Eine magnetische Insel? 🧲

Und was uns noch so alles erwartet…

Erstmal verläuft der Segeltag bis in den Sonnenuntergang hinein herrlich. Top Wetter, gute Winde, um die 20 Knoten, und Wellen von hinten. So darf es gerne bleiben. Ach ja, auch die Strömung ist mit uns. 👍 Aber so bleibt es nicht. Der Wind holt aus und beschert uns 30 Knoten. Teilweise surfen wir die Wellen hinunter und erreichen Geschwindigkeiten von 12 Knoten plus. Manchmal entweicht mir ein Pups? Das auch. Nein! Ein erschrockenes Huch! 😬 Durch dieses Tempo drohen wir zu früh und noch bei Dunkelheit die Horseshoe Bay der Magnetic Island zu erreichen. Das wäre etwas ungünstig, denn vermutlich liegen einige Boote in dieser beliebten Bucht. Klaus plant einen Umweg zu segeln, verwirft diesen Plan aber schnell wieder, da dieser Kurs Wellen von der Breitseite bedeuten würde. Nicht gut! 👎 Stattdessen düsen wir mit Karacho durch ein imaginäres Ankerfeld für Frachter. Zum Glück liegt da niemand!

Der nächste Tag beginnt,…

die Helligkeit lässt noch lange auf sich warten. Wir versuchen so langsam wie möglich voranzukommen, nähern uns aber unaufhaltsam der besagten Bucht. Der ständige Blick fällt auf die Uhr. Zeiger, geht voran, lasst 6:00 Uhr erscheinen! Wir sind da und erahnen es schon, die Bucht ist voll. Minute um Minute erkennen wir erst schemenhaft, dann deutlicher die Umrisse der anderen. Ein gutes Dutzend Segelboote liegt vor Anker. Der, der am weitesten draußen ist, hat keinerlei Beleuchtung. So ne Schweinebacke!!! Auf so einen könnte man bei voller Finsternis problemlos draufknallen. Schöne Sauerei! Wir passieren ihn mit Abstand und finden ein gutes Plätzchen, um nun unseren Anker fallen zu lassen.

Der Insel gegenüber am Festland liegt Townsville.

Sehr erleichtert und ziemlich erschöpft sinken wir auf unser Sofa. Puhhh, die schlaflose Nacht kostete viel Kraft. 🥱 Darum geht es auch ganz schnell ins Bettchen. Bis 10:00 Uhr knipsen wir uns einfach mal aus. Aus die Maus. 😴 Wieder an Deck, wird das Dinghy zu Wasser gelassen und an Land getuckert.
Och, das ist ja nett hier. Eine freundliche Ferienatmosphäre empfängt uns,…

und wir lassen uns augenblicklich in einem hübschen Café nieder, um zu frühstücken.

Florentiner 🤤

Am Nebentisch sitzt ein junger Vater mit kleiner Tochter und noch kleinerem Sohn. Beide bekommen jeweils einen Baby Chino und teilen sich ein Croissant. Niedlich. Wir kommen mit dem Vater ins Gespräch, ich verschenke meine beiden kleinen Marshmallows an die Kinder, und plötzlich fliegt der gläserne Salz- und Pfefferbehälter zu Boden und zerspringt in tausend Teile. PENG 💥❕Upsi… 🫣. Kleine Kinder und ein Restaurant 🤔. Sofort erinnere ich mich an eine weit zurückliegende Situation mit unseren beiden kleinen Stressern. Es wurde so schlimm im Gasthaus, dass Klaus und ich uns Alkohol bestellten, um das Chaos irgendwie zu überstehen. 😝 Sonst trinken und tranken wir auch damals schon keinen Wein oder Ähnliches. Der Gastwirt machte 3 Kreuze, als wir endlich gingen… Danach mieden wir Restaurantbesuche für eine lange Zeit. So schlimm war das jetzt hier mit den beiden Kleinen nicht, aber wir lassen die drei mal alleine und fühlen mit dem Vater. 🙃

Wirklich nett hier.
Entsprechend gut besucht ist die Bucht.

Apropos Hufeisenbucht der magnetischen Insel. Herrschen hier irgendwo magnetische Kräfte, von denen wir noch nichts bemerkt haben? Nein, nicht im Geringsten! Keines der Gesteine enthält auch nur Spuren eines Magnetismus. Aber, man ahnt es schon, James Cook meinte beim Vorbeisegeln, dass seine Gerätschaften nicht mehr einwandfrei funktionierten und verpasste daraufhin dieser Insel den Namen, Magnetic Island. So war‘s. Entschuldigung, verehrter Herr Cook, da haben sie sich geirrt.

