Der Schrei 😲

Andrea, das Screecher ist total kaputt! Wo, wo? Zwei lange, zerfetzte Risse ziehen sich von der Außenkante ins Segel hinein. Also nicht da, wo wir es haben reparieren lassen, sondern an der langen Außenkante hoch zum Mast. Erstmal glotzen wir sprachlos auf die Risse, dann wird Klaus schon hektisch. Das Segel muss rein und sofort runter. Subito❗️Währenddessen stellen sich uns Fragen. Haben WIR das verbockt, durch das schwierige Aufziehen des Segels? Es ist ja schon gegen den Mast, die Saling, oder das Radar gestreift. Bloß sahen wir in der aufgerollter Wurst keine abstehenden Segelstofffetzen, die wir jetzt aber ganz eindeutig sehen. Wahrscheinlich ist unser geliebtes Screecher einfach morsch und durch. Klaus fragt, zurückfahren? Nein! Wir reparieren das jetzt selbst. 💪
Aber erst einmal gibt es ein fürchterliches Gehieve und Gewurschtel, bis wir die laaange Segelwurst im Steuerstand haben. Währenddessen segeln wir natürlich weiter, das Jib muss wieder raus. Im Steuerstand muss das Screecher jetzt soweit abgerollt werden, bis die beiden Risse zum Vorschein kommen. Ein mords Gewurschtel, sag ich! 🥵 So, jetzt muss beidseitig unser klebendes Reparaturmaterial aufgebracht werden. Leider klebt das nur noch bedingt. Danach habe ich mir vorgenommen einmal den Riss zusammenzunähen und dann ringsherum um die aufgeklebten Rechtecke. Nur so kann das überhaupt halten und Sinn ergeben.

Da lache ich, aber nur fürs Foto! Mir ist überhaupt nicht zum Lachen zumute, da ich schon ahne, dass das mühsam, langwierig und schmerzhaft werden wird. 🩸

Nur allein der erste Riss beschäftigt mich schon den gesamten Tag. Blutige Finger, raue Hände und Schmerzen sind mein Lohn. Ich könnte mit Blut meinen Namen aufs Segel schreiben. 🩸 ✍️ Also, Blutflecken sind auf jeden Fall drauf. Ach, was sehen meine entzündeten Augen? An der Abschlusskante ist auch noch die Naht in Auflösung. Da muss ich auch noch dran. Mit Kopfschmerzen, Übelkeit und komplett gepflasterten Fingern fange ich auch noch beim zweiten, noch größeren Riss an zu nähen. Bis wir die Bucht erreichen, die Klaus noch vor Cooktown als Nothaltebucht ausgesucht hatte. Bis Cooktown selbst schaffen wir es nicht mehr. Das Screecher hat halt gefehlt. 🫤

Die Walker Bay ist es für diese Nacht geworden.

Hier sind wir ganz allein. Nur 2 Boote haben auf noforeignland mal geschrieben, dass sie dort geankert haben. Es ist rollig, aber auszuhalten. Und, das dededededee-Geräusch ist weg. Siehste Klaus, das hatte nichts mit Yuti zu tun.
Die Nacht ist okay, ich erhole mich von meinen Malessen. Da kann ich dann ja morgen dem zweiten Riss zu Leibe rücken.

Lizard Island

Jepp, nun ist es soweit, wir steuern Lizard Island an. Den heißen Tipp der Kassiererin bei Coles. Die sauteure Insel der Reichen und Schönen…. 😎.

Noch vor 7:00 Uhr, ich bin im Nachthemd und habe noch Schlafmilch im Kopf 🥱, heben wir den Anker und düsen los. Der Wind ist stärker als gestern, und das Jib reicht aus. Gestern hatten wir noch das Groß voll hochgezogen, um mehr Tempo machen zu können. So schön, so gut, wenn man nicht die Rechnung mit dem Wind gemacht hatte. Der kam nämlich fast von hinten. Das kann dann zum ungeplanten Umschlagen des Großsegels führen und das Boot augenblicklich manövrierunfähig machen. Genau das passierte dann auch. Doch Klaus reagierte blitzeschnell und wir holten das Groß wieder komplett runter. Zu gefährlich!
So, jetzt muss ich mich erstmal waschen und anziehen, dann wartet der zweite Riss vom Screecher auf mich. 🫠
Unterwegs kommen wir an Bergketten vorbei, wo mich einer der Berge stark an den Tafelberg Südafrika’s erinnert.

