Der Countdown läuft 3️⃣2️⃣1️⃣ ⛵️

3️⃣ Tage vor Abreise:
Die Nacht war wie erwartet sehr unruhig. Erst in den Morgenstunden lässt der Sturm mal kurz nach. Diesen Moment nutzt Klaus, um das Boot mal eben vorab zu reinigen. Er spritzt Yuti mit viel Wasser ab, ich plane derweil unseren Großeinkauf, unsere Proviantierung. Für wieviel Tage muss ich planen? Tja, gute Frage! Bis St. Helena sind es mindestens 14 Tage. Sollten wir dort wider Erwarten keinen Ankerplatz finden, müssten wir weitersegeln, bis zur brasilianischen Küste. Das wären dann aber nochmals 14 bis 18 Tage dazu. Heißt, ich sollte für mindestens 4 Wochen Wasser und Lebensmittel an Bord haben, puhhh… Heute fahren wir aber nur in die Stadt, um nach Druckknöpfen zu suchen. Dauernd gehen von irgendeinem Mücken- und Sonnenschutz die Druckknöpfe kaputt.

Cape Town hat schon was, und wir werden fündig. In einem tollen, traditionellen Ledergeschäft.

Jetzt haben wir einen ordentlichen Vorrat an Knöpfen und noch nen Gummihammer dazu. Der ist vielleicht auch noch anderweitig einsetzbar 😉. Während wir im Uber sitzen, heimwärts, meldet sich Tristan. Er sitze mit Weendy bei uns im Clubhaus an der Bar, wo auch sonst, Hicks, und möchte uns sehen. Joo, wir kommen dann gleich… Das wird ein langer Abend. Selbst ich trinke ein Shandy, ein südafrikanisches Radler und Klaus ZWEI Bier. 🍺🍺 Tristan und Weendy haben natürlich schon ordentlich vorgeglüht und werden im Laufe des Abends immer beschwipster. Da hilft dann auch kein Essen mehr… Für Tristan ist der Yacht Club hier eh nur eine Toilette. It’s a toilet, ist immer dann sein Ausruf, wenn ihm etwas nicht gefällt. Zu dreckig ist, unordentlich oder der Service nicht stimmt. Ja, der Service stimmt im Clubhaus wirklich nicht, denn niemand will kommen, um unsere Bestellungen aufzunehmen. Da wird Tristan wirklich böse 😤 und beschwert sich. It’s a toilet! 🫣 Dafür ist das Essen hier super und er staunt nicht schlecht. Dann wurmt es ihn, dass wir beschlossen haben, am Freitag die Segel zu hissen. Völlig falscher Moment, seiner Meinung nach. Er müsse die an Klaus verliehenen Schulterstreifen wegen excellenter Navigation wieder abnehmen. Na dann schauen wir doch mal, wann ER startet. Er will ja auch nach Brasilien… Es gibt nen laaangen Abschied, dann fallen wir wirklich todmüde in die Betten.

2️⃣ Tage vor Abreise:
Klaus fühlt sich schlecht, schlapp und müde. War eins der Biere gestern schlecht? Nee, auch der Husten ist wieder schlimmer. Dann machen wir heute mal lieber low und gehen erst am späten Nachmittag einkaufen. Klaus will eh noch vor zur Rezeption und unseren Ausklarierungsprozess starten. Die Papiere, die er dort bekommt, müssen ausgefüllt werden, ein Flightplan erstellt, und wir müssen bei der Immigration vorstellig werden. Heute noch, meint die nette Dame an unserer Rezeption, das könne nicht schaden. Okay 👌 Wir fahren dann später mit einem Uber zur Immigration. Der Officer meint, wir wären aber zu früh bei ihm, wir sollten morgen wiederkommen. Nee nicht? Rede hin, rede her, na gut, er fertigt uns nun doch heute schon ab. Das ist auch gut so, denn nun müssen wir unsere Papiere und Passkopien per e-Mail zu Customs schicken, um wieder das oberwichtige Papier, das Port Clearance, für den nächsten Hafen zu bekommen. Angeblich dauert das eine Stunde, dann bekäme man sein Papier per e-Mail. Pustekuchen! Bei uns wird es 24 Stunden dauern… Ist aber auch nicht schlimm, wir sind noch im Plan und müssen nach Erhalt, innerhalb von 24 Stunden Südafrika sowieso verlassen.
So, nun geht’s zur Waterfront. Da ist immer etwas los. Diese Jungs bekommen erstmal mein ganzes Kleingeld.

