Heute geht es über Sheffield nach Devonport. Dort wird uns ein etwas „anderes“ Hotel erwarten.




Jo, benannt wurde dieser kleine Ort nach Sheffield in England, ist aber so überhaupt nicht mit der dortigen Großstadt zu vergleichen, eine Großstadt mit 500.000 Einwohnern und Universitäten. Hier haben wir ein Dorf mit circa 1.500 Einwohnern, gegründet 1859. Es war einst ein rein landwirtschaftlich tätiger Ort, höchstens für seine große Milchwirtschaft bekannt. Ansonsten war hier der Hund begraben. Seit 1986 setzte eine wundersame Wandlung ein, und man beschloss, im ganzen Dorf große Hauswände künstlerisch zu bemalen, mit Geschichte, Alltag und landwirtschaftlichen Motiven. Heute gibt es über 100 Murals/Wandgemälde. Seit 2003 wird sogar jedes Jahr ein Festival zelebriert und das beste Gemälde prämiert. Seit geraumer Zeit besuchen 200.000 Menschen diese kleine, große Kunstgalerie im Freien. Und so wandelte sich ein Bauerndorf in eine Open air Kunstgalerie. Schöne Geschichte, finde ich. Genau darüber hatte ich gelesen und wollte diesen Ort gerne sehen. Und da sind wir nun. 🤗

Und treffen sofort auf den Holländer mit seinem Lama.

Ein lustiges Kerlchen ist der❣️Sein Lama ist sein Kontakter. Sofort wird gefragt, ob man das Tierchen streicheln, oder ein Foto mit ihm oder ihr haben möchte. Das klappt dann auch meistens, und schwupps ist man in ein nettes Gespräch mit ihm verwickelt. So natürlich auch wir. 😄 Er erzählt, dass er sehr jung, zusammen mit seinen Eltern, damals aus Holland kam und sich vollkommen in Tassie/Australien assimiliert habe. Sein Heimatland sei Australien und diesem fühle er sich verbunden. Aber Deutsch kann er immer noch richtig gut sprechen. Ja, die Holländer sind halt echte Sprachgenies. Aber nicht jede Entwicklung in seinem Land gefällt ihm. So würden sich längst nicht mehr alle Zugereisten in die australische Gesellschaft einfügen, sondern eigene Gruppen bilden. So zum Beispiel die Chinesen. Auf die ist er gar nicht gut zu sprechen. Haben die doch vor ein paar Jahren den größten Milchbetrieb hier aufgekauft, mit dem Versprechen, ordentlich zu investieren. Das taten sie aber bis heute nicht. Nun ist dieser Vorzeigebetrieb nicht mehr in australischer Hand. Peng! Sowas ist nicht unüblich bei den Chinesen, dass wissen auch wir. Fallbeispiel, Hamburger Hafen, oder der Robotikhersteller Kuga. Das empfand ich damals als besonders schmerzhaft. Es gibt unendlich viele Beispiele mehr, wenn man sich die ganze Welt anschaut. Überall hocken Chinesen… So, jetzt wollen wir uns mal den Gemälden widmen. Auf mich wirkt dieser Ort ganz wundervoll. Das Wetter ist zum Eier legen und die Stimmung ist mega gechillt. Wir beginnen mit einem extra ausgewiesenen Platz, wo ganz viele Bilder, wie in einer Galerie ausgestellt sind. Das sind die Wettbewerber der letzten Jahre, viele sind prämiert.

Im obigen Bild sieht man Australiens zum Teil ausgestorbene Tierwelt. Der Tasmanische Tiger war ein zuletzt nur noch auf Tasmanien vorkommender Beutelwolf. Jepp, auch der war ein Beuteltier und eher mit dem Känguru verwandt als mit nem Tiger. Der Tasmanische Teufel, der Name sagt es ja schon, kommt nur noch vereinzelt auf Tassie vor und ist auch ein Beuteltier. Unten gibt es dann die althergebrachte Ackerbearbeitung mit Pferden und Pflug, vor toller Kulisse. Der Mount Roland hatte es uns auch schon angetan, als wir nach Sheffield reingefahren sind.




Dieses Gemälde gefällt uns besonders. Die Spiegelung von alter und neuer Welt, bis ins letzte Detail.

Und hier ein kritisches Bild zur Situation. Die australische Tierwelt zwischen Überbevölkerung der Menschen und kriegerischer Zerstörung. Was mir auffällt, keine Kopfbedeckung der einzelnen Personen wiederholt sich und gibt Auskunft über die Zugehörigkeit des Einzelnen zu bestimmten Volksgruppen.

Ruhe suchen in der Natur. Doch sie ist „nur“ gemalt.

Was will uns der Künstler hiermit sagen? Mal drüber nachdenken… 🤔


Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der großen Bilder auf dem Platz der Künste. Jetzt stehen wir vor einer Kunstaustellung in Räumen und schauen auch da einmal hinein.

Das Spinnenwebenbild hängt hier, ein blecherner Tasmanischer Teufel auf dem Sockel, ein gelbes Fröschlein auf welkem Blatt und lauter, bunte Kugelschreiber zum Tasmanischen Teufelskopf zusammengelegt. Viele weitere Kunstgegenstände gibt es zu sehen, und alle sind nach der Ausstellung käuflich zu erwerben.
Jetzt geht es wieder draußen weiter. Eigentlich ist der gesamte Ort ein künstlerisches Freilichttheater. Überall ist etwas zu entdecken. Das macht richtig Spaß und Zeit dafür haben wir auch. Bis Devonport sind es nur noch 23 Kilometer, und vor 14:00 Uhr dürfen wir eh nicht im Hotel aufschlagen. Also, weiter im Text.








