Weiter, weiter… Sitzt uns der Teufel im Nacken? Vielleicht. Aber auf jeden Fall die Zeit!
Nach dem gewonnenen Fußballspiel gegen die Elfenbeinküste lassen wir die Boje sausen und ziehen von dannen. Heutiges Ziel ist die Butterfly Bay auf Hook Island, nur 20 Seemeilen entfernt.

Um 11:30 Uhr ist eine Boje eingefangen. Lauschig ist’s hier, was auch anderen Seglern durchaus bekannt ist. Alleine sind wir nicht.

Um die Ecke liegen noch weitere Boote, aber lauschiger finden wir‘s hier.


Das Dinghy wird klar gemacht, es geht an Land, Schmetterlinge suchen.

Und Krokodile? Das letzte wurde dort 2024 gesichtet, gefangen und wo anders ausgesetzt. Wo denn? Keine Ahnung. 🤷








Da entdecke ich ein Ameisenhäuschen, zusammengeklebt aus Blättern.










Nun verlassen wir dieses Stückchen Land wieder. Um mehr blaue Schmetterlinge zu entdecken, müssten wir nach einer Süßwasserquelle suchen und uns durchs Buschwerk schlagen. Nee, nee…


Auf dem Rückweg fahren wir mal etwas näher an den Mangroven vorbei… 👀 👀
Aber Krokodile? Null…

Dann bereiten wir uns mal auf die morgige Weiterfahrt vor. Die Blue Pearl Bay soll angesteuert werden.
Nächster Morgen

Auf dem Weg dorthin erleben wir wieder ein ganz anderes Bild von Fels und Felsen.
Vertikal ist der Stein geschichtet. Da muss ja mal, vor Millionen von Jahren, der Boden um 90 Grad gedreht worden sein.



Die Hayman Insel gehört auch noch zu den Whitsundays. In der Blue Pearl Bay herrscht kein Bojenmangel, gut. 👍 Wir schnappen uns eine und fertig ist die Bootsbefestigung.

Ein Steingesicht begrüßt mich. Nur mich?

Diese Bucht wird gerühmt wegen ihrer tollen Unterwasserwelt, und eigentlich wollte ich sie mir anschauen. Aber, irgendwie mag ich nicht so richtig. 2023 wurden hier Hammerhaie gesichtet, zwar wohl weiter draußen, aber immerhin. Klaus hat leichtes Ohrenziepen und geht nicht ins Wasser. Ach, ich jetzt auch nicht. Besser koche ich zu Mittag. Es gibt Spaghetti mit Gemüsestreifen und Parmesan, dazu oder danach süßes Möhren-Apfelgeraspeltes mit Mandeln. Puhhh, und jetzt bin ich dick und rund und muss ruhen. 😆 Stattdessen fahren wir etwas später mit dem Beiboot an Land. Dort empfängt uns kein feiner Sandstrand, nein, sondern ein einziges Meer aus Korallenbruchstücken. Liegt hier das Barrier Reef? Also die Reste davon? Nee! Oder doch??

Wir kraxeln ein bisschen herum.


Wir sind gar nicht so weit vom letzten Ankerpunkt entfernt. Und dennoch haben wir ein ganz anderes Erscheinungsbild dieser Insel.








Die einzigen Menschen außer uns, sind dieses australische Ehepaar, welches vom gegenüberliegenden Resort hierher gebracht wurde. Sie ziehen unser Dinghy etwas höher auf den koralligen Strand. Nett❣️Sollte ihr Shuttle Service nicht kommen, würden wir sie zurückbringen. 😉



Ein großer Charterseegler hat sich zu uns gesellt, ein zweiter ist im Anmarsch. Viele Vögel lassen sich beobachten. Ein Seeadler verspeist seinen Fang auf einem Felsen, ein lachender Hans singt sein lachendes Liedchen, Möwen und Rabenvögel fliegen umher, und eine Horde Kakadus zieht lautstark über die Baumwipfel.

Glücklicherweise wollen sie nicht Karussell fahren und interessieren sich null für Boot und Mast. 👍

Wieder einmal beschließt ein schöner Sonnenuntergang diesen Tag.
6:48 Uhr, weiter geht’s

Nun fahren wir aus dem Inselgetümmel der Whitsundays heraus, peilen wieder das Festland an und schauen mal, wie weit wir heute kommen. Klaus hat sich mehrere Ankerpunkte gesetzt, die wir je nach Wetterbedingungen anpeilen können. Heute ist das Segeln tatsächlich angenehm. Der Wind kommt mit 15 Knoten schräg von hinten, die Strömung ist sogar mit einem Knoten mit uns. Wir segeln durchschnittlich 5 Knoten, bei schönstem Sonnenschein. Da können wir richtig zufrieden sein❣️
Am ersten Etappenziel segeln wir getrost vorbei und winken Gloucester Island quer ab zu.


