Sonne, Ruhe, Heiterkeit❣️
Einer der beiden Fischer ist noch da, ankert ganz nahe am Ufer…

und muckt sich nicht. Schläft der noch? Mein Kapitän widmet sich heute früh mal seinem neuen Spielzeug, der Drohne.


und schon geht’s los.



Die Bildqualität ist ja viiiel besser, freu❣️ Und Klaus freut sich erst. 🤗 Dann kommt jetzt mal ein Video, oder zwei. Test, Test…
Jau, das ist wirklich nicht schlecht für‘s erste. Bessere Bildqualität, einfachere Handhabung und schnellere Umsetzung. Ich glaube, wir müssen unsere Reise nochmal machen. 🤭

Aber nun ist genug gespielt, jetzt geht’s ins Dinghy und um die Ecke an den Strand. Wir halten Ausschau nach Waranen und Krokodilen.

Nee, nichts von alledem ist zu entdecken. Also ran an den Strand,…

Dinghy sichern, Wanderschuhe anziehen…

und nach dem Track suchen. Wir nehmen den Steilanstieg durch Büsche und Gestrüpp, danach über Stock und Stein, alles überwuchert von kniehohem Gras. Es ist sehr schräg und steil und schwierig!

Ich bekomme Schnappatmung, Schwindel und Zitterbeine. 🥵 Ich sehe ja nicht, wohin ich trete. Das Gras überdeckt alles, natürlich auch das lockere Geröll. Unangenehm! 😵💫 Manchmal muss ich mich am Gras festhalten und mich auf den Knien langsam hochschieben. Das ist alles andere als gesund für meine Knie. Vor allem für das rechte, kürzlich aufgeschürfte Knie! 😣 Doch nen Abgang will ich keinesfalls riskieren!!! Dieses Krabbeln wird jedoch noch Folgen haben… Kurz mal verschnaufen auf halbem Weg, bitte!



Der Segler, der hier irgendwo seine Überraschung versteckt haben will, meinte, der Weg dorthin wäre easy. Nun, das finde ich nicht. Aber vielleicht ist das ja auch nicht der richtige Weg? Zumindest sind wir jetzt mal soweit oben. 😮💨


Jetzt halten wir Ausschau nach einem Steinhaufen. Ohhh, das da muss er sein! Die Schritte werden schneller, die Spannung steigt und steigt, der Puls auch… 💗



Ich nehme noch fast alle Steine runter, aber auch das hilft nicht. Da liegt gar nichts. Schade!!! Nun ja, wir sind vielleicht nicht die ersten… 🤷




Na, so lustig ist dieser Abstieg nun gerade auch nicht! Unter dem Gras ist es sehr geröllig, uneben und instabil. Also genauso wie vorhin, bloß nicht sooo steil.






Das Beiboot muss wieder ins Wasser. 1, 2, 3 und zieh… 1, 2, 3 und zieh… 1, 2, 3 und ziiieh…. Zurück an Bord hänge ich die gewaschene Wäsche ab, jepp, 2 Maschinen hatte ich noch zu Beginn des Tages gemacht, koche zu Mittag, es gibt einen Gurken-Feta-Nudelsalat und danach ein Nachmittagsschläfchen. 😴
Klaus spielt noch ein bisschen mit der Drohne, dann schauen wir den Film “Der Buchspazierer” und verschwinden im Bettchen. Gute Nacht. 😘
Bei Sonnenaufgang geht’s weiter
Übrigens, wir waren gestern am falschen Steinhaufen. Klaus hat nochmal recherchiert. Weiter hinten, auf dem nächsten Hügel war besagter Haufen mit Überraschung. Menno 🙁.






Die Insellandschaften sind arg schön.



Mal wird motort, mal gesegelt. Die Strömungen spielen echt verrückt. 1,7 Knoten sind eben noch mit uns, dann kommen sie seitlich, plötzlich von vorne.

Eine Seemeile vor unserem nächsten Stopp nimmt die Gegenströmung an Fahrt auf.




Doch plötzlich wird Yuti zur Seite weggezogen.
Beide Motoren haben kräftig zu tun, um Yuti auf Kurs zu halten.

Gleich haben wir es geschafft, hoffentlich!




Hier ist es aber noch viel zu tief um zu ankern, wir schippern weiter Richtung Strand. Hey, da sitzen ja Affen. 🙊🙉🙈 Oh Gott nee, das sind Menschen. Drei junge Kerle gammeln am Ufer.

