Schnorcheln gegen den Strom đŸ„”

Am frĂŒhen Morgen kommt ein Versorgungsschiff und macht am Kai fest.

Anlegen bei Sonnenaufgang.

Dieser Kahn bringt wohl in erster Linie Hardware. Unter anderem werden entladen, ein Stapler und ein PKW. Die erwartungsvollen Neubesitzer stehen schon bereit und nehmen die Fahrzeuge freudig in Empfang. Das muss einem wirklich klar sein, wenn man hier lebt, dass alles was die Natur nicht hervorbringt, von weit, weit weg herkommen muss. Jede Schraube, jede Gabel, jedes elektronische GerĂ€t, einfach alles, außer KokosnĂŒssen und Fisch. Umso mehr ĂŒberraschen mich dann solche Rennboote, wie wir sie jetzt tĂ€glich sehen. Klaus witzelt schon, dass mit dem einen bestimmt der Lehrer zur Schule gefahren wird. â˜ș
So, die Sonne steht gut, wir brechen auf zum Schnorchelabenteuer zum nĂ€chstgelegenen Bommie. Wir „satteln“ das Dinghy, sind schon worttechnisch ganz beeinflusst von unseren Cowboy-Serien und „reiten“ ĂŒber spritzige Wellen zum Korallenkopf. Dort können wir uns an einer Markierungsstange festmachen.

Puhhh, hier herrscht aber ne ganz ordentliche Strömung. Ich komme fast nicht gegen an. đŸ„” Dazu zieht mein Schnorchel Wasser, meine Messerhalterung rutscht vom Bein runter und schlackert um meine Fessel, und die Insta 360 macht nicht das, was ich will. Das ist zu viel! Ich treibe zurĂŒck zum Boot und schmeiße fast alles von mir. Den Schnorchel kann ich richten, das Messer nehme ich direkt mit. Dann versuche ich es nochmal. Dieses Mal schaffe ich es am Korallenkopf entlang zu schnorcheln, und die Strömung lĂ€sst nach. PrimaâŁïž Toll ist es hier!!! Klares Wasser, viele schöne, intakte Korallen und noch mehr hĂŒbsche, bunte Fische. Zum GlĂŒck hat Klaus wieder die GoPro mit und kann einiges fotografisch festhalten.

Jetzt ist bei mir alles okay. 👌
Interessant, wie die „Korallenwiesen“ auf einer Höhe sind.

Da entdecke ich einen Schwarm StrÀflings-Doktorfische und rufe Klaus schnell zu mir.

Dicht gedrÀngt grasen sie die Korallen ab, lassen sich aber absolut nicht von uns stressen.

Wir folgen ihm, dem Schwarm, „unauffĂ€llig“
 ✌ Wobei das eher ein sehr kleiner Schwarm ist. Bis zu tausend Tiere finden sich oft zusammen und ziehen ĂŒber die Riffe. Sie lieben die Gemeinschaft und können alleine nicht sein. (Das erinnert mich an die Chinesen, die sich auch nur in Gruppen wohlfĂŒhlen.)

Es gibt aber auch noch etliche andere Bewohner!
Flöten- und Trompetenfische ziehen jedoch eher einzeln ihre Bahnen. Die Farbe Gelb scheint heute und hier einen gewissen Schwerpunkt zu setzen.
Ein Falterfisch mit seinem trickreichen Scheinauge am Hinterteil.
Noch eine Trompete.
Dann tauchen etliche, lustig dreinschauende Nasendoktoren auf.

Sie sind einfach zu drolligâŁïž Sooo viele von denen auf einem Fleck habe ich lange nicht mehr gesehen. Klaus hat jetzt genug und setzt sich schon mal ins Dinghy. Ich habe noch lange nicht genug und umrunde den koralligen Kopf ein weiteres Mal. Die Welt unter Wasser ist schon ein besonderer und extrem wertvoller Lebensraum und so ganz anders als die Welt darĂŒber. Ich genieße esâŁïžBy the way, Riffhaie sehen wir keine.
Na dann will ich mal auch zurĂŒck zum Dinghy und mit Klaus heim zu Yuti.
FERTIG ✅

Sonntag

Meine Mutti wird heute 85 Jahre alt und wir telefonieren ausgiebig. Überhaupt ist der Sonntag zu unserem Haupttelefontag geworden. Aber dann halte ich Hausputz, beziehungsweise Bootsputz und das am heiligen Sonntag đŸ€­. Die KĂŒche wird gewienert, die Fenster geputzt, Staub gesaugt und 3 Waschtrommeln WĂ€sche gewaschen. Dann bereite ich noch einen SchutzaufnĂ€her fĂŒr unseren Dinghybezug vor.

Da gibt’s eine Stelle, an der sich immer und immer wieder durch Reibung am TrĂ€ger, der Bezug durchscheuert. Mal sehen, wie der sich schlagen wird?
Schlussendlich springe ich nochmal ins Wasser, nachdem Klaus und ich uns die Insta Kamera erneut angeschaut haben und schnorchel ein bisschen herum. Leider ist die Sicht nicht wirklich gut. Zu viele Partikel schwimmen im Wasser herum


und Schiffshalter unter unserem Boot.
Wieder mal eine Trompete.
Schau an, gleich drei auf einen Schlag.
Schau hin, schau her
 đŸ€ż

Diese sĂŒĂŸen TannenbĂ€umchen kenne ich schon von den Malediven und den San Blas Inseln. Das sind die Kiemen eines WĂŒrmchens, das in der Koralle versteckt sitzt. BerĂŒhrt man sie, werden sie blitzschnell eingezogen. Diese TannenbĂ€umchen-Kiemen gibt’s in den schönsten Farben. Wieder mal ist es faszinierend, was sich die Natur so alles ausgedacht hat! Ich schwimme wieder zurĂŒck zum Boot, wo ordentlich Wasser produziert und heute Abend ganz spießig der Tatort geschaut wird. 😁
Nebenbei, wir gucken ja mittlerweile die Serie 1883, wie alles begann
 Die gefĂ€llt uns noch besser als die Yellowstone Staffel. Aber, 
 sie geht ans Herz und ist traurig. Sehr traurig. đŸ˜„

Und was machen wir morgen? Ich wĂŒrde ja gerne schon wieder weiter und ins nĂ€chste Atoll schippern
 ⛔.
Warten wir es ab.

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