Hier möchte ich später was essen. Auf der Karte habe ich nämlich Folgendes entdeckt:






Lustig! Das erinnert mich an die Werbung der 1950er Jahre.


Eine ganze lange Mauer, bemalt mit Szenen der Landwirtschaft vergangener Tage und mit noch viel mehr…










Aber am nettesten finde ich die Szenen aus vergangenen Tagen. Beim Herrenausstatter, bei dem Getränkehändler und beim Geschäft für „neue“ Medien. Ein Grammophon gefällig? Oder ein Radioempfänger?? Da muss ich an meinen verstorbenen Schwiegervater denken, der mit seinen Geschwistern das „Müllophon“ erfand. 😁 Leider hat es sich nicht durchgesetzt. 😔


Also Sheffield ist schon ein wirklich nettes Örtchen, es gefällt uns sehr❣️Jetzt gehen wir essen.

Die Wurst und auch alles andere schmeckt saulecker!!! Und wirklich, sie kann sich zu Recht „nach deutscher Art“ benennen. Schmatz 😋. Und auch in diesem Etablissement werden wir mit Kunst konfrontiert, Haarkunst. 🤭

Draußen begegnet uns noch eine Lady in lila. Ich hoffe nur, die beiden Damen sind nicht frustriert?!! 😆.
Bye bye Sheffield und Hallo Devonport.



Devonport ist eine kleine Stadt an der Nordküste Tasmaniens, mit circa 26.000 Einwohnern. Aber ein ganz wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Tasmanien. Denn hier liegt der wichtigste Hafen der Insel für landwirtschaftliche Produkte und die Hauptfährverbindung nach Melbourne, aufs Festland.
Und nun sind wir bei unserem Hotel angekommen. Es ist viertel vor zwei und wir trauen uns rein. Oh ha, das war wohl ein Fehler, denn der Hotelier, so fett, dass er sich kaum noch bewegen kann, ist unleidlich wegen unseres zu frühen Kommens. Meine Güte! 13 Minuten zu früh, und ach herrje, da kommen gerade die nächsten Gäste, auch zu früh… 🤓. Wie ein Gastgeber, der keine Gäste mag, werden uns verschiedene Dinge erklärt. Zu allererst soll Klaus das Auto weiter vorfahren. Okay. 🫡 Wenn wir gleich unsere Schlüsselkarten bekommen haben, dürfen wir nicht mehr durch den Haupteingang kommen, sondern sollen den Nebeneingang nehmen. Aha 🤔. Warmes Frühstück gibt es von 7:00 bis 8:45 Uhr und keine Minute länger. Danach gibt’s nur noch Continental… Mein Gott was für ein Typ! Aber Continental Breakfast geht ja auch, denke ich mir so. Da weiß ich noch nicht, was Continental hier bedeutet. 🫣 Nun führt er uns rauf in unser Zimmer. Uiuiui, das ist schon herrschaftlich! Aber bitte im Bad das Fenster offen lassen, damit der Dunst abziehen kann. Okay 🫡 Auch befindet sich der Kühlschrank im Bad und die dortigen Getränke sind kostenpflichtig. Okay 🫡 Auch die Riegel kosten Geld. Okay 🫡 Und überall sind Untersetzer verteilt, damit man keine Wasserränder hinterlässt. Okay 🫡 Nun lässt er uns mit unseren Eindrücken alleine, puhhh 😮💨. Ich mache erstmal Fotos.



Als Zimmer kann man das hier nun wahrlich nicht bezeichnen. Es ist eher ein feudales, kleines Reich und sehr detailreich gestaltet. Also echt mal was ganz, ganz anderes! Ich bin gespannt, ob wir die Dame des Hauses auch noch kennenlernen werden. Auf Prospekten ist sie überall mit drauf. Ich habe aber so das Gefühl, die gibt es gar nicht mehr… ? Ist sie vielleicht auf und davon? Das könnte ich mir fast vorstellen. Wir richten uns ein und entscheiden uns noch für einen Spaziergang zum Leuchtturm.





Wir laufen vor bis zum Mann mit dem Dreizack, Neptun genannt, und werden fast weggepustet. Holla die Waldfee! 🌬️



Wir passieren ruhende Möwen, alle gleich ausgerichtet und grasende Kakadus, rosa Kakadus❣️




Dort grasen die Vögel und hier baden die Alten. Tolle Idylle❣️


Wir laufen indes weiter und immer weiter…

Streifen noch den Funpark für Kids…

und erreichen den wirklich schön anzusehenden Leuchtturm.








Und er war nicht der einzige. Ein 14-jähriges Mädchen ertrank beim Schwimmen vor dieser rauen Küste und wird nicht die letzte sein, so wird befürchtet.



Wir laufen jetzt mal den weiten Weg bis zum Hotel wieder zurück.



Mr. qualmende Socke und Mrs. schwitzender Nacktfuß sind zurück und ruhen sich aus. Werden sie das warme Frühstück vor 8:45 Uhr am morgigen Tag rechtzeitig schaffen? Warten wir es ab…. 🥱😴
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