Wir, zwei kleine Krümel in einer kleinen Plastikschüssel. 😅
Eigentlich wollten wir heute Morgen wieder zeitig weitersegeln und Wasser machen. Aber der Wassermacher hat etwas anderes vor, auf jeden Fall kein Wasser zu machen. Mist! Ohne Wassermacher haben wir ein ernstzunehmendes Problem. Die Fehlersuche beginnt. Schmutzige Filter werden gewechselt, dennoch zeigt der entsprechende Sensor verschmutzte Filter an. Dann hat der Sensor nen Schaden, vermutet Klaus, und schaltet ihn aus. Jetzt geht’s! Gut, dann muss ab jetzt immer selber nach dem Zustand der Filter geschaut werden. Nicht so schlimm. Doch die sich zusammenbrauenden Probleme mit der Bio Security, Darwin, Kimberley und unseren Plänen und dem jetzt auch noch muckenden Wassermacher trüben die Stimmung. Meine jedenfalls! 😔 Aber da hilft alles nichts, wir lichten den Anker und stürzen uns wieder in die stürmischen Fluten. Wir haben kräftigen Wind von hinten, der bläst bereits mit 23 Knoten. Soweit, so gut. Bis auf durchschnittliche 30 Knoten soll er noch zunehmen, Böen exclusive. Heißa hopsasa! Ach so, nicht heute schon? Die Tage erst? Alles klar. 👌 Schnell sind wir am heutigen Stop over angekommen. Nein, das Screecher wurde noch nicht getestet, dafür ist der Wind heute zu stark. Es hat noch nicht einmal 15:00 Uhr geschlagen, als wir vor Berwick Island unseren Anker fallen lassen. Eigentlich hätten wir noch 2 bis 3 Stunden weitersegeln können, dann aber den nächsten Halt nicht mehr bei Helligkeit erreicht. Im Dunklen möchte Kapitän Klaus jedoch nicht durch dieses ganze Inselsammelsurium fahren, das ist einfach zu gefährlich. Eye, eye Sir! 🫡

Diese Insel ist zur Abwechslung mal ganz flach.



Der Wassermacher lief und läuft erfolgreich, ohne Schmutzsensor versteht sich, und so kann ich noch 2 Waschmaschinen durchziehen.
Das Klima ist eindeutig tropischer geworden, es ist wärmer und feuchter. Dadurch haben die Stinkebakterien wieder eine größere Spielweise in unserer Schmutzwäsche gefunden. Jippie! 🥳 Pfui! Wir schwitzen mehr, und die Klamotten stinken unangenehm. 🫣
Das Bio Security Thema bei Darwin wird immer komplizierter. Klaus hat eben mal Kontakt aufgenommen und erfahren, dass wir auf jeden Fall die chemikalische Substanz in unsere Bootsausgänge reingeblasen bekommen werden. Dafür sollen wir schnellstens Kontakt zu Drew aufnehmen, der das Prozedere durchführt, und auch die Rumpfkontrolle vornehmen wird. Drew arbeitet aber nur Mo./Mi./Fr. für die Behörde der Bio Security, aha. Klaus nimmt zu Drew Kontakt auf und möchte für Montag, den 20. Juli, einen Termin ausmachen. Ja, nee, einen Termin könne er nicht ausmachen, im Juli sei Hochsaison und der, der zuerst kommt wird behandelt. Okay, macht Sinn. Wir sollen kurz bevor wir einlaufen Bescheid sagen. Gut, dann bleibt alles noch weiterhin offen. Die alles entscheidende Frage nach Rumpfpest bleibt ja sowieso noch bestehen.
Selbstverständlich überlegen wir, ob wir ins Wasser gehen und alles nochmal gründlich abschaben und putzen sollten. Doch Chat zieht uns diesen Zahn sofort und ohne Widerrede. Wir befinden uns einfach schon viel zu weit in Krokodils Land, auch wenn wir noch keines erblickt haben. So auch auf dieser Insel nicht. Aber, das soll ja nichts heißen. Dann haben wir noch gefährliche Haie, gefährliche Strömungen, und wenn man Pech hat, noch tödliche Quallen. Ich sage nur Würfelqualle. Obwohl, die haben zur Zeit keine Saison. Aber wissen die das auch? Chat sagt, die einzige Möglichkeit sei, mit dem Beiboot und nem langen Schrubber rund ums Boot zu fahren und da zu putzen, wo man noch rankommt. Tja. Aber unterm Boot wird’s eng, wenn wir auch zwischen die Hulls wollten. Wobei, einmal sind wir ja mit Motor und ordentlich Schmackes unterm Boot durchgebrettert, ungeplant! Lang ist’s her! Auf den Malediven ist uns das passiert, als Klaus versehentlich im falschen Moment Gas gab. 😂 Das muss unglaublich komisch ausgesehen haben, und großes Glück war auch mit dabei. Uns, dem Dinghy und Yuti ist damals nichts passiert. 👍
Fazit, die ganze Sache mit Kimberley, der Marina in Darwin, dem Uluru und Co. steht noch in den Sternen. Vielleicht müssen wir ein paar Träume aufgeben und Pläne verwerfen. Schauen wir mal.
Wir liegen nun ganz allein und einsam vor Bewick Island. Die gewaschene Wäsche flattert im Wind und fast neben uns passiert uns ein Frachter.

