Und schwitzen von früh bis spät. 😓
Eigentlich schwitzt man schon beim stillen Sitzen und regungslosem Liegen. Trotzdem will ich mich mal ans Abtauen von Kühl- und Gefrierschrank machen. Der Kühlschrank sieht schon aus wie ein Iglu. Klaus entsorgt derweil den ganzen, angesammelten Müll, und… weg damit. Dann beschließen wir zu fliehen. Ziel ist eine klimatisierte Shopping Mall. Wir bestellen uns ein Grab Taxi und werden unter Eisschranktemperaturen zur Mall kutschiert. 🥶 Kontraste, Kontraste! 🥵Unterwegs bekommen wir erste Eindrücke von unserer näheren Umgebung. Erst einmal beeindrucken mich aber diese grasgrünen, türkis-gelbgold gestreiften Fischlein. Sind das Füsiliere? Ihr Verhalten ist so lustig wie seltsam.

Sie schwimmen im größeren Schwarm, dicht unter der Wasseroberfläche der Marina und blubbern zahllose Blubberbläschen aus ihren Mäulchen heraus. Deutlich ist ihr Geschmatze zu hören. Gibt‘s hier etwas zu futtern? Dann warten wir in der Hotellobby auf unser Taxi und entdecken im Teich der Lobby ziemlich viele Koikarpfen,…

die hektisch mit geöffneten Mäulern angeschwommen kommen und auf Futter hoffen. Sorry! Ich werde allerdings noch ungewollten Kontakt mit ihnen haben. Doch das erst viel später. Angrenzend zur Lobby erstreckt sich die Poolanlage. Das sieht doch schon mal nett aus. Dann ist unser Grab da und auf geht‘s. Kurz hinter unserem Marina Resort ist alles gerodet, die Erde aufgerissen und riesige Baustellen sprießen aus dem Boden.

Was ist denn hier los?



Oh ha, hier sprießt die Zukunft aus dem Boden! 😳

Ein Rechenzentrum nach dem anderen ist in der Entstehung. Day One ist zum Beispiel ein riesiger Betreiber von Rechenzentren, KI und Clouddiensten.

Auch NVIDIA ist hier am Start und wird 4,5 Milliarden US Dollar investieren. Batam entwickelt sich im Eiltempo zum führenden Tech- und Logistik-Hub Südostasiens. Die Insel will sich zum direkten Partner und Ausweichstandort Singapurs positionieren. Es werden Milliarden von Seiten des Staates für die dafür notwendige Infrastruktur investiert. Eine 10-spurige Schnellstraße ist bereits gebaut.

Seekabel wurden und werden verlegt. Das haben wir ja schon von unterwegs gesehen. Nicht nur an Singapur ist Batam angedockt, auch werden Verbindungen zu Malaysia, den Philippinen und Japan gelegt. Hier wird wirklich nicht gekleckert!

Hafen und Flughafen werden großflächig erweitert.

Ehrlich? So gigantische Baustellen haben wir beide noch nicht gesehen! Darüber hinaus wandelt sich Batam City durch riesige Neubauprojekte privater Investoren, wie erstklassige Malls, Hotels, Business Zentren und Wohnungen, zu einer modernen Stadt. Auch soll ein gigantisches Gesundheitszentrum entstehen, um internationale Gesundheits- und Wellnesstouristen anzuziehen. Puhhh, das sind ja echte Mega-Projekte. Da sollten wir mal in 3 Jahren wiederkommen und gucken. 😃


Es wird immer wuseliger und Müll, Dreck und schrottige Gebäude türmen sich.

Zwischen alledem sticht eine große Moschee hervor. Die ist natürlich wie geleckt und picobello.





Jetzt sind wir gleich bei unserer Mall angekommen. Innerhalb der Stadt gibt es sogar einen kleinen Verkehrsstau. Die Luft ist grau, diesig und verqualmt. Also, schön ist definitiv etwas anderes. Aber irgendwie geht hier trotz der fürchterlich anstrengenden Schwüle die Post ab. In Frankfurt kann noch nicht einmal ein einziges Rechenzentrum gebaut werden, weil die zur Verfügung stehende Energie nicht ausreicht. 🫣 Und klar ist es bei uns zu Hause aufgeräumter und schöner.