Auf jeden Fall sieht der aus wie ein Tisch.

Der heutige Kurs ist unangenehm zu segeln. Die Wellen kommen von der Seite, und viel Gewackel lässt das eine und andere Teil wieder durchs Boot fliegen. Nähen kann ich dabei nicht, zumal es bis in den Steuerstand hineinspritzt. 💦
Auch das Kochen ist herausfordernd. Als ich damit fertig bin, brauche ich eigentlich nichts mehr. 🤢 Mir ist übel! Hat irgendjemand gesagt, dass das hier alles Spaß machen muss?? Nee!!
Viertel vor fünf sind wir da und ankern in Watson’s Bay.

Sieben Boote sind schon da. Fünf Katamarane, fast alle im Charter und zwei Monos. Wir ankern ein bisschen weiter draußen, da macht die Sonne auch schon den Abgang.

Am nächsten Morgen

Auf Lizard Island gibt es ein schweineteures Resort. Eine Nacht kommt auf 4.500,- Dollar. Wir Segler, die nichts dergleichen gebucht haben, dürfen das Resort Gelände nicht betreten. Klaro! Aber wieso sind WIR dann eigentlich hier? WIR wollen zur Blauen Lagune wandern. Die soll schon sehr schön und sehr blau sein. Dafür dürfen wir die Insel betreten. Auch auf den höchsten Berg, den Cook‘s Ausblick darf gewandert werden. Na dann. Einen Imbiss soll es sogar auch für die Segler geben. Der hat aber leider nur Fr. bis So. geöffnet. Wir haben heute Donnerstag, und morgen legen wir bereits wieder ab.
Das Screecher habe ich dann gestern doch noch fertig bekommen. Und montiert haben wir es auch schon. Da trotzdem die Sorge besteht, dass es uns demnächst zerbröseln könnte, hat Klaus schon ein neues in Auftrag gegeben. In Sydney sitzt ein Segelmacher, der schon viele Segel für Seawinds angefertigt hat. Dem hat Klaus nur noch mal unsere „Anschlüsse“ vom Screecher gezeigt, den Auftrag erteilt und die obligatorische Anzahlung geleistet. 💸

Anfang August wird uns das neue Segel nach Darwin geschickt. Supi❣️ Apropos Darwin, Klaus hat schon in einer der drei Marinas einen Platz für uns reserviert. Das war nicht einfach! Eine Marina war schon voll, für die zweite ist Yuti zu breit und nur in der dritten, der teuersten war gerade noch was frei. Ab dem 21. Juli könnten wir einen Liegeplatz „beziehen“. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre… Wie durch Zufall stößt Klaus auf verschärfte Regelungen, auch innerhalb Australiens. So müssen wir zum Beispiel vom Bundesland Queensland kommend, im Bundesland Northern Territory (Darwin), erneut eine Bio Security Untersuchung über Yuti ergehen lassen. Alle Wassereingänge/Ausgänge müssen mit einem Mittel behandelt werden, um mögliche Schädlinge abzutöten. 10 Stunden darf dann keiner dieser Ausgänge genutzt werden. 10 Stunden kein Klo, kein Waschbecken, keinen Motor laufen lassen… 😵‍💫. Aber damit nicht genug! Auch die Rümpfe werden untersucht, untersucht auf Algenpest. Ist das Boot betroffen, war es das dann. 👎 Dann gibt es kein notwendiges Zertifikat, um in die Marina einfahren zu dürfen. Dann heißt es schlicht, ich habe heute leider kein Foto für dich. ☹️ Und dann? Dann darf man nur noch zu einem bestimmten Ankerbereich, zu den Aussätzigen sozusagen, darf von dort nicht mehr weg oder muss eben das Land verlassen. Peng 💥! Das hat nun zur Folge, dass wir bezüglich unserer Pläne, auch noch das Landesinnere zu besuchen, nichts buchen können, da wir ja bis zuletzt nicht wissen werden, ob wir in die gebuchte Marina nun einfahren dürfen oder nicht. Leider ist im Juli/August Hochsaison und viele Anbieter und Hotels sind schon gut gebucht. Tja, so what?! Überhaupt wird alles kontinuierlich schwieriger und komplizierter, wenn mit dem Segelboot von Land zu Land gesegelt werden soll. Das nervt schon! 🤯 Aber hier und heute haben wir einen guten Ankerplatz gefunden,…