Das ist jetzt etwas unheimlich, und prompt ruft uns einer was zu. Häää? Ach, der will Alkohol haben. Tja, haben wir aber nicht und auch nichts zu rauchen. Er winkt mürrisch ab und geht. Wir sind jetzt suuuper dicht am Ufer und haben gerade noch 4 Meter Wasser unter’m Kiel. Aber etwas weiter draußen sind es sofort 20 Meter und mehr. Wir müssen hier ankern, hilft alles nichts. Wir setzen keine Bridle, spannen nur eine entlastende Leine durch die Ankerkette. Wir sind gerade noch etwa 15 Meter vom Strand entfernt. Uiuiui! Und da hocken gammelnde Jugendliche. Denken wir mal an nichts Böses! 🙏
Ja was höre ich denn da? Kuhglocken??? Ja, Kuhglocken! Wo sind denn die Kühe?

Sind wir hier auf der Alm? Das ist ja lustig! Kaum später…




Es ist so ein ungewöhnlicher Anblick, Kühe am Strand spazieren zu sehen, dass wir einfach nur glotzen. 😆 Und was sind denn das für Kühe? Sie sehen so anders aus als unsere schwarz-weißen… 🐄.
Ahhh, es sind vom Menschen vor sehr langer Zeit domestizierte Banteng-Rinder, oder auch Bali-Rinder genannt. Auf Bali fand seit eh und je die Zucht dieser Rinder statt. Deshalb verpasste man ihnen diesen Namen. Typisch sind die weiß “gestrichenen” Beine. Bei unserer Herde am Strand sind jedoch keine Bullen dabei. Die wären deutlich dunkler und mit großem Gehörn.
Die Sonne verschwindet, die Kühe glocken ihres Weges und die Jugendlichen knattern mit Mopeds davon. Gut. 👍 Dann können wir in unsere Kojen steigen und schlofe… 😴😴.
Kuhglocken als Wecker
Ach, was ist das nur für eine Morgenidylle❣️ Vögel zwitschern, die Kühe laufen nun in die andere Richtung über den Strand die Hügel hinauf, Affen suchen nach Essbarem zwischen Wasser und Sand, und wir heben den Anker und machen uns los. Unser Ziel ist heute die Insel Banta.

Die Strecke ist unspektakulär, die Bucht der unbewohnten Insel auch. Keine Affen, keine Kühe, kein Geglock. Letzteres vermisse ich jetzt schon. Es hatte etwas Heimeliges und Beruhigendes. Wir liegen vor Anker, das Wasser ist klar und warm. Klaus geht hinein. Er will die Rümpfe putzen, meint, es wäre an der Zeit. Ich kann ihn leider nicht unterstützen, mein rechtes Knie macht mir zu schaffen. Nicht das Kniegelenk sondern die Haut und das Gewebe über der Kniescheibe spannt, ist ganz heiß und schmerzt. Wieso??? Ich kann es nur vermuten. Die Klettertour letztens hat meinem Knie wohl zugesetzt. Auch scheint sich etwas Wasser um meinen Knöchel angesammelt zu haben, meine Fessel ist leicht geschwollen. Chat sagt, ich sollte nen Arzt draufschauen lassen. Witz komm raus… Nun, die Nacht verläuft ruhig und entspannt.
Eine Minute vor acht schippern wir weiter
Es geht in eine Ritze. Aber nicht zu weit rein! 😆

Ursprünglich peilten wir die Stadt Bima, weiter drinnen in der Ritze an, um Aufzuproviantieren.

Das ist aber gar nicht nötig, und so ankern wir weiter draußen und können von dort dann auch schneller wieder weiter. Gesagt, getan. Es hieß, auf Banta würden wir viele Mantas zu sehen bekommen. Nee, stimmte nicht. Nicht einen gab es zu sehen. Dafür sehen wir jetzt auf unserem Weg auffällige Steinformationen.




Wir schauen auf viele Millionen Jahre geologischer Geschichte in einer einzigen Felswand. Zuerst Ablagerungen von Sedimenten, Schicht für Schicht. Dann eine Zeit der Ruhe und Verwitterung, durch den waagerecht verlaufenden roten Streifen gut zu erkennen. Plötzliche neue Vulkantätigkeiten mit massiven Ablagerungen darüber und schließlich Anhebung der gesamten Gesteinsmassen. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein. 🧐
Dann passieren wir den aktivsten Vulkan der Sunda Inselkette, den Sangeang Api.

Ein sehr aktiver Vulkan, der erst im Juni 2026 die Warnstufe II erhielt und kurz vor einem Ausbruch stand. Seit dem dreijährigen Ausbruch von 1985 bis 1988 wurde die Insel komplett evakuiert und die Menschen auf der größeren Insel Sumbawa angesiedelt.



