Mensch, ist denn in Queensland alles so anders als in New South Wales? Entweder melden sich die Marinas in Brisbane nicht, sie sind voll oder stellen fast unlösbare Anforderungen für einen Liegeplatz. Sehr komisch! Na, dann leihen wir uns heute zum zweiten Mal den Marina-Mercedes und fahren mal eben in die Berge. Das Wetter wird in Bälde umschlagen und noch mehr Wind und auch Regen bringen.

Dort gibt es einen schönen Aussichtspunkt und einen entsprechend kurzen Walk, den wir innerhalb der 2 Stunden mit dem Auto machen können.













15 Minuten hat dieser kleine Walk gedauert, nun sitzen wir schon wieder im Auto und fahren zum Boot.


Zurück an Bord bemerkt Klaus, dass der Hacker jetzt über Tic Toc versucht in Klaus‘ Account zu gelangen. Fürchterlich!!! Es klappt aber nicht. Klaus ist ja gar nicht bei Tic Toc und die neu gewählten Passwörter und Sicherheitsschranken halten. 😮💨 Ein gutes Gefühl ist das aber alles gerade nicht❕
Was macht eigentlich der Wassermacher?
Oder vielmehr der Magnet? Der ist etwas zu groß und auch eventuell zu stark. Hmm… 🤨, ist ja auch nicht das Originalteil. Klaus, Sparbrötchen, wollte günstiger an so ein Teil herankommen. Tja, und nun? Nun wird nochmal bestellt und zwar das Original. Tzzz… Und Zack, ist das Teil da und wieder im Restaurant abgegeben worden. Obwohl Klaus es dieses Mal als Empfänger unterschreiben wollte.

Jetzt wird die Reparatur zum Kinderspiel und alles funktioniert wieder so, wie es sein sollte. 👏
Da das Regenband noch nicht da ist, machen wir noch einen Spaziergang durch den nahegelegenen Mangrovenwald, und etwas später am Tag bekommt Klaus die Zusage von der vierten Marina in Brisbane. Es ist eine der beiden kleineren Marinas, schon älter und etwas abgelegen. Aber Vid, die Organisatorin dort, ist super, sehr freundlich, richtig auf Zack und kann uns für die gewünschte Zeit unterbringen. Auch will sie nicht, wie die andere kleine Marina, Unterlagen vom Pferd. Klaus sagt zu. Wir beschließen in Kürze loszusegeln. Nun also doch… Das Wetter ist nicht gut, es stürmt draußen kräftig, die Wellen sind fies. Aber es wird in absehbarer Zeit auch nicht besser, sondern eher noch schlimmer. Sogar hier in der Marina wird es zunehmend unruhig. Wellen kommen rein und ziehen an den Festmacherleinen. Die knatschen lautstark. Tja, und irgendwann müssen wir ja auch weiter, da hilft alles nichts. Gut, wir wollen bis kurz vor Brisbane durchsegeln und erst bei der vorgelagerten Insel, Moreton Island, einen Stopp einlegen. Danach wird es dann sehr, sehr flach, und wir sollten während der Flut und bei Helligkeit die letzten Seemeilen bis zur Newport Marina in Brisbane machen. Drei Tage und Nächte sollten reichen, um Moreton Island zu erreichen. Wann soll es losgehen? Übermorgen, noch vor dem nächsten anrollenden Sturmtief. Zur richtigen Einstimmung berichtet mir Klaus, dass dieses Jahr schon 45 Menschen an der Küste New South Wales zu Tode gekommen sind. Mehrheitlich ertrunken sind sie. Auch sind einige gekenterte Boote mit darunter, inclusive ertrunkener Crew. Um das alles noch entsprechend zu untermalen, ziehen dicke Regenschauer über uns hinweg und deutlich kühler ist es auch geworden. 🫣 Ja, auch die Ostküste Australiens hat es in sich und ist kein leichtes Segelgebiet! Auch wenn die Wirbelsturmsaison nun vorbeisein sollte und jetzt die Zeit ist, die Küste seglerisch zu entdecken. Dann wollen wir mal alles soweit vorbereiten.
Freitag, der 24. April 2026
It‘s raining again,…. und kalt ist es auch. Dennoch überrascht uns die Sonne und zaubert einen tollen Regenbogen. Wenn auch nur kurz.

Es bleibt dabei, morgen legen wir ab. Die Ausfahrt aus der Marina wird das erste Herzklopfen auslösen, ist sie doch recht eng und linksseitig ist ordentlich Sand angespült worden. Man könnte sagen, da bildet sich eine Sandbank. In den Morgenstunden hat sich dort schon ein reinkommendes Fischerboot kurzzeitig festgefahren. Upsi! Die andere Seite ist gut mit Steinen bestückt, denen sollte man auch nicht zu nahe kommen. 😅
Dann erreicht mich die Nachricht vom plötzlichen Tod meiner lieben, kleinen, süßen Mutti.
Unfassbarkeit macht sich in mir breit. Erschüttert und tieftraurig sitze ich auf unserem Boot, so weit weg, weiter geht es ja kaum. Sie war schwer dement und hatte im letzten halben Jahr stark abgebaut. Aber dennoch hatte ich das unerschütterliche Gefühl, sie am Ende des Jahres, nach vollendeter Weltumsegelung, wieder in die Arme schließen zu können. Das geht jetzt nicht mehr und mir bleiben nur noch die Erinnerungen. Die Erinnerungen an eine so fröhliche, positive, sonnige, bunte, großherzige, liebevoll sorgende und lebensbejahende Frau, meine Mutti.

In dieser Nacht zum Samstag bekomme ich kein Auge zu und stehe in engem Kontakt zu meinem Bruder, der unsere Mutti so großartig bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet hat. Das ist ein gutes Gefühl, sie war nicht allein. Und nun kann ihre Seele fliegen, wohin sie auch will. Kein schwacher Körper, kein verwirrter Geist hält sie mehr auf. Das ist schön, heul… 🥹
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