Surreale Situation! Dann geht auch schon die Sonne unter,…

beleuchtet das im Hintergrund liegende Wolkenband…

und ein Handelsschiff in weiter Ferne. Wer kann es entdecken? Mehrere Verkehrstrennungsgebiete durchziehen hier das Gewässer. Dann beleuchten wir noch unser Boot und gehen schlafen.
Wer hat es gewagt Yuti vollzukacken? 😤
Frechheit!!! Und nur meine Seite ist zugeschissen! Ich halt‘s nicht aus. So können wir nicht weiter! Das muss erst weg! Diese unmöglichen Sturmvögel waren es, dass erkenne ich schon an den Kackern. 💩 Also Schlauch raus, Mann aufs Dach und Wasser marsch.

Kurz vor 8:00 Uhr sind wir dann wieder on the way. Und ganz schnell sind wir nicht mehr alleine. Ein Fischereikutter kommt uns sehr nahe,…

und ein Segler überholt uns im Schmetterlingsstil.

Wir haben bei gut 25 Knoten Wind nur unser Jib draußen und sausen bei herrlichem Sonnenschein und Wellen von hinten gut voran. Die Inselwelt in diesen Gewässern ist schon sehr unterschiedlich und das von einer zur anderen. Die letzte Nacht lagen wir vor einer ganz flachen Insel, jetzt passieren wir total geröllige Berghaufen und Häufchen.


Zwischen diesen Channel Rocks und dem großen Boulder Rock müssen wir hindurch.




So dicht bei einander und doch so unterschiedliche Inselstrukturen. Schon erstaunlich!



Apropos Gefahrenzonen. Eine intensive Diskussion entbrennt, ob wir noch an unserem Plan nach Kimberley zu segeln festhalten können oder nicht. Nach den sich auftuenden Problemen mit Darwin und der Marina, recherchieren wir nochmal intensiv über das Segeln in dieser abgelegenen, einsamen, rauen aber beeindruckenden Region Australiens. Wir kommen gemeinsam zu dem Schluss, das sollten wir doch besser NICHT wagen. Erst einmal ist die Strecke dorthin und wieder nach Darwin zurück weit und wohl auch sehr herausfordernd.

Zum Ausklarieren müssen wir zwingend wieder zurück nach Darwin, denn anderswo kann nicht ausklariert werden. Zweitens, die Tiden betragen in der gesamten Region 10 bis 12 Meter, was zu unglaublichen, sich ständig ändernden Strömungen führt. Dann soll das Ankern in oder vor den schmalen, tiefen Schluchten Kimberley’s ein Abenteuer für sich sein. Es werden Spezialanker empfohlen, die in den steinigen Untergründen halten. Sowas haben wir gar nicht dabei. Alles an Bord und am Boot muss zuverlässig und einwandfrei funktionieren, da Hilfe in der Not nicht erreichbar ist. Da lebt fast niemand, außer einer gefährlichen Tierwelt. 🐊 🐍 🦈 🕷️
Alles in allem ist dieses Abenteuer hardcore und mindestens eine Nummer zu groß für uns. 🥺 Schmerzlich nehmen wir von diesem Ziel Abstand, doch augenblicklich setzt eine große Erleichterung ein. Der enorme Zeitdruck ist weg, und wir können uns ganz auf die immer noch lange und beschwerliche Strecke nach Darwin konzentrieren. Um alleine dort hinzugelangen, müssen mehrere Engstellen passiert werden, wo uns Strömungen von angeblich bis zu 8 Knoten, nochmal, 8 Knoten durchpressen werden, mit schlechtesten Falls Wind von vorn. Wie das gehen soll, ist uns noch nicht ganz klar. 😬
Unseren nächsten Halt allerdings, die Stokes Bay von Stanley Island erreichen wir wieder so gegen 15:00 Uhr.






Wir sind nicht allein, eine Seawind 1000 liegt bereits vor Anker.

Ein Katamaran biegt gerade von der entgegengesetzten Seite um die Ecke und dann halt wir noch, macht zusammen 3 Boote. Ein wirklich kleiner Einrümpfer kommt just im Moment um die Ecke geschlittert,…

nun sind wir zu viert.