Das Bild beeindruckt uns ungemein!!! Zwei Schlote könnten theoretisch jederzeit ausbrechen, Feuer spucken, Lava fließen lassen oder zumindest mal ein heißes Wölkchen pupsen. Und WIR segeln da so ganz seelenruhig vorbei. Aber, es passiert nichts. Stattdessen sollen uns starke Strömungen zwischen der Vulkaninsel und Pulau Sumbawa zu schaffen machen. So steht’s auf noforeignland. Stimmt ja gar nicht! Wir sausen unterstützt von 2,7 Knoten Strom flottikarotti durch die Engstelle. Jippie 🥳. Herrlich, das Screecher ist draußen und zieht uns ganz famos. Tolles Segeln, echt zum Genießen.

Um 17:00 Uhr fällt der Anker am Beginn der Ritze, im Schutz einer kleinen Bucht. An Land befindet sich eine kleine Siedlung, eine Krabbenzuchtanlage und auffällig lautes, klares Vogelgezwitscher.




Doch dieses klare, deutliche, intensive Gezwitscher macht mich ganz neugierig. Wo sind denn die dazugehörigen Vögel? Kein einer ist zu entdecken. Klaus spricht von Vogelhäusern. Das hatte er auf noforeignland gelesen. Wie? Vogelhäuser?



Und? Was passiert da drinnen? Das sind Walet Häuser. So werden diese Vogelhäuser genannt. Meist sind es dreistöckige, fensterlose Betonklötze, an denen Lautsprecher befestigt sind . Aus ihnen zwitschert es unablässig. Lockrufe werden pausenlos abgespielt, die wiederum Salaganen anlocken sollen. Salaganen sind Verwandte der Mauersegler. Sie fliegen durch kleine Öffnungen unterm Dach in diese Bauten hinein und kleben dort, ähnlich wie Schwalben, ihre Nester unter die Decke.

Jetzt kommt’s! Salaganen bauen ihre filigranen Nester aus reiner Spucke, die an der Luft austrocknet und das Nest fest werden lässt. Und genau diese Nester werden nun gesammelt,…

gereinigt…

und vorrangig nach China und Südostasien verkauft. Diese Spuckenester gehören zu den teuersten, tierischen Produkten der Welt.



Das ist ja wirklich eine spannende Sache! Wieder richtig was gelernt. ☺️ In diesen Gebäuden versuchen die Betreiber ein natürliches Höhlenklima zu erzeugen. Dunkelheit, gleichbleibende Temperaturen, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit sind die wichtigsten Faktoren. Hörbare Klicklaute verraten, dass sich die Vögel, ähnlich wie Fledermäuse, über Echoortung orientieren. Mensch, und was halte ich jetzt davon? Würde ich so ein Spuckenest probieren? Muss nicht sein! 😆
Nun geht die Sonne unter,…

und pünktlich um 18:15 Uhr beginnt der Muezzin zu rufen. Nicht zu laut und tatsächlich sogar melodisch. Okay ✅ Später gibt’s noch Karaoke, weniger melodisch und leider bis 23:00 Uhr.

Gute Nacht 🙉
Die Vogelhäuser zwitschern und klicken,…
ein paar Hähne krähen, orientalische Musik dudelt sanft aus einem Radio und 2 Ziegen werden, sich lautstark beschwerend, gewaschen. Erst werden sie mit irgendwas eingeseift und dann im Meerwasser abgewaschen. Warum? Werden damit Parasiten entfernt und/oder werden sie zum Verkauf vorbereitet? Wir werden es nicht erfahren, heben den Anker und segeln weiter. Wir wollen ja nach Lombok, der Nachbarinsel von Bali. Doch noch 2 weitere Stopps sollen eingelegt werden.



Heute wollen wir nur einen kleinen 20 Seemeilen-Hüpfer machen. Allerhopp.


Und was machen wir? Wir segeln einfach weiter, denn es segelt sich gerade wieder so gut. Nochmal weitere 32 Seemeilen reißen wir ab. An der Inselküste, nahe einer Aquakultur machen wir halt. Doch dort ankern bereits schon mehrere riesige Fischerboote mit ausladenden Holzanbauten.


Klaus lässt exakt vor einem Bojenfeld den Anker sausen. Obwohl ich ihn auf eine weiße Boje direkt neben uns hingewiesen habe. Klaus meint bloß, die sei wohl magnetisch. 😉 Allergut, wir ankern.

