Sind wir schon jemals Elektro-Mountainbike gefahren?

Ich glaube nicht. Aber das muss ja jetzt keiner wissen, oder? 🙊🙉🙈
Doch erst einmal werden wir und der neue Tag mit einem göttlichen FrĂŒhstĂŒck begrĂŒĂŸt. Angie ist wirklich eine famose Gastgeberin und nicht zu toppenâŁïž
Nun wird’s jedoch ernst. Garth erklĂ€rt uns die heutige Tour mit den hauseigenen Elektro-Mountainbikes. Was heißt hier hauseigene? Es sind ihre persönlichen Bikes und sie sind ziemlich neu. Nicht zu viel Strom sollen wir verbrauchen, nicht zu schnell fahren, bei Gefahrenstellen eher absteigen und schieben und die RĂ€der nicht gegen Felsen lehnen. Wir sollen Zettel ausfĂŒllen, unsere Gesundheit und Fitness bestĂ€tigen, und angeben, wie oft wir schon E-Mountainbikes gefahren sind. Ja oft, gell?! đŸ«Ł Dann muss auch noch unsere Kreditkarte hinterlegt werden, sollte den RĂ€dern etwas zustoßen. Den RĂ€dern wohlgemerkt, nicht uns. 😅 Jetzt werden noch diverse Horrorgeschichten von UnfĂ€llen anderer Biker erzĂ€hlt und der zu fahrende Track bis in die kleinsten Einzelheiten genauestens beschrieben und erklĂ€rt. Mann Garth, jetzt reicht’s aber! Wir wollen doch bloß Fahrrad fahren. Nun gut. Jetzt werden wir in die Technik der RĂ€der eingewiesen


und dann zum Ausgangspunkt der Strecke gebracht.

Ausgangspunkt ist das hĂŒbsche Örtchen Kinloch. Mit dem etwas schwierigeren extra Loop, hĂ€tte die Strecke 27 Kilometer und dauert 3 bis 3 1/2 Stunden. Dann sollten wir wieder zu Hause sein, bei Angie und Garth.

Es wurde jetzt sooo viel ĂŒber diese Radtour gesprochen, dass ich schon ganz meschugge und unsicher geworden bin. Bin ich dem Ganzen ĂŒberhaupt gewachsen? đŸ€” Nun geht es mal los. Zum GlĂŒck sind Klaus und ich fĂŒr uns und können unser eigenes Tempo wĂ€hlen. Es geht ĂŒber Stock und Stein, viele enge Serpentinen rauf und wieder runter, mal steil bergauf, dann steil bergab
💹

Gegen BĂ€ume lehnen war doch nicht verboten, oder? 🙈
Schnell mal einen Blick auf den Lake Taupo riskieren..
Ja klar, den Zusatzloop machen wir natĂŒrlich auch!

Wir gewöhnen uns mehr und mehr an die RĂ€der und die Strecke. Manchmal sause ich Klaus einfach davon, manchmal habe ich das GefĂŒhl, ich fliege beim Bremsen grad ĂŒber den Lenker. Das passiert immer dann, wenn ich nur die Vorderradbremse ziehe
. 😎. Aber einen Abgang mache ich dann doch nicht. Auch nicht, wenn eine Pedale plötzlich an einem Stein oder in der Erde hĂ€ngen bleibt. 😅 Klaus hat nach halber Strecke Handgelenkschmerzen, nen tauben Daumen, zwickende Knie und einen schmerzenden linken Fuß. Mensch, und seit ein paar Tagen muckt auch wieder sein rechtes Ohr. Wir haben jetzt alle antibiotischen Tropfen verbraucht, und es wird und wird einfach nicht richtig gut, im Gegenteil. Jetzt ĂŒberlegen wir schon, wo wir ein Krankenhaus aufsuchen könnten. Erst in Auckland? Mal abwarten, wie es mit KlĂ€usi’s rechtem Ohr weitergeht?! Im Moment hat er schon wieder eine Waschmaschine im Gehörgang. 😕
Jetzt sausen wir jedenfalls ordentlich die Berge rauf und runter. Die Elektromotoren sind spitzenklasse und unterstĂŒtzen uns hervorragend.

