Guna Yala oder Mola Yala? đŸȘĄđŸ§”

6:00 Uhr, Mutti-GesprĂ€ch, 7:00 Uhr, Mama-GesprĂ€ch, und schon werden wir wieder belagert. Ich höre nur, OlĂĄ, Rotzen und Spucken. Iiiii, das muss ein Mann sein
 Ich will nicht hingehen, Punkt!
Kurze Zeit spĂ€ter, wir wollen gerade das Dinghy fĂŒr die Überfahrt nach Porvenir startklar machen, kommen sie wieder. Ein Mann und 2 Frauen. Ich rufe, wir kaufen nichts, wir kaufen nichts, wir haben gestern schon
, da streckt er mir seine Hand hin und begrĂŒĂŸt mich freundlich. Willkommen in Guna Yala Islands, willkommen auf El Porvenir. Upsi
 Ob wir zum Stempeln kommen, seine Frage? Jepp, das hatten wir gerade vor
 Okay, er erwarte uns drĂŒben und zuckelt ab. Will ich das ??? Da startet gerade ein Kleinflugzeug von der kurzen Lande- und Startbahn auf Porvenir.

Auch eine Möglichkeit hierherzukommen.

Wir liegen ĂŒbrigens mittlerweile zu dritt vor Anker, und ein viertes Boot kommt gerade noch dazu.

Und Pelikane sind auch im Anflug. Ordentlich was los hier


Von der Insel dahinten kamen gestern auch die 6 Mola-Weiber.

So, es wird Zeit ĂŒberzusetzen, und wer steht am Steg und wartet? Rotzi! 🙄 Er hilft uns das Dinghy an Land zu ziehen und fĂŒhrt uns zum Schalter.

Ob der schon lange wartet?

Eigentlich unnötig aber dennoch nett sagt er uns, welche Papiere der „Beamte“ von uns haben möchte, was wir zu zahlen haben und fĂŒr welches Gebiet die ausgestellte und gestempelte Erlaubnis gilt. Wie? Wir dachten die gilt fĂŒr das gesamte Guna Yala Gebiet? Nee, fĂŒr einen weiter entfernten Inselbereich mĂŒsste man vor Ort nochmal bezahlen. Aha. Jetzt werden 50 $ fĂŒr Yuti und 20 $ pro Person fĂ€llig, also 90 $ insgesamt. Dann bekommen wir unser Permit. So einfach ist die VerstĂ€ndigung allerdings nicht! Keiner spricht wirklich Englisch. Es ist ein Kauderwelsch aus Englisch, Spanisch und Guna. Oft raten wir nur, was wohl gemeint sein könnte. Soweit so gut, jetzt fragt er uns, ob wir noch Obst und GemĂŒse kaufen möchten? Joo, das wĂ€re nicht schlecht, meine ich. Wo hat er denn seine Ware? Bis wir verstehen, dass er mit uns in unserem Dinghy zu seiner Insel fahren möchte
 Okay, đŸ€” können wir machen, liegt ja alles recht dicht beieinander. Und so dĂŒsen wir los zu der Insel, wo die 6 Weiber herkamen


Er weist uns den Weg, denn hier sind wirklich ĂŒberall Riffe, die auch fĂŒr Dinghys durchaus gefĂ€hrlich sein können!

Als erstes sehen wir ein Langusten-Haus, eine Art Fangstation, dann MĂŒll und Bauschutt.

Dann wird es sauberer


Bananenstauden 🍌

Das ist die typische Bauweise hier. BambusstÀbe locker aneinander gebunden, keine Fenster, Wellblechdach.

Die TĂŒr ist noch das auffĂ€lligste Element bei diesem Haus.

