Katherine Gorge, letzter Stopp im Outback 🦘

Fast 500 Kilometer müssen heute gerockt werden, bis wir die Katherinen Schlucht und den Campground erreichen werden. Aber jetzt sind wir ja nur noch auf Asphalt unterwegs, sollte somit kein Problem sein. Die meisten Klappergeräusche sind verschwunden und das fürchterliche, angsteinjagende Bremsengebrummel ist auch weg.

Wir erreichen den Victoria River, unser Campground ist nicht mehr weit.

Wir melden uns bei der Rezeption, suchen uns einen Platz und bauen unser Dachzelt auf, für eine allerletzte Nacht. Dann gibt‘s noch einen Abendspaziergang zum Aussichtspunkt über den Katherine River und die dazugehörige Schlucht.

Treppauf, Treppauf…
Schee… 🤩.

Von hieraus laufen wir noch weiter hoch.

Fertig, und jetzt wieder runter. Wir essen noch etwas am Pool und klettern danach todesmutig in unser Dachzelt. Die letzte Nacht auf der superharten Zeltmatratze steht an. Na dann, gute Nacht. 🌙 😴

Am nächsten Morgen

Früh um 6:00 Uhr sammeln wir unsere schmerzenden Knochen zusammen und klettern aus unserer Masohütte herunter. Puhhh, der Rücken knackt… 🥴. Schnell waschen, alles wieder zurückbauen und ab durch die Mitte. Bevor wir endgültig zurückgurken, geht’s noch zum Bootsanleger. Wir fahren über‘n See, über‘n See, nee, wir fahren über‘n Fluss. Die Katherine Gorge wird erkundet, beziehungsweise die ersten beiden Abschnitte dieser Schlucht, mit Bootswechsel und kleinem Walk.

Mit dieser australischen Asiatin werden wir uns noch unterhalten. Und sie wird sich erstaunt zeigen, dass wir nach über 4 Jahren Bootsleben noch so gepflegt aussehen, wie wir aussehen… 🤣.

Erst einmal passieren wir Strände und wüstes Gestrüpp. Wir lernen, dass hier in der Regenzeit viel viel mehr Wasser durchfließt und mit hoher Geschwindigkeit den Uferbewuchs mit sich reißt oder flachlegt. Wo rohe Kräfte walten… An den Stränden könnten wir, mit viel Glück, Freshies oder auch Salties entdecken. Krokodile sind gemeint, wobei die Frischwasserkrokodile hier ihr angestammtes Revier haben. Die größeren und aggressiven Salzwasserkrokos schauen halt auch gerne mal vorbei, denn Süßwasser mögen sie schon echt lieber, und Freshies mögen sie auch gerne, so als Happen zwischendurch. Deshalb mögen sie die Ranger auch so ganz und gar nicht und fangen sie kontinuierlich heraus. Doch wir werden sowohl im ersten, als auch im zweiten Abschnitt der Schlucht kein einziges Krokodil erhaschen. 13 Schluchten existieren insgesamt, die allermeisten bekommen wir somit nicht zu sehen. Erst die starken Regenfälle in der Wet Season verbinden die einzelnen Schluchtenbecken wieder miteinander.

Zwischen 1,6 Milliarden Jahre alten Sandsteinwänden werden wir hindurchgeschippert. Und steter Tropfen höhlte sie aus, diese 13 Schluchten. Gewaltige Fluten waschen Jahr für Jahr am Stein herum, und ganze Felswände brechen ab, wie mit dem Messer geschnitten.

Hier steigen wir jetzt aus, laufen ein Stück und steigen in ein anderes Boot wieder ein.

Auch spazieren wir an alter Aboriginal People Wandmalerei vorbei.

Doll, wie auch hier, förmlich aus dem puren Stein, die Minipalmen herauswachsen.

Wir sind jetzt in das 2. Boot gestiegen und schippern weiter. Die Felswände werden schroffer, steiler und höher.

