicht so gut wie es aussieht, obwohl Klaus recht zufrieden mit seinem Burger ist. Na dann… Aber eigentlich können wir kaum noch piep sagen, so fertig sind wir und beschließen, die Zeche zu prellen und abzuhauen. Neiiin! Die Zeche zu zahlen und die 15:00 Uhr Fähre nach Paihia zu nehmen.









Nun nur noch ein Taxi rufen, nach Hause fahren lassen und Ende und aus!
*****************The End*****************
P.S.: Mein Bruder meinte als Kind, wenn ein Film mit „Te End“ schloss, war das Ende ein gutes. ☺️ Nur „End“ bedeutete das Gegenteil. Na, ein Glück habe ich „Te End“ geschrieben. 😅
![Sailing Yuti [maxbutton id="1"]](https://yuti.eu/wp-content/uploads/2021/08/Bild4.png)
Ihr Lieben, schön, dass man über die Fotos eine Vorstellung von Neuseeland bekommt. Irgendwie hatte ich so gar keine. Nur, dass es viel Land und viele Schafe gibt… 🫣 Seid ganz herzlich gegrüßt und gedrückt!