freuen uns über die lachende Sonne und über Vögel, die wie Affen brüllen. 😂

Jetzt geht es an Land, aber pronto!

Schööön ❣️
Das Wasser ist herrlich, kristallklar und angenehm warm. 🤩
Aber auch hier ist die Warnung mit Pflöcken eingeschlagen. Achtung, sogar auf deutsch, Warnung vor dem Krokodil, Schwimmen verboten 🚫.
🐊

Wir sehen keins, was aber nichts heißen muss. Wie sagt der Australier? DU siehst sie nicht, aber SIE sehen dich! 🐊 Was WIR auch nicht sehen, ist der Einstieg zum Wanderweg zur Blauen Lagune. Erstmal stehen wir wie der Ochs vorm Berg.

Na da oben steht ja auch ein ganz schöner Hinkel. Wenn der mal den Abgang macht… 😆.
Irgendwie sehen die Steine alle so aus, als befänden sie sich auf einer Rutschbahn.
Hier müsste man doch eigentlich mit Krokodilen rechnen, oder?

Statt mit Krokodilen, macht Klaus die Bekanntschaft mit nem Haufen bissiger Ameisen 🐜 🐜🐜 … Er tanzt den Schuhplattler und stellt fest, hier geht’s nicht weiter. Schnell weg hier!

Und wieder auf Anfang.
Zurück zur Bucht.

Bei der Baumschaukel zweigte doch was ab?! Ja, den Weg nehmen wir jetzt, auch wenn nichts von der Blauen Lagune angeschlagen ist.

Aber, es ist ein richtiger Weg. 👍
Bei einer kleinen Brücke, gibt es Blicke über den Wasserlauf…
und die Mangroven.

Krokodile sehen WIR nicht 👀 👀.

Dafür Ameisenunterkünfte…
und Elefantenfüße.
Der Weg wird kraxeliger,…
aber von Blüten berändert.
An Höhe gewonnen, gibt‘s erste Ausblicke.
Auch am Boden zieht diese Pflanze alle Blicke auf sich.
Sie erinnert mich stark an einen Weihnachtsstern. Dann würde sie zu den Wolfsmilchgewächsen gehören.
Aber diese hier täuscht ihre Blütenblätter nur an! Eigentlich sind es nur Blätter, die sich von innen heraus knallrot färben.
Hübsche, weiche Tränenkiefern stehen plötzlich wie gepflanzt vor uns. Sind sie auch.
… ganz weich.

Und ganz überraschend stehen WIR plötzlich am Flugplatz. 🤓

Unten die Lounge für wartende Gäste.

Los ist hier nichts. Wir sind ja nicht in Kourou! Aber zur Warnung steht noch etwas von 5.000,- Dollar, bei Zuwiderhandlung. 🙄 Tja, eigentlich wollten wir hier auch gar nicht hin. Da müssen wir die Abzweige wohl verpasst haben. Jetzt müssen wir an der Landebahn entlangstiefeln, fertig aus.

Geschafft.

Ach guck mal, hier sind Stühle zum Ausruhen und der Wegweiser zur Blauen Lagune.

Wo hast denn du die Dose her?

Das ist ja wohl obercool❣️Es gibt Wasser mit und ohne Sprudel im Angebot, für umme! 😃 Mensch, da startet ja doch tatsächlich ein Flieger!