Aber wenn wir ehrlich zu uns selber sind, wird Deutschland und auch Europa mehr und mehr zu einem Museum. Noch schön anzuschauen, aber nicht wirklich überlebensfähig, oder?! Ich fürchte, die Abwärstspirale wird schnell und schneller, und unser schönes Museum wird verstauben und zerfallen. Unsere Gesellschaft ist alt, Innovationen finden woanders statt und Blockaden und Ängste bremsen die Zukunft aus. Und da möchte ich ausdrücklich nicht allein unserer unbeweglichen politischen Führung, die ja gar nicht mehr führt, den schwarzen Peter zuschieben. Nein, das ist schon in erster Linie unsere Gesellschaft selbst! Und mein Lieblingssatz, das Volk erhält die Regierung, die es verdient, passt meines Erachtens wie die Faust aufs Auge.
Nun, wir sind dann mal da und nehmen die 4-stöckige Mall in Augenschein. Also, First-Class-Shopping ist das hier noch nicht ganz, aber für uns absolut gut und ausreichend. Wir schlendern durch die Etagen, gehen lecker Sushi essen. Dann machen wir einen obligatorischen Besuch beim Barber.

Zuallerletzt gehen wir im gut sortierten Supermarkt einkaufen. Erfrischt, frisiert und mit vollen Taschen kehren wir mit einem weiteren Grab Taxi zurück. Das klappt hier übrigens super und ist verboten günstig. Auch unser Einkauf hat „nur“ umgerechnet 80,- Euro gekostet. In Deutschland hätten wir bestimmt für das viele Obst, Gemüse, die Süßigkeiten Milchprodukte, Getränke und noch vieles mehr, sicher 180,- bis 200,- Euro bezahlt. Tja, davor graut‘s mir schon! Einkaufen und Leben in der Heimat. 😣
Zurück an Bord muss erst einmal die Klimaanlage die erdrückende Schwitzeluft hinausbefördern. Derweil fächere ich mir Luft zu, um nicht zu ersticken und beobachte, wie das Haareschneiden auch vonstatten gehen kann… ✂️

Um sechs wird‘s dunkel. Die beleuchtete Hotellobby mit Vorplatz und Restaurant sieht im Lichterglanz richtig schön aus.

Schon am frühen Morgen muss die Klimaanlage ran
Mit ihr und den Ventilatoren bekommen wir gerade so die 28 Grad hin. Das ist dann auszuhalten im Vergleich zu draußen. Dennoch mache ich den Weg raus zur öffentlichen Waschmaschine und den beiden kleinen Trocknern. Drei Maschinen und drei Trockengänge später, habe ich es geschafft. Alles ist sauber, warm und knochentrocken. 🤗 Noch dazu all for free❣️Die Maschinen sind zwar recht oll und schäbig und der Raum ist‘s auch, und man schaut besser nicht so genau in die Ecken und überhaupt. Aber die Wäsche ist erstaunlich gut geworden und duftet frisch.
Jetzt gehen wir mal etwas essen. Schmatz 😋….

Der frühe Vogel fängt den Wurm
Wir fangen die frühe Fähre und setzen heute nach Singapur über. 🥳 Oberste Priorität hat Kläusi‘s Termin beim Ohrenarzt Dr. Chua.