Die Schilder am Strand weisen darauf hin, nicht an Land zu gehen. Die Bereiche sind geschützt, da die Krokos dort gerne ihre Eier ablegen. Aber jetzt ist keine Brutzeit.
Also, keine Krokodile,…
und keine schlüpfenden Babys.
Dafür eine sehr schöne Schlucht. 🤩

Die Katherinen Schlucht heißt aber gar nicht mehr offiziell so, sondern hat ihren alten, ursprünglichen Namen zurück. Nitmiluk Gorge ist er. Nitmiluk heißt „Ort der Zikaden“. Oder, nach den neuen, alten Besitzern, den Jawoyn Aboriginal, „Ort des Zikaden-Traums“. Jepp, diese Region ist, wie der Uluru, der dortigen First Nation zurückgegeben worden, wurde zum Nitmiluk Nationalpark und wird zusammen mit den Jawoyn und dem Staat verwaltet. Wir werden weitergeschippert.

Witzige Gesteinsauswaschungen!
Interessant, wie in der Trockenzeit auch im unteren Bereich die Pflanzen grünen. Später im Jahr werden sie einfach überschwemmt.

Wir kehren um, der nächste Abschnitt ist wieder durch Niedrigwasser versperrt und nehmen denselben Weg zurück.

Manch auftauchender Stein sieht fast wie ein Krokodil aus, ist aber keines.

Wir steigen wieder um, laufen zurück zum ersten Boot und schippern zurück.

Nochmal die Wandmalerei.
Die Aussichtsplattform vom Wasser aus.

Dankeschön und auf Wiedersehen. 👋
Es ist immer noch früh am Morgen und ich möchte noch frühstücken. Das erledigen wir beim Besucherzentrum und durchforsten noch das angegliederte Museum mit Filmvorführung.

Die Jawoyn People kennen 5 Jahreszeiten, leben schon seit zig tausenden von Jahren im Nitmiluk Gebiet, dem Land der Zikaden und dürfen nun wieder mitbestimmen über dessen Entwicklung.

Wir satteln die Hühner und fahren zurück nach Darwin.

A Leich….
und komische Warnzeichen.

Das ist die Wüstenrose des Northern Territory. Sie soll anzeigen, dass es in unmittelbarer Nähe Straßenschäden gibt. Also, uffbasse!

Alle paar hundert Meter liegen zerfetzte Lkw, Pkw oder Motorradreifen am Wegesrand. Deutlich ist die Verschlechterung des Straßenbelags im Western Territory.
Ja, nee, das Wrack liegt nicht am Straßenrand. Das ist eine nette Deko eines Restaurants.
Abgebrannt und Neuaustrieb.
Kurz vor Darwin gibt es wieder die spektakulären Termitenhochhäuser.

Dann sind wir da, Yuti auch. Es wird schon dunkel und wir schaffen es gerade noch unser Gepäck und übriggebliebene Essensvorräte umzuladen. Morgen bringen wir den Overlander zurück.

Autorückgabe

Hoffentlich werden keine Schäden festgestellt! Wir haften ja für alles. Der Check des Wagens soll mindestens eine Stunde dauern, wir wollen dabei sein. Doch zuvor müssen wir den Offroader ja noch waschen und aussaugen. Allerhopp. Bestimmt eine gute Stunde waschen, schrubben, putzen und saugen wir am Overlander herum. Währenddessen kommt ein lustiger Vogel zu uns und erhofft sich etwas für sich. 😁

Der Maskenkiebitz. Weiß er, dass er gut zum gelben Fahrbahnstreifen passt? 😉

Die Waschanlage befindet sich gerade vis à vis vom Autoverleiher. Sauberer als je zuvor und vollgetankt stellen wir ihn dem Verleiher auf den Hof. Ein Mitarbeiter kommt strahlend auf uns zu, fragt nach Problemen oder nem Unfall, und das war‘s. Keine weitere Untersuchung, nothing… Tja, das war jetzt aber easy going. 😁 Mit einem Uber geht‘s zurück zur Marina.
Yuti ist ziemlich dreckig. Millionen schwarz-grauer Kringel bedecken das Boot. Buschbrände sind die Ursache. Aber putzen werden wir heute nicht mehr. Morgen ist ja auch noch ein Tag. 😅