Aber was ist das nur für ein rolliges Plätzchen? Gar nicht nett! Okay, für eine Nacht wird das schon gehen. Schön in Kissen eingebaut, werde ich wohl nicht aus meiner Koje rollen. Es ist 19:00 Uhr, stockdunkel und mehrere Lichter kommen auf uns zu. Tja, wie befürchtet kommen noch Fischerboote rein und wollen vielleicht genau an die Bojen ran, vor denen wir jetzt ankern. Da sind wir jetzt aber angespannt! 😬 Hoffentlich müssen wir nicht weichen! Eine Stunde zittern wir vor uns hin, dann ist’s klar, die Boote machen woanders fest, wir können bleiben. 😮💨 Na dann, ab in die Falle. Stopp, erstmal muss noch Klaus Ohr versorgt werden. Ja, es ist wieder soweit, es ist erneut entzündet. Nach dem Rumpfputzen ist es wieder passiert, trotz Ohropax und reinigender Alkoholtropfen. Ein Antibiotikum will er nicht nehmen, aber von den letzten antibiotischen Ohrentropfen haben wir noch im Kühlschrank genug da, und die tropfe ich ihm jetzt wieder rein. Allerhopp. 😔
In der Nacht…
Der Ankeralarm geht los 🚨, der Anker ist verrutscht und nicht zu knapp. Die Bucht fällt hier schnell und tief ab, und von 7,50 Meter Ankertiefe sind wir schon auf 23 Meter abgerutscht. Da hilft alles nichts, wir müssen neu ankern. Bei Dunkelheit ist das immer ein heikles und unangenehmes Unterfangen. Aber, alles klappt gut, bis auf die weiße Boje. Die klebt sofort wieder nahe an unserer Seite. 🙃 Jepp, sie ist ja auch magnetisch. 🧲 Egal, schnell wieder ab ins Bettchen.
Um 6:00 Uhr steht Kläusi vor meiner Koje und hätte gerne Ohrentropfen verpasst. Okay, noch schlaftrunken tropfe ich ihm 2 Tröpfchen hinein, er wartet 5 Minuten, und eine Minute vor sieben legen wir ab.
Die kleine Insel Bajo Medang, in etwa 40 Seemeilen, ist das nächste Ziel. Das Wetter ist wieder zum Eierlegen, die Insellandschaften sind schön.🤩



Der Wind steht gut, das Screecher ist gespannt, wir sausen prima voran. So macht das Segeln richtig, richtig Spaß. Überhaupt sinnieren wir beide über das tolle Wetter. Mit Indonesien hatten wir drückende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit verknüpft. So ist es aber überhaupt nicht. Es ist weder zu heiß, noch ist es schwül. Die Nächte sind wirkliche angenehm. Keine Squalls, kein Regen behindert das Fortkommen, kein extremer Wind, keine schlimmen Wellen stören. Also, perfekt könnte man sagen! Doch wie so immer, etwas stört das Paradies dann doch. Hier sind’s die vielen Fischer und das flache Wasser mit gehörig vielen Untiefen. So what. Kurz vor 16:00 Uhr erreichen wir die diesmal flache Insel Medang.


Noch wellt es ganz ordentlich, wird aber von Stunde zu Stunde weniger.
Lombok voraus
Kurz nach 7:00 Uhr geht’s weiter.

Mit Screecher und dann doch etwas zu viel Wind. Aber, wir lassen alles so, wie es ist und preschen richtig flott voran. Irgendwann am Nachmittag wird es weniger, bis hin zu fast gar keinem Wind mehr. Also, Motor an, Screecher rein und Jib raus. Der Wind erbarmt sich und treibt uns sanft voran. Passt.👍 Na dann kommt das Jib wieder rein und das Screecher raus. Seitenwechsel! Screecher rein und zur anderen Seite wieder raus….und zurück. Will uns der Wind foppen? 😅 Fällt was auf? Das Groß spielt schon länger gar keine Rolle mehr. Woran liegt das jetzt? Tja, wir haben schon eine ganze Weile Passatwinde, die eher von hinten kommen und uns gut und gleichmäßig voranbringen. Da würde das Groß die beiden anderen Vorsegel eher stören. Also bleibt das Groß im Sack.

Um 17:00 Uhr haben wir Lombok erreicht und ankern ganz im Südosten. Morgen werden wir noch um die Insel herumsegeln, was noch einmal 40 Seemeilen bedeutet, um bei Tanjung an eine Boje zu gehen. So, hier und jetzt liegen wir gut, so darf es ruhig bleiben. Zur Feier des Tages trinken wir doch tatsächlich mal ein Cola-Bier. Ach was! 😎 Es ist das Bier, das wir eigentlich Matthew mitbringen wollten. Aber der war ja bereits hacke voll. 🤪 Wir schlafen danach augenblicklich, noch im Salon, ein. Pah 😴!
Bis hierhin und nicht weiter. Ich komme wieder, keine Frage und berichte dann an Lombok’s Mooringboje hängend von unserem Landausflug.
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