Sein Ohr ist immer noch ein Thema. Aber so einfach rübermachen geht natürlich nicht. Der Länderübertritt muss gut vorbereitet werden. So haben wir gestern schon versucht die erforderliche Ankunftskarte für die Rückfahrt nach Batam zu generieren. Es klappte nicht, die App war nicht erreichbar. Da holten wir uns Hilfe im Marinabüro vom Chef persönlich. Kurzerhand hat‘s Roy für uns erledigt und Klaus aufs Handy geschickt. Sehr nett! Auch mussten wir noch an der Rezeption den Shuttle Bus vorbestellen, um zum Fährterminal gebracht zu werden. Um 8:00 Uhr fährt die Fähre los, um 7:00 Uhr geht der Shuttle Bus. 🥱 Da werde ich aber noch müde sein.
Viertel vor 7:00 Uhr sitzen wir abholbereit in der Lobby. Weit ist es nicht bis zum Terminal. Sowohl im Bus als auch im Terminal sind wir alleine. Dort müssen wir noch zum Schalter, um unsere bereits gebuchten Fährtickets für hin und zurück ausdrucken zu lassen. Ach, einen Dieselzuschlag müssen wir auch noch entrichten. Jepp, die Preise sind auch hier gestiegen. Für uns sind das aber nur Cents. Doch bis wir begriffen haben, wie der Hase hier läuft, braucht es etwas Zeit. Da entdeckt Klaus ganz zufällig einen Aushang, der darauf hinweist, dass man für Singapur natürlicherweise auch eine Einreisekarte braucht, zwingend! Auweia, jetzt wird‘s aber knapp! 😓 Erst scannt Klaus den QR-Code ab, kommt dann aber nicht weiter. Stattdessen bekommt sein T-Shirt riesige Schweißflecken… Ich scanne jetzt auch mal und drücke auf selbst ausfüllen, nicht auf Reisepass kopieren. So funktioniert‘s dann auch bei Klaus. Das Ausfüllen und suchen der richtigen Hafen-, Schiffs- und Ankunftsdaten ist umfangreich und mühsam. Im letzten Moment haben wir unsere Arrival Cards auf dem Handy und stürmen zur Fähre. Stopp! Erstmal werden unsere Tickets abgeschossen, dann meine Handtasche und Klaus‘ Handy durchleuchtet, danach die Pässe kontrolliert und an der Fähre die Tickets abgegeben. Erst jetzt dürfen wir einsteigen. Und schon werden die Motoren angeschmissen und bereits eine Viertelstunde vor der Zeit wird abgelegt. Wir sind die einzigen Fahrgäste, lustig. Und ab geht die Post nach Singapur. Na ja, erstmal tuckert die Fähre gaaanz langsam aus dem Fährkanal heraus.












Gut 40 Minuten dauert die Überfahrt durch die Straße von Singapur. Viele Erinnerungen poppen bei uns auf. Durch diese vielen, vielen vor Anker liegenden Frachter sind wir damals mit Yuti schon durchgeschippert. Kurz vor Ankunft beim Fährterminal bremst unsere Fähre extrem ab und schleicht sich bis ran an den Anleger. Es muss ziemlich flach dort sein. Eigentlich bräuchte man maximal 30 Minuten von Batam nach Singapur. Doch die langsame Abfahrt und Ankunft kostet nochmal 15 bis 20 Minuten. Aber dann sind wir da, steigen aus, laufen bis vor zu den Passautomaten, scannen den Pass und unsere Daumen, glotzen in den Fotoscan hinein und die Türen öffnen sich. Die Arrival Card ist über das Internet akzeptiert, ein Visum brauchen wir glücklicherweise nicht. Wir sind drin, drin in Singapur. Puhhh… 😮💨.

Draußen, die Luft ist keinesfalls besser, bestellen wir uns wieder ein Grab und fahren zum Mount Elizabeth Medical Center.


Wir setzen gerade den ersten Fuß in die Lobby, da kommt auch schon eine nette Mitarbeiterin auf uns zu und fragt, wo wir denn hin möchten. Ah, zu Dr. Chua. Da müssen wir in den 8. Stock ins Zimmer 2. Super, da wissen wir ja genauestens Bescheid, sind aber noch viel zu früh. Die gegenüberliegende Mall ist unser Begehren. Dort frühstücken wir erst einmal ganz fantastisch lecker bei Maison Paul. Die Mall ist superedel! Die Auslagen sind nicht bepreist. Immer ein Zeichen für absolute Spitzenpreise. 🤭

