Kurz und knapp? Kann ich das? Das kann ich doch gar nicht! Schauen wir mal… 🙂

44 Seemeilen trennen uns vom ersten Zwischenstopp, dem Great Keppel Island.

Kräftige 2 bis 3 Meter hohe Wellen schieben uns mit wackelndem Po voran. Das Heck drückt sich von links nach rechts, auf und nieder und immer wieder. Heute lacht uns keine Sonne entgegen. Etliche Squalls sind unterwegs, mit ordentlich Wind im Gepäck. Um die Mittagszeit erreichen wir unser heutiges Etappenziel, Great Keppel Island.

Wir ankern ganz rechts außen,…








Wir bleiben an Bord, es wird gekocht, die Nachtmusik von swr1 dudelt, und wir gehen früh zu Bett. Der Wind heult uns in den Schlaf, in einen etwas unruhigen Schlaf. 😴
Weiter geht’s…
Kurz nach sieben geht es wieder los.

Knapp 50 Seemeilen liegen zwischen uns und unserem nächsten Ziel, der Pearl Bay.
Yeah, heute rauschen die Wellen wieder seitlich an uns heran. Wackel die wackel, und der Wind kann sich so gar nicht entscheiden, von wo er blasen will. Blöd! Von wegen, die Wellen kommen jetzt nur noch von hinten. 😡 Und da haben wir ihn wieder, einen Squall. Übrigens, die meisten Segler weit und breit sind Australier. Solche Weltumsegler wie wir sind Mangelware. Und die Australier segeln noch überwiegend mit Monohulls. Was die bei diesen Bedingungen wackeln und krängen, das ist wirklich nicht mehr schön! 🤢
By the way, Klaus hat gerade herausgefunden und festgestellt, dass zwischen dem 1. und 12. Juni 2026 Militärübungen an Queenslands Küste stattfinden. Heute ist der 9. Juni 2026, also mittendrin. Es soll gebombt und scharf geschossen werden. Jetzt studiert Klaus erstmal genauestens, welche Inseln und Buchten desdawegen für unsereins gesperrt sind. Was muss er da überrascht feststellen? Bei Cape Capricorn, da, wo wir hoch zum Leuchtturm spaziert sind, war Sperrgebiet. 😱 Da hätten wir überhaupt nicht sein dürfen. Ach du liebes Bisschen!!!! Da waren wir sozusagen direkt im „Kriegsgebiet“. Gemerkt haben wir davon aber absolut gar nichts. 🙉🙈 Nur könnte das der Grund gewesen sein, warum wir dort fast alleine waren. Jetzt studiert er im „Queensland Government Publication Portal”, einem irren Datenwust, wo wir hindürfen und wo nicht. Ahhh, die Pearl Bay is open, Jippie. 🥳 Und schwupps sind wir auch schon dort.





Hübsch ist’s, bloß ziemlich regenverhangen.


Viele Schauer ziehen über uns hinweg, der Wind heult und wir wackeln kräftig. Gute Nacht. 😴💤 🌙
Weiter und immer weiter…
Schon vor 7:00 Uhr sind wir wieder on the way, auch die Sonne ist diesmal mit dabei.






Aber hallo, das Wasser ist ein Hexenkessel!






Meine Güte, was ist das für eine Waschmaschine?! 🙈 Man kann sich wohl vorstellen, wie wir durchgeschleudert werden. Zum Übelwerden, kann ich nur sagen. 🤢 Was ist das nächste Ziel? Wir schaukeln uns von der Pearl Bay zur Supply Bay. Allergut. 🤢

Schon seit der Pearl Bay heute Morgen, segeln wir zusammen mit einem Monohull, der „Silkroad“, der „Seidenstraße“. Bin gespannt, wo deren heutiges Ziel liegt?

Wir haben 1,2 Knoten Gegenströmung und Wind, Wind, Wind. 💨 Aber, es ist spürbar wärmer geworden und damit auch angenehmer. Die Sonne lacht, und die Wellen kommen von schräg hinten. Passt doch. 😊 Auch die Supply Bay ist eine Bucht mit starker Tide und starken Strömungen, liest Klaus vor. Mit bis zu 5 Metern Tidenhub ist zu rechnen. Eine weitere Warnung wird gegeben: Never swim in this bay! Krokodile und Strömungen gefährden das Leben.
Oh ha! 😮 Jetzt ist es also soweit, wir müssen mit Salzwasserkrokodilen rechnen. Scheiße nein! 🐊 Und mit Schlangen, gefährlichen, giftigen Schlangen. 🐍
UND, noch dazu, mit scharfen, militärischen Übungen. 💣 Was ist jetzt mit der Supply Bay, der Versorgungsbucht??? Dürfen wir da rein und ankern? So ganz eindeutig sind die Infos nicht, aber bei Noforeignland sehen wir, dass kürzlich Boote dort geankert haben. Also, wir fahren da jetzt rein und Ende Gelände! Die Kannibalenbucht klingt nicht viel einladender! 🤭 Bei herrlichstem Sonnenschein, toller Musik, Wellen von hinten und laufendem Wassermacher, nähern wir uns unserem Tagesziel.