Dieses Haus ist das Versammlungshaus, noch etwas traditioneller mit PalmenblĂ€ttern eingedeckt. Jeden Tag kommen hier die MĂ€nner des Dorfes zusammen, um Probleme und andere Dinge zu besprechen. Oha. Ich dachte die leben hier in einem Matriarchat? Ja, tun sie auch. Aber das bedeutet nur, dass die MĂ€nner nach der Hochzeit im Familienclan der Frau leben, nicht dass die Frauen auch herrschen. Wieder was gelernt. Ich möchte wissen, was sie mit ProblemfĂ€llen machen? Was ist, wenn jemand kriminell wird, also echte Probleme bereitet? Dann rufen sie die Polizei aus Panama und lassen den ÜbeltĂ€ter nach ColĂłn bringen. Sieh an! Das hĂ€tte ich nun wieder nicht gedacht!!

Kuna oder Guna?? Bis heute hört und liest man von den Kuna. Aber, ihr Alphabet kennt kein ‚K‘ und so nennen sie sich Guna und ihren Lebensraum Guna Yala. Am Ende werden wir hier auch noch typisches Kuna-Brot kaufen.
(Vier dĂŒnne, kleine, wabbelweiche StĂ€ngelchen.)

Weiter geht’s,

Maunz
 🐈
hier noch entlang,

sie stickt fleißig Molas,

und nun sind wir da, am Hafen und am Laden.

Er hat schon eingekauft, jetzt kaufe ich, Bananen, Zwiebeln, Tomaten und Gurken. That‘s it. Kurzer Small Talk mit Rotzis Freunden, dann geht’s zurĂŒck zum Dinghy. Er zeigt uns noch die Schule, den Volleyball-Platz und die Krankenstation, auf der es ausschließlich „Panamamedizin“ gibt. Lustig, so nennt er die westliche Chemiemedizin 💊, denn sie haben parallel dazu noch ihre eigene, traditionelle Medizin đŸŒ±đŸ„â˜˜ïžđŸȘžâ€Š Am Dinghy angekommen, geht’s wieder zurĂŒck zu El Porvenir, um ihn dort abzusetzen. Er bekommt ein 10 $ Dankeschön-Trinkgeld und wir tuckern zurĂŒck zu Yuti. Anker lichten und ab zu den Chichime-Cays. Unterwegs kommen wir an anderen kleinen Inseln vorbei. Alle sind klein, kleiner am kleinsten und sehr flach. Bei Flut, und die ist hier nur 30 cm, ist der Strand drumherum weg.

Um 11:40 Uhr liegen wir vor Anker und zwar genau vor der Insel, nicht mittig, sondern etwas weiter rechts. Links könnte man zwischen zwei Inseln ankern, aber da ist es definitiv zu voll. Mindestens 11 Boote haben wir vorhin gezĂ€hlt. Wir bleiben lieber draußen.

Da ruft eine krĂ€ftige Frauenstimme, olĂ ! Mola Lisa stellt sich vor. Die berĂŒhmte Mola Lisa, die weit ĂŒber die Grenzen fĂŒr ihre feinen Mola-Arbeiten bekannt ist. Wir hatten auch schon von ihr gehört. Jepp, was soll ich sagen, wir kaufen. 😉 4 Molas und zwei bestickte Pads wechseln den Besitzer, ebenso 100 US-Dollar. So, jetzt reicht‘s aber, stöhnt Klaus, sonst sind wir innerhalb von 48 Stunden pleite. đŸ«Ł Ich ziehe mich zĂŒgig zurĂŒck und gehe schnorcheln. đŸ€ż Mal sehen, was das nĂ€heste Riff so zu bieten hat? Joo, ist ganz nett, wenn auch nicht viele Fische zu erhaschen sind. Toll sieht es aus, wenn abgefallene Palmenwedel urplötzlich am Grund auftauchen, oder gar ganze BaumstĂ€mme sich sanft in den Wellen wiegen, als wĂ€ren sie leicht wie Federn. Witzig auch, wie abrupt die Wassertemperatur zwischen erfrischend bis heiß wechselt. FĂŒr heute war’s das
 Schnell noch ein Blick rĂŒber zu den Gewittersqualls,


die sollen mal schön da bleiben wo sie sind und zu zwei Inselchen, wo sich gerade die Boote nur so ballen.

Gibt’s da was fĂŒr umme?

