Ich glaube es ja nicht! Aber genau so ist es. Wir besuchen heute den Crocodylus Park von Darwin. Das Uber ist schon bestellt, und dennoch versucht Klaus noch ganz schnell das indonesische Behördenpapier für die Einreise Yuti’s herunterzuladen. Seit geschlagenen 2 Tagen versucht Klaus, mit Hilfe von Chat GPT als Sprachcoach, den indonesischen Einreisepapieren Herr zu werden. Es ist unfassbar kompliziert und dann auch noch nur auf Indonesisch. Die bisher anspruchsvollste Herausforderung ever und ohne die Übersetzung und Hilfe von Chat überhaupt nicht vorstellbar. Nun ja, und genau vor unserem Krokodilsausflug versucht Klaus einen Schritt weiterzukommen. Der Moment war jetzt wirklich nicht der beste, und er muss alles wieder erfolglos und genervt abbrechen, das Uber ist bereits da. 🤬 Der Witz ist, es müssen diverse Fotos hochgeladen werden, man weiß aber nicht in welcher Größe und Auflösung. Die Zeit zum Ausfüllen ist begrenzt, nach Ablauf wirst du aus dem Programm rausgeschmissen. Alle bis dahin gemachten Angaben sind futsch. 😳 Das Verrückteste ist aber, beim Feld Abfahrthafen, bei uns ja Darwin, gibt es nur argentinische Häfen zur Auswahl. Crazy!!! Ich hätte es eh lieber gehabt, wir hätten uns einen Agenten genommen. Denn es pfiffen die Spatzen schon von allen Dächern, die Einreise per Boot nach Indonesien ist ein Himmelfahrtskommando. Für die fehlerhafte Hafenauswahl kannst du ein Ticket “ziehen” und die Behörde darauf hinweisen. Dafür muss dir ein 6-stelliger Code zugesendet werden. Der kommt aber erst gar nicht, Halleluja, grauenhaft. 😖 Jetzt aber geschwind ab zu den Krokodilen.

Und so werden wir begrüßt. Ein Männchen und ein viel kleineres Weibchen. Oh ha! Das Männchen hält Maulaffen feil. Hat es etwa Hunger? Nein! Ihm ist zu warm und es hechelt, wie zum Beispiel ein Hund, bloß völlig bewegungslos.

Wir besteigen ein Bötchen mit Seitensicherungen und werden auf den Fluss gefahren. Unser Guide will mit kleinen Hühnerbeinchen ein paar seiner Freunde beglücken, wobei sie nicht gerade enthusiastisch reagieren.

Der eine oder die andere lässt sich überreden und bemüht sich zu uns. Nicht nur einmal schnappen sie daneben. Sind die dumm, oder was?

Na, Hirnmasse haben sie nicht im Überfluss. Die Größe schwankt zwischen Walnuss und Kinderfaust. Dennoch sollen sie sich gut an Gesichter ihrer Betreuer erinnern können und wichtige Orte, eine prima Orientierung haben, lange Strecken zurücklegen können, gut hören und feinste Wasserbewegungen wahrnehmen, Brutpflege betreiben und zu einer Kommunikation untereinander fähig sein. Darüber hinaus sind sie sehr genügsam, brauchen nicht viel Nahrung und fressen eigentlich alles. So gibt es sie auch schon seit 80 bis 100 Millionen Jahren. Ihren “Vorläufer” gab’s bereits zu Zeiten von Dinosaurier und Co.. Und, sie überlebten den großen Untergang der Arten vor 66 Millionen Jahren. Also, warum mehr Hirn, wenn das vorhandene ausreicht und so erfolgreich ist?!






Aber ich verstehe schon, warum sie sich so gemächlich bewegen. Die richtige Fütterung passiert einmal in der Woche und zwar ohne touristische Zuschauer. Da gibt’s dann die richtigen Brocken und dann wird es auch zur Sache gehen…



Der Park besitzt auch eine Paarungs- und Aufzuchtstation. In Boxen werden eine Reihe von Paaren gehalten und ihnen so die Paarung im November ermöglicht. Die Eier werden später entnommen und ausgebrütet. Jungtiere werden je nach Alter in verschiedenen kleinen Gehegen aufgezogen.


