Oh Menno! Ich möchte es wieder so schön ruhig haben! Augenblicklich!! Bis um 13:00 Uhr sagt Windy schwächt sich der Wind ab, um gegen 16:00 Uhr wieder zuzulegen. Und tatsächlich, so kommt es auch. Was bedeutet das? Na klar, ab ins Wasser und Rümpfe putzen. Habe ich Lust dazu? Nein! Spielt das eine Rolle? Nein!😏 Also rein ins kühle Nass. 💦 Zweieinhalb Stunden sind Klaus und ich schwer beschäftigt. Wir schaben, kratzen, wischen und putzen. Mann, das war jetzt aber auch nötig! Ganze Algenteppiche lösen sich beim Abschaben und schwimmen in Fetzen dahin. Einige neue Seepocken müssen abgekratzt werden, aber es sind weniger, als ich erwartet habe. Werden wir durch Fische oder Haie gestört? Nein! Nichts und niemand kommt vorbeischlawenzelt. Gut so. 👍 Danach brauchen wir Erholung! Ich bin ziemlich durchgefroren und muss mich eine zeitlang warmzittern. Brrrr…..

Ein verzaubernder Sonnenuntergang, mit anschließender lila Stunde beschließen diesen Tag.


Adieu Lady Musgrave
Kein Abschiedsschmerz plagt uns, das Wetter macht es uns leicht hier zu verduften. Die ganze zurückliegende Nacht knallte uns schon der Wind mit guten 30 Knoten um die Ohren. Mit großem Geheule und Wellengeplatsche stellte sich immer wieder die Frage, hält der Anker? Die Boje hatten wir ja aufgegeben, um der 24 Stundenregel zu entsprechen. Irgendwie bekloppt, bei etlichen freien Bojen. Aber die Regeln sind halt die Regeln. 😓
Menno, das geht jetzt aber zur Sache❗️

Durch den Ausgang sind wir noch einigermaßen gut durch, dann schlägt alles was geht auf unsere linke Seite ein. Wind, Wellen und Strömung greifen von links an. Wir wackeln stark hin und her, auf und nieder. Pazifik halt und um Australien herum sowieso 🥴. Nein, wir wackeln nicht bloß, uns schmeißt es richtig hin und her. 🤢 Jo, das ist zum übel werden.
Am späten Nachmittag stellt Klaus konsterniert fest, es ist ja noch gar nicht um 17:00 Uhr dunkel, und wir hätten unser Ziel, den Pancake Creek, den Pfannkuchen Bach, auch noch bei Helligkeit erreichen können. Ein bisschen mehr Segeltuch und es wäre geschafft gewesen. So kommen wir erst gegen 18:00 Uhr vor der etwas heiklen Einfahrt an und müssen in vollster Finsternis einfahren.

Im Pfannkuchen Fluss gibt es keine Pfannkuchen, nur viele ankernden Segelboote. Und die dürfen wir jetzt auf gar keinen Fall bei unserer Dunkelfahrt rammen! Die Stimmung an Bord ist äußerst angespannt.
Zum Glück weisen uns erst einmal grün und rot blinkende Tonnen den Eingang. Dann sind wir auf mich, vorne stehend mit Taschenlampe 🔦 in der Hand, und unser Radar angewiesen. Wo ankern wir jetzt bloß? Klaus wird immer nervöser und gereizter, da er überhaupt nichts sieht. Dann geht’s ganz schnell, und er lässt den Anker in der Nähe eines anderen Seglers fallen. Er möchte partout nicht weiter in den Fluss hineinfahren, denn überall wird es ganz schnell ganz flach. Der andere beschwert sich auf den Fuß, ruft laut und wedelt mit seiner super grellen Taschenlampe. Wir sind ihm zu nah! Stimmt, wenn wir unsere Kette fertig draußen hätten, säßen wir ihm fast auf der Nase. Klaus versteht die Welt nicht mehr, ist seiner Meinung doch noch genügend Platz zwischen ihm und uns. Was soll’s, der Anker kommt wieder hoch. Nun also doch noch ein Stück weiter rein… Und wieder fällt der Anker. Hier passt es jetzt gut, niemand beschwert sich, und absolute Ruhe und Stille kehrt wieder ein. Jau, hier weht kein Wind, hier wellt keine Welle, nur der Fluss hat seine eigene Fließgeschwindigkeit, durch die Gezeiten untermalt. Das hält sich aber so in Grenzen, dass sich Yuti überhaupt nicht vom Fleck bewegt. Ungewöhnlich, aber gut. 👍 Über das Radar überprüfen wir nochmals alle Abstände zu Booten und den nahen Sandbänken. Passt! Zu den nächsten Booten liegen 100 Meter, zum Rest noch mehr. Dann können wir ja runterfahren… Ein paar Folgen Ladykracher fördern die Entspannung, und obwohl es erst kurz nach 19:00 Uhr ist, verabschiedet sich ein Jeder danach in sein Bettchen. Beide sind wir müde und geschafft. Gute Nacht.
Ach sooo sieht das hier aus!
Guten Morgen neuer Tag. 😃 Zuerst wird mal die Lage gepeilt. Doch, doch, wir haben schon gut geankert. Da kann man nicht meckern.

