Rückflug 🛬

Ganz früh am Morgen brechen wir auf. Der Abschied verläuft kurz und schmerzlos. Sehen wir uns doch schon im Oktober in Singapur wieder, wenn Alva ihre ersten Herbstschulferien hat und wir die vollendete Weltumsegelung feiern wollen. Der Rückflug wird kürzer ausfallen. Fliegen wir jetzt mit dem Wind und müssen nicht die Schleife über Sydney machen. Wir geben heuer 2 Gepäckstücke auf, hat Klaus doch die zweite Koffertasche nun randvoll mit allerlei Ersatzteilen für Yuti vollgestopft. 😅 Wenn das mal auch alles gut durch den Zoll geht. 🙏 Warten wir es ab. Der kürzere Flug startet pünktlich mit Zwischenstopp wieder in Doha.

Das ist das Abfluggebäude 3 vom Frankfurter Flughafen. Da waren wir noch nie. Alles ist sehr neu und ziemlich leer. In erster Linie werden hier Frachtmaschinen abgefertigt und Qatar Airlines.

Wieder in Doha, tigere ich ein bisschen durch die Hallen, Beine vertreten.

Ja,…
da sind noch mehr von dieser Sorte. 😉

Das sieht ja toll aus! Eine kleine Anlehnung an den Singapur Airport?

Weiter geht’s. Jetzt kommt wieder der lange Flug. Aber statt 14 Stunden „nur“ 12 Stunden und etwas. Alles verläuft planmäßig und störungsfrei. Niemand kotzt… 😉.

17. Mai, Ankunft in Brizzy

Noch im Flieger liest sich Klaus die Zollbedingungen für Australien durch. Das hätte er mal lieber bleibenlassen sollen. Jetzt hat er nämlich ganz schön Muffe, was unseren vollgestopften, zweiten Koffer betrifft. 900,- Aussie Dollar pro Person sind frei. Was in unserem Koffer ruht ist wohl „etwas“ mehr… Diesmal ist sogar eine komplette Lichtmaschine mit dabei. Nun ja, jetzt ist’s zu spät, jetzt heißt es feste Daumen drücken. ✊
Was soll ich sagen? Es geht sowas von problemlos durch den Zoll, es wird nichts und niemand kontrolliert. Na also. 😮‍💨
In Brisbane ist es dunkel und regnerisch. Der Winter lässt grüßen. Wir bestellen uns ein Uber und erreichen unsere Newport Marina. Yuti steht artig an ihrem Platz und hat auf uns brav gewartet. Hey 👋, wie geht’s? Sie sieht soweit in Ordnung aus, doch unser Gepäck bleibt vorerst draußen im Steuerstand stehen, alles ist tropfnass.

18.Mai

Fetter, ergiebiger Regen ergießt sich über uns, den ganzen Tag. 🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️🌧️Trotzdem latschen wir mit Regenschirmen zum entfernteren Supermarkt. Wir müssen proviantieren. Vorher noch zum Sushi? Oh nein, der hat ja zu. Bestimmt hat er wegen Reichtum geschlossen, denn der Laden läuft gut. Das Café gegenüber hat aber geöffnet und bietet auch richtig gute, herzhafte Gerichte an. Na, dann probieren wir eben die. Lecker, alles ist sehr lecker. Dann geht’s zum Supermarkt. Wir wollen unsere Einkäufe zwar auf zweimal aufteilen, haben aber dennoch zwei super schwere Rucksäcke und zwei vollgestopfte Taschen, die nun durch den Regen zurückgebuckelt werden müssen, inklusive der Regenschirme. 🎒👜 ☔️ 💼🎒☔️ Die Riemen der Rucksäcke schneiden in die Schultern, auweia. Der Arm mit dem Schirm wird schwer, die vollen Taschen klödern am anderen. Die nahe am Bürgersteig fahrenden Autos spritzen uns noch zusätzlich zum starken Regen nass. Pitsche patsche, mit schmerzenden Muskeln, gequetschtem Speck und wehen Knochen erreichen wir wieder unser Boot. Jetzt muss auch noch alles ausgepackt und weggeräumt werden. 😓 Dazu ist es im Boot feucht, klamm und beschlagen. Igittigitt…