Ja, es sind hier alles Salties. Auch sogenannte “Problemsalties” werden hierher gebracht. Tiere, die immer wieder den Menschen und seine Boote attackieren zum Beispiel, oder anderweitig für Stress sorgen. Gegenseitig beißen sich die eher aggressiven Tiere auch schon mal die Gliedmaßen ab. Wir sehen hier nicht wenige Tiere, denen ein Stück vom Bein fehlt. Lecker! 🫢



Tja, und dann kommt der wahre Grund der Zucht und Haltung so vieler Salties zum Tragen. Dieser Park ist eigentlich eine private Farm, und die Salties werden wegen ihres Fleisches und vor allem wegen ihrer Haut gezüchtet. Die unversehrte Bauchhaut eines 1,5 bis maximal 2 Meter langen Tieres und einer Bauchbreite von 40 Zentimetern ist ideal für die Herstellung von Luxushandtaschen, weltweit. Daher kräht der Hahn. Ich hatte mich schon gewundert, wofür so viele Tiere gebraucht würden. Denn die Wildpopulationen sind seit ihres landesweiten Schutzes wieder sehr stark angewachsen, fast schon zu stark. Den Aboriginal People ist es erlaubt auch Eier aus Wildgehegen zu entnehmen und zu verkaufen. Die Zahl der zu entnehmenden Eier ist je nach Größe der Population begrenzt. Aber darin ist die First Nation ja seit Jahrtausenden sehr gut. Sie entnahmen und entnehmen eh nie mehr, als die Population verkraften kann, um konstant zu bleiben. Das Verderben kam mit den Europäern und nicht nur für die Krokodile….
So, dann wollen wir uns mal nen Krokodilburger schmecken lassen. Ach nee, Krokodil ist aus. 😳 Wie kann das denn sein? Ausgerechnet hier? Blöd! Nun, dann schauen wir uns den restlichen “Park” schnell noch an. Es soll noch anderes Getier hier geben.



Nein, ein Helmkasuar. What? Jepp, das ist einer der größte und der gefährlichste, flugunfähige Laufvogel der Welt. Aha. Er wird 1,80 Meter groß und hat bis zu 12 Zentimeter lange, scharfe, dolchartige Krallen, mit denen er tödliche Tritte verteilen kann. Er lebt in Neuguinea und im Nordosten Australiens. So einen habe ICH noch nicht gesehen!





Dieser süße Fratz stammt nun aber nicht aus diesem Land, sondern aus Mittel- und Südamerika.
So, nun sind wir durch, lassen uns nach Hause chauffieren und genießen bei Fish and Chips den besten Sonnenuntergang ever❣️


Der Strandabschnitt in der Cullen Bay Marina ist gerade für einen grandiosen Sonnenuntergang sehr bekannt und hoch geschätzt❣️




Auch Gymnastik und Yoga gehören dazu.


Die Stimmung ist sooo schön! 😎 Und jetzt das Sonnenuntergangsfinale:





Die Farben sind so intensiv und spektakulär, wie wir sie noch nicht einmal auf den Weltmeeren zu sehen bekamen. Beseelt geht’s nun in die Kojen. Bis morgen. 👋
Der Unverbesserliche
Er versucht es nochmal. Klaus wirft sich erneut in den Kampf mit der indonesischen Einklarierungsbehörde. Mit Chat’s Hilfe in Form einer weiblichen Stimme arbeiten sich beide Hand in Hand voran. Lustig, wie die Kommunikation mit einer KI so abläuft. Schnell kommt es einem sehr menschlich vor. Diesmal kommt Klaus bis zum letzten Punkt Numero 6 und schließt den Vorgang sogar ab. Er hat jetzt alles Weitere mit dem Notebook gemacht, und siehe da, dort gab’s die Formulare auch auf Englisch. 😅 Mit einer Antwort ist aber erst in 2 Wochen zu rechnen. Hmm…..
Als nächster Schritt stehen die C1 Visa an. Nach etlichen Klippen sind beide Anträge durch, die Bezahlung ist erledigt, und auch da heißt es jetzt geduldig sein und warten. Zur Belohnung besuchen wir heute das Fischlokal mit Abendbuffett und dem Motto, “All you can eat”. 🤤