Ein abgetrennter Schwimmbereich. Auch die Rettungswacht ist nicht weit.
Da hocken sie. 🛟
Ein älteres Ehepaar. Man achte auf den Abstand von ihr zu ihm. Weiter an den Rand geht’s nimmer. Was sagt uns das?

Tja, die werden auch schon einige gemeinsame Jahre auf dem Buckel haben.
Klaus hat nen Rucksack auf‘m Buckel. Jepp, eine Nachproviantierung steht noch auf dem heutigen Stundenplan. Aber, das wurde bereits gecheckt, der kleine Laden an der Promenade ist ziemlich ausgeräubert. Da ist nichts zu holen. Wir müssten zum Supermarkt in die nächste Bucht. Es gibt eine günstige Busverbindung dorthin, und gleich fährt einer ab. Schnell, wir spurten zur Haltestelle. Doch was machen wir bloß mit unserem Dinghy???

Das hintere ist das unsrige.

Wenn bald wieder die Flut einsetzt, wird’s gefährlich. Dann kommen wir zurück und das Dinghy ist weg. Klaus rechnet und schaut sich den Busplan an. Wenn wir den erstmöglichen Bus zurück nähmen, hätten wir 15 Minuten zum Einkaufen. Das reicht doch. Nee, spinnt der? Das reicht noch nicht mal zum Bezahlen. Immer muss gehetzt werden. Furchtbar! Aber das stellt sich sowieso als absurd heraus, denn der Bus braucht nicht 20 Minuten, sondern 30 Minuten für die Strecke. Okay Klaus, dann kauf jetzt mal in 5 Minuten ein, zum Totlachen! 🤣 Auf dem Busschild stehen eh ganz andere Zeiten als im Internet. Wir nehmen später ein Taxi und Schluss. Und ein entspannter Einkauf beginnt. Mit 2 vollen Rucksäcken, einer Tasche, nem 6er Pack Wasser unter‘m Arm und einem heißen Tip von der Kassiererin steigen wir in ein Maxi, ein Großtaxi. Eigentlich hat der Fahrer gerade Schluss und wartet auf seine Ablöse. Er fährt uns aber trotzdem. Nett! 🥰 So sind wir rechtzeitig am Dinghy, und es steht immer noch auf dem Trockenen. 👍 Wie war noch gleich der Tipp? Die nette Frau meinte, wir sollten uns unbedingt die Insel…

Lizard anschauen. Eine sehr schöne Insel, wo man eigentlich nur mit viel Geld hinkommt. Im dortigen Ressort, die einzige Bebauung auf dem gesamten Island, fängt der Preis für eine Nacht bei guten 4.000,- Dollar an. 🫢 Wir könnten aber einfach mit unserem Boot hinsegeln und die Insel erkunden. Jau, das schreiben wir jetzt gleich sofort auf unsere To-do-Liste drauf! An Bord nimmt die Überlegung Gestalt an, etwas zu arbeiten… 😅. Neben dem Auskehren des Dinghys und Saugen des Salons, könnten wir das Screecher wieder aufbauen. Ab übermorgen soll der Wind deutlich nachlassen und das bedeutet Screecher Time. 🤩 Aber so einfach macht es uns das Screecher heute nicht. Das Fall verturnt sich etliche Male, und das darf so nicht bleiben. Herr Professor Doktor Kapitän Klaus Müller überlegt und hat die Lösung. Er führt eine lange Leine zusätzlich und beidseitig durch den Drehverschluss an der Spitze des Segels. So kann er, während ich das Segel hochziehe, vermeiden, dass sich der Swizzle dreht und damit die Leine verdreht. Und,… es funktioniert. Völlig unverdreht ist das Segel oben. 👏 Es steht, und wir können ab morgen oder übermorgen Tempo machen.

Und wir machen Tempo

Mit ausgerolltem Screecher sind wir seit kurz nach 6:00 Uhr unterwegs. Es ist noch recht schummrig, aber 88 Seemeilen wollen heute ersegelt werden. Allerhopp !