Der Wassermacher läuft spitzenmäßig und produziert 38 Liter Wasser in der Stunde, statt der beschriebenen 24. 💪 Gerade jetzt ist das Wasser besonders klar und smaragdgrün. Dann biegen wir ab,…

und sind da. Seidenstraße segelt weiter, tschau, tschau. 👋 Der Anker fällt. Guck dir mal diese Beschilderung hier an!


Ach du liebes Bisschen, dann hoffen wir mal, dass heuer keine Bomben fallen. 🙏Da gesellt sich ein zweiter Katamaran zu uns. Eine Seawind 1160, Alila ist ihr Name. Wir winken uns aus Leibeskräften zu und wollen gleich auf Kanal 11 quatschen.
Sie kommen aus Sydney, vercharten ihr Boot oder chartern es, wir verstehen sie nicht so ganz… Er möchte gerne swappen. Häää? Was? Tauschen? Ach, das Boot will er tauschen… Nee, nee 😌. Wir wünschen uns noch nen Guten, und ich gehe Wäsche waschen. Das gesamte Boot hängt voll. Dann bereite ich uns was zu essen vor. Es wird Gemüsewraps mit Schmorzwiebeln geben. That’s it!
Alila ist bereits weg… ⛵️
Wir heben um sieben den Anker. Nur 35 Seemeilen bis zum nächsten Stopp liegen vor uns. Eine Bucht von Percy Middle Island soll es heute sein.

Die vergangene Nacht war prima. Trotz “Bombenalarm” lagen wir friedlich, wie in Abrahams Schoß.
Die Tiden nehmen an Höhenunterschieden jetzt merklich zu. Weiter im Norden müssen wir uns auf 8 Meter und mehr einstellen. Unvorstellbar! Damit zusammenhängend sind die Strömungsverhältnisse echt verrückt. Mal kommt es uns voll entgegen, dann wieder von hinten, eben gerade noch schräg von der Seite, also so lässt sich keine einigermaßen konstante Geschwindigkeit halten. Da lacht uns wieder einmal Mutti entgegen. Und das, obwohl sie gerade noch in Hamburg gelächelt hatte.


Schön ist das, mit der Verknüpfung von Mutti und einem Regenbogen❣️So lacht sie sich immer wieder in unsere Herzen. 🌈

Nun strahlt die Sonne, und das Segeln ist gar nicht so schlecht. Der Hauptschwell kommt glücklicherweise wieder eher von hinten. 🙏





Übrigens, wir haben unsere Marinabuchung um 2 Tage vorgezogen. Wir sind schneller als gedacht und Platz ist ausreichend vorhanden. Supi❣️
Und Zack sind wir da.



Dieses Haus wurde von Seglern, für Segler errichtet, und jeder Segler lässt ein kleines Stück von seinem Boot dort. So lautet die Geschichte.


Die Bucht ist schon schön❣️Tolles Gestein, gut bewachsen und feiner, heller Strand. Dann kommt noch eine Tide von 4,50 Meter dazu, was mal eben ein Trimaran nutzt, um zu beachen.

Na? An Land Schatzi? 😆 Nee, ich koche lieber. Es gibt Reibekuchen mit Crème fraîche und Rotkohlgemüse. Lecker 🤤. Dann wackel-schwabbeln wir uns durch die Nacht.
Guten Morgen liebe Sorgen
Es ist wolkig und regnerisch. Unser letzter Stopp vor der Mackay Marina ist nur 28 Seemeilen entfernt. So können wir uns heute Morgen etwas mehr Zeit lassen. Es wird erstmal ausgiebig geduscht und gefrühstückt. Dann bereiten wir alles zum Ablegen vor, die Motoren werden gestartet, ich gehe vor zum Heben des Ankers, die Bridle kommt hoch und klemmt fest. Nochmal runter bitte, wieder hoch und Knall. Die fette Metallschließe klemmt erneut. Oh neeeiiin, was ist das denn? 😱 Die Bridle hat sich unter das rechte Edelstahlschutzeisen geklemmt und dieses bis zur Hälfte hochgebogen. Unser schönes Schutzeisen. 😥 So bekommen wir jetzt weder die Bridle, geschweige denn den Anker rein. Okay, der Anker sitzt ja noch, und Klaus kommt vor zum Gucken 👀. Scheiße nein! Erst versucht er das Schutzeisen zurückzubiegen. Null Chance! Die Erkenntnis wächst, das Eisen muss weg. Aber wie? Man kommt nicht richtig an die Schrauben und vor allem an die dahintersitzenden Muttern heran. Eigentlich müsste sich einer von uns dafür die Hand brechen. Nein, soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Die andere Möglichkeit ist, das Dinghy zu Wasser zu lassen und unter die Ankeraussparung zu fahren. Also von unten die Muttern zu lösen, während ich oben die Schrauben mit einem kurzen Schraubenzieher festhalte. So machen wir das.

