Der lange Weg nach Strahan

Ein letztes Genussfrühstück im Hotel, dann geht es weiter nach Strahan. Strahan, ein kleiner Hafenort an der wilden Westküste Tasmaniens, wo uns das Höllentor erwartet, eine neue Unterkunft für 3 Nächte, und wer weiß was noch alles… 😬. Viel Regen? Vielleicht auch das. 4 bis 5 Stunden Fahrt liegen vor uns, verschiedene Stopps kommen noch obendrauf.

Los geht’s. Erstmal wieder über eine Brücke,…
dann über die A10 Richtung New Norfolk (Strahan).
Vorbei an Seen,…
braunen Wiesen …
und hinter diversen LKW’s hinterher.
Ach schau mal einer an, ALDI, wie nett❣️Da kommen gleich Heimatgefühle auf.
Jau, alles ganz schön trocken hier!
Okay, …
da wo bewässert wird, ist’s auch grün.
Hier wird schon recht viel Landwirtschaft betrieben. 🚜
Aber immer ist das Land, durch das wir fahren, sanft hügelig.

Doch etwas ist schockierend! Leichen pflastern unseren Weg. 😳 Jau, alle paar Kilometer liegt ein zermatschtes Wallaby, oder Wombat oder Opossum oder auch ein Tasmanischer Teufel auf der Straße oder am Wegesrand. Schrecklich!

Jetzt wird mir auch klar, warum auf Bruny Island die Straße abgezäunt war, da wo wir an den Wallabys vorbeigefahren sind.

Dieses nächtliche Gemetzel, ja, die Tiere sind mehrheitlich nachtaktiv, geht immer so weiter. Und tagsüber siehst du dann die blutige Bescherung. Der Tasmanische Teufel ist ja ein Aasfresser und wird dann bei seinem Nachtmahl auf tasmanischen Straßen gleich mit erwischt. Und obwohl ständig um vorausschauende und langsame Fahrweise gebeten wird, fahren die Aussies ganz schön flott. Zu flott, finde ich! Klaus fühlt sich oft gedrängt und gehetzt und fährt immer mal links ran, um die hinter sich vorbei zu lassen. Dazu kommen Geschwindigkeitsangaben, die ich für den Zustand, die Breite und das Geschlängel der Straßen für echt gewagt und grenzwertig halte!

Wer sieht die Reifenspuren?
Hopfenanbau! Ja, hier gibt es so manche Bierbrauerei. 🍺
Rinderzucht. Die müssen mit der trockenen Wiese vorlieb nehmen, da läuft die Bewässerung nicht.
Wiederaufforstung mit Kiefermonokulturen. Oder ist das hier Forstwirtschaft für Ikea?

Gleich erreichen wir den Mount Field National Park. Dort gibt’s ne längere Pause, um die Beine zu vertreten. Wir wollen die Russell Falls und die Tall Trees erwandern und vielleicht auch noch auf den Mount Field hoch. Das aber dann wieder mit dem Auto. 🚙 Schauen wir mal…

Oh ja, hier gibt es wieder Wasser. Das dürfte dann etwas feuchter zugehen. Klar, die Russell Falls ziehen sich durch den Park.
Und sofort ist das Bild ein anderes. Regenwald empfängt uns.
Und gerade und hochgewachsene Eukalyptusbäume.
Manch einen hat’s umgelegt…
Wasserärmchen schlängeln sich durchs Gelände.
Meine geliebten Farne haben hier aber ganz besonders dicke Stämme.
Da staunt mein Captain auch. 😊
Wir hören es schon rauschen…
Da, daaaa…
Nicht schlecht! Mehrere Kaskaden ergießen sich ins Tal.
Jetzt mal der Blick von oben.
Ein weiterer Fall…
Eine ganz schön fette Wurzel. Sie erinnert mich an ein menschliches Becken.

Jetzt geht’s durch den Bereich der großen Bäume.

Es geht wieder um Australiens Eukalyptusbäume. Dieses Mal um den Sumpfgummieukalyptus, die größten Bäume Australiens.

Nicht zu vergleichen mit Neuseelands Kauris, aber auch schon ganz schön fett!
Wie klein man selber doch dagegen ist!

Jetzt tun sich aber doch ein paar Fragen auf. Wieso schält sich der Baum so kräftig? Wächst er in Ringen, oder was? Wir können bei den umgefallenen Bäumen gar keine Wachstumsringe entdecken. Also ja, er wächst in Ringen. Doch die tropische Variante hat nahezu nicht zu erkennende Wachstumsringe. Ahhh so. Und das Abschälen der Rinde hat mehrere Gründe. Einmal wächst der Eukalyptus recht schnell, und die alte Haut wird sprichwörtlich zu eng. Also, weg damit. Gleichzeitig entledigt sich der Baum dadurch von Parasiten und anderen Störenfrieden seiner Gesundheit. Die neue, elastische Haut ist lichtdurchlässiger und unterstützt den Baum bei seiner Photosynthese. Auch ist die neue Hülle atmungsaktiver und schützt den Baum vor Überhitzung. Also, es werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Und da der Baum ein langes Wachstum hat, Höhen von bis zu 100 Metern je nach Art sind möglich, häutet er sich immer und immer wieder. Gut, jetzt habe ich es verstanden. ☺️
Jetzt ist der wirklich schöne Rundweg fast geschafft und wir beschließen noch auf die Bergkuppe des Mount Field zu fahren. Wenn wir schon mal hier sind und auch noch das saftige Nationalparkgeld bezahlt haben. Die Quittung soll vorne hinters Fenster gelegt werden und gilt angeblich für alle anderen Nationalparks auch. Allerdenn…

Die Fahrt, eine Richtung dauert 40 Minuten, ist kurvig, holperig und staubig! Nach einiger Zeit haben wir ein weiteres Auto hinter uns und das nervt gewaltig. Der Fahrer drückt, fährt sehr nah auf, lässt sich wieder zurückfallen und setzt erneut an. Wie gesagt, die Straße ist eng, schlecht und unübersichtlich. Klaus fährt flott, hält sich aber an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Diesmal denkt er gar nicht dran, diesen Nervsack überholen zu lassen, dann müssten wir ja dessen Staub fressen. Kommt nicht in die Tüte!!! Aber bis oben am Parkplatz nervt dieser Typ und kommt dann auch gleich auf uns zugeschossen. Labert irgendetwas Unverständliches, wir reagieren überhaupt nicht, und er zieht wieder ab. Das war doch bestimmt kein Aussie?! Ommmm…. 🧘‍♂️, durchatmen und weiter. Wie sieht es hier denn nun aus? Ein Hochlandsee empfängt uns.

Der wirkt doch mal sehr beruhigend.
Wir laufen noch etwas hin und her, …
der See ist aber mit Abstand das Netteste hier oben.
Der kleine Bach ist auch idyllisch und lässt mich an alpine Landschaften im Sommer denken.
Ansonsten ist die Landschaftsumgebung dröge.

Also gut, der Rückweg ist lang, der Nervtyp mit seiner Begleiterin bleibt wohl noch länger hier oben, wir fahren dann jetzt wieder runter.

Ach, hier sind ja noch mehr Hochlandseen.

Zurück im Tal nehmen wir den Weg nach Strahan wieder auf. Es liegt noch ein gutes Stück vor uns.

Die Landschaft verändert sich. Es wird bergiger und wir passieren mehr Seen und überqueren einige Flüsse.

Wasserkraft scheint eine zunehmende Rolle bei der Energieversorgung zu spielen.

Langsam wächst das Hüngerchen zum Hunger. Unsere nächste Unterkunft bedeutet Selbstversorgung und Restaurants gibt es wohl keine, meint Klaus. Auch unser Weg ist äußerst dünn besiedelt. Da kommt was…., quietsch….

Das Café des hungrigen Wambats soll es sein, wir gehen rein. Wir sind die einzigen Gäste weit und breit, und die Auswahl an Speisen ist gering, das Etablissement schließt gleich. Okay, 2 mal Fish & Chips soll es sein. Was soll ich sagen, es schmeckt fein. 😊 Und weiter gehts…

Bergrücken tauchen auf.
Die Landschaft wird interessanter ….
und abwechslungsreicher.
Die Gräser mit den niedlichen Bommeln obendrauf mag ich auch ganz doll. ☺️

Hier musste ich unbedingt noch aussteigen, um mehrere Fotos zu schießen. Gräser, Berge, einzelne Blüten, das gefällt mir❣️

Die Flora wird üppiger.
Nach üppigem Wald folgt ne Menge Totholz. Komisch!
Sind das die Folgen von Buschbränden?
Vermutlich schon. Es sieht danach aus.
Wir überqueren wieder ein Gewässer.
Plötzlich wird die Berglandschaft öde, rot und geröllig.
Ein um den Berg gelegter, weißer Holzweg soll Wanderer anlocken.

Wo sind wir hier?

Wir sind in der rauen Bergbauregion von Queenstown.

Wieso erinnert mich die Landschaft an die Mondoberfläche? Ja, hier wächst fast nichts mehr, und die Erde ist rötlich. Wie kommt das?

Während des intensiven Kupferabbaus im 19. und frühen 20. Jahrhundert, wurden viele bewaldete Berge kahlgeschlagen. Das Holz wurde für Stollen und Co. benötigt. Aufgeforstet wurde nicht, und die Ironie der Geschichte ist, Queenstown ist gerade jetzt wegen dieser Umweltzerstörung durch Bergbau ein wachsender touristischer Magnet. Aber auch heute noch lebt die Region vorrangig vom Kupferabbau. Wir fahren daran vorbei und erreichen ganz bald Strahan, unser Ziel.

Hier noch um die Kurve, voraus der kleine Hafen,…
da hinten rechts rum,…
ja genau, am Village House vorbei,…
diese Straße noch ein Stückel weiter, …
bei „The Quarters“ links rein…
und „Zack“ sind wir da. 😆

Es ist kurz vor 7:00 Uhr abends, die Sonne scheint noch, und wir haben tatsächlich auch ein Verkehrsopfer zu beklagen. 😌

Ein zerschmetterter Schmetterling am Kühler. Da ist nichts mehr zu machen…

Dann wollen wir mal unser Häuschen für die nächsten 3 Nächte betreten und schauen, was uns erwartet.

Ohhh, das sieht gemütlich aus ❣️
Mir ist, als hätte ich diesen Blumenstrauß schon mal bei meiner Schwiegermama gemalt gesehen. 🤔 Oder hing es in La Plagne? Auf jeden Fall erinnert dieses Etablissement an eine Berghütte.
Unser Heim geht über 2 Etagen.
Und das ist der Blick in den Spiegel und raus in den Garten.

Na, das hat Klaus doch auch wieder sehr schön ausgesucht❣️Etwas zu essen haben wir uns mitgebracht und im Kühlschrank verstaut. Da schmeißen wir uns mal aufs Bett und planen die nächsten Tage… Tschau, tschau 👋✋👋

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