Mackay Harbour und so viele Seawinds ⛵️⛵️⛵️⛵️⛵️⛵️⛵️⛵️ 🤗

6:20 Uhr, Yuti is on the way again… 🌊

Blick von der Mastkamera runter.

Wir müssen erstmal durch eine enge und sehr flache Passage, bevor wir wieder gute 20 Meter Wasser unter’m Kiel haben. Im Laufe des Tages warten noch so einige Untiefen auf uns. Doch mit steigender Flut müsste alles gut gehen. Wir motorsegeln mit Jib und einem Motor. Der Motor hilft gegen die Abdrift der Strömung, das Jib fängt den schon wieder ganz ordentlichen Wind, 20 Knoten, von der entgegengesetzten Seite ein. So ist die Situation um 7:38 Uhr.
Um 7:57 Uhr ist die erste Flachstelle erreicht, es geht runter auf 9 Meter. Circa 2 Meter Tide sind schon mit dabei.
7:58 Uhr, die Flachstelle ist überwunden.
9:10 Uhr, die zweite Flachstelle steht uns bevor. 8 Meter zeigt der Tiefenanzeiger.
9:13 Uhr ist auch diese Untiefe genommen. Wir nähern uns dem Hafengebiet von Mackay. Auch hier ist das industrielle Gebiet vorgelagert und imaginäre Ankerbereiche sind für die vielen Frachter eingezeichnet. Diese Ecke nennt sich passenderweise Heat Point.

Das da ist die größte Verladestelle für Zucker von ganz Australien. Nein, was sage ich, von der ganzen Welt. Dazu kommt noch Kohle, Getreide, Melasse und Ethanol. Gelöscht werden im Gegenzug raffinierte Mineralöle, Düngemittel, verschiedenes Stückgut und Containernfracht.
10:49 Uhr, ein Frachter kommt uns entgegen. Natürlich auf Kollisionskurs.

Mal macht er richtig Tempo, dann bleibt er fast stehen. Wir peilen und rechnen wild herum. Sollen wir vor ihm durchgehen? Oder besser auf die Bremse steigen und hinter ihm durchschippern?

Dann werden wir vom Hafenmeister angefunkt. Die Ricsea ist in der Anfahrt auf den Verladehafen, und der Lotse wird per Helikopter gerade aufs Schiff geflogen. Wir müssen dem Frachter genügend Raum lassen. Over. Alles klar! Wir möchten noch vor Ricsea rübergehen. Ist das okay? Over. Die Antwort ist eher offen. Wir sollen ausreichend Platz lassen. Over. Okay, wir legen noch ein paar Briketts in den Ofen und machen Tempo. Wir fahren mit 7 bis 8 Knoten vor Ricsea rüber. Over. Hafenmeister an Ricsea, alle Seiten sind frei, der kleine Kat geht vor euch durch. Der Lotse wird abgesetzt. Over. Ricsea an Hafenmeister, Danke. Over. Hafenmeister an Hubschrauberpiloten, Ricsea ist bereit zur Aufnahme des Lotsen. Over. Und so weiter, und so weiter… Echt spannende Sache. Klaus gibt Stoff, ich beobachte das Hubschraubermanöver.

So schnell er am Schiff ist, den Lotsen absetzt, so schnell ist er auch schon wieder weg.
Das Landemanöver.

Während wir den Funkverkehr verfolgen, mit Tempo vor Ricsea vorherflitzen, fühlt sich Klaus schon wieder von 2 weiteren Booten bedrängt. Diesmal vom Verladehafen aus kommend. Ich kann die bloß gar nicht ausmachen. Bis ich verstehe, er meint die Lotsenboote, die schon vor dem Hafen auf Ricsea warten. Die kommen doch gar nicht, Klaus, die warten da bloß. No worries all good! 😊

Die Ricsea zieht jetzt mit Tempo hinter uns durch,…

und wird sogleich von den Pilotbooten in Empfang genommen. Wir fahren unsere Motoren zurück, verlassen den Heat Point und werden mit sehr viel Wind in Richtung Marina-Hafen gepustet.

Die See ist wieder mal richtig rau, und Klaus graust es schon vor der Hafen- und Marinaeinfahrt. Auch das Anlegemanöver in der Box T 41 macht ihm Sorgen. Der Wind wird Yuti stark an eine Seite des Boxenstegs drücken.

Jetzt drückt uns der Wind auch schon stark nach rechts. Vor uns liegt der Eingang in die Hafenzone. Durch den Schutz der Mole nimmt dort zumindest mal das Wellengeschehen ab.