Das Ziel Queens Bay wird ins Auge gefasst. Diese Bucht befindet sich bereits wieder am Festland. Da überholt uns doch tatsächlich ein Segler, ganz locker vom Hocker, der uns schon eine ganze Weile lang folgte. Ach nee, das ist ja Argo. Die Seawind 1260, die wir im Lady Musgrave Atoll kurz trafen. Könnte gut sein, dass wir uns in der Queens Bay wiedersehen. Nun ja, sie hat ihr Groß voll draußen, wir nur unser kleines Jib. Ach sooo… 😉. Die Bucht kommt näher, und der berühmte Nasenpickel, mit dem seltsamen Namen, Mother Beddock, kommt ins Sichtfeld.

Dazu aber später. Und tatsächlich, wir treffen uns in der Königinnen Bucht wieder.

Noch vor 15:00 Uhr liegen auch wir vor Anker. Mensch, das gefällt mir aber hier❣️ Außer Argo und Yuti liegen keine weiteren Boote vor Anker, nur 2 Wasserskiläufer lassen sich von kleinen Motorbooten durch die Wellen ziehen. Die Atmosphäre ist entspannt und angenehm. 😎


So, dann beratschlagen wir jetzt mal das weitere Vorgehen. Morgen soll‘s schon weitergehen und Townsville erreicht werden, beziehungsweise die vorgelagerte Insel Magnetic Island. Wir wollen keinesfalls in der Dunkelheit ankommen. Rechne, rechne, überleg… 🤯 Also, wir legen erst morgen Mittag ab, segeln durch die Nacht und erreichen dann unser Ziel gut bei Tageslicht. So haben wir auch noch Zeit, morgen früh den Aufstieg zum Nasenfurunkel der Mutter Beddock zu machen. Halt, wobei das ja kein Furunkel sein kann, das wäre ja dann innerlich. 🤭 Die Leute sprechen von einem großen Auswuchs, einem dicken, warzenähnlichen Gewächs auf Frau Beddock‘s Nase. Und wer war diese ominöse Frau Beddock? Eine Wäscherin aus der Zeit der frühen Besiedelung dieser Region. Ihr Äußeres muss einen so unglaublichen Eindruck auf ihre Mitmenschen gemacht haben, dass sie den rundlichen Granitfelsen, der da monströs auf seinem kleineren Untergrund balanciert, nach ihr benannt haben. Oder war‘s ein Marketinggag? Nein, nicht zur Zeit der frühen Siedler.
Da klopft‘s bei uns am Boot. Martin ist da, der Eigner der Argo, er will mal eben Hallo sagen. Das ist ja nett. Seine italienische Frau Giulia backt gerade Brot und er, Australier, hat Lust mit uns zu quatschen. Er, auch wieder so in unserem Alter und wir, haben uns ganz schnell ganz viel zu erzählen. Nun haben wir auch noch das gleiche Boot, lustig. Er möchte nächstes Jahr nach Kimberley segeln, es soll „amazing“ sein! Vom Uluru ist er weniger begeistert. Den hat er bereits gesehen. Es sei halt ein Berghaufen, mitten im Nichts, und aus. Aber der King‘s Canyon, den sollten wir unbedingt besuchen! Der sei ein „Muss“! Der wäre ein wirkliches Highlight! Dreimal wiederholt er sich noch und legt ihn uns ans Herz. Jepp, wird sofort vermerkt und notiert. Dann zieht frischer Brotduft in unser aller Nasen. Nein. 😆 Aber er muss mal wieder nach Giulia sehen. Tschau, tschau, war nett dich kennengelernt zu haben❣️
Die Nasenwarze ruft
(Uhhh, was für eine Vorstellung! Eine sprechende Warze… 🫢.)
7:00 Uhr, auf, auf, hoch geht’s zu Mutter Beddock’s Nase. 300 Stufen dürfen erklommen werden, gut für die Fitness. 💪





Denn ich bin darunter gerutscht und drohe zerquetscht zu werden… 😱.








Dieser Ort ist für einen Tagesbeginn schon toll, wenn man etwas windgeschützt steht. Jetzt geht es aber wieder hinunter, wir wollen ja gleich weitersegeln.











Wir heben nun wieder den Anker, Argo bleibt noch ein paar Tage hier, Besuch wird erwartet. Martins Bruder kommt und will mitsegeln. 👋✋👋
Viertel nach zwölf sind wir bereits unterwegs, da biegen Tim und Kelsey um die Ecke und peilen die Queens Bay an. Schade, dass wir ihnen jetzt vor der Nase davonsegeln. Aber Mutter Beddock‘s Nase bleibt ja da, und wir haben noch sehr viele Seemeilen bis Kimberley vor uns.

Wir segeln dann mal in den Sonnenuntergang.

Tschau, tschau… 🌊⛵️🌊🌊
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