Wir liegen hier gar nicht schlecht, und sofort kommt uns in den Sinn, unsere Rümpfe zu reinigen. Mit der Dinghy Methode halt, bevor noch die Sonne untergeht. Das Dinghy wird zu Wasser gelassen, Klaus und der Schrubber steigen ein, und ich ziehe alle beide um Yuti herum. Es ist die pure Sträflingsarbeit, insbesondere für Klaus. Alles an den Rümpfen ist grün und faserig. Oh je 🤦. So gut es eben geht, schrubbt Klaus an den Stellen herum, die er erreichen kann und bringt sich schier um. 🥵 Geschafft und frustriert zugleich steigt er wieder an Bord. Es ist halt alles andere als perfekt geworden und unters Boot kam er nur so weit, wie die Teleskopstange des Schrubbers reichte. Hmmm…. 🤨 Over and out!
Was heute passiert hat Seltenheitswert
Der Wind ist urplötzlich weg. 🧐
Wir verlassen unsere Bucht wieder sehr zeitig am Morgen – die anderen schlafen wohl noch-, um rechtzeitig den nächsten Stop over zu erreichen. Die vorhergesagten krassen Winde kommen bald, ein Sturm zieht demnächst auf. Nach einer kurzen Highspeed Phase, mit über 8 Knoten Fahrt, ist zur Mittagszeit der Wind weg und ein Motor muss dazugenommen werden. Ohne zusätzliche Motorkraft kämen wir nun gar nicht mehr voran. So schaffen wir gerade mal 4 Knoten. Und der Autopilot würde sich zu Tode piepen und uns damit mitteilen, dass er nicht mehr steuern kann. Sooo wenig Wind hatten wir an Australiens Ostküste wohl noch nie, oder? Wenn wir nicht die noch recht entfernte Insel zum Verstecken und Nächtigen bräuchten, könnte man sich einfach nur zurücklehnen und treiben lassen. Diese Ruhe ohne Motor, das wäre schon fast zu idyllisch.
Wenige Stunden später ändert sich die Situation schlagartig. Wie angeknipst bläst der Wind erneut aus allen Rohren. Das Groß, das wir komplett draußen haben, muss augenblicklich gerefft werden! Sowas ist dann immer schwierig, wenn der Wind so plötzlich und so stark zunimmt. Aber wir schaffen es, das Segel auf Reff 2 herunterzubekommen. Gut. 👍

Trotzdem sausen wir weiter mit vollem Speed. 10 Knoten sind Standard und eigentlich müssten wir auf Reff 3 verkürzen. Doch just im Moment sausen wir zwischen 2 Inseln hindurch. Jetzt bitte keine zusätzlichen Manöver! Auch sausen wir an der ersten von Klaus ausgesuchten Stop over Insel mit einer Palme vorbei…

und noch 10 Meilen weiter bis zur eigentlichen und größeren Pausen-Insel mit 4 Palmen. In 1 1/2 Stunden steht das Kläusi-Mama-Gespräch an und in 2 Stunden wird es dunkel, also Tempo! Ich stehe im Türrahmen zwischen Steuerstand und Salon, beobachte die schnelle Fahrt und will das Jib weiter anziehen, um es zu stabilisieren. Aber, die Elektrowinsch knackt fürchterlich und muckt. Oh, oh, oh, bitte jetzt nicht noch einen kaputten Winschenmotor! Das wäre übel!
Donnerlittchen, was brettern wir durch die Wellen!

Die Insel ist mittlerweile in Sichtweite.

Zwei Minuten nach 18:00 Uhr, 10:00 Uhr in Deutschland, liegen wir vor Anker und Klaus hängt am Telefon. Geschafft! 👍

Die 4 Palmen der Insel kommen wie zerzauste Vogelscheuchen daher und der Sonnenuntergang lässt sich wirklich sehen❣️Die Lage ist einigermaßen wellengeschützt, der Wind hingegen pfeift ordentlich. Dabei schlafen? Schauen wir mal. Dazu geht mir dauernd durch den Kopf, wovon die Krokodile hier eigentlich leben? Ich frage noch schnell Chat. Aha, die Beutetiere sind Fische, Krebse, Vögel, Schildkröten, Wildschweine, Wallabys, Kängurus, Dingos, Rinder und Pferde.
Ah geh,… erzähl mir keinen vom Pferd! Hier? Fische, Krebse…

und Vögel vielleicht.

Meinetwegen noch ne Schildkröte, aber mehr gibt‘s hier nicht! So, jetzt aber Handy aus und Äuglein zu, morgen geht’s früh weiter.
Die Nacht war besser als erwartet
Los, los, auf geht’s. Beim Einholen des Ankers fliegt die Sicherung raus. 😳
Und jetzt?
Fortsetzung folgt….. 👋
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