Ua Huka ruft, wir kommen

Der Wind passt, wir können es wagen den Anker zu lichten und Kurs auf die Insel Ua Huka zu nehmen. Es ist eher selten, dass man von Nuku Hiva und den anderen Inseln nach Ua Huka segelt, andersherum wäre es angesagter, von Wind und Strömung her betrachtet. Aber heute passt es, und wir können mit einem Amwindkurs die letzte bewohnte Insel des Archipels erreichen. Um 6:02 Uhr ist der Anker gehoben, um 6:30 Uhr finden pünktlich auf die Minute unsere Müttergespräche statt, und wir motoren langsam aus der Bucht heraus.

Ein Monster schläft noch im Nachtschatten.
Upsi, da wird es just von der aufgehenden Sonne wachgeküsst.
Von dieser Seite ist es ja wohl ganz klar ein Nashorn.
Fast künstlich sieht das Ensemble aus, ist aber von Mutter Natur.
Auch die Kirche am Berg…

Doch dann segeln wir unter voller Besegelung, ohne Motor, mit 4 bis 5 Knoten unserem Ziel entgegen, obwohl der Wind uns von vorne entgegensäuselt.
37 Seemeilen gilt es zu bezwingen. Aber was heißt hier schon bezwingen? Es segelt sich herrlich❣️ Der Wind ist sanft, die Sonne strahlt, kaum Wellen, und Yuti kann ziemlich gut am Wind segeln. Wir genießen es sehr.
Klaus baut uns eine neue Angel. Wir hatten eine neue, dickere Angelschnur gekauft und neue Köder für’s Handangeln.

Es wird alles an der Reling montiert, die Fische dürfen jetzt beißen… 🎣. Und sie beißen! Klaus sieht den, der beißt, noch rausspringen, versucht die Schnur einzuholen, schreit nach seinen Handschuhen und ruft, warum dauert das so lange, bis ICH ihm den Handschuh übergezogen habe, die Reling reißt gleich!
Sag mal Klaus, geht’s noch??? Er lässt los, die Schnur reißt und ist ab. Fisch weg, Köder weg, Vorfach weg, Schnur durch… Scheiße nein‼️Sau blöd, auch für den Fisch. 🥹 Das war’s erstmal wieder mit unseren Angelversuchen.
Langsam kommt Ua Huka in Sicht- und Fotonähe.

Brigitte und Gerald haben schon Recht. Diese Insel ist anders als die anderen. Rauer, auch wieder spektakuläre Steinformationen, aber eben anders… Ganz unterschiedliche Felshaufen, Steinwände, Plateaus oder Spitzen ragen dicht nebeneinander heraus.

Flacher Inselvorsprung.
Unterschiedlichste Steinformationen.
Tolles Farbenspiel.
Eine Bucht mit weißem Sand, aber nicht unsere Ankerbucht für heute.
Eine der beiden vorgelagerten Vogelinseln, platt wie eine Flunder.
Beides Vogelinseln, aber strukturell total unterschiedlich.
Dunkle Steinplatten im Vordergrund, herrlich rotes Gestein in der Mitte, und im Hintergrund grüne Bergrücken. Toll!

Und Delfine begleiten uns das letzte Stückchen bis zur Ankerbucht.

An dem kleinen Felsenzuckerhut vorbei, geht es gleich links ab.

Das ist schon immer was Feines, wenn Delfine pustend und spielend um uns herumschwimmen❣️Obwohl wir gerade nicht so schnell unterwegs sind, sind sie trotzdem interessiert. Ist man hingegen schnell, messen sie ihre Kräfte mit einem, sprich mit Yuti. Dann sausen sie immer ganz knapp vor ihr her oder queren ihren Weg und zeigen was eine Hake ist. Das ist dann besonders schön mitzuerleben.

Vorbei am Flugplatz, wo aber nur kleine Propellermaschinen landen und starten können.
Gleich sind wir da. 🤗
Die Steinspitzen sehen aus wie Zwillinge. 👯
Wir passieren den kleinen “Zuckerhut”.

Vor uns die Bucht mit 2 Booten.

Um 15:00 Uhr fällt der Anker. ⚓️ Das hat ja schon mal prima geklappt.

Blick aus dem Fenster auf den netten Steinhaufen.
Start in Hiva Oa, weiter nach Tahuata, dann nach Fatu Hiva, zurück nach Tahuata, weiter nach Ua Pou, dann nach Nuku Hiva, jetzt nach Ua Huka und bald zurück nach Nuku Hiva.