Dann zu Woolworths, der Großeinkauf steht an. Wir sind über 2 Stunden im Woolworths, hauen 400,- Euro auf den Kopf und kommen erst bei Dunkelheit wieder raus, um uns ein Großraum-Uber zu bestellen. 😅

Süß, nur das Köpfchen schaut noch oben drüber.

Tschau, tschau, Waterfront, tschüss Victoria Wharf, war schön hier❣️

Das große Uber Taxi ist da, es passt alles rein, wir fahren zurück und laden alles wieder aus. Nun muss alles über einen schiefen Steg zum Boot geschleppt werden, aufs Boot gehievt werden und verstaut werden. Letzteres ist fast die größte Herausforderung und dauert auch nochmal bestimmt 2 Stunden. 😮‍💨

1️⃣ Tag vor Abreise:
Heute wird nochmal große Wäsche gemacht, in zweifacher Hinsicht. Wir schrubben Yuti nochmal gründlich ab, und alles was noch an Schmutzwäsche da ist, wandert in die clubeigene Maschine. Also, wieder Coins holen und ab zum Waschraum.

An der blauen Wand stehen die Waschmaschinen, die linke ist OUT OF ORDER.

Da habe ich noch gute Laune, denn alle Maschinen sind frei. Der Trockner will dann aber nicht starten, obwohl der Coin drinnen und der Startknopf gedrückt ist. Ich muss jemanden von der Rezeption holen. Eine junge Frau kommt mit, holt den Coin raus, wirft ihn nochmals ein, drückt den Knopf, und die Maschine läuft. 🤨 Wie das jetzt? Joo, sie sei die Frau mit dem magischen Finger. 🥳 Na dann… Die Wäsche ist gemacht, die Vorräte sind verstaut, Yuti ist sauber, die Tanks randvoll und ach, das habe ich ganz vergessen zu berichten…, als wir zurückkamen war die Edelstahl Stoßkante zur Treppe runter, die wir mal unterwegs verloren hatten, geschnitten, gebogen, poliert und aufgeklebt. 👏

Sehr schön! Fehlt jetzt nur noch das Screecher rauszuholen und wieder zu montieren. Allahopp! Konsterniert stellen wir fest, die Festhalteschlaufe, an der die Schot befestigt ist, ist aufgescheuert und eingerissen. 😳 Was nun❓Die Zeit, das Segel noch zum Segelmacher zu bringen, haben wir nicht mehr. Das Screecher wird aber das Segel der Wahl sein, wenn es um das Segeln am Vorwindkurs geht. Also wenn der Wind von hinten, um die 180 Grad kommt. Tja, da muss ich wohl selber ran und mit Nadel und Segelgarn die Schlaufe verstärken. Klaus hatte zum Glück nochmal stärkeres Garn, stabile Nadeln und einen Handschutz gekauft. Dieses Set kommt nun zum Einsatz. So, das muss jetzt halten. Wenn nicht, dann haben wir noch unser Gennaker, das Vorwindsegel bei wenig Wind. Die Installation ist allerdings aufwändig und nicht ganz einfach. Wir hatten es bisher nur einmal draußen. Beim Übergabetestsail in Vietnam, vor 1 1/2 Jahren…

Sieht schon toll aus. Trotzdem soll unser Screecher möglichst halten. 🙏 Fertig, unsere Vorbereitungen für den großen Schlag sind abgeschlossen. Morgen Mittag geht’s los… ⛵️

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