19. Mai

Bis mittags regnet es ununterbrochen weiter. Dann wird es weniger und hört auf. Puhhhh. Jetzt können wir endlich auch ein paar Aufgaben draußen am Boot erledigen. So muss Yuti dringend gewaschen werden. Obwohl es so viel geregnet hat, ist Yuti echt schmutzig. Auch gibt es etliche Stellen mit flächendeckendem Flugrost. Klaus hatte noch vor unserem Heimatflug das letzte, ramponierte Kettenstück von der Ankerkette rausgeflext. Da müssen sich wohl die Eisenpartikelchen über das Vordeck verteilt und gerostet haben. Wo ist der Rostremover? Also heißt es wieder einmal putzen, schrubben, putzen, schrubben… Zum späten Nachmittag geht es nochmal zum Supermarkt. Ach nee, der Sushiladen hat jetzt auf. Nix wie rein. Schmatzi, schmatzi, es ist sooo lecker hier und nicht wirklich teuer. 😋 Danach geht’s weiter zum Supermarkt. Diesmal haben wir zwei nicht so schwere Rucksäcke, nur eine Tasche und keine Regenschirme. Doch nun ist’s dunkel und wir müssen zumindest das erste Stück des Weges mit unseren Handys leuchten.

Ein letzter Blick zurück zum Genusszentrum Newports unter‘m leuchtenden Halbmond. Einmal scharf und zweimal verwackelt. Morgen Mittag legen wir ab.

20. Mai

Die Sonne lacht um Acht, und ich liege immer noch in der Koje? Was‘n da los? Klaus ruft schon, Andrea, Wäsche waschen. Bevor wir heute Mittag die Leinen lösen, muss noch so einiges erledigt werden. Unter anderem will ich die aufgelaufene Schmutzwäsche waschen und sie mit Hilfe der endlich wieder scheinenden Sonne trocknen. Fünf Maschinen ziehe ich durch und hänge alles nach und nach in die pralle Sonne. Nun trockne… ☀️!
Klaus hat auch noch alle Hände voll zu tun. So will er den neuen Fenstersonnenschutz noch mit Druckknöpfen versehen und gegen den kaputten austauschen. Es geht ihm aber nicht so gut wie gedacht von der Hand, und er wird ungeduldig und nöckelig. Um 12:00 Uhr ist High tide, da wollten wir eigentlich los. Das Ergebnis ist, die Knöpfe sitzen teilweise um 1 bis 2 Millimeter versetzt. 😡 Okay, das Projekt muss verschoben werden. Genauso wie das Projekt, die rausrutschende Latte vom Segelsack zu befestigen. Zuvor hatte Klaus noch die Bridle ausgetauscht. Das war auch schon eine ziemliche Kniffelei. Dafür haben wir jetzt aber eine Galamonster-Bridle mit Leinenschutz und allem Pipapo.
Die Marinaschlüssel müssen noch abgegeben werden, unser Yuti-Ersatzschlüssel geholt und tschüss gesagt werden. Allerhopp. Ach ja, noch dazu ist mein Klo plötzlich undicht geworden, woran sich Klaus auch noch rangemacht hatte. Eine etwas ekelige Aufgabe war das, die letzten Endes an der Undichtigkeit erstmal nicht viel geändert hat. Mist! 😣
Und jetzt kommt auch noch das: Ein neuer Segelplan muss her. Warum? Wetter, Wind und Wellen haben sich deutlich verschlechtert und das bis mindestens Sonntag. Baum! Sturm, Gegenströmung und Wellen bis 4 Meter werden vorhergesagt. Okay.
Wir segeln um 12:30 Uhr aus der Marina heraus und ankern kurz nach Verlassen der betonnten Fahrrinne…

noch in der geschützten Bucht.
Also, weit sind wir nun wirklich nicht gekommen. Aber der Anker ist gefallen, sitzt und die neue Bridle auch. Übrigens bei gerade mal 3 Metern Tiefe.

Hier hängen noch ein paar weitere Boote am Haken…
Das ist die andere kleinere Marina, die sich ja nicht mehr gemeldet hatte.

So, wir liegen gut und staunen über die Zahl an Booten, die uns gefolgt ist und nun fröhlich vor sich hinsegeln. Gab es da eine gemeinsame Verabredung? Oder liegt es an der scheinenden Sonne, nach drei Tagen des Dauerregens?