Anschließend gibt es wieder einen grandiosen Sonnenuntergang❣️


Die letzten 4 Tage, vor Abflug ins Outback
Was gibt es noch zu tun, was muss noch vorbereitet werden? Wir gehen Einkaufen. Alles Haltbare und Non-Food-Artikel für die Passage nach Indonesien werden schon mal eingekauft. Woolworth’s ist da wieder die Adresse unserer Wahl. Zuvor lassen wir uns nochmals die Haare kurz schneiden. Der Barber vor Ort darf Hand anlegen. 💇💇♂️.
Bargeld für Lee, den Rumpfreiniger, wird abgehoben. Morgen haben wir ein Appointment um 8:00 Uhr.
Und da ist er auch schon. Nachdem Klaus mit seinem entzündeten Ohr nicht ins Wasser kann und ich mich geweigert habe dies bei den Gefahren hier vor Ort zu tun, hat sich Klaus erbarmt und einen Profi beauftragt. Er kommt, schabt und putzt mit unseren Schwämmen und meint, so ein sauberes Boot habe er schon lange nicht mehr gesehen. Trotzdem wird der volle Satz von 350,- australischen Dollar fällig. Haie und Krokodile seien hier in der Marina wegen der Schleuse nicht das Problem. Die gefährlichen Giftquallen sind die eigentliche Gefahr! Die befinden sich aber zu dieser Jahreszeit im tieferen Wasser. Na dann… Ich bin aber trotzdem sehr froh, nicht ins Wasser gemusst zu haben!
Unser Edelstahl wird noch einmal von uns geputzt, und ab 17:00 Uhr sitzen wir beide wie bestellt und nicht abgeholt vor der nun geschlossenen Marina und warten auf den Kurier, der uns das neue Screecher bringen soll. Wir warten, warten, warten und warten… Nach über 2 Stunden geben wir auf. Das Paket seht immer noch auf Zustellung, (Adresse: Cullen Bay Marina) kommt aber nicht. Noch etwas später erhält Klaus die Meldung, tut uns Leid, hat nicht geklappt, aber morgen dann… Menno, morgen ist die letzte Möglichkeit, bevor wir ins Outback fliegen.
Heute wird der Dinghymotor abmontiert und auf seine Bootshalterung geschraubt. Dann ziehe ich Klaus den Mast hoch, das Rigg muss wieder einmal kontrolliert werden. Okay, alles paletti. Dann holt Klaus ein Paket vom Marinabüro ab. Nein, es ist nicht das Segel, es ist seine neue Drohne. Kurz vor Büroschluss kommt Nicole aus dem Marinabüro angelaufen. Der Kurier ist da, Klaus muss schnell kommen, um das schwere Paket in Empfang zu nehmen. Das neue Screecher ist da, Juchhe, Juchha! Das hat ja nun doch noch geklappt. 😮💨


Jetzt wird noch gepackt, das Boot aufgeräumt und früh zu Bett gegangen. Morgen, um 4:30 Uhr holt uns das bestellte Uber ab und fährt uns zum Flughafen von Darwin.
3:30 Uhr, der Handy Wecker klingelt.
4:30 Uhr, der Uber-Fahrer wartet schon.
6:40 Uhr, der Flieger nach Alice Springs hebt pünktlich ab.

Während des kurzen, 2 -stündigen Fluges, beißt sich Klaus ein Stück vom Vierer, rechte, obere Seite ab. Er hat beim Essen der weichen Quiches gar nichts davon bemerkt. Erst als der Mund wieder leer war, war auch ein gutes Stück des Zahns weg. 🫢
8:40 Uhr, Landung in Alice Springs.
9:00 Uhr, Übernahme des Leihwagens. Unser vorbestellter SUV ist nicht verfügbar, stattdessen bekommen wir ein Upgrade und den Schlüssel für einen Toyota Hilux. Das ist nicht schlecht, denn so können wir uns schon ab heute mit so einem Gefährt vertraut machen. Das passt.

Nur das mit Klaus Zahn 🦷 passt nicht. Die Abbruchkanten sind zu scharfkantig. Schnell hat er via Internet die Empfehlung für eine kleine Zahnklinik gefunden. Nichts wie hin! Es ist mal wieder Wochenende, aber hier wird ganz normal gearbeitet. Die Rezeptionistin hört sich sein Anliegen an und gibt ihm einen Termin um 12:15 Uhr. Prima 👌. Da können wir ja noch zum Supermarkt rüberlaufen. Es gibt Cooles und Woolworths und dazwischen viele abhängende Aboriginal People. Auch die geben wieder einen eher gruseligen Eindruck ab. Nur eine herausstechende Ausnahme begegnet uns bei Woolworths an der Kasse. Die junge Kassiererin hat gepflegtes Haar, keinen Bart 🤭, lange, aufgeklebte Wimpern und ein strahlend weißes Lächeln, dass ich ganz kurz regelrecht geblendet bin. Unfassbar!
So, nun aber zur Zahnbehandlung. Die junge, asiatische Zahnärztin ist super nett und kompetent. Sie erkennt sofort, dass Klaus ein Stück einer (alten) Krone verloren hat. Sie kann ihm zwar wieder etwas ankleben, weist aber darauf hin, dass das nicht lange halten wird. Kleben an Krone ist nie von langer Dauer. Innerhalb nur einer Woche könne sie ihm eine neue Krone anfertigen. Mist, die Zeit haben wir aber nicht. Nun, dann baut sie ihm das verloren gegangene Stück wieder auf und bittet ihn möglichst nur auf der anderen Kieferseite zuzubeißen. Vielleicht hat er Glück und das Ganze hält bis November?! Mal sehen… Klaus verlässt sehr glücklich mit mir die Zahnarztpraxis, und jetzt geht’s zum Uluru. Circa 470 Kilometer geradeaus, in’s Outback hinein, in’s rote Herz Australiens.