Da sind wir schon mal drinnen. 😮‍💨
Hier wird also auch be- und entladen.
Einige Silos lagern Zucker? Oder was? 😋
Immer an der Molenwand entlang, geht es weiter zur Marina.

Die Stegpfeiler sind hier ja sowas von hoch! Tja, hier herrscht eine Tide von sage und schreibe 6,59 Meter. 😳

Wir tuckern langsam in Richtung Gasse T, von der Marina meldet sich leider gerade niemand. Aber, ich sehe schon 2 Männer an Box 41 stehen, die uns beim Anlegen helfen werden. Bestimmt Segler von umliegenden Booten. Segler helfen Seglern, es funktioniert❣️Der Wind bläst heftig, trotz der hohen Mole. Mit ein wenig Gequietsche sind wir drinnen. Die Box ist glücklicherweise mit Gummilippen abgepolstert. 👍 Thank you guys! 🙏

Abgefendert und vertäut liegen wir nun sicher in T 41.

Ach schau an, einer der netten Helfer ist unser Nachbar zur Linken und Eigner einer Seawind 1160. Und zur anderen Seite und gegenüber liegen noch zwei weitere Seawinds 1160. Das ist ja nett!

Am Ausgang soll noch eine weitere liegen, eine alte Seawind 1000. Dann wären wir schon 5 Boote aus der Seawindfamilie. 🤩 Unser Seawindnachbar leiht uns seinen Marinaschlüssel, damit wir aus dem gesicherten Gelände herauskommen und dem Büro einen Besuch abstatten können. Und das tun wir auch sofort.

Die extrem hohen Pfeiler, witzig. 😃
Ah, der Kran fürs Haul out… Da müssen die Schlingen aber lang sein!
Das Marinabüro. Es ist auch gleichzeitig ein kleiner Bootszubehör- und Klamottenladen.

Wir sagen hallo, melden uns an, bezahlen unsere Buchung für 3 Nächte/3 Tage und bekommen eigene Torschlüssel. Ein kurzer Blick rundum folgt.

Nett und aufgeräumt ist’s.
Hier geht’s jetzt runter zu unserem Steg. Eigene Schlüssel haben wir ja nun, aber der Abgang muss noch geschafft werden. 😅
Nix carpe diem! Kann man auch rutschen? Nö. 🤨

Wir geben den ausgeliehenen Schlüssel zurück und erzählen noch etwas mit unseren Seawindnachbarn. Australier, Paar in unserem Alter, Eigner des Bootes seit 2 Jahren, warten auf ihr Haul out am Montag, wegen Problemen am Ruder. Mit den gegenüberliegenden Nachbarn, die uns ebenfalls beim Anlegen halfen, quatschen wir auch. Ebenfalls ein Paar in unserem Alter, auch Australier und Besitzer einer alten Leopard. Sie sind noch in der Eingewöhnungsphase mit ihrem Boot und testen, ob sie damit auf Langfahrt gehen könnten. Sie braucht dazu noch unbedingt eine Waschmaschine. Das kann ich verstehen. Es ist sicher überflüssig zu erwähnen, dass beide Paare sehr nett sind. 😀
Für uns geht es jetzt ins Bett. Wie immer sind wir ganz schön erledigt.

Sonntag

Und was machen wir gerne an einem heiligen Sonntag? Na klar, Boot waschen, Wäsche waschen und einkaufen gehen. Dann mal los. Zuerst wird das Boot gewienert, dann der Wassertank aufgefüllt. Danach bestellen wir uns ein Uber und fahren zu Woolworths. Wir lieben Woolworths. 🩷 Und es ist gar nicht nur ein Woolworths, es öffnet sich eine ganze Mall für uns. Toll! So viele schöne Geschäfte gibt es hier, da muss ich erstmal gucken. Aber, erinnert mich Klaus, wir wollten zuallererst einen Frisör suchen.
Stimmt. 💇💇‍♂️ Und wir finden einen, einen von mehreren Haarschneidern. Und schnipp schnapp sind die Haare wieder ab.

