Poah, der Wind ist schon heftig! 💨 Mensch, wir wagen es dennoch. An Land ist es weniger stürmisch und beherzt marschieren wir hoch in die Berge. Das Feuer ist ja nun keine Bedrohung mehr.



Der Weg ist sehr schön, idyllisch und verträumt.

Wir folgen dem Wasser und suchen den Fall.



Wir hören ihn schon, den Wasserfall!


Jetzt müssen wir nur noch rankommen. Klaus kraxelt voran, ist weg und angekommen. Ich bin noch im Dschungel verwickelt,…


steige hoch und rutsche ab und steige schlussendlich barfuß durch den Bach. Da ist Klaus schon längst im kühlen Wasser und spielt mit der Meerjungfrau.

Nee, Quatsch! Ach ist das schön hier❣️ Durch die ergiebigen Regentage kommt auch ordentlich Wasser runter.




Ein letzter Blick, auch Klaus aus der Ecke unten rechts muss mit, und weiter geht’s zu Manfred. Wir waten gemeinsam durchs Bachbett zurück zum Wanderweg.

Doch zuvor kämpft Klaus noch mit seinen Schuhen.

Nee nich? Kläusi ruft wieder nach Mama? Ich bin’s doch nicht! 😂


Wir schlagen uns wieder durchs Unterholz, übers Bächlein und an großen Bäumen vorbei, bis wir wieder auf dem Weg sind und noch einige Höhenmeter hinauf müssen, bis wir „Manfredsville“

erreichen.









Dann:

Rechts am Rundbogen hängt eine Pfanne mit nem Schlägel, ich melde uns mit drei kräftigen Schlägen an, und wir werden von einem weißen Hündchen abgeholt.

Bonjour, Guten Tag und Hallo❣️ Hey Manfred, wir sind Klaus und Andrea aus Deutschland…

Das ist schon ein absolutes Muss hier herauf zu kommen und den durch Funk und Fernsehen berühmt gewordenen Deutschen und seine Küsse aus Schokolade zu treffen. Drei junge Franzosen sind auch gerade bei ihm, und so beginnt eine lange, interessante Unterhaltung auf Deutsch-Französisch. Über 1.600 Besucher zählt er Jahr für Jahr. Seit Januar sind schon 118 Neugierige bei ihm gewesen. Er führt penibel Buch, Deutscher eben. Aber mit einer sehr bunten und auch dunklen Vergangenheit. In Ostdeutschland geboren und aufgewachsen, war er auf der Seite der Bösen, so sein O-Ton. Was heißt das? Na, er war bei der Stasi natürlich. Parallel betrieb er einen großen Saunaclub. Nach Mauerfall und Wende, machte er sich ganz schnell vom Acker und verließ Frau und zwei Kinder, ohne Wiederkehr. Er setzte sich nach Tahiti ab, lernte das Hubschrauberfliegen und arbeitete mehrere Jahre als Pilot. Er flog während dieser Zeit auch den ein oder anderen Medienprommi. So zum Beispiel Donald Trump und seine erste Frau. Apropos Frau, er brüstet sich in seinem Leben mehr als Zehntausend Frauen berührt zu haben (als Masseur 😉) und mehr oder weniger durchgehend mit zwei Frauen gleichzeitig zusammengelebt zu haben. Natürlich immer wieder mit anderen. Er war ein echter Hallodri, was ihm sehr wichtig ist, rüber zu bringen. Und dreckige Witze zieren seine Erzählungen ununterbrochen. 🙄 Er ist der Cousin von Heike Drechsler, der Weit- und Hochspringerin, hat sie aber nie persönlich kennengelernt. Dann heiratete er eine Polynesierin von Ua Pou, mit ordentlich Grundstück an den Hacken und baute seine „Manfred-Stadt“. Alles in Eigenregie und mit Muskelkraft. Er pflanzte Palmen, Obstbäume und 75 Kakaopflanzen an und brachte sich die Kunst der Schokoladenherstellung bei. Mittlerweile ist er 72 Jahre alt, ist seit 36 Jahren weg von Deutschland, hat seine erste Familie nie wiedergesehen, durch eine frühe Sterilisation keine weiteren Kinder gezeugt, will 150 Jahre alt werden, Schokolade herstellen und verkaufen und all seinen Besuchern, prominent oder nicht, von seinem Leben erzählen und Witze vom Stapel lassen. Letzteres könnte er gerne lassen, aber auch dafür ist er bekannt und sein Ruf eilt ihm voraus. Gut, so ist man bereits vorgewarnt. Am Ende kaufen wir ihm 14 Täfelchen Schokolade ab, sieben verschiedene Sorten.

Sie ist wirklich gut, seine Schokolade! Und alles bio oder was? Ja, alles biologisch und eigenhändig! Anbau, Ernte, Verarbeitung! Er verkauft auch auf Nuku Hiva und Tahiti. Wer sagt‘s denn… Seine Frau ist gerade auf Tahiti und bekommt neue Hüften. Gleich wird sie ihn anrufen. Dann dürfen wir uns noch die Taschen mit Obst vollstopfen, uns herzlich verabschieden und den Weg wieder runter ins Dorf machen.
UND, Yuti ist noch da, nicht aufs Meer abgehauen oder an Felsen zerschellt, das Dinghy auch. Wir schlittern über den algigen Steinsteg, einheimische Jungs benutzen ihn als Rutschrampe ins Wasser und wir düsen nach Haus, nach Hause zu Yuti. 😁 Das war ein wirklich schöner Tag❣️ Und morgen? Schauen wir mal…
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