Noch heute und morgen, dann legen wir ab und verlassen Australien

Zuerst heißt‘s Wasser marsch und Ruß und Asche schwimmen davon. Die richtige Wäsche mit Schrubber und Seife kommt dann morgen. Jetzt geht‘s per Bus in die Stadt. Diesmal besuchen wir eine Mall mit der Supermarktkette Coles. Dort soll es auch einen Handyreparateur geben. Einen neuen Glasschutz könnte ich gut gebrauchen. Gleich am Eingang ist eine Geldwechselstube. Na das passt ja wie die Faust aufs Auge. Wir könnten indonesische Rupien gebrauchen. Und Zack, werden wir zu Millionären. Mit 5 Millionen Rupien in der Tasche ziehen wir weiter. Das sind mal gerade 250,- Euro! Irre, dieser Wechselkurs! Dann entdecken wir auch schon den Handymann. Ein Blick von ihm auf mein gesplittertes Display genügt, um mir mitzuteilen, dass da kein Schutzglas drauf ist. 😳 Waaas? Ach du Schreck!!! Da ist ja dann mein Display geschrottet. Scheiße nein! Er bietet die Reparatur an. Nach einem Schweißausbruch meinerseits und mehreren Diskussionen lasse ich ihn machen. Es wird kein Originalglas eingesetzt werden, das wäre auch gar nicht verfügbar, und 40 Minuten später kann ich es wieder abholen. Hoffentlich geht das gut! 🙏
Mein Handy, mein Leben! 😔
Es geht gut. Überglücklich schließe ich es wieder in meine Hände. Diesmal allerdings m i t Schutzglas. 😅 Beschwingt geht’s jetzt noch zu Coles und dass, was uns noch an Proviant fehlt wird geshoppt. Nicht zu viel! Denn frisches Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch dürfen nicht nach Indonesien eingeführt werden. Wieder einmal. 🫩 Milchprodukte, Käse, Eier und Honig müssen deklariert werden. Nerv!!! Mit einem Taxi geht es zurück zur Marina. Klaus wird dort fälschlicherweise für den Taxifahrer gehalten und von 3 Damen um eine Fahrt gebeten. 😂🤣😂
Er lehnt dankend ab und verweist auf den echten Taxifahrer. Der fährt dann zufrieden, mit viel Gelächter und mit den 3 Damen von dannen.
~~~~~~~~~~Päuschen~~~~~~~~~~~~
Am späten Nachmittag ist der Wind fast ganz eingeschlafen, und wir nutzen das zum Installieren des neuen Screechers. Werden die Verbindungselemente passen? Wird das Segel in Ordnung sein?
Gut durchdacht, nach Kläusi’s Art, arbeiten wir strukturiert zusammen und kommen gut voran. Das Segel steht und alles ist perfekt. 👌 Das Segelmaterial ist bloß viel dünner und folienhafter. Gut, es kommt ja auch von einem anderen Hersteller als unser altes Segel. Das können wir nun entsorgen. Ja, morgen!

Sonntag

Wir bugsieren das alte Segel zu den Mülltonnen an Land, hieven es in eine hinein und die ist dann voll. 🤭 Upsi. Wieder einmal werden wir Yuti heute, am heiligen Sonntag, gründlich einschäumen, waschen und schrubben. Der letzte Liegetag in der Marina ist angebrochen. Morgen klarieren wir aus und segeln davon. Etwas mulmig ist mir schon zumute. In Indonesien, 4 Segeltage von hier entfernt, wird alles anders sein. Ein zu Australien relativ armes Land erwartet uns. Deutlich weniger Infrastruktur, dafür aber umso mehr Müll und Dreck wird uns begegnen. Der gestrige Taxifahrer fragte uns noch, ob wir schon einmal dort gewesen wären? Nein! Das ist da schon anders als hier! Wisst ihr das, fragt er uns vorsorglich. Ja, das wissen wir. 😉 Dennoch wird uns die Umstellung nach einem halben Jahr Australien schon zu schaffen machen, glaube ich.
Ein letzter Bootswash, eine letzte Waschmaschine, ein letztes Auffüllen des Wassertanks, noch einmal Ina‘s Nacht schauen und dann die Daumen drücken, dass auch morgen noch das Internet via Starlink funktioniert! ✊
Das ist zur Zeit d a s größte Aufregerthema unter allen Fahrtenseglern weltweit. Elon Musk will ab morgen, dem 17. August alles verändern und vor allem wesentlich teurer gestalten. Für die meisten Segler liefe das auf eine Versechsfachung der monatlichen Kosten hinaus. Auch für uns. Statt 100 Euro im Monat, 600 Euro. Das wäre schon schlimm! Aber wie es im Moment ausschaut, bekämen wir alle noch eine 30 tägige Galgenfrist. Schauen wir mal….
Eine letzte ruhige Nacht haben wir noch, dann geht’s los. 🌊 ⛵️ 🌊🌊 🌊


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