Wir gucken nur, kaufen selbstverständlich nichts. Was auch? Und dann laufen wir auch schon wieder rüber ins Medizinzentrum. Etwas später sitzen wir bei Dr. Dennis Chua im Behandlungszimmer. Er lässt sich kurz unsere Lebensumstände beschreiben, dann schaut er rein in Klaus‘ Ohren. Wir können alles auf einem großen Bildschirm verfolgen. Das rechte Ohr ist in Ordnung. Jetzt das kranke Linke. Da sehen wir es dann live und in Farbe, das Ohr ist total zugewuchert. Und was ist das??? Dr. Chua klärt uns auf. Das sind Pilze, schwarze und weiße. 😳 Igittigitt. Klaus habe ein typisches Singapur-Ohr, oder Südostasien-Ohr, meint Dr. Chua. Aha 🤔 Hitze, Feuchtigkeit und Druck seien die Verursacher. Okay. Und nun? Nun werden die Pilze herausgesaugt, einer nach dem anderen, und es tut noch nicht mal weh. Am Ende ist das Ohr frei, Klaus kann wieder hören und Dr. Chua gibt ihm noch Ohrentropfen gegen Pilze mit. Total glückselig, wird Dr. Chua augenblicklich zum neuen Lieblingsarzt von Klaus erkoren. Sollten wir je nach Singapur ziehen, der richtige Ohrenarzt wäre schon gefunden. 🥰
Wir haben bis zu unserer Rückfähre noch massig Zeit und fahren nun mit der erstbesten U-Bahn zum Flughafen.


Warum zum Flughafen? Wir wollen nochmal den Kristallwasserfall bewundern. Allerhopp.


Ein echtes Megateil ist dieser Wasserfall!

Und heute kaufen wir uns sogar ein Ticket, um den Fun Park zu durchstreifen. Vorher gibt es aber noch ein sauleckeres Mittagessen.

Es gibt spanisches Wasser, Jakobsmuscheln mit Tintenspaghetti auf zitroniger Hollandaise. Gott, schmeckt das gut! Hier haben wir es uns auch schon vor 4 Jahren schmecken lassen. 😋 Dann geht es ab in den Irrgarten.


Jetzt geht‘s zur Nebelrasenspielwiese❣️So ein Wort kann man auch nur im Deutschen kreieren, lach kaputt…



Vorbei an Blumenrabatten und durch Glitzerbögen spazieren wir zum Taxistand, bestellen uns ein Grab und fahren zum Fähranleger. Dieses Mal fahren wir nicht alleine. Die Arrival Card für Batam/Indonesien haben wir ja zum Glück schon, unsere Tickets auch. 50 Minuten später sind wir wieder auf Pulau Batam. Doch hier brauchen wir nun ein neues Visum. Seit Covid, hat Indonesien vorgeschrieben, nach jedem Verlassen des Landes und der Wiedereinreise, ein neues Visum zu kaufen. Abgeschafft haben sie es seitdem nicht mehr. So what. Das heißt für uns, wir müssen an einer klitzekleinen Holzbude zwei neue Visa kaufen. 527.000 IDR kostet uns der Spaß, das sind in etwa 25,- Euro. Kein Problem, nur will der gute Mann es in bar haben. Upsi! Zum Glück reicht unser Bargeldbestand aus. Wahrscheinlich ist das Kartensystem ausgefallen. Mit zwei neuen Schnippeln im Pass passieren wir die Passkontrolle und lassen den QR-Code der Ankunftskarten abscannen. Dann gehen noch Handtasche und Handy durch den Durchleuchter, und die erneute Einreise nach Indonesien ist vollbracht. Ein total schrottiger Rumpelbus bringt uns zur Marina, und flotten Schrittes geht es zurück an Bord. Fertig. Gute Nacht und auf Wiedersehen.
P.S.: Es dauert jetzt gar nicht mehr lange und Larissa kommt mit ihrer Familie eingeflogen… Wir freuen uns schon sehr, sehr, sehr❣️
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