Ja, wir tun‘s wirklich, wir fahren zur sau teuren Crossroads Marina. Weit ist es ja nicht von Hulhumalé, und wir freuen uns auf sauberes Wasser, sicheren Liegeplatz, Ruhe und gepflegtes Ambiente. Zwei, höchstens drei Tage wollen wir uns den Spaß gönnen doch verglichen mit den Marinakosten in Kroatien, ist es gar nicht soo schlimm. Den Rest müssen wir dann vor Ort erkunden. Wir haben schon gehört, dass Wasser, Strom, Diesel und Müll dort sehr teuer sein sollen und das Essen in den Restaurants ebenfalls. We will see…. Gerade überlegen wir noch, ob wir gleich beim Rausfahren noch zur Tankstation fahren und Diesel nachtanken, oder nicht. Gestern haben wir uns bereits dort erkundigt und es hieß, ja, wir könnten mit unserem Kat kommen und tanken, sie hätten 24 Stunden geöffnet. Nur müssten wir bar bezahlen. Okay, wir haben ja noch US Dollar, mit Rufiyaas sieht’s gerade etwas mau aus, unsere Karten gingen gestern nicht … Keine Ahnung warum nicht? Jetzt wollen wir mal sehen, wieviel vor der Tanke los ist, und ob wir uns rückwärts oder seitlich festmachen können? Wenn zu viel los ist, fahren wir grad weiter. Denn die Kaimauer ist verdammt hoch und nicht besonders einladend.
Wir tuckern langsam Richtung Tankstation. Och, ich glaube da ist zu viel los. Lass uns mal lieber weiterfahren. Klaus zögert und jongliert das Boot hin und her. Da fährt ein Fischerboot weg und ein Speedboot. Zwei neue Speedboote flitzen hinein. Komm, da ist zu viel los….
Doch Klaus hat Geduld. Und als sich die nächste Lücke auftut tuckert er rückwärts ran. Ich habe derweil alle in unserem Besitz befindlichen Fender rausgehängt und bitte die Tankleute lautstark um Unterstützung beim Festmachen. Gleichzeitig hat Klaus den Anker geschmissen, um das Boot auf Abstand zum Kai zu halten und wir nicht rückwärts dranklatschen. Nach erneuter Bitte hilft mir jemand, die Leinen rechts und links festzumachen. Der Anker greift und Klaus kann so den Abstand nach hinten korrigieren. Ich rufe, ob der Abstand zum Betanken so gut ist und bekomme einen Daumen nach oben 👍.



Die Speedboote neben uns kommen und gehen. Jedesmal ist es für mich eine Nervenprobe, denn Platz ist so gut wie gar nicht und sie agieren äußerst flotticarotti. Es ist schweineheiß und wir warten… 😏
Zu Wasser, zu Land und zu Luft, hier ist der Teufel los. Es ist laut, schwabbelig und es stinkt. Derweil, wir warten… 🤔


Jetzt kommt sogar ein großer Fischkutter und quetscht sich neben uns rein. Die Fender tanzen und wir warten… 🤨.
Meine Nerven spannen sich bedenklich. Klaus, das kann doch nicht sein, dass die alle betankt werden, nur wir nicht?! Hey, was ist da los? Ich rufe, keiner reagiert.
Ich glaube, ich atme gerade den Diesel- und Benzindampf fürs ganze Jahr ein. 🫢Derweil, wir WARTEN… 😡

Und eben langt’s mir! Ich rufe laut nach Diesel 📣 ⁉️ Eine Tankfrau und ein Tankmann kommen und rufen was von Zetteln??? Bezahlen??? So langsam dämmert es uns. Wir müssen vorher bezahlen und mit dem Beleg zu den Tankleuten kommen. Na toll! 🤬 Über ne Stunde warten wir hier schon. Keine Sau interessiert sich für uns oder sagt uns mal was. Keiner fragt mal nach, wieso wir hier wohl „parken“??? Hier herrscht aber totale Servicewüste! Nächstes Problem, wie soll jetzt einer von uns an Land kommen? Von unserem Boot unmöglich! Klaus soll über ein Speedboot klettern und sich dann hochhangeln. Prost Mahlzeit! Er schafft es, läuft zur Tankstelle, will gerade was sagen, da heißt es: Wir machen jetzt eine Viertelstunde Pause, und der Rolladen geht runter. Gell, da guckst… 😳 Er nutzt die Zeit und läuft nochmal schnell zum Geldautomaten um Rufiyaas zu holen. Klappt wieder nicht, mit keiner Karte. Mist! Zurück an der Tanke, die Rolläden sind wieder oben, erklärt ihm die ‚freundliche‘ Dame, dass er zwar 190 Liter Diesel kaufen kann, aber nicht mit Dollar zahlen darf. Nur Rufiyaa sind erlaubt. What? Das darf doch wohl alles nicht mehr wahr sein. 🫨 Wir haben nur Dollar in ausreichender Menge und sonst wird doch auch alles in Dollar fakturiert. Bitte, bitte, sie möge doch eine Ausnahme machen!! Und sie macht eine Ausnahme. 😮💨 Endlich hat Klaus den notwendigen Zettel, den er bei den Tankleuten abgeben kann. Er hangelt sich halsbrecherisch wieder zurück und wir warten mal wieder. 😵💫

Ich fange gerade mit den Fischern neben uns ein Gespräch über ihre gefangenen Thunfische an, als uns endlich der Tankstutzen rübergeschwenkt wird. Ich glaub’s ja nicht, wir tanken 👏👏👏.
DOCH NACH 50 LITERN IST SCHLUSS. Der Tankwagen ist LEER. Was sollen wir dazu noch sagen? Uns wird gesagt, das dauere 15 Minuten, dann ginge es weiter. Ehrlicher wäre gewesen, von 50 Minuten zu sprechen. Ja, ne knappe Stunde später geht’s tatsächlich mit dem Diesel weiter. Wir tanken unsere 190 Liter und wollen so schnell wie möglich weg hier. Ne, ne, jetzt müssen diverse Zettel an drei Stellen unterschrieben werden. Wie das? An Land geht keiner mehr von uns! Die Kladde wandert über Speedboote zu uns und wieder zurück, der Durchschlag nimmt den selben Weg. Ordnung muss sein. 🤣 Jetzt noch heile hier herauskommen!!! Ich löse mit Hilfe die Leinen, Klaus zieht den Anker langsam raus, ich laufe vor, da klemmt sich das Fischerboot an unsere Yuti, ich rufe, die Tankleute auch, die Besatzung stürzt herbei und drückt uns weg. Ich laufe zum Anker vor, und der Anker klemmt, eine fette Festmacherleine vom Kutter auf der anderen Seite hat sich über ihn gelegt. Scheiße, ich will hier weg!!! Ein Speedboot quetscht sich auch noch raus, die Fender verwurschteln und platzen gleich. Muss denn das jetzt auch noch sein, schimpf, kann der nicht gerade mal warten??? Ich rufe böse rüber, in Deutsch…. 😂. Der Kutter bemerkt das Desaster, fährt wieder vor, die Leine verliert an Spannung, der Anker kommt frei. Wir können endlich hier raus.





Und jetzt noch Malé von hinten…

Tschau ✋. Zum Glück ist’s nicht mehr weit, doch ich bin platt! Das Tanktheater hat jetzt fast 4 Stunden gedauert. Weiter im Text geht’s dann morgen… 🫥
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