Jetzt haben wir alle 6 bewohnten Inseln dieses Archipels besegelt. Ua Huka ist die nordöstlichste Insel der Marquesas. Sie ist 84 Quadratkilometer groß, beziehungsweise klein, mit ihrem Hauptort Hakahau. 500 Menschen leben dort, von insgesamt um die 600. Ganz Genaues weiß man nicht. Auch hier gibt es wieder einen höchsten Berg, den Mont Matau, mit ebenfalls 1.250 Metern Höhe. Lustig. Diese Insel ist bekannt für die besten Holzschnitzer der Marquesas, für viele frei lebende Pferde, Ziegen, Esel und …. natürlich Hähne. Eben sehe ich drei junge Kerle auf ihren Pferden den Strand hoch und runter galoppieren. Es schaut nach nem Wettrennen aus.
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Die vielen Pferde, Esel und Ziegen haben über die Jahre jedoch auch dafür gesorgt, dass viel Baum- und Buschwerk auf der Insel verschwunden ist, aufgefuttert, verkasematuckelt…
Auch viele, zum Teil endemische Seevögel sind hier zu Hause. Wir sind ja schon an den Vogelinseln vorbeigesegelt. Auf dem Rückweg geht’s noch etwas näher daran vorbei. Für heute reicht‘s, wir ruhen uns aus und gehen morgen mal an Land.

Landgang

Erstmal wollen wir in den kleinen Ort laufen, ein bisschen einkaufen und anschließend das klitzekleine Museum besuchen. Wir setzen mal mit dem Kajak über.

Huch, wer tanzt denn da nach alter Tradition? Ist das ein Kriegstanz? Sind wir in Gefahr? 😄 Nee, der taucht doch erst viel später auf, wenn wir schon wieder zurück auf Nuku Hiva sind! Aber ja doch! Die besten Schnitzarbeiten gibt es dennoch hier und nur hier… Ohh, und viele Hunde gibt es hier auch, wie auf allen Inseln der Marquesas. Jede Familie hat gleich mehrere davon.
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Der Blick vom Land aus auf Bucht und „Zuckerhut“.
Landimpressionen
Kircheneinsichten
Supermärktlein mit tollem Hintergrund.

Und gibt es etwas zu kaufen? Na klar, irgendetwas gibt es doch immer. Ein Sack voller Baguettes sticht uns ins Auge. Stopp, 🖐️ die sind vorbestellt. Der Kassiererin tut das sehr, sehr leid, aber sie könne da leider nichts machen. Kein Problem, kein Problem, wir haben ja noch Toast im Kühlschrank. Dafür findet Klaus doch tatsächlich eine neue Schlabberschlafhose und ist happy. Na also. Extra Bekleidungsgeschäfte gibt es eher nur ganz selten. Nun ja, dann finden wir noch Milch, Marmelade, Schokolade, Cola, Fanta, Bier… Was? Nein, Orangina und Wasser und Rindfleischsteaklettes und Garnelen. 🍤 Das Sortiment ist doch immer sehr, sehr ähnlich. Ganz gut bepackt zuckeln wir zurück und machen noch einen Abstecher ins Museum und den angrenzenden Souvenirshop.

Landwirtschaftliche Erdhacken, Taucherbrille, Angelhaken, Fischernetze und Einbäume aus lang vergangenen Tagen.

Jepp, diese Brandung ist auch heute noch so, wie auf dem vergilbten Bild. Die müssen wir nachher auch noch überwinden, allerdings sind wir nur zu zweit. 😏
Im Souvenirladen, gleich einen Raum weiter, kaufen wir noch einen kleinen geschnitzten Mantarochen und einen Pfannenwender. So bepackt stehen wir vor unserem Dinghy und beobachten die Brandung. Unserer Meinung nach müsste es weiter rechts am Strand besser funktionieren. Also in die Hände gespuckt und das Kajak 250 Meter weiter nach rechts geschleppt, mit den Einkäufen auf dem Rücken. 🥵
Jetzt noch die Rucksäcke so gut es geht sichern, anschieben, selber reinkommen und paddeln, paddeln, paddeln, dass wir über die Brandung kommen. Jau, war gar nicht sooo schwierig, das haben wir doch gut gemacht. Später am Nachmittag satteln wir noch unser Dinghy und wollen den “Zuckerhut” von Nahem begutachten. Vor allem die stürmischere, die dem Meer zugewandte Seite, da dort Fische und jagende Vögel zu erwarten sind. Na dann looos…

Das ist alles noch auf der dem Meer abgewandten, ruhigen Seite. Die weißen Spuren am Fels sind die Vogelpupsspuren. Wollen wir noch rumfahren, so Klaus vorsichtige Frage? Na klar, da wird’s ja erst richtig interessant!

Aufgewühltes Wasser, jagende Seevögel!

Gar nicht so leicht, bei dem Gewackel zu filmen und zu fotografieren! Und auch wir werden von den Jägern kurz unter die Lupe genommen. Wir sind ja sozusagen mitten drin, im Getümmel…

Dann motoren wir weiter rum um den “Zuckerhut” und zurück zu Yuti.

Die andere Seite der Bucht. Wer sieht wieder Gesichter? Meistens alte Männer 🤭. Und wieviele?
Mittlerweile sind es 4 Boote geworden…

Morgen wollen wir noch eine andere Bucht erkunden, eine gaaanz schmale. Angeblich passt da nur ein Boot hinein… Leider haben die Franzosen weder AIS, noch einen Bootsnamen am Boot und sind auch nicht bei noforeignland registriert. Also wissen wir nicht, ob da schon jemand drinnen ist oder nicht. Dann schauen wir mal, im wahrsten Sinne des Wortes. 👀 👀

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