Da brechen die ersten Boote auch schon wieder auf und schippern weiter. Jetzt, bei Tageslicht könnten wir noch weiter in den Fluss hineintuckern, wozu wir auch durchaus Lust hätten, aber wir brechen ebenfalls auf und segeln weiter. Die Zeit vergeht so schnell und der Weg ist noch so weit.




Aber es geht weiter. Hätte es Pfannkuchen gegeben, vielleicht… 😋
Nun liegen 44 Seemeilen vor uns, bis wir das nächste Ziel erreichen, Cap Capricorn.

In etwa einer Stunde müssen wir ein Feld von lauter ankernden Handelsschiffen durchqueren. Besser gesagt sind es zwei Felder!

Warum liegen die da? ⛴️🚢🛳️
Also, Gladstone ist einer der größten Exporthäfen Australiens. Hier werden große Mengen Kohle, Aluminium und LNG verladen. Viele Frachter kommen früher, als ihr Liegeplatz zum Beladen frei ist. Darum ankern sie im dafür vorgesehenen “Warteraum” des Hafens. Jedem Schiff ist ein eigener, imaginärer Ankerkreis zugeordnet. Und genau da fahren wir jetzt durch. 😅


Woran erinnert uns diese Szenerie? Klar doch! An Singapur und Panama! Da war aber noch etwas mehr los!


Und jetzt, extra für Klaus’ Schwester Sabine! Die ultimative Klimagerechtigkeit!!! 🫣 SPAẞ!

Was daran klimagerecht sein soll, bleibt uns auch erstmal verborgen.
So, wir sind durch, und das zweite Feld lassen wir linksseitig liegen.
Übrigens, zum rot Unterstreichen❗️Heute haben wir Wind und Welle tatsächlich mal von hinten. Sehr angenehm❗️Wir fahren nur mit Jib, und das steht prächtig. Steht es alleine, wird es nicht durchs Groß gestört, insbesondere bei Winden von hinten. Wir segeln 5 bis 6 Knoten, prima. 👌
Klaus meint, so haben wir es ab jetzt immer. Wind aus Südost. Das ist der sogenannte Trade Wind, der stetige Wind der Handelsschiffe. Wirklich??? Na, da freue ich mich aber❣️ Das Meer ist zwar wie gewohnt kabbelig, aber der Schwell kommt eben von hinten, und das ist sooo viel angenehmer.
Auf Cap Capricorn steht ein Leuchtturm, von dem man aus den schönsten Blick der gesamten Küste Queensland haben soll. Vielleicht schaffen wir es heute noch an Land?! Doch wir haben Stress! Schon wieder. 😅 Denn um 9:00 Uhr morgens, bei uns ist das 17:00 Uhr nachmittags, muss Klaus turnusgemäß seine Mama anrufen. Zwischen Ankunft, Ankern, Dinghy klarmachen, Leuchtturmbesteigung, Abstieg und Rückkehr zum Boot, wird nicht viel Zeit bleiben. 🥵 Schauen wir mal….




Um drei Uhr am Nachmittag liegen wir vor Anker. Haste was kannste lassen wir das Dinghy herunter und düsen an Land.




Wir klettern über’s Gestein, dann suchen wir den Weg nach oben, finden ihn und stiefeln los.











Johhh, das ist wirklich ein sehr schöner Blick auf beide Wasserseiten❣️Nur ein schmaler Landnacken trennt sie. Gut zu erkennen ist, welche die windige und welche die Wind abgewandte Seite ist.





Wo der Schlüssel zu finden ist, wissen wir jetzt nicht. Hier oben zu übernachten hätte schon was. ☺️ Ich muss mal in eins der Häuser reinschauen.




Wir klettern weiter hier oben herum, verlieren uns für einen Moment aus den Augen, dafür finde ich ein schwarzes Wildschwein. Ich spreche es an, es soll mal eben hochschauen, doch es nimmt lieber seine vier Beine in die Hand und macht sich vom Acker. Schade eigentlich…

Dann finde ich auch Klaus wieder, und wir erkunden noch ein wenig das Areal.








So laaangsam sollten wir den Rückweg antreten.




Es ist wirklich sehr schön hier oben! Ist es der schönste Aussichtspunkt der gesamten Ostküste Queenslands? Vielleicht stimmt das sogar. Die Australier denken jedenfalls groß, in Superlativen. Klar, bei diesem groooßen Land. Doch hat man schon viele andere Orte dieser schönen Welt gesehen, so wie wir? Ja, so wie wir… 😉, dann relativiert sich das eine oder andere. Aber ganz klar, dies ist ein besonderer Ort, und gut, dass wir hier herauf gekommen sind.

Jetzt aber hurtig, Mama is calling und Mücken greifen an. 🦟




Zehn Minuten vor fünf sitzen wir wieder im Salon, und Kläusi kann telefonieren. Passt! Und 10 Minuten nach fünf geht die Sonne unter.

Auf wiedersehen… 👋✋👋
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