Jetzt haben wir nicht die Rechnung mit dem Schwabbelwasser gemacht. Klaus sitzt im Dinghy, an Ort und Stelle und wird jetzt dermaßen hin und her und rauf und runter geschlagen, dass er sich entweder gleich den Kopf spaltet oder der Dinghymotor am Boot zerschellt, oder beides. Die reinkommenden Wellen brechen sogar, fürchterlich! Wir müssen das Dinghy anders festbinden und stabilisieren. Oh menno, so muss es jetzt gehen. Ja, es funktioniert. Muttern, Unterlegscheiben und Schrauben sind ab. Drei Unterlegscheiben sind in den Fluten verschwunden. Jetzt muss noch der Kleber gelöst werden, und das verbogene Metallteil darf auf gar keinen Fall ins Wasser fallen und versinken. Auch das klappt, puhhh 😮💨. Fix und alle hole ich Klaus wieder an Bord. Auch das ist bei diesem Gewackel ein Vabanquespiel.


In Mackay werden wir versuchen jemanden zu finden, der das für uns machen kann. Bis dahin muss die Bridle unterhalb der Ankeröffnung an- und abgemacht und die Kette kerzengerade eingeholt werden, damit das Fiberglas nicht verletzt wird oder sogar abbricht. Übrigens hat uns Toy, in ihrer kleinen, rumpeligen Marina auf Phuket damals darauf aufmerksam gemacht. Und von ihren Jungs haben wir diese schönen Schutzmetalle anfertigen lassen. Also vor fast 4 Jahren. Deshalb ist mir jetzt auch richtig das Herz schwer, und ich leide leise etwas vor mich hin. 😞 Doch wir müssen jetzt Tempo machen und endlich losfahren. Allerhopp. Groß und Jib sind gesetzt und ruppig geht’s in Richtung Curlew Island, unserem Tagesziel.

Kurz vor Erreichen von Curlew Island passieren wir eine interessante Steinformation, mit dem Namen Bluff Island oder Sphinx Islet. Der zweite Name passt besser, finde ich.




Nun geht’s entlang an weiteren schönen Felsen.










Hier ist alles ruhig, totenstill sozusagen. Nur die vertrockneten Äste sehen ein bisschen wie knochige Gerippe aus. Gehen wir noch an Land? Erstmal Chat fragen. Nee, wir lassen das mal lieber. Es wäre möglich, hier auf folgendes Getier zu stoßen:

Nein, nein, wir ankern,…

planen 5,50 Meter Tide ein und machen uns an den Keilriemen meines Motors. Der quietscht nämlich ohrenbetäubend und rappelt. Also, Kabine ausräumen Keilriemen anziehen und die Befestigungsschraube der Lichtmaschine wieder einsetzen und festschrauben. Klaus stöhnt lautstark, aua, uhhh, puhhh, ähh, ufff, uhhaa, hach…….. Jau, die war doch tatsächlich wieder ab, die blöde Schraube?! Seltsam! So, die Kabine ist wieder eingeräumt und es kann Abend werden. Morgen folgt der letzte Schlag bis zur Marina in Mackay. Morgen ist Samstag. Samstag und Sonntag wird nicht gearbeitet! Das steht schon mal fest. Das heißt, wir können erst Montag jemanden für unser verbogenes Metall suchen. Klaus ist der Meinung, das wäre kein Problem. Ich bin mir da gar nicht so sicher. Das ist übrigens eine typische Meinungsverteilung. 🙂 😕
Ganz früh am nächsten Morgen

Es ist 5:52 Uhr und noch ziemlich dunkel. Ein weiterer Segler hatte sich gestern Abend noch zu uns gesellt. Der schläft aber noch. Unsere Ablegevorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Wir wollen zügig los, um noch rechtzeitig die Marina während ihrer Öffnungszeiten zu erreichen. Davon berichte ich aber erst beim nächsten Mal. Denn wie es zu erwarten war, ist meine geplante Kurzberichterstattung sehr laaaaaaang geworden. Also, Schluss aus und Ende im Gelände. Bis bald…… ✌️.
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