Im Auto kommt mir das Bild wieder in den Sinn, von den abgeschnittenen Känguruschwänzen, die bei Woolworths in der Kühlung lagen.

Jetzt will ich mich mal auf die Landschaft konzentrieren und schauen, was uns so alles begegnen wird. 👀


Ein sprichwörtlicher Straßenzug halt. Der Zug auf Schienen hat sich in Australien nicht so wirklich durchgesetzt. Eine Linie von Adelaide nach Alice Springs gibt es zwar, die früher auch zum Transport von Gütern gebraucht wurde, heute aber nur noch touristisch eingesetzt wird. Der berühmte, luxuriöse Ghan-Zug bringt wohlhabende, meist ältere Menschen vom Süden in den Norden Australiens und umgekehrt. So auch meine Schwiegereltern vor einem viertel Jahrhundert.




Die Landschaft ist schon abwechslungsreich. Mal weite Graslandschaften, unterbrochen durch Hügel, Berge, Busch- und Baumgruppen.



Dann witzige Bäume, die mich fast an die Zypressen der Toscana erinnern.

Wobei, alles bekomme ich dann auch nicht mit. 🥱 Immer wieder fällt mein Unterkiefer runter, der Kopf nach hinten und die Augen klappen zu. Mann, bin ich müde. 😴 Doch lange währt dieser Zustand nie und im nächsten Moment sehe ich den Uluru. Im Delirium? Nein, nein!

Klaus kann es nicht glauben, sind wir doch noch 170 Kilometer vom Berg der Berge entfernt. 🤔





Ich hole ihn mal ein bisschen näher an uns ran.

Aber was für Fliegen schwirren uns hier an? Viele! 🪰🪰🪰🪰🪰🪰🪰🪰🪰🪰Und alle wollen in die Ohren. Uhhhh… 🙉 Schnell weg hier, auch wenn es noch so schön ist. Ein paar Fotos schieße ich trotzdem.


Aber, wie kann man sich doch irren, oder?! Da fahren wir weiter und weiter…

und dann das…


DAS ist der Uluru, der Ayers Rock, der heilige Berg❗️Und der andere❓

DAS ist der Mount Conner❗️Aber ehrlich, den finde ich jetzt mal spontan wirklich beeindruckender als den Uluru. Wie ein riesiger Tafelberg thront der da in der Wüste. Doch jetzt kommt’s. Er steht auf Privatbesitz. 😳 Eine sehr große Rinderfarm liegt um diesen dollen Brocken herum, und man kann da als Touri gar nicht hin. Nur mit vorheriger Erlaubnis der Landbesitzer. Und touristisch erschlossen ist da gar nix. Schade!!! ☹️ Nun, wir fahren jetzt mal weiter zu unserem Hotel, dem “Sails of the Desert”. Tanken einmal auf, schlecken ein Eis und checken ein.

Unser Hotel liegt in einer kleinen Hotelstadt, mit gutem Abstand zum Uluru. Aber flach, rotsandig und trocken ist es hier gar nicht. So hatten wir die Landschaft nämlich erwartet. Nein, Buschland, Hügel, Pflanzen und Blumen überraschen uns sehr, wie schon auf der gesamten Fahrt hierher. Wie mag es hier wohl grünen und blühen wenn erst die Regenzeit kommt? Doch darüber muss ich ein andermal nachdenken, denn komplett erschöpft kuscheln wir uns in die beiden bequemen Queensizebetten und schnorcheln dahin. Klaus zumindest 😴, ich muss noch kämpfen….
Viel Zeit zur Erholung ist nicht, um 5:30 Uhr wird der Wecker schrillen. Der Uluru bei Sonnenaufgang steht auf dem Programm. Na dann… 👋
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