Ganz schön kurz!
Ein späterer, kritischer Blick in den Spiegel zeigt, es ist ein Pixi geworden. Gefällt mir aber gut, und die erworbene Bluse auch. 🩷

Nach dem netten Frisörbesuch stürze ich mich in die Auslagen der Geschäfte. Interessant, wie mich der Konsum von Kleidung, Schmuck oder Dekoartikeln immer wieder magnetisch anzieht. 🤩 Fast so wie Klaus von Baumärkten hypnotisiert wird. Es werden die obige rosa gestreifte Bluse, ein weißes T-Shirt und Herzohrstecker von mir erworben. Beide führen wir ein obernettes Gespräch mit der Verkäuferin. Erstmal werden wir wie immer gefragt, wo wir herkommen und ob wir hier Urlaub machen. Dann folgt unsere Geschichte in kürzester Kurzform, und dann flippt unser Gegenüber meistens aus… 🤣. Die Dame hier jetzt auch, grins. Sie will heute Abend unbedingt ihrem Mann von uns berichten. Der würde wohl auch ganz gerne segeln gehen. Wir verabschieden uns herzlichst und ziehen weiter. Bei einem Sushistand schlagen wir zu und proviantieren anschließend im gutsortierten Woolworths. Zurück geht’s wieder mit einem Uber. Am Bordstein lasse ich Klaus mit all unseren Säcken und Taschen stehen und suche einen Trolli. Doch bis ich einen geeigneten und freien Wagen finde, renne ich hin und her und suche verzweifelt. Fast alle sind privat und angekettet. Die von der Marina sind hingegen so mini, dass ich 3 oder 4 von ihnen bräuchte. Endlich finde ich ein großes, geeignetes und nicht angekettetes Gefährt. Jetzt aber schnell! Klaus ist noch da, wo ich ihn abgestellt habe. 😉 Und zu seiner Freude können wir nun noch ins Marinabüro gehen und neues Maschinenöl und Putzschwämme und Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben shoppen. Ja, unser Edelstahlteil muss ja noch gerichtet werden. Da kümmern wir uns dann Montagvormittag drum. Jetzt bringen wir all unsere gejagten Schätze an Bord uuuund waschen die Wäsche. Dazu geht’s in die Marina eigene Laundry, wo zum Glück gar nichts los ist und 2 Maschinen von uns befüllt werden. Nach 25 Minuten ist das Waschen beendet und das Trocknen beginnt. Ein großer Trockner reicht und bläst nun 60 Minuten lang heiße Luft zwischen den nassen Wäschehaufen. In der Zwischenzeit sitzen wir auf der Mole und beobachten das sonntägliche Treiben in der Marina. Hätte ich die Wäsche nicht auch an Bord trocknen können? Von der Sonne her ja, aber es windet hier so dermaßen dolle, dass sicher das eine oder andere Wäschestück fliegen gelernt hätte. Also nein. Mit heißer und zusammengelegter Wäsche schlurfen wir zurück zu Yuti. Es ist bereits dunkel geworden und die Weg- und Baumbeleuchtung weist uns den Weg.

Und? Sind wir geschafft? Selbstverständlich! 😉

Montag

Klaus bringt schon früh unser Eisen zu Richie’s, eine Empfehlung von unserem Seawindnachbarn. Ich putze das Boot in der Zwischenzeit von innen.
Klaus kommt zurück, Richie will’s versuchen. Kann aber nicht versprechen, dass das Metall nicht bricht. Wie lange er wohl bräuchte? Klaus hat keine Ahnung und ist nicht wirklich glücklich.
Zwei Stunden später meldet sich Richie via WhatsApp und verkündet, das kleine Schutzmetall ist in der Bälleabteilung und will abgeholt werden. 😆 Na, wer sagt’s denn? No worries all good. Da kommt ganz plötzlich eine weitere Seawind rein. Potzblitz, dass sind ja Tim und Kelsey, mit ihrer Goose (Gans). Sie fahren die erste 1260, die 2018 vom “Band” lief. In Neuseeland hatten wir uns schon einmal verpasst. Da stand Tim damals vor unserer Yuti, als wir das Land erkundeten. So, heute aber werden wir sie auf jeden Fall begrüßen und ihnen erst einmal beim Anlegen helfen. Denn der Wind ist geradezu mörderisch. Die beiden sind seit Jahren auf YouTube unterwegs und leben vom und für’s Reisen. Wie sie so nett schreiben, erst auf vier Rädern, dann auf zweien und jetzt auf zwei Kufen. Es gibt ein herzliches Hallo und die beiden sind dankbar über unsere Anlegehilfe. Jetzt sind sie echt geschlaucht, denn sie kommen direkt von Neukaledonien und hatten Höllenwinde. Für eine Sekunde raste ihre Gans sage und schreibe 19,6 Knoten. Das war alles andere als schön und sie machten fast die Schildkröte. Will heißen, sie hatten das Gefühl zu kentern, sich zu überschlagen, oder auf dem Rücken zu landen, wie eine Schildkröte. Ein Surfen war das jedenfalls nicht mehr. Aber bis 15/16 Knoten war’s noch toll. Ob wir uns nochmal sehen oder gar treffen? Eigentlich wollen wir ja heute noch los, oder spätestens morgen. Mal schauen… Mit der Gans sind es jetzt 6 Seawinds.