Guck mal, eine Seawind 1160, mit schwarzen Segeln. Cool! 😎

Wir widmen uns noch einmal den Knöpfen vom Fensternetz. Jetzt, mit Ruhe läuft es besser. Das Netz sitzt nun. Es wird ein wenig geräumt, geputzt, geräumt und geputzt, Essen zubereitet und Fernsehen geschaut. Wir sind arg müde geworden…. Den Jetlag haben wir noch lange nicht überwunden. Gute Nacht. 🌙

Ich schlafe bis 10:30 Uhr, unglaublich!

Jetzt ist’s aber gut, raus aus der Koje, Silber putzen! So nennen wir immer ganz gerne unsere Edelstahlelemente. Klaus putzt hinten am Boot, ich vorne. Die Sonne lacht, der Wind bläst kräftig. Irgendwann kann ich nicht mehr, und ich habe Hunger. Ich geh mal was kochen. Schweinefilet mit Champignon-Brokkoligemüse. Ich bin noch nicht damit fertig, da kommt ein kleines Dinghy mit Mann auf uns zu gepaddelt. Er kämpft, er gibt alles, Klaus wirft ihm die rettende Leine zu und zieht ihn heran. Er kommt an Bord und kann kaum noch sprechen vor lauter Anstrengung. Er soll erstmal was trinken. Da hat er wohl ein Problem, frage ich? Jepp! Er habe ein Boot gekauft, das liegt hier irgendwo vor Anker. Mit dem dazugehörigen Elektromotor-Dinghy wollte er in die Scarborough Marina, die, die uns nicht geantwortet hatte. Er wurde sofort abgetrieben und der Motor gab auf. Kein Strom mehr. 😦 Die Strömung hat ihn kräftig gebeutelt und er kämpfte und paddelte wie ein Weltmeister, um wenigsten uns noch irgendwie zu erreichen. Das nächste Stück Land wäre schon ordentlich weit weg gewesen.

Und nu? Er würde gerne zur Scarborough Marina gebracht werden. Okay, dann wollen wir mal den Anker lichten. Denn unser Dinghy ist festgezurrt und der Motor abgebaut. Das würde dauern. Allerhopp. Wir schippern ihn und sein Dinghy zur Marina, passen gut auf mögliche Untiefen auf, setzen ihn dort glücklichst ab und schippern wieder zurück. Aber nicht mehr so weit, wir ankern jetzt weiter vorne. Da ist’s noch etwas geschützter und ruhiger. Auf dem Rückweg kommt uns die Küstenwache und ein Polizeiboot entgegen, die schleppen gerade ein ganzes Segelboot ab. Ist das wohl auch abgetrieben? Wenn dort ebenfalls der Motor versagte, kann das wohl sein. Nun, wir liegen wieder vor Anker, verschmatzen unser nun leicht verkochtes Mittagessen, da passiert uns die “Portfolio” mit Roger und Liz. Sie sind schon fast in der Fahrrinne zur Marina, da sehen sie mein wildes Gewinke und drehen zu uns hin. Wir freuen uns des Wiedersehens, auch Liz quält sich mit ihrer MS kurz an Deck. Sie wollen circa 2 oder 3 Tage hierbleiben und dann ebenfalls weiter gen Norden segeln. Allerdings werden sie die innere, super flache Passage nehmen. Okay, wir starten wahrscheinlich morgen, segeln aber außen rum, um Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt und nehmen damit den sichereren aber deutlich längeren Weg. Wahrscheinlich werden wir uns wieder irgendwo über den Weg segeln… ⛵️. Jepp, jetzt ankern sie jedenfalls auch hier im Ankerfeld der Bucht.

Ihr Boot hat Ähnlichkeiten mit einer Seawind, ist aber keine.

Okay, für heute reicht‘s. Der Rest des „Silbers“ kommt morgen dran. Glotze an und hoch die Beine.
Bitte noch eine kurze Kontrolle des Wetters draußen auf See. Oh ha, 37 Knoten Wind, mit Böen bis zu 50 Knoten. Meine Güte! Was sind wir froh jetzt nicht da draußen zu sein!!!!!!!! ⛵️

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