Ich sag nur Knüppel aus dem Sack! Augenblicklich empfängt uns Wellblechbelag vom Feinsten. Knüppelhart und unnachgiebig. So werden die Rubbellinien im Sand genannt, die auf unbefestigten Straßen immer wie von Geisterhand entstehen. Warum? Ich habe keine Ahnung. 🤷


Alles klappert, alles rappelt, Klaus hat immerhin noch das Lenkrad zum Festhalten und ich? 😵💫
Es dauert echt nicht lange, da stehen wir vor einem wirklich tiefen Wasserloch. Oh Gott! Wir dürfen doch nicht…. 😬.

Nee, das ist keine Pfütze, nee, wirklich nicht! 🫢 Und jetzt? Jetzt durch natürlich! Als Orientierung gibt’s nur die Reifenspuren am anderen Ufer. Gaaanz langsam tastet sich Klaus voran.

Mann, der Untergrund ist extrem uneben, wir heben und senken uns schief und schräg über Stock und Stein 🪨, versinken fast in den Fluten und haben das Gefühl, nasse Füße zu bekommen. 😳 Nee, ich nicht, aber Klaus denkt’s.




Zum Glück hatten wir vorher noch auf 4-Rad-Antrieb umgestellt. Mein liebes Bisschen, das geht ja gut los. Diesmal scheinen die vielen warnenden Beschreibungen dieser 53 Kilometer zu stimmen. Puhhh, wieder oben auf der Strecke wackeln wir weiter hart über die staubige Piste. Bloß nicht die Zunge abbeißen!!! 😆


Das Loch vorhin war nicht das einzige Wasserloch, das wir durchfahren mussten. Nee! Etliche werden noch folgen, plus ein paar trockene Senken.

In der Wet Season ist hier sowieso alles geschlossen. Da wäre kein Durchkommen mehr.















Und das nächste Gewässer! 🫣 Oh my goodness!!




Weiter geht’s. Es rubbelt, spritzt, staubt, wackelt, quietscht (nasse Bremsen), brummt, schüttelt, schlägt und macht Spaß. 😵💫 Häää? Naja, etwas halt. Ansonsten herrscht volle Konzentration und Anspannung bei Fahrer und Beifahrer.
Aber unser Oberländer schlägt sich bisher wacker. Auch wenn ein paar Klappergeräusche neu dazugekommen sind.















7 Kilometer vor unserem Campground erreichen wir das Office.

Dort melden wir uns an, gebucht und bezahlt haben wir ja bereits und lassen uns erklären, wie das mit dem Campground funktioniert. Ganz einfach funktioniert’s. Hinfahren und Patz aussuchen, fertig. 😊

Das ist die Karte vom Nationalpark. Jetzt sind wir bei 1, der Ranger Station. Auf dem Weg zum Campground Nr. 3, werden wir gleich noch Station beim Lookout Nr. 2 machen. Morgen fahren wir mittags zu Nr. 4, dem Airstrip Helipark. Dort gibt’s nen Rundflug über die berühmten Bienenkörbe, die Bungle Bungles. Danach fahren wir zu Nr. 5 und erkunden zu Fuß die Kathedralenschlucht und weitere Sehenswürdigkeiten der Bienenkörbe. Danach geht es zurück zu 3, dem Campground. Übermorgen fahren wir zu Nr. 6, der Echidna Chasm Schlucht, erkunden sie zu Fuß und fahren im Anschluss alles wieder zurück. Jippie! Zurück zur Ranger Station, zurück zum Highway und zurück zur Marina, allerdings mit Zwischenstopps. Das bedeutet, wir werden noch etliche Kilometer Wellblechpiste innerhalb des Parks zurücklegen. Das gibt Spaß! 😵💫




Er blickt auf eine Gesteinskette, die sich über 45.000 ha erstreckt und 250 Meter über der Grassavanne erhebt. Ihr schokoladenroter Grat aus Sandstein, kommt auf ein Alter von 550 bis 500 Millionen Jahre. Davor zieht sich eine schmale, graue Kalksteinwand entlang, die einst ein Binnenmeer umrandete. Wir blicken mal wieder auf uralte Erdgeschichte. Klaus muss da immer an seinen Erdkundelehrer denken, der genau solche Gesteinsformationen liebte und hier sicher hin und weg gewesen wäre.

Es handelt sich hier um die größte Rinderfarm der Gegend, die Mabel Downs Station. Ein Zusammenschluss von 3 Farmen, die nun auf satte 585.000 ha, mit circa 32.000 Brahman-Rindern kommt. Die Brahman-Rinder sind die mit dem Buckel und der vielen Haut.

Zweimal im Jahr werden sie gesucht und zusammengetrieben. Mit Jeeps, Motorrädern, Pferden und Hubschraubern. Die zum Verkauf stehenden Rinder gehen meist lebend nach Indonesien, zur Weitermast und Schlachtung. Aha. Wir auch? Ich glaub schon. Die Schlachtung sollte uns dort jedoch erspart bleiben. 🤭 Wir müssen ja noch nach Singapur!













Jetzt noch schnell etwas kochen,…



Da krabbelt just eine Zecke an meinem Bein empor. Schrei 🗣️! Eine große…Kreisch 🗣️! Ich schnippe sie weg. Es wird nicht bei dem einen Spinnentier bleiben. Insgesamt werden wir noch 6 weitere kleine und kleinste Biester an uns entdecken. Eine hat sich schon mit Begeisterung in Klaus’ Rücken gebohrt, lässt sich aber gut rausziehen, eine weitere krabbelt gleich neben dran. Zwei werden morgen früh noch Klaus’ Beine hochkrabbeln und eine läuft über mein T-Shirt. Viel, viel später, werde ich eine festgesetzt seitlich am Busen entdecken. So, jetzt heißt es sehr beherrscht bleiben und nicht ausflippen!!! Wir untersuchen uns jetzt täglich gegenseitig und fragen Chat, was das zu bedeuten hat. Die beruhigende Antwort ist, die australischen Holzböcke übertragen keine Borreliose und auch keine FSME. Trotzdem kribbelt und juckt es uns jetzt ständig und ohne Unterlass. Die bange Frage: „Ist da was?“, kommt nun regelmäßig. Ich will nach Hause, denke ich so bei mir. Doch mittlerweile liegen wir im Dachzelt…

und versuchen zu schlafen. Augen zu und durch ist die Devise. Doch Eiseskälte setzt uns in dieser Nacht arg zu.

Was haben wir uns da bloß eingebrockt? Wir schlottern uns durch die Nacht. 🥶 Irgendwann kommt noch ein Doppelpack Franzosen daher, die noch bis tief in die Nacht lärmen und feiern. Mon dieu! 🙉
Au revoir et à demain. 👋✋👋
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