3 X M, Marina, Muttonbird & Mondplatz


 oder Mann im Mond?
Hoppsassa, wir liegen in der Marina. 😳 Wollten wir nicht eigentlich baldigst weitersegeln? Ja, aber KĂ€pt‘n Klaus hat unsere PlĂ€ne komplett umgeschmissen und das Weiterfahren auf Ende nĂ€chster Woche verschoben. Ein fettes Tiefdruckgebiet ist wieder im Anmarsch, der Strom kommt uns entgegen und Wind und Wellen sind zu stark, um einigermaßen manierlich voranzukommen. Hier ist es schön und Platz in der Marina ist auch, Allerhopp. Zuvor sind wir noch ins Wasser und haben unsere Hulls geputzt. Haialarm scheint es ja hier nicht zu geben. Blöderweise habe ich bei wilden Tauchmanövern meinen Schnorchel đŸ€ż verloren. Ich kam nicht mehr hinterher und musste zusehen, wie er langsam im trĂŒben Blau versank. So ein blöder Scheiß. Wir haben zwar Ersatz, aber die Befestigung an der Brille ist mit weg. â˜č
Die Marina ist der Hammer! Niegelnagelneu! Erst Ende letzten Jahres ist sie fertig geworden. Der Knaller sind die Abpolsterungen in den einzelnen Boxen. Da brauchste gar keine Fender mehr. đŸ€— Das ist die schönste Marina, die wir je besucht habenâŁïž Auch Kakadus gibt’s hier keine. 👌 Nur Seagulls, Möwen, gibt es in HĂŒlle und FĂŒlle. Die gehen nicht auf die Boote, aber auf die neuen Stege und pupen diese total voll. Die Marinaleitung ist schon völlig verzweifelt und mit den Nerven fertig, denn sie haben schon alles, wirklich alles probiert, um die Möwen daran zu hindern, sich auf die schönen neuen Betonstege zu setzten und zu kacken. Zur Zeit flackern Discolaser đŸ€­ und auf ungenutzten Stegen sind FlatterbĂ€nder gespannt. Doch schon unsere kurze Beobachtung hier zeigt, das schockt die Möwen ganz und gar nicht.

đŸ«Ł

Wir liegen jetzt erst einmal gut vertĂ€ut und sicher in einer groooßen Box. ✅ Prima.

Jetzt können wir ganz entspannt die Mole entlang zur Muttonbird Island laufen und uns ĂŒber den Giidany Miirlarl, den speziellen Mondplatz informieren. Diese Namensgebung stammt noch von den damals hier lebenden Aborigines, den Gumbaynggirr People. Der Mond galt als WĂ€chter der KĂŒste und der Insel. Er bewachte die dort lebenden Vögel, damit die Menschen sie jagen und sich von ihnen ernĂ€hren konnten. Doch es war ihnen nicht erlaubt, zu viele zu töten oder zu viele Eier den Gelegen zu entnehmen. Der Bestand durfte nicht gefĂ€hrdet werden. Auch zukĂŒnftige Generationen sollten sich noch von ihnen ernĂ€hren können. Also Nachhaltigkeit war der First Nation ein wichtiges Anliegen. Und sie wussten, das der Mond einmal im Monat das Leben der Pflanzen und Tiere erneuerte. Auch nutzte er, der Mann im Mond, die Gezeiten, um diejenigen zu bestrafen, die sich nicht an das Gesetz der Nachhaltigkeit, der Aboriginal People, hielten.
Heute ist die Insel durch Mole und Promenade mit dem Festland verbunden, und ein schön angelegter Weg fĂŒhrt rauf bis zum höchsten Punkt. Den laufen wir jetzt mal.

Muttonbird Island sieht eigentlich recht unspektakulÀr aus.
Ganz oben sind wir noch nicht, aber der Blick auf die Marina ist nett.

Links und rechts am Wegesrand stoßen wir auf zahlreiche Erdlöcher. Wer wohnt denn da? Die Muttonbirds haben dort drinnen ihre Nester. Sag bloß. đŸ€” Vögel die in Erdhöhlen brĂŒten? Das ist ja ungewöhnlich!

Mittelgroße Sturmtaucher sind‘s, die diese besondere Kinderstube fĂŒr ihre KĂŒken nutzen.

So sieht ein Kurzschwanz-Sturmtaucher aus, wenn er in seinem Erdloch sitzt und brĂŒhtet.

Und warum heißen sie Muttonbirds, Hammelvögel? Die frĂŒhen Siedler fingen, genau wie die Ureinwohner, diese Vögel zum Verzehr. Das Fleisch erinnerte sie geschmacklich an Hammelfleisch, und so bekamen die Seevögel diesen ungewöhnlichen Namen verpasst.
Und wo sind sie jetzt? Weg. Die KĂŒken sind flĂŒgge und bereits mit ihren Eltern auf großem Flug nach SĂŒdostasien. Wir sind einfach etwas zu spĂ€t. Mist!

Lebenszyklus

Wir stiefeln weiter hoch. Ganz ohne Anstrengung geht’s nicht.

Oben
Ach nee, der Weg geht ja noch weiter.
Auf dem Schutzdamm dort hinten soll auch ein Weg verlaufen. Den mĂŒssen wir auf jeden Fall noch machen.

Der Wind blĂ€st seeehr krĂ€ftig!!! Die kurzen Haare fliegen, die Kleidung flattert. Weiter geht’s, immer dem Weg folgend.

Blick bis zur nÀchsten Bucht.

Es ist ganz wunderbar hier oben entlang zu spazieren. Da vorne geht es gleich am Kliff hinunter, bis zu einer Aussichtsplattform.

In der Saison Mai/Juni, ziehen hier um die 60.000 Wale vorbei, meist Grauwale, wĂ€hrend ihrer Wanderung von der Antarktis hoch in den Norden, in wĂ€rmere Gefilde, um ihre Babys zu gebĂ€ren. Oh Shit, dafĂŒr sind wir zu frĂŒh. đŸ„Ž Menno, zu spĂ€t fĂŒr die Hammel und fĂŒr die Wale zu frĂŒh. So‘n Pech auch! Nun ja, genießen wir die Aussicht.

Unter uns, ein Hexenpott.
Es ist wirklich schön hier obenâŁïž Nur die spitzen Steine pieken in den Popo. 😅
Aber andere sitzen auch und genießen den Blick.
Blick nach oben. 👆
Blick nach unten. 👇

Wir lernen Roger kennen, einen Ă€lterer Herrn und Captain vom Katamaran Portfolio. Er Australier, seine Frau mit polnischen Wurzeln, segeln beide schon lange an Australiens KĂŒsten hoch und runter. Er ist ein ganz aktiver, drahtiger Kerl, der sich viel bewegen muss. Seine Frau leidet schon lĂ€nger unter Multipler Sklerose, begleitet ihren Mann aber tapfer, so lange es eben geht. Solche Wanderungen hier herauf und wieder runter, schafft sie hingegen nicht mehr. Wir haben beide, oder vielmehr ihren Kat, schon bei Laurieton gesehen, da lagen sie am kleinen Steg. Klar, so konnte sie das Boot ĂŒberhaupt nur verlassen. Jetzt liegen sie noch in der Bucht, ja, das haben wir auch gesehen, wollen aber ganz bald in die Marina kommen. Schön, dann wird man sich noch des Öfteren begrĂŒĂŸen können. Jetzt zieht er mit sehr flotten Schrittes auf und davon


Wir lassen es gemĂŒtlicher an und machen FotopĂ€uschen. Nur wehen unsere Haare nicht so schön im Wind, wie bei dieser jungen Dame.
Ich liebe solche Blicke auf verschiedene Bergketten im SonnendunstâŁïž
Gleich haben wir die erste Aussichtsplattform wieder erreicht.
Oh ha, segeln die jetzt noch raus? Mutig oder ĂŒbermĂŒtig?!
Beim Abstieg muss ich nochmal ein paar Erdlöcher fotografieren

und entdecke diesen kleinen Pieper. Nein, du bist aber kein Hammelvogel! Nein, nein!!
Die Marina erstrahlt im gĂŒldenen Nachmittagslicht. đŸ€©
Und zahlreiche Möwen verzaubern den Himmel.
Tolle FlugkĂŒnstler!

Wieder am Boot sind die Möwen schon da und ruhen und pupen. So ne Sauerei! 😉

So, die 3 M‘s sind erledigt und erzĂ€hlt. Morgen machen wir uns auf einen laaangen Walk zu einem GeschĂ€ft, wo es Powerstationen zu kaufen geben soll. Also eine neue eierlegende Wollmilchsau


Der nÀchste Tag und die Sau


Nach sehr langer Recherche hat Klaus


diesen Laden entdeckt mit der Info, dass es das gewĂŒnschte GerĂ€t fĂŒhrt. Also hin, es sei auch nicht weit, meint mein Mann
 Nee, nur 4 bis 5 Kilometer. Dann sind es bestimmt eher 5 Kilometer oder mehr
 Bei Klaus‘ Zeit- oder Entfernungsangaben muss man vorsichtig sein. Die sind oft zu lang oder zu kurz, gerade so wie es ihm besser passt.
Und der Weg ist lang, sehr lang und wir machen den zu Fuß. Hoffentlich werden die auch wirklich das gewĂŒnschte GerĂ€t auf Lager haben!!! Schauen wir mal, ich werde berichten. đŸ€ž

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