Dennoch geht’s an die Kondition und wir brauchen Pausen.

Zum Wasser nachtanken

und Aussicht genießen.
Und KĂŒsschen geben nicht vergessenâŁïž
BĂ€nke zum Verschnaufen, Schauen und Rasten, sind im Land meistens private Spenden,

solche Blicke sind dagegen frei Haus.
Auch dieser betörende Duft ist fĂŒr umme, doch leider noch nicht per Foto zu verbreiten.

Um viertel nach zwei sind wir wieder wohlbehalten bei unserer Lodge. Garth kommt augenblicklich herausgesprungen

und ist sichtlich erleichtert uns und seine FahrrĂ€der wieder zu sehen! Obwohl er noch gar nicht mit uns gerechnet hatte. 😉
Wir nehmen jetzt erstmal eine Dusche, um den ganzen Staub von der Haut zu waschen und halten dann noch ein entspannendes NachmittagsschlĂ€fchen. SpĂ€ter treffen sich Angie und Garth noch mit Freunden in einer Bar. Wir können gerne mitkommen. Aber lieber genießen wir die Lodge, den Garten und die liebevoll zusammengestellte Vesperplatte von Angie. Morgen geht’s ja schon wieder weiter
 Klaus‘ Ohr hingegen macht weiter Mucken und ist nach der Fahrradtour noch schlechter geworden. Er hört wieder fast nichts mehr
 😞. Tropfen haben wir keine mehr und mir fĂ€llt nur noch ein ZwiebelsĂ€ckchen ein. Klaus muss zum Supermarkt fahren und die Zutaten holen. Dann hacke ich im Bad die Zwiebel, verpacke sie in ein Tuch und lege sie Klaus aufs Ohr. Der Zwiebelgeruch wabert durchs Zimmer, Augen trĂ€nen. đŸ€§ Ob das was bringt? Ich glaube nicht. Garth bekommt spĂ€ter davon Wind und meint, Klaus mĂŒsse morgen zum Arzt. Das glaube ich auch!

Abschied und Arzt đŸ˜·

Nach einem zweiten köstlichen FrĂŒhstĂŒck, Garth hat derweil beim Arzt angerufen und fĂŒr 10:00 Uhr einen Termin gemacht, mĂŒssen wir uns von unseren tollen Gastgebern verabschieden. Leider. 😔 Zum Andenken bekommen wir noch eine Karte, mit einem von Garth gemalten Motiv und lieben Worten.

DankeschönâŁïžEs wird geherzt und gedrĂŒckt, dann ziehen wir von dannen, immer wieder ein neues Ziel vor Augen, mit Zwischenstopp beim Arzt.
Eine sehr nette Ärztin empfĂ€ngt uns. Sie schaut in Klaus‘ Ohren und seufzt. Das eine Ohr hat ein Loch im Trommelfell, das andere ist entzĂŒndet, zugematscht mit einer weißen Schleimschicht und etwas Blut und hat ebenfalls ein dahinterliegendes Loch. Denn wenn Klaus Luft durchs Ohr drĂŒckt, blubbert der Schleim. Wow, die Ärztin lĂ€sst mich mal reinschauen. Das sieht ja sehr interessant aus. 🧐 Sie nimmt einen Abstrich, verschreibt wieder antibiotische Tropfen, fĂŒr Ohren mit Loch, und meldet sich, falls der Abstrich ein anderes Medikament erfordern wĂŒrde. Noch im Auto tropfe ich ihm zwei Tröpfchen ins rechte Ohr. Es sind ĂŒbrigens die gleichen Tropfen, die Klaus zuvor schon getropft hatte. Hmm
 đŸ€”. Nun machen wir uns auf den Weg zum nĂ€chsten Event. Rotorua Ziplines ist das Ziel, 100 Kilometer entfernt. „Episch“ sollen wir dort durch die LĂŒfte fliegen.

