Die Glocke schellt, der Vorhang fällt. Doch bevor wir Yuti zum vorerst letzten Male winken, starten wir für 2 1/2 Tage zu einem kleinen, oder auch großen Zwischenabenteuer nach Pulau Pinang.

Erst sausen wir in 7 Minuten mit der Resortfähre rüber zur Insel Langkawi.

Dann geht’s weiter mit dem Grab zum nahen Flughafen und in weiteren 30 Minuten Flug rüber auf die Insel Pinang. Klaus hat nach wie vor starke Schmerzen und kann das alles nur unter laufender Ibu Gabe überstehen. Mit dem Grab düsen wir zu unserem Hotel. Auf dem Weg dorthin entdecken wir viele bekannte Firmen. Das deutsche Eck lässt grüßen.



Im noblen Eastern & Oriental Hotel beziehen wir dann ein wirklich tolles Zimmer.

Jetzt ist erst einmal Ausruhen, Ankommen und Ibu schlucken angesagt. Doch unsere Gedanken kreisen munter weiter. Yuti ist bereits in Malaysia angekommen und kann bleiben solange sie will. Und wir? Was machen wir jetzt eigentlich? Auf dem heimischen Sofa liegen? NTV glotzen und um Altrip walken? So wie vor unserer großen Reise? Das ist irgendwie nicht mehr wirklich vorstellbar. Zumindest nicht auf Dauer. Also schauen wir uns Pinang mal etwas genauer an und machen ganz kurzfristig Termine. So werden wir einen Agenten treffen und uns über das MM2H Visum aufklären lassen. Übersetzt heißt MM2H, Malaysia, my second Home. Malaysia, mein zweites Zuhause. Und, wir werden uns Hochhausappartements anschauen, beziehungsweise Musterappartements von noch zu bauenden Objekten. Spannend! Aber jetzt gehen wir noch zum Abendessen runter in den Hauptspeisesaal mit großem Buffet. Um Himmelswillen, großes Buffet? 😳 Es handelt sich hier um ein riesiges, gigantomanisches Buffet. Sowas haben wir auch noch nicht erlebt! Ich fange jetzt nicht an aufzuzählen, was es hier alles gibt. Da würde ich morgen noch aufschreiben. Nur das Dessert-Buffet ist schon so groß und umfangreich, wie sonst ein normales Buffet. Etwas überfordert und erschlagen kämpfen und schlemmen wir uns durchs Angebot, bis nichts mehr geht. 🤢 Nur noch hoch ins Bettchen und mit vollem Bauch versuchen zu schlafen, ist jetzt unsere Devise. Na dann versuchen wir es mal.
Termine
Wir treffen uns mit einem Makler für eine Wohnung aus 2. Hand. Die ist aber schon weg und er lotst uns auf die neu aufgeschüttete Insel, vor der Insel. Dort entstehen über die nächsten Jahre viele Komplexe mit zahllosen Wohnungen, Promenaden, Pools, Geschäften und, und, und… Okay, dann schauen wir mal.
Aha, oho, soso… Wie, es sind schon fast alle Wohnungen weg? Nur noch ganz unten, über der Poolanlage gäbe es noch was? Ach nee! Und dabei handelt es sich hier um das höchste, geplante Wohnhochhaus der gesamten Region, mit 69 Stockwerken. Hier steppt wirklich der Bär!!! Malaysia ist derbe im Aufwind, hat eine junge Bevölkerung und eine wachsende Mittelschicht. Etliche der Käufer kommen aus dem eigenen Land. Dann natürlich sehr viele Chinesen, Inder, Araber und zuletzt, but not least, auch Europäer. So Leute wie wir? Hm…, keine Ahnung. Also das größte Objekt kommt somit nicht in Frage. Aber es sind etliche weitere in Planung. Eines sogar mit schicker Marina vorne dran. Wir lassen uns da mal hinbringen und laufen ohne Termin in den Showroom. Wobei uns der Türsteher erst gar nicht reinlassen will, da wir keinen Termin haben. Dann sind wir aber doch drinnen und lassen uns alle Optionen von einer netten jungen Dame zeigen und erklären. Mensch, auch hier ist von zwei Objekten schon wieder fast alles weg. Das zweite Objekt ist ein zweischenkliges Hochhaus, Fertigstellung Ende 2030, 1080 Einheiten, 51 Stockwerke.

Ein paar wenige Einheiten wären hier noch zu bekommen. Hmm… 🤔. Davon gefällt uns tatsächlich ein Wohnungstyp. Die Musterwohnung mit 100 Quadratmetern ist wirklich toll. Und die Wohnung wird voll möbliert an den neuen Eigentümer übergeben! Aber, es ist nicht die bevorzugte Seite des entsprechenden Blocks. Dort, wo noch etwas frei ist, hätte man nur vom Wohnbereich den freien Blick aufs Meer, und am Nachmittag knallt dann die unerbittliche, malaysische Sonne auf die Seite der Schlafzimmer. Deshalb ist hier auch noch etwas frei. Doch hoch oben, im 49. Stock, fast unter dem Dachgarten und Fitnessstudio wäre sogar noch so eine Einheit zu haben.

Auch im 47., 44. und tiefer… Na da überlegen wir zumindest mal und düsen jetzt weiter zum Visa-Agenten. Ein netter, junger Mann nimmt uns in Empfang und klärt uns auf. Nach bestimmt einer guten Stunde und vollem Kopf, wissen wir nun, wie der Hase hier läuft. Alles ist machbar und von Malaysia sehr gut durchdacht. Die Nachfrage nach zeitlich begrenzten, aber verlängerbaren Visa für 5, 15 oder 20 Jahre ist riesig und wirklich interessant. Da werden wir mal ganz tief in uns gehen und nachdenken. Jetzt lassen wir uns in eine moderne, edle und gekühlte Mall bringen und essen eine Kleinigkeit. Der im Untergeschoss befindliche Supermarkt ist bestens sortiert und hat sogar die RitterSport MARZIPAN im Angebot. 😋 Wenn das kein Zeichen ist?! 🤣 Zurück im Hotel, dem schönen, fallen wir aufs Bett und auch bald in den Schlaf.

Entspanntes Frühstück im 6. Stock

Man könnte auch im Erdgeschoss frühstücken, wo abends die Schlacht am kalten und heißen Buffet stattfindet. Entsprechend umfangreich wird dort auch das Frühstücksbuffet sein. Im 6. Stock jedoch, steht Continental Breakfast auf dem Plan, und die Atmosphäre ist einfach wunderbar. Sehr entspannt und gediegen geht es hier zu. Nur wenige Gäste kommen hier hoch und das Personal ist einfach spitze. 🥰 Danach machen wir einen Spaziergang durchs alte Viertel von George Town. Und nein, wir lassen uns nicht kutschieren, wie es im 18. Jahrhundert noch üblich war.





Die Geschichte dieser Stadt reicht zurück bis ins Jahr 1786. Die damalige Siedlung Tanjung Penaga wurde nach Landung des britischen Kapitäns Francis Light, zu Ehren des damaligen Königs George dem III, George Town benannt. Light war dort, um im Namen der Britischen Ostindien-Kompanie einen Handelsstützpunkt zu errichten. Heute bewohnen 51 % Chinesen, gut 30 % Malaien, knapp 10 % Inder und Araber sowie ein paar Europäer die Insel Pinang, die zum Bezirk Penang gehört.


Am kommenden Sonntag ist das Dewali Fest, das wichtigste und höchste Lichterfest der Hindus. Sie feiern den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse und des Wissens über die Unwissenheit. Jepp, so etwas lässt sich gut feiern, wenn es denn so ist. Little India erstrahlt dann wohl sehr schön im Schein von tausenden Lichtern.



Überhaupt befinden sich dicht bei einander hinduistische und chinesische Tempel, christliche Kirchen und moslemische Moscheen. Die Malaien selber sind Moslems. Aber schon vor 4 Jahren fiel uns auf, dass sie ihren Glauben sehr zurückgenommen leben und anderen Religionen tolerant gegenüberstehen. Auch der australische Chef der Boat Yard erzählte uns von der toleranten, friedlichen und freundlichen Haltung der malaysischen Moslems dem Westen gegenüber. Da sei kein Hass und keine Aggression zu verspüren, wie es durchaus in anderen moslemischen Kulturen üblich ist. Gut so❣️
Dann kommen wir zu einer alten, chinesischen Tempelanlage.

Ehrlich? Selbst in China haben wir so einen Prunk nicht finden können. Aber oft sind die Auslandschinesen stärker bedacht auf ihre Traditionen, als die Menschen im Herkunftsland. Das mussten wir auch schonmal in Kanada bei deutschen Auswanderern feststellen. Sie schickten ihre Kinder sogar auf eine deutsche Sonntagsschule, wo altes Liedgut, Gedichte und die Sprache natürlich gelehrt wurden.

Wir entdecken interessante Wandskulpturen aus Draht und Malereien nach Banksy-Art auf und an verschiedenen Häuserwänden. Doch langsam aber sicher geht uns die Puste aus, und ich bekomme gleich noch nen Sonnenstich dazu… 🫠.


Wir lassen uns zurück zum Hotel fahren, essen noch eine Kleinigkeit in der 6. Etage und verkrümeln uns dann auf unser schönes, großes Zimmer.
Morgen geht es per Flieger wieder nach Langkawi, Rebak und zu Yuti zurück.
Rückflug 🛬






Gerade oben, geht es schon wieder runter zum Landeanflug.

Wir erwischen gerade noch die Fähre zur Insel und müssen zu allererst ins Marinabüro. Die geplanten und angebotenen Arbeiten sollen angezahlt werden. Die Organisatorin Liza erwartet uns schon. Auch steht ein nigelnagelneuer Luftentfeuchter im Büro.

Extra für uns wurde dieses Gerät angeblich angeschafft. 😉 Wir werden es gleich mitnehmen und testweise ausprobieren. Doch zuvor muss dieser „Italiener“ erstmal verstanden werden. Ja, das Teil kommt aus Italien und niemand kennt sich damit aus. Da muss der deutsche Ingenieur mal ran. 😄 Zusammen entschlüsseln sie den Apparillo, fast…, schieben ihn per Schubkarren ans Boot und hieven ihn gemeinschaftlich hoch. Klaus hat natürlich nach wie vor starke Rippenschmerzen und kann nur dirigieren. Aber so ganz, ganz langsam und in Minischritten wird‘ s wohl etwas besser. ☺️ Nun wird der Italiener angeschlossen und ausprobiert. Die helfenden Jungs verabschieden sich und wollen dann morgen von Klaus eingewiesen werden. Okay. ✅ Nach längerer Recherche gehen auch wir von Bord, checken wieder in unser „altes“ Zimmer ein und essen noch schnell zu Abend. Dann werden die Midterms in den USA verfolgt und die sich andeutende blaue Welle freudig bestaunt❣️
Am nächsten Morgen
In der Nacht hat es ergiebig geregnet. Jetzt ist‘s trocken und das Wetter ist schon merklich stabiler, sprich sonniger geworden. Ein leckeres Frühstück begründet unseren vorletzten Tag vor dem Heimflug. Der Italiener hat über Nacht gut gearbeitet. Jetzt wird nochmal Wäsche gewaschen, an Deck getrocknet und begonnen das Boot von innen zu putzen. Klaus recherchiert noch lange zum Luftentfeuchter und schafft es schlussendlich sogar, ihn in sein Bootskontrollnetz mit einzuschließen und auch noch eine Überwachungskamera zu installieren. Dann wollen die Jungs schon das schwarze Lichtschutznetz über Yuti spannen. Stopp, Halt! Wir wollen das Boot doch noch einmal von außen gründlich waschen. Okay, sie machen es dann erst nach unserer Abreise am Sonntag. Das malaysische Wochenende beginnt immer am Freitag, geht bis Samstag, und Sonntag ist wieder der Beginn der neuen Woche und der erste Wochenarbeitstag. Das muss man halt wissen! Jepp, alles gut. Sie werden Fotos machen und sie uns schicken. Überhaupt werden wir per WhatsApp in Kontakt bleiben. Das ist beruhigend. 😊 Noch nie haben wir Yuti sooo lange allein gelassen… 🥹.
Wieder steigen wir von Bord, wackeln zum Abendessen, gehen aufs Zimmer und ins Bett. Gute Nacht. 💋
Vorletzter Morgen auf Rebak Island
Guten Morgen liebe Affenbande. Sie sind mit Kind und Kegel schon früh unterwegs und schauen auch mal bei uns vorbei.