Bei uns gibt’s jetzt Fußball ⚜! Heehoo


Neuer Tag, neues GlĂŒck. Ich schicke Klaus zum Schnorcheln, bevor uns die Gewitterwolken erreichen. Er kommt ziemlich begeistert zurĂŒck. Viele Fische, große Fische, 3 BaumstĂ€mme und 1 Adlerrochen, ein großer!, ist seine optische Ausbeute. Der Adlerrochen

Den fotografiere ich zwar erst spÀter, aber so Àhnlich sah der Rochen aus.

kommt ihm mehrfach richtig nahe. Manchmal, nach seinem Geschmack schon zu nahe, aber es passiert nichts. Klaus ist mehr als zufrieden, da er das so nicht erwartet hatte.
Jetzt wollen wir mal unsere Ankerinsel entdecken und machen unser Wackel-Kajak fertig.

Problemlos geschafft.

Mehrere schöne Blicke gilt es fĂŒr die Erinnerung festzuhalten. 📾

SĂŒdsee-Feeling
Postkartenidyll
Nein, das sind keine Wachspalmen.

Aber das MĂŒllproblem gibt es hier natĂŒrlich auch. Auch wenn der MĂŒll nicht zwingend von hier sein muss. Durch Strömungen der Meere könnte er von ĂŒberall herkommen und jeden Tag aufs neue angeschwemmt werden.

Wir wollen einmal um die Insel spazieren, kein großer Job!

Huhu
 👋
Nicht gut!

Wir kommen an mehreren einfachen, HĂŒtten 🛖 und bunten, touristischen HĂŒtten vorbei. Aber los ist hier nichts! Gar nichts. Es ist eben keine Saison. đŸ€·

Was ist denn das?
Ein Bobby-Car 😛.
Da schlÀft einer. Bequem ist anders, oder?
Neue Molas

FerienhÀuschen?
Oder Matratzenlager?
Duschanlage?? đŸ€­
Kleiner Dschungel.
Weißer geht’s nicht!

Ah, da sind ja mal ein paar Guna! Aber schau dir das an. Die Ă€lteste Tochter hĂ€lt ein Handy vor sich und kleine Schwester, Mutter und zahnlose Oma schauen zu. Was da wohl lĂ€uft? Eine Telenovela? Irgendwie erscheint uns das Leben der Leute hier doch etwas bedrĂŒckend. Sehr arm, sehr reduziert, dennoch westlichen EinflĂŒssen ausgesetzt und ziemlich alleine. Jedenfalls auf den entlegeneren Inseln. Rund um Porvenir waren die Inselchen picke packe vollgebaut, auch nicht wirklich schön. Jetzt sind wir an dem InselstĂŒckchen, wo wir die vielen ankernden Boote gesehen haben.

Im Hintergrund ein gestrandetes Wrack.

Gerade noch um die Kurve spaziert, und da sind wir wieder an unserem Kajak.

ZurĂŒck an Bord, gibt’s nach dem anstrengenden ZurĂŒckhieven des Kanus erstmal eine sĂŒffige Bananenmilch. đŸ„›đŸŒAlva sagte mal ĂŒber‘s Skifahren, das schönste ist immer das Weinen
 😭 Ohhh
 Ich weine heute auch mal, aber so richtig, mit Rotz und Wasser. Warum? Drei große Zwiebeln werden von mir bearbeitet, um Schmorzwiebeln herzustellen. Ohne Taucherbrille! Ein Fehler❗Klaus flĂŒchtet aus dem Salon ins Freie. Nach einer Zeit der Beruhigung, gibt es dann Kartoffelbrei mit eben diesen Schmorzwiebeln und einem Tomaten-Gurkensalat. Uff

Morgen schippern wir zu Dog Island, der Hundeinsel?? Ich weiß nicht warum die so heißt. Ziel wird ein versunkenes Wrack aus dem Jahre 1950 sein. Spannend! Na dann schlaf mal gut mein ZwiebelflĂŒchtling. Du auch, meine Heulsuse!

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