Die Sonne wird uns wohl heute nicht beglücken. Stattdessen saust uns ein Transporter, aus den tiefhängenden Regenwolken kommend, entgegen. Sehr dicht und ohne AIS. Wieder so eine Schweinebacke! 🤨

Ich schau mal so herum, die Sonne vergeblich suchend, da entdecke ich ES. Das Screecher hat einen Riss. 😩 Einen 30 Zentimeterriss zur unteren Abschlussnaht hin. Oh ha, das sieht nach Materialermüdung aus. Schnell versuchen wir den Riss mit Nadel, Faden und Segelklebeband zu fixieren. Dass wir beide bei Wind und Welle da nicht über Bord fliegen, ist erstaunlich. Doch wir schaffen es, eine notdürftige Fixierung hinzubekommen und das Weiterreißen zu verhindern. Bevor uns die nächsten Regenwolken in die Mangel nehmen können wir es gerade noch einholen. Minuten später hat Madame Wind von 13 auf 20 Knoten zugelegt, das Jib muss übernehmen. Das Groß darf sich weiterhin ausruhen, der Regen beginnt.
Wir haben uns für eine Innentour entschieden. Das bedeutet, wir segeln nahe am Festland und zwischen sehr vielen Inseln und Inselchen, sowie Riffen hindurch Slalom. Obacht❗️Der Vorteil für uns entsteht dadurch, dass diese Insellandschaften das Wellengeschehen für uns ganz gut abfangen. Weiter draußen zieht sich das riesige Barrier Reef entlang.

Zwischen Festland und den Palm Inseln ist das Segeln prima❣️

Es klart sogar etwas auf und das Segeln wird geradezu angenehm. Schön ruhig gleiten wir durchs Wasser, was mich sogar einen kleinen Mittagsschlaf halten lässt. Klaus meint, ich hätte sämtliches Gehölz kurz und klein gesägt. Die Inseln wären jetzt baumlos. 🫣 Am späten Nachmittag ist dieses geschützte Segeln Geschichte. Die Inselchen sind passiert und sofort wird’s schaukelnd und doof. Klaus sucht nach einem fitten Segelmacher und findet the one and only in Port Douglas. Sogar einen Termin hat er für Montag früh ausmachen können, also in 3 Tagen.
Ganz toll! Vielleicht kann unser geliebtes Screecher noch gerettet werden. Ohne wäre die bevorstehende, immer noch riesige Distanz schwer zu bewältigen. Jetzt, kurz vor Einbruch der Dunkelheit können wir zumindest schemenhaft unsere Übernachtungsinsel erkennen. Dunk Island soll es sein. Ein Segler ankert bereits dort. Durch starkes Mondlicht, auch durch die bestehende Bewölkung, kann das Ankerfeld ganz gut eingesehen werden. Der Anker fällt, der Anker sitzt, wir gehen schlafen.

Die Uhr zeigt inzwischen 22:00 Uhr. 🥱 Es wird eine sehr rollige Nacht und ich habe arge Probleme überhaupt erst einzuschlafen.

Am nächsten Morgen

Schau einer an, ein Schwesterschiff, eine Seawind❣️

Etwas zerschlagen, durch die wackelige Nacht, segeln wir heute nicht durch bis Cairns, sondern wollen schon bei der Insel Fitzroy vor Anker gehen.

Niedlich❣️

Cairns, eine wahre Touristenhochburg wollen wir morgen dann auslassen und bis Port Douglas kommen.
Die heutige Etappe bis Fitzroy macht Spaß. Starker Wind, Wellen von hinten. strahlende Sonne…

und hohes Tempo. Jippie 🥳. Wir passieren einen der wenigen Nudistenstrände Australiens. Jepp, Fitzroy hat einen extra ausgezeichneten Nacktstrand, kicher. Da sind auch welche, aber…

die sind ja gar nicht nackiglich. 🤨

Ich konzentriere mich mal lieber aufs Bojeneinfangen! Nach kleinen Schwierigkeiten hängen wir gut fest und haben den Blick auf ein kleines Resort. Nett. 👍

Vögel kreischen, die Sonne lacht immer noch und die Küste wird von schönen, rundgeschliffenen Felsen verziert.

Gibt’s hier Fledermäuse? Nein.
Sehen wir Krokodile? Nein.
Entdecke ich Kakadus? Nein.

Also, keine Nackten, keine Fledermäuse, keine Krokodile, keine Kakadus, aber viele andere Seevögel und ein großer Monosegler.

Und ein schöner Sonnenuntergang.

Gute Nacht allesamt. 🥱😴

Morgen steht der Schlag nach Port Douglas auf dem Tableau mit einem spannenden bis anspannenden Ankern im Packers Creek.

Klaus möchte, dass ich Yuti an Mangroven festbinde. 🫪 Wie ich das machen soll, muss er mir noch genauer erklären.

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