Um halb sieben klappern wir aus unserem Folterzelt herunter. Wir haben Rücken, Zecken und uns ist kalt. 😨 Wir lassen uns Zeit mit Waschen und Plumpsklo. Unser Heliflug ist erst um 12:30 Uhr. Danach werden wir noch verschiedene Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden. Rechtzeitig genug oder besser gesagt viel zu früh machen wir uns auf zu Punkt 4, dem Helikopterflugplatz. Wir wollen unbedingt von unserem Campingplatz weg. Der hat uns zuuu viele Zecken! Hier liegt ne ganze Menge Laub herum, und darunter müssen sie sein… Also baut Klaus wieder alles zurück, und ab geht’s durch die Mitte. Bis zum Heliplatz ist’s weit. Etliche Kilometer geht es über die Piste und durch Wasser. 27 km bis zum Flugplatz und danach nochmals 13 km bis zur Wanderung.


Gebucht haben wir einen 42-minütigen Flug über die berühmten Bienenkörbe. Wir sagen schon mal “Hallo”, lassen uns registrieren und wiegen, haben aber noch viel Zeit, um hier alles zu beobachten. Es ist ein reges Kommen und Gehen. Viele Leute, viele Flüge… 🚁.

Dann sind wir an der Reihe. Es gibt eine intensive Einweisung, wo ich nicht mehr als 1/5 tel verstehe, höchstens. Nur so viel, alles was während des Fluges rausfallen sollte, ist weg. Punkt. Klaus, ich und ein junger Mann, dessen Frau im Nachbarheli sitzt, werden platziert. Es ist ein seitlich offener Hubschrauber, aha. Ich sitze vorne neben dem Piloten und habe nur einen schmalen Gurt, der mich auf meinem Platz festhält. Uiuiui…


Da geht es auch schon los……


Jetzt fliegen wir über eine unglaubliche Fülle an schwarz-orange-gestreiften Bienenkorbbergen, den Bungle Bungles.






Ist das irre? Ja, absolut! Der Witz ist, dass diese spektakulären Felsformationen bis in die 1980er Jahre international völlig unbekannt waren. Erst damalige Luftaufnahmen brachten diesen Schatz sozusagen ans öffentliche Tageslicht.
Beeindruckend❣️Nur festhalten muss ich mich immer mal wieder. Insbesondere, wenn sich der Pilot in eine Linkskurve legt. Ich habe dann schon das Gefühl, dass ich rausfallenden könnte. 🤔
Nicht nur Bienenkorbkuppeln, nein, auch tiefe Schluchten, Gigantenhubbel und der Krater eines Meteoriteneinschlags werden mit uns überflogen.




Wie bisher immer, lagerte sich hier vor etwa 360 Millionen Jahren Sand und Kies ab, wurde durch Druck verbacken und durch Tektonik gehoben. Erosion durch Wind, Wasser und Sonne schuf Schluchten und Kuppeln. Da, wo das Gestein nachgiebiger war und ist, wurde es geschliffen, bis heute. Die kräftigen orangefarbenen Bereiche bestehen wieder aus eisenoxydhaltigem Sandstein, der an der Luft schlichtweg rostet. Die schwarz-grauen Bereiche sind feuchtere Sandsteinstrukturen, an denen sich photosynthesefähige Cyanobakterien in einem dünnen Film angesiedelt haben. Nur dort, wo der Sandstein Feuchtigkeit halten kann, können diese Bakterien überleben. Sie waren extrem wichtig, als sich vor unendlichen Zeiten die Erdatmosphäre bildete. Sie sorgten für die Anreicherung mit Sauerstoff, durch Verarbeitung von Wasser, Licht und Kohlendioxid. Der Output war und ist es auch heute noch, Energie und Sauerstoff.





























Wir sind wieder sicher am Boden. Ich bin nicht rausgefallen, mein Handy auch nicht. Die beiden Jungs hinter mir sind auch noch da und die Frau vom jungen Mann ist ebenfalls sicher gelandet. 🥳
Nun sammeln wir wieder all unsere Taschen, Schlüssel und Rucksäcke ein, satteln unsere Autos und fahren die 13 Kilometer zum Domes Walk und zur Cathedral Gorge. Allerhopp.


Rumpeldipumpel, weg ist der Kumpel. Wir kommen vor dem jungen Paar an und latschen los.










Der Domes Walk ist toll und sooo abwechslungsreich. Und je länger ich schnuppere, desto deutlicher nehme ich einen intensiven Duft wahr. Ist es ein Suppengewürz? Oder ist‘s Sellerie? Jepp, ich rieche Sellerie, ganz deutlich. Wo genau er entspringt, kann ich nicht festmachen. Also schnuppere ich einfach weiter.





Oh, eine kleine Höhle❣️Sand, etwas Kies und Wasser sowie leuchtende, umschließende Wände, mit Ausguck in den blauen Himmel. Ein Ort von Wasser geschaffen.

























Mein Knie ist ramponiert,…

mein Handyglas zerschmettert. 😲
Zum Glück habe ich ein Schutzglas über der eigentlichen Handyoberfläche. Das denke ich zumindest zu diesem Zeitpunkt, rappele mich wieder auf und humpele weiter.

Aber, es geht weiter. Zu schön ist der Weg, die Kathedralenschlucht wartet auf uns, und mein Handy funktioniert noch.



Und dann erreichen wir Cathedral Gorge.

























Wir erreichen den Parkplatz, satteln unser Auto und legen nur noch einen superkurzen Fotostopp beim Elefantenfelsen ein.

Jetzt geht es aber zurück, 40 Kilometer Schetterpiste. 🫣 Diesmal brettert Klaus schon schneller. Wir wollen unbedingt noch bei Helligkeit den Campground erreichen und das Dachzelt aufbauen. Auch müssen Wasserlöcher durchquert werden. Allerhopp!


Wir haben uns heuer einen Platz ohne Laub und Gras gesucht und hoffen auf Zeckenfreiheit. Aber, Fehlanzeige! Durch die endlosen Wanderungen durch hohe Gräser, haben wir wohl ein paar dieser Tierchen mitgebracht. 🙄 Also, untersuchen, absammeln, zerquetschen und weg damit, ist die Devise. Dann gibt’s auch noch Gebratenes mit Kraut und Tomaten. 😋
Das war vielleicht ein Tag! Den Kopf übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen klettern wir mit letzter Kraft in unser Zelt. Hoffentlich wird es nicht wieder so kalt. 🙏
Gute Nacht. 😴😴
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