Na, dann wollen wir uns auch mal zum Frühstück begeben. Das Servicepersonal ist schon ganz traurig, dass wir morgen davonfliegen. Besonders die jungen Mädchen aus Indonesien, die im Rahmen ihrer Ausbildung hier ihr halbjähriges Praktikum absolvieren, sind wirklich herzig. Nun, wenn wir im Februar oder März wiederkommen, ist ihre Zeit hier längst um, und sie sind alle wieder zurück in Indonesien.
An Bord wird heute der erstmals letzte Boat Wash erledigt. Klaus ist da natürlich nicht 100 % einsatzfähig, sein Rücken schmerzt noch arg. Das gesamte Nonskid-Deck ist mit kleinen, schwarzen Pünktchen überzogen. Mit dem Schrubberbesen bekomme ich die nicht weg. Also muss ich mich Zentimeter für Zentimeter mit der härteren Geschirrbürste, auf Knien, voranarbeiten. Die Schwitze läuft… 🫠. Übrigens, mein zusätzliches Kniescheibengewächs ist weg und Spinnen sind auch nicht herausgekommen. 😅 Tja, im Alter muss man geduldig sein. Aber Klaus hat dann noch die Idee des Tages! Ach, was sage ich? Die Idee des Jahres!! Er holt mir den Bohrschrauber mit Bürstenaufsatz. Und ruckizucki ist alles weggebürstet. Dolle Sache!!! Bis ein sehr kräftiges Gewitter kommt, haben wir alles fertig und können nun selber versuchen zu trocknen. Später mümmeln wir noch die letzten Toastscheiben mit der allerletzten Butter und dem allerallerletzten Scheiblettenkäse weg. Als Nachtisch gibt‘s den absolut allerletzten Becher Mangojoghurt mit einem Spuckrest Cola Zero. So, der Kühlschrank ist nun leer. Gleich zuckeln wir wieder in unser Hotelzimmer. Der Prasselregen ist fertig und das Entfeuchtungsgerät wieder angestellt.

Morgen werden wir ein letztes Mal herkommen, um unsere Taschen zu packen, den Landstrom anzustellen und Yuti ein allerletztes Mal für dieses Jahr zu streicheln. 🥹
Abreisetag

Das letzte Frühstück ist verspeist, die jungen Indonesierinnen gedrückt und geherzt. An Bord haben wir unsere Reisetaschen gepackt und nochmal mit Argusaugen den Entfeuchter beobachtet. Ob der wirklich die ganze Zeit durchhalten wird? Für mich schwer vorstellbar, aber wir können ja mit der Werft korrespondieren. Ich habe ein wehes Gefühl in der Brust und darf gar nicht zu intensiv über alles nachdenken. 😔 Gleich erwarten uns 20 Stunden Flug und enge Sitzreihen….

Die letzte Seite meines Reisetagebuchs ist geschrieben, das Heft ist zugeklappt. Das war nun das Abenteuer unseres Lebens❣️Oder der Beginn eines neuen? Wer weiß?!
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