Weiße Oase, wir kommen 🏝️

Nichts anderes bedeutet Whitehaven, der einzigartige, weiße Strand auf Whitsunday. Whitsunday ist die größte der 74 Inseln der Pfingstsonntags-Inselgruppe. Jepp, 1770 segelte James Cook mal wieder an dieser Inselgruppe vorbei, und es war Pfingstsonntag. Zack, hatten diese Inseln den Namen “Whitsunday Islands” weg. Ich weiß ja auch nicht, aber dieser James Cook hat der halben Welt ihre Namen verpasst. 🤔
Früh machen WIR uns auf den Weg. Alle anderen liegen noch im Häuschen, vereinzelt ist bereits das AIS eingeschaltet. Wir lassen dieses System immer an. So kann man uns finden und sehen, und wir sorgen für mehr gegenseitige Sicherheit. Die allermeisten “Freizeitsegler” tun dies nicht, was wir schade finden. Viele sind auch segelnd ohne AIS unterwegs, dann können wir sie nur als wolkigen Strich auf dem Radar wahrnehmen. Die Gefahr einer Kollision steigt.
Der Wind ist schwach, wir kamen gut aus der Box und der Marina heraus, obwohl es noch ziemlich dunkel war. Das restliche Wetter ist aber doof. Es regnet, ist diesig und voll uselig. “Uselig”, ein Wort das Klaus überhaupt nicht leiden kann. 😆

Eine Stunde später ist immer noch nicht klar, woher der Wind denn nun eigentlich blasen will. Wobei es sich ehrlicherweise nur um ein Lüftchen handelt. Das Wellenbild ist allerdings oberscheiße! Ein kräftiger Schwell knallt uns seitlich ans Boot. Alle paar Minuten haut’s uns fast um. Das Inventar fliegt, es regnet rein, wir machen die Schotten dicht. Das sind bestimmt noch die Folgen der zurückliegenden, stürmischen Zeit.
Wir werden es heute nicht bis zu den Whitsundays schaffen, die Shaw Insel wird uns eine Übernachtungsbucht bieten. Von dieser Insel aus können wir morgen gut ablegen und genau zum richtigen Zeitpunkt durch ein Nadelöhr schlüpfen, um die Hauptinsel mit der weißen Oase zu erreichen. Ich bin schon sehr gespannt diese berühmte, australische Inselwelt zu sehen, falls uns der gleißend weiße Sandstrand nicht zu sehr blendet. 🫣 Ja, so weiß soll er ja sein, der berühmte, ultrafeine Siliziumdioxidsand. Dioxid? Hört sich giftig an! Nee, es ist bloß Quarz und zwar so fein und rein, dass das reflektierende Sonnenlicht ihn ultraweiß erscheinen lässt. Ich bin ja sooo gespannt. Es klart auf,…

… die Bedingungen werden besser.

Im Laufe des Tages holt der Wind dann doch noch einmal kräftig Luft, hat sich für eine Richtung entschieden und katapultiert uns mächtig vorwärts.

Da wir schon ein Weilchen zwischen verschiedenen Inselketten hindurchsegeln,

haben wir im Schutze dieser keine störenden Wellen mehr und sausen nur so voran. Jippie.🥳 That’s sailing❗️Am späten Nachmittag erreichen wir unsere angepeilte Ankerbucht.

Wir sind alleine, gut! Der Anker ist noch nicht ganz gefallen, da saust eine andere Seawind 1260, von der anderen Seite der Bucht herkommend, hinter uns her und setzt sich Arsch an Arsch an uns heran. Mensch, 😠 das muss doch nicht sein! Oder? Es ist ein Charterboot, also nicht der Eigner selbst.

Hm…, wir nehmen es mal so hin. Morgen hauen wir eh wieder zeitig von hier ab. Die weiße Oase ruft schon… 😃.

2 Stunden, dann müssten wir dort sein.

Der höchste Berg in dieser Bucht scheint überwiegend in Wolken gehüllt zu sein.

Das muss ich mir mal ranzoomen.

Aha, soso…

Am Abend leuchtet uns ein schöner Sonnenuntergang ins Gesicht und zaubert die Wolke über diesem Berg fast weg.

Am nächsten Morgen

6:20 Uhr, der Anker ist oben. Gerade geht die Sonne auf und taucht alles in ein orangegüldenes Spektakel.

Jetzt geht’s durch’s Nadelöhr. 😅

Ein Loch ist im Felsen, Karl-Otto, Karl-Otto, ein Loch…. 🎶

Das Fahrwasser ist tief genug, aber das Strömungsgeschehen ist völlig unvorhersehbar. Laut Tidenkalender sollte erst am späten Mittag ein zunehmend starker Gegenstrom zu erwarten sein, doch der ist jetzt schon in Ansätzen da, und das Wasser ist strudelig. 🫢

Bis zu 4 Knoten Gegenstrom sind möglich.
Hier musst du schon aktiv steuern und gut aufpassen❗️
Da kommt doch nun tatsächlich auch noch ein Whitsundays Cruiser von hinten und überholt. 😅
Soll das etwa der berühmte, weiße Strand sein? 🧐

Nein, nein, nein….

Da isser, der weißeste Strand ever! 🤩 Aber geblendet werde ich nicht.
Und es ist viel los! Segel- und Motoryachten, sowie Motorcats, die 2 mal am Tag einen Schwung Touris herbringen…

Vor gut 100 Millionen Jahren war diese Region Teil des australischen Festlands. Schwere Vulkantätigkeiten führten zu Auffaltungen und Gebirgsbildung. Durch Abschmelzen der letzten großen Eiszeit vor 10.000 Jahren, wurden die Küstenebenen überflutet, so dass nur noch Gipfel und Bergrücken der einstigen Gebirge herausschauten. Diese Spitzen sind die heutigen Whitsunday Islands. Und woher kommt dieser ultraweiße Sand bei Whitehaven? Vor Ort durch Verwitterung ist er nicht entstanden. Hier gibt es kein quarzhaltiges Gestein. Wissenschaftler sind der Meinung, dass durch Millionen alte Strömungen der Sand vom Festland hierher gespült wurde, sich ablagerte und durch Flusstransporte und Gezeiten immer wieder gewaschen wurde. Zurück blieb der leichte, aber härtere Quarzsand, der nun auch noch die geniale Eigenschaft hat, sich bei Sonneneinstrahlung nicht aufzuheizen. Die Quanten 🦶🦶 bleiben fresh. 😅 Gibt’s den nur hier? Nein, es gibt auch noch andere Stellen in dieser Region. Aber, Whitehaven Beach ist der längste Strand dieser Art und hat die größte Anhäufung des weißen Goldes überhaupt. Das, und die Kombination mit dem türkis grünblau changierenden Wasser, ist das so Besondere.
Wir ankern in der Nähe des obigen Zweimasters und beobachten erst einmal das hiesige Treiben.

Das tolle beim Ankern hier ist, man hat keinerlei Steine, Korallen oder Ähnliches. Man kann den Anker fallen lassen und hat nur herrlichsten Sand unter sich. Und, der Anker hält bestens.🩵
Das Hill Inlet am Northern End ist sehr besonders. Manche Boote ohne Kiel, nur mit Daggerboards, fahren bei Flut sogar hinein. Das können wir nicht, aber mit dem Dinghy…

Wer uns hier in dieser Bucht lautstark empfängt, ist der lachende Hans. Ich habe da mal was rausgesucht….

Drolliger Typ❣️ Gesehen und gehört haben wir ihn schon öfter. Nur videomäßig festhalten konnte ich ihn bisher noch nicht. Im Laufe des Vormittags kommen immer weitere Boote angeschippert. Andere legen wieder ab und immer wieder überfliegen uns Kleinflugzeuge und Helikopter. Es ist was los an der weißen Oase! Da es sich leider zuzieht und anfängt zu nieseln, bleiben wir an Bord. Ich muss eh noch etwas Papierkram erledigen, brauche dazu aber unseren Drucker. Nach 2 Druckvorgängen, mit leider jeweils der falschen Seite und diesbezüglichem Stress mit Klaus, stellt der Drucker seine Dienste, ohne Vorwarnung, ein. Für immer??? Schweißausbruch. 😓 Erst tut Klaus so, als trage ich jetzt daran die Schuld, dabei habe ich nur 2 mal die falsche Seite angeklickt. Also bitte, Herr Müller! Aber schon recherchiert er wieder im Internet. Geschlagene 3 Stunden optimiert, probiert und verzweifelt Kapitän Müller fast an diesem vermaledeiten Epson Drucker. Dann, mit Chat’s Hilfe und einem im Netz erworbenen Schlüssel (aus Russland 😨) zum Zurücksetzen des Zählers und einem neuen Tank (hat Klaus als Ersatzteil an Bord 👍), gelingt ihm die Wiederbelebung des Druckers. 🥳

Yes, you can❣️ Und ich kann drucken. 👏

Morgen gehen wir an Land, erklimmen den Lookout, irgendwas mit 300 Treppenstufen, und schippern später zum Hill Inlet. Na dann, bis dann 👋…

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