Und ein Golfcar fährt auf uns zu, nix wie weg hier!

Ach wie schön❣️
Er ist schon da.
Ich fotografiere noch. 📸
Hinter dem Nationalparkschild gibt’s wieder die Warnung vor dem Krokodil und das Schwimmverbot. Was für eine Schande, bei diesem herrlichen Wasser. 😏
Auch der Sand ist vom feinsten ❣️
Selten schön. 🤩
Huhu 👋

Für den Rückweg suchen wir jetzt aber den richtigen Weg! Nicht wieder soll die Landebahn für uns herhalten. 🤓 Schauen wir mal am Ende des Strandes.

Ist das Kunst? Jaaa! Naturkunst in Stein gemeißelt❣️

Am Ende des Strandes führte in der Tat ein Weg hoch, aber ziemlich steil und nicht in die richtige Richtung. Das bemerken wir aber erst oben. 😅

Päuschen mit Ausblick!

Teilweise ist es so steil, dass man sich mit Hilfe eines fest montierten Seils hochziehen muss. Danke für die Kletterhilfe❣️

Reichlich geschafft, aber oben. 👍
😍

Jetzt geht es nur noch ein Stückchen weiter, und wir können einen Blick in die nächste Bucht werfen.

Das ist aber leider nicht unsere Ankerbucht, und somit ist jetzt für uns hier kein sinnvolles Weiterkommen mehr möglich.

Auch dieser mühsame Aufstieg war vergebens, um zu Yuti zurückzukommen. Wir müssen alles wieder runter. 🥵
Doch für die Ausblicke hat es sich definitiv gelohnt. Den Cook Berg werden wir jetzt wohl nicht mehr besteigen.

Da bläst es uns fast die Hüte weg. 🌬️

Jo, der starke Wind gehört hier einfach immer dazu. An Südafrikas Küste war es ähnlich.

Ein letzter erhabener Blick, dann klettern wir rückwärts hinunter zum Strand…

und laufen exakt den selben Weg zum Flugplatz zurück. Also doch? Dann nehmen wir natürlich nicht die Landebahn, dafür aber nochmals 2 Dosen Wasser und biegen gleich um die Ecke in einen ausgeschilderten Weg. Der richtige Rückweg beginnt und führt uns querfeldein über die Insel.

Vorbei an einer wunderschönen, wilden Orchideenwiese. 🩷
Durch wogende Graslandschaften,…
in großem Bogen am Flugplatz vorbei…
und am besagten James Cook Outlook Berg entlang.

Die Insellandschaft ist wunderbar. Ich genieße die Luft, die Sonne, die Gegend und diesen Walk. 😊

Am Rande dieser Grasfelder wachsen ganz hübsche Rankpflanzen. Ich muss sie mehrfach ablichten. So toll finde ich sie❣️
Sind es Winden? Wahrscheinlich.
Ist es etwa die gemeine Ackerwinde?
Nicht so schön, aber bemerkenswert sind die Termitenbauten. Hier musste sogar ein eingebautes Bäumchen daran glauben.
Dann durchschreiten wir noch eine kleine Eukalyptusallee,…
um halb verdurstet den Brunnen zu erreichen. Aber es kommt kein einziger Tropfen heraus. Gut, dass wir eigenes Wasser dabei haben. 💦
Dort ist schon der Berg mit den „rutschenden“ Felsen zu erkennen ,…
und Zack sind wir wieder an unserem Strand. 😮‍💨

Das Wasser hat sich weiter zurückgezogen, und so müssen wir ganz schön kämpfen, um unser Dinghy wieder ins Wasser zu bekommen. Ein netter Australier mit seinen beiden Jungs hilft uns. Die sind bestimmt aus dem teuren Resort?! Sie wollen wissen, ob wir auf unserer Tour Krokodilen begegnet sind. Nö, keine gesehen. Aber gewiss sahen SIE uns. 😉 Zurück an Bord sind wir fix und alle! Wir schaffen gerade noch den Film „Medikus II“ und fallen todmüde in die Kojen. 😴😴 Das war‘s.

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