🪿 Goose, nat nat naat…

Jetzt holen wir unser zurückgebogenes Eisen ab, zahlen 100 Dollar und lassen uns warnen, heute oder morgen rauszufahren. Es gäbe Sturmwarnungen und draußen tobe das Wasser. Und von hier bis zu den Whitsundays herrsche Waschmaschine. Hmm…, das hatte Klaus auch schon gesehen und Wetterbesserung erst ab Donnerstag erblickt. Dannnn bleiben wir wohl besser noch 3 Tage länger hier und könnten uns mit Tim und Kelsey treffen. Auch gut. Wir machen schnell noch die Biege zum Marinabüro, sagen Bescheid und bezahlen für weitere 3 Tage. Whitsundays, Whitsundays, Whitsundays, immer wieder fällt dieser Name. Klar, wir wollen da natürlich auch hin. Aber was ist denn da so Besonders? Karibisches Feeling gibt’s, Südsee und den weißesten und reinsten Sand ever. Aha! Da sind wir wohl wieder mal gespannt wie ein Flitzebogen.
Übrigens, auf dem Weg zurück zum Boot entdecken wir doch tatsächlich noch 2 weitere Seawinds. Zwei 1000er sind’s. Und so wären wir nun 8 Boote aus der Seawindfamilie in einer Marina❣️
Eben veröffentlichte Tim, wie sehr er sich über das Treffen mit uns und über unsere Hilfe freute:

Yuti
Yuti

Dann müssen unsere Seawindnachbarn jetzt und sofort zum Haul out. Ich dachte schon, das fiele ins Wasser wegen der heftigen Böen. Also packen wir mit an, um ihre Solaris heile aus der Box zu bekommen. Gar nicht so leicht will ich betonen und stilecht flatsche ich der Länge nach auf den Bauch 🫣. Weg bin ich, ein richtiger Bauchklatscher, zum Glück nicht ins Wasser, nur auf den Steg. Schnell rappel ich mich wieder hoch, nein, all good und schiebe und drücke weiter, bis Solaris draußen ist. Wer’s gesehen hat, kann sich sicher beömmeln. Mir bleiben ein paar Schürfwunden und ein Lachkrampf. 🤣 Unsere Nachbarn gegenüber, die mit der alten Leopard kommen auch noch im letzten Moment zum Helfen dazu und erzählen, dass sie sich schon eine ganze Weile an uns orientieren. Ja stimmt, wir sahen sie immer mal wieder. Mal waren wir vorne, mal sie. Wenn sie uns nicht sahen, auf dem Plotter oder in echt, kam sofort die Frage, WO IST YUTI? Nett. 😀 Yuti ist hier, und wir machen noch einen Spaziergang zur Mole.

Oh, über 2 Kilometer ist der Damm, und Klaus, bitte nicht rasen!

Dieser Molendamm ist hier ein Highlight der Region. Laufend fahren Autos und Motorräder hin und her, auch bei Dunkelheit. Dann drehen insbesondere die Motorradfahrer gerne lautstark auf. 🙉

Schau mal, der Kat hat seinen Namen spiegelverkehrt auf dem Rumpf. Praktisch, dass ich das Foto entspiegeln kann. 😛
Ruhiges Wasser hinter der Mole, wilde Brandung davor. Aber auf beiden Seiten pfeift der Wind.
Die Markierungen der Hafeneinfahrt.
Molenhocker
Mensch, die Solaris ist ja immer noch nicht im Lift. Was da für Höhenunterschiede gewuppt werden müssen. 😳
Nein, wir stürzen nicht von den Felsen, sondern latschen zurück.
An diesem kleinen Strand soll immer mal wieder das Hafenkrokodil liegen. 🐊 Wir bekommen es nicht zu Gesicht.

Aber was uns im Gesicht steht, ist die Müdigkeit. Also ab in den Salon und auf die Sofas, fertig, los….
Morgen geht’s mit dem Bus zu Woolworths und zu Fuß weiter zum? Wer es errät ist gut. 😉 Tschau, tschau 👋


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