🚀

Da bin ich aber mal gespannt, wie episch das wirklich wird!?!
Zwei super nette Guides empfangen uns. Ein Kalifornier und ein Franzose. Work and Travel lĂ€sst grĂŒĂŸen. Beide Jungs sind top organisiert, sehr einfĂŒhlsam, lustig und kompetent. Beide sprechen ein völlig sauberes Englisch und sind gut zu verstehen. Wir bekommen unser Zipline-Geschirr angezogen

und ab geht’s ins GelĂ€nde, zu den verschiedenen Ziplines. Wir, 7 alte Knacker und Knackerinnen folgen brav und aufmerksam unseren beiden Jungs.

Seniorengruppe auf Abenteuerkurs. 😅
Die BlĂŒtenkelche erinnern mich an Maiglöckchen.

Wir lernen erstmal so einiges. Was blĂŒht? Was wĂ€chst? Was gedeiht? Ach nee, ne dicke fette Maorifruchttaube leistet uns Gesellschaft. Überhaupt lebten und leben hier viele Māori. Das meiste Land ist tatsĂ€chlich noch in ihrem Besitz, und explizit hier haben sie ein Aufforstungsprogramm aufgelegt. Von jedem Eintrittsgeld wird ein kleiner Teil fĂŒr einen neu zu pflanzenden Baum eingesetzt. Das gefĂ€llt mir. FrĂŒher, noch vor der Kolonialisierung, lebten hier verschiedene, rivalisierende StĂ€mme, die sich oftmals blutig bekĂ€mpften und manchmal auch gegenseitig auffraßen. Wenn eine Gruppe ins verfeindete Land der anderen musste und sich die Gruppe nicht verlieren wollte, knickten sie die BlĂ€tter des Silberfarns um. Die silbrige Unterseite leuchtete auf und zeigte den genommenen Weg an. Ein wortloser, stiller und unauffĂ€lliger Wegweiser. Der Letzte knickt die Spitze wieder zurĂŒck und keiner hat’s gesehen. Eigentlich, so meint unser Guide, sollte der Silberfarn das Landeswappen zieren. Er ist sooo viel hĂ€ufiger im Land zu finden, als der Kiwi, und er hat fĂŒr viele eine wichtige Bedeutung. Jepp, jetzt wo er es sagt, fĂ€llt mir ein, viele Unternehmer haben den Farn in ihrem Firmenwappen. 🌿

Also, ich mag den Farn in all seinen Erscheinungsformen auch viel lieber als den stinkenden Kiwi. đŸ€­
Jetzt wird aber mal gezippt, oder?!

So, das war der Probelauf, jetzt kommen wir. RĂŒckwĂ€rts, vorwĂ€rts, Kopf ĂŒber, Kopf unter, ĂŒber eine WackelbrĂŒcke und im Doppel als Wettrennen
 😁.

Hier ging‘s mal schief und der Protagonist musste „gerettet“ werden. đŸ€­ Danach durfte er dann schwebend die WackelbrĂŒcke ĂŒberwinden.
Und zum Abschluss kommt nun das um die Wette Zippen
. Auf die PlĂ€tze, fertig, los
💹

Und wer hat gewonnen??? 😜 „Close“ war da nix!
Jetzt laufen wir zur Basis zurĂŒck, stĂ€rken uns aber zuvor noch mit einem besonderen Tee, dem Māori Kawakawa Tee. Ach nee, das psychedelische Gesöff der Fidschianer? Neiiin! Hier werden nur die BlĂ€tter eines anderen Pfefferstrauchs verwendet und nicht die Wurzeln. Dieser Tee heute ist ausschließlich gesund. Na dann 😌.

Hier sieht man schon ein Ergebnis der laufenden Aufforstung.

Wir nehmen nochmal einen tiefen Blick vom wilden Land,


verabschieden uns mit tosendem Applaus von unseren super netten Jungs, bekommen noch ein Abschiedsfoto geschossen


und dĂŒsen nun zu unseren nĂ€chsten Gastgebern. Augenblicklich verschlechtert sich das Wetter und es schĂŒttet wie aus Eimern. Ein Omen???

Leicht schockiert beziehen wir unser Zimmer
 Wieso? Weshalb? Warum? Das erfahrt ihr beim nĂ€chsten Mal. đŸ‘‹